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Autor Thema: Kann eine Op mir das bieten was ich mir erwarte?  (Gelesen 16581 mal)

moby

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Re:Kann eine Op mir das bieten was ich mir erwarte?
« Antwort #15 am: 23. April 2011, 21:53:31 »

Also irgendwas machen die in Berlin-Buch anders, ich weiß nur noch nicht was:

Wenn ich das hier so lese, haben alle nach der OP in Berlin irre Schmerzen. Ich war jetzt zu vorgesprächen in 3 Wohnortnahen Kliniken, die die OP anbieten (Ostercappeln b. Osnabrück, Bielefeld (Gilead) und Gütersloh.

Alle Kliniken sahen bei meinem "moderater Trischterbust" (3,5cm) auch im Alter kein Problem, diese auch im Alter von 35 Jahren zu korrigieren, alle berichteten übereinstimmend durchaus von Patienten, die, auch in meinem Alter die Klinik nach 4-6 Tagen verließen. Dies funktioniert sicher nicht, wenn die Patienten nicht einigermaßen Schmerzfrei sind.

Sicher ist Prof. Schaarschmidt ein Experte auf seinem Gebiet, nur scheint Masse allein kein Garant dafür zu sein, das es keine Komplikationen gibt. Und ehrlich gesagt ist mir ne Klinik in der Nähe lieber, in der ich mir keine Infektion einfange, als irgendeine hochgelobte Klinik, in der sich, warum auch immer, Wundinfektionen häufen.

Sicherlich ist ne Wundinfektion nicht immer 100% zu vermeiden, aber selbst unter berücksichtigung der Tatsache, das sich die Negativfälle im Internet präsenter sind, find ich die Anzahl und insbesonder die Schwere auffällig.

Wird in Berlin der Brustkorb stärker "mobilisiert" als bei der ursprünglichen Nuss-Methode ? Resultieren hieraus die schmerzen und das höhere Infektionsrisiko ? Rechtfertigt das resultierende besseren OP-ergebnis, die zusätzlichen Komplikationen/Risiken ? (Gibt es überhaupt Vergleiche zu anderen Kliniken, scheinbar gibt es hier im Forum ja nur Leute die in Berlin oder Erlangen waren, bzw. bei denen andere Kliniken zuvor nicht das gewünschte Ergebnis erreicht haben).

Bisher überzeugt mich Berlin nicht, warum soll ich 450 km weit fahren, wenn ich die OP auch quasi vor der Haustür haben kann, auch unter berücksichtigung solcher Kriterien wie, was ist, wenn es wirklich zu Komplikationen kommt, sei es Klinisch (in Wohnortnähe können Freunde mal vorbeischauen, nach Berlin wird wohl kaum einer kommen, selbst mit Familie wäre das über die Entfernung schwierig, selbst der Wäschetausch bei längerwierigen Komplikationen könnte da zum Problem werden) als auch Nachklinisch - hier bin ich in spätestens ner 1/2 Stunde in einer der Kliniken, wenns ganz Dick käme sogar mit nem Rettungswagen, glaube kaum, das die mich nach Berlin bringen würde und mit ner fetten WUndinfektion ist es sicher kein Spaß 4h mit nem Zug nach berlin zu fahren.
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ex.pectus

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Re:Kann eine Op mir das bieten was ich mir erwarte?
« Antwort #16 am: 23. April 2011, 22:49:57 »

Wenn ich das hier so lese, haben alle nach der OP in Berlin irre Schmerzen.

Es gibt auch viele (?) Ausnahmen: Ich hatte direkt nach der OP keine irren Schmerzen, außer 2 x ca. 5 Sekunden. Etwas detaillierter in meinem Blog unter Schmerzen. Andere Beispiele: T-T-T, greyman und es gibt noch mehr.

Alle Kliniken sahen bei meinem "moderater Trischterbust" (3,5cm) auch im Alter kein Problem, diese auch im Alter von 35 Jahren zu korrigieren, alle berichteten übereinstimmend durchaus von Patienten, die, auch in meinem Alter die Klinik nach 4-6 Tagen verließen.

