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Autor Thema: Erfahrungen mit TB-Op nach Nuss bei 15