Das mit ca. 4-6 Tagen habe ich auch schon öfters gelesen, dachte aber bis jetzt, dass dies für den typischen - real nicht existierenden - Max Mustermann gilt.

Dies funktioniert sicher nicht, wenn die Patienten nicht einigermaßen Schmerzfrei sind.

Eine Voraussetzung für die Entlassung ist wohl, dass der PDK bereits entfernt wurde. Und ob man die dann noch vorhandenen Schmerzen im Krankenhaus oder zu Hause mit Schmerztabletten behandelt, dürfte nicht so den Unterschied machen. Soweit ich das mitbekommen habe, wird man in Berlin-Buch nach dem Fädenziehen (ca. 10 Tage nach OP) entlassen, wenn kein Pleuraerguss o.ä. dagegen spricht. Vielleicht würde man auch früher entlassen werden, wenn man das will, sich kein Pleuraerguss gebildet hat, man auch kein Risikokandidat dafür ist, dass sich noch einer bildet und man sich die Fäden andernorts entfernen lassen wird.

Wird in Berlin der Brustkorb stärker "mobilisiert" als bei der ursprünglichen Nuss-Methode ?

Ich denke schon, so habe ich jedenfalls auch die "Kritik" von anderen Kollegen verstanden.

Resultieren hieraus die schmerzen und das höhere Infektionsrisiko ?

zu meinen Schmerzen siehe oben

und zu meiner Infektion (ohne subjektive Beschwerden), hier meine CRP-Werte:

1. Tag
nach OP
2. Tag
nach OP
5. Tag
nach OP
7. Tag
nach OP
CRP i.P. mg/l
(norm: <5,0)
50,6082,9334,8118,98


Bisher überzeugt mich Berlin nicht, warum soll ich 450 km weit fahren, wenn ich die OP auch quasi vor der Haustür haben kann, auch unter berücksichtigung solcher Kriterien wie, was ist, wenn es wirklich zu Komplikationen kommt, sei es Klinisch (in Wohnortnähe können Freunde mal vorbeischauen, nach Berlin wird wohl kaum einer kommen, selbst mit Familie wäre das über die Entfernung schwierig, selbst der Wäschetausch bei längerwierigen Komplikationen könnte da zum Problem werden)

also dass mit dem Besuch ist auf die Entfernung wahrscheinlich wirklich schwierig, aber der Wäschetausch wäre doch kein Problem, allenfalls eine Herausforderung

als auch Nachklinisch - hier bin ich in spätestens ner 1/2 Stunde in einer der Kliniken, wenns ganz Dick käme sogar mit nem Rettungswagen, glaube kaum, das die mich nach Berlin bringen würde und mit ner fetten WUndinfektion ist es sicher kein Spaß 4h mit nem Zug nach berlin zu fahren.

zur Pseudomonas-Sanierung darfst du den Hubschrauber nehmen, siehe Forumbeitrag: Nach 9 Wochen Krankenhaus endlich wieder zuhaus!!

Nachtrag: Da CRP in unterschiedlichen Einheiten angegeben wird, ist die verwendete Einheit für die Beurteilung wichtig: 5,0 mg/l = 0,5 mg/dl. Es ist "normal", d.h. es muss keine Komplikation vorliegen, wenn der CRP-Wert am 2. postoperativen Tag sein Maximum erreicht und dann abfällt, siehe Beispiel für Normalverlauf (allerdings für andere OP-Arten), inkl. Tabelle. Außerdem kann der CRP-Wert auch ohne Infektion erhöht sein (bei einer nichtinfektiöses Entzündung).
« Letzte Änderung: 28. April 2011, 11:53:40 von ex.pectus »
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Re:Kann eine Op mir das bieten was ich mir erwarte?
« Antwort #17 am: 24. April 2011, 11:24:59 »

Hallo!
@moby
Eigentlich ein guter Beitrag von dir, das unterstreicht nämlich auch so meine Gedanken. Es gibt keine wirklich verlässlichen Statistiken im Internet ob ne Klinik nun gut oder schlecht ist. Man muß sich das irgendwie alles selber zusammenreimen und nach Gefühl aussuchen.
Das Krankenhaus selber wird zwar eine gewisse Statistik haben, aber wohl kaum mit der Wahrheit rausrücken. Und wie verlässlich ist sie überhaupt???
Es gibt doch kaum jemanden, der mal ne schicke Nachuntersuchung hatte und zb richtig vermessen wurde, vorher/ nachher Fotos, wann ist der Patient schmerzfrei usw. Und selbst da müsste noch nach der Anzahl der OPs und des kosmetischen Ergebnisses usw. unterschieden werden.
Im alten Bucher Krankenhaus gab es kaum jemanden der nicht mit Wundheilungsproblemen zu kämpfen hatte. Vlt ein Zusammenhang mit hyg. Problemen.??? Mein CRP hatte da astronomsche Werte über 100...
Mit dem Hubschrauber kam übrigens öfters vor....
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Alter bei OP: 28
1.OP Jan. 06 1Bügel  mit vielen Komplikationen
2.OP März 06 1Bügel mit vielen Komplikationen
3.OP Juni 06 2Bügel  mit vielen Komplikationen
4.OP Febr. 09 Bügelentnahme mit Rippenkorrektur
5.OP Febr. 09 Komplikationen nach Entnahme

Punktionen kann ich schon nicht mehr zählen......

moby

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Re:Kann eine Op mir das bieten was ich mir erwarte?
« Antwort #18 am: 24. April 2011, 23:30:58 »

Noch mal zu dem ursprünglichen Thread-Ersteller zurück:

Mach dich einfach mal schlau, welche Klinik bei dir in der Nähe nur die Rippenbögen korriegiert.

Auf Nachfrage, machte das jede der Kliniken in meiner Nähe, Problem ist nur, das ganze ist ne kosmetische OP, die zahlt die Krankenkasse nicht, als Selbstzahler kostet dich das zwischen 2.500-3.9000 €. Wenn dir das reicht (keine sonstigen Schmerzen/Haltungsproblem (runder Rücken, eingzogene Schultern evtl auch auch Scham, damit die Trichterbrust nicht so auffällt, aus der Fehlhaltung resultierende Rückenschmerzen) solltest Du darüber nachdenken, der Eingriff ist wesentlich geringer als ne Trichterbrust-OP, sei es Nuss oder Ravich. Bei Nuss ist der kritische Punkt den gebogene Bügel zwischen Brustbein und Herz hindurchzufädeln  (der C- bzw U-Förmig gebogen Bügel muss über die Rippen, dann durch einen Rippenzwischenraum unter dem Brustbein hindurch und dann wieder durch einen Rippenzwischen oberhalb der Rippen geführt werden, dabei ist auch das Ende, das "durchgefädelt" wird schon in einem  Bogen um etwa 90° abgebogen/gewinkelt ist, also nicht gerade durch den Brustkorb geschoben werden kann), Ravich / Erlanger Methode, das der Rippenknorpel praktisch komplett bis auf die Knochenhaut entfernt wird (der Knorpel wird von der Nochenhaut "ernährt" und bildet sich auch von hier aus nach)  und sich während der anschlißenden 14 tägigen absoluten Ruhigstellung neu bilden muss.

Hier mal ein paar Videos:

Nuss, Teil 1:http://www.youtube.com/watch?v=6gj0lfm_0u0

Nuss, Teil II: http://www.youtube.com/watch?v=8mipXsvJMG8&


Ravich-OP: http://www.youtube.com/watch?v=-SApqPHdOUo
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tbblabla

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Re:Kann eine Op mir das bieten was ich mir erwarte?
« Antwort #19 am: 25. April 2011, 12:04:50 »

Vielleicht gibt es da draußen noch viele andere guten Profs/Kliniken.
Nur gibt es ja kaum Berichte dazu, wie du schon anmerktest.
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ex.pectus

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Re:Kann eine Op mir das bieten was ich mir erwarte?
« Antwort #20 am: 08. Februar 2012, 18:41:49 »

Du verweist bspw. sehr oft auf die Erfahrungsberichte in pectusinfo.com und den angeblich ausgezeichneten Ruf, den Berlin-Buch dort geniest. Nur wenn man den Dingen richtig tief auf den Grund geht, kann man bspw. folgendes zu Tage fördern:

Randy, ein Amerikaner, der Ende 2007 in Berlin-Buch operiert wurde und auf pectusinfo mächtig Werbung für Berlin-Buch macht, schreibt:

"CPR infection killed me but Schaar brought me back to life."

und

"I have been there, 47 days in Helios, CRP infection that nearly killed me, lost 40 pounds of pure muscle, edema, plural effusion, pericardium…..you know the “Hell Spiral” routine."

Für die Infektion ist niemand verantwortlich, die fällt vom Himmel. Aber die Heilung der Infektion ist Prof. Schaarschmidt zu verdanken? - Das hat doch nichts mehr mit einer nachvollziehbaren Bewertung zu tun. Was soll denn Prof. Schaarschmidt - ein Chirurg - konkret dazu beigetragen haben, dass Randy die Infektion, die ihn fast gekillt hätte, heil überstanden hat.

Aus den Fakten kann ja jeder seine eigenen Schlußfolgerungen ziehen und die bewerten, wie er will. Wenn man dann aber meist nur die Schlußfolgerungen und Bewertungen (Berlin-Buch ist so toll) liest, werden wohl die wenigsten darauf kommen, dass das soviel heißen soll wie: "ich wurde fast gekillt, aber gerettet".

Randy hat vor ein paar Tagen am 29.01.2012 auf pectusinfo.com zum Thema Additional Costs etwas geschrieben.
Wenn ich ihn richtig verstanden habe, schreibt er, dass Prof. Schaarschmidt die Hälfte seiner Krankenhauskosten übernommen hat, weil er Randy falsch informiert hatte, dass keine weiteren Kosten wegen der Komplikationen berechnet werden (am Ende 47 Tage Krankenhausaufenthalt).

Eine entsprechende Dankbarkeit wäre dann einerseits vielleicht verständlich, andererseits beeinflusst es die Objektivität nicht unbedingt positiv.

Und Apropos Kosten ...
Wenn man die Kosten für eine Trichterbrust-OP in der Welt vergleicht, dann ist der vom Helios-Klinikum verlangte Preis für manche Patienten und bestimmten Konstellationen ein vergleichsweiser Schnäppchenpreis und damit auch eine Motivation einmal um die halbe Welt zu fliegen, um sich in Berlin operieren zu lassen. (Wenn Deutsche ins Ausland fahren, um sich die Zähne machen oder die Augen lasern zu lassen, dann bestimmt nicht, weil die Zahn- oder Augenärzte im Ausland besser sind als in Deutschland).
« Letzte Änderung: 09. Februar 2012, 12:45:55 von ex.pectus »
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Kosten einer OP
« Antwort #21 am: 24. Februar 2012, 18:34:49 »

(Wenn Deutsche ins Ausland fahren, um sich die Zähne machen oder die Augen lasern zu lassen, dann bestimmt nicht, weil die Zahn- oder Augenärzte im Ausland besser sind als in Deutschland).

Als Zufallsfund im Zusammenhang mit Nummer 485 auf pectusinfo.com entdeckt:

Zitat
Definitive Care Room Charges, 4 days: $15,172.00
Operating Room Services: $38,514.00
Central Services/Supply: $12,540.00
Imaging: $643.38
Pharmacy: $5,722.12
Implants: $2,757.00

Total: $75,348.54

Dazu nennt Prof. Schaarschmidt den damals aktuellen Preis für Berlin-Buch von 18.000 USD all-inklusive (ohne Bügelentfernung).

Noch Fragen?
« Letzte Änderung: 24. Februar 2012, 18:38:21 von ex.pectus »
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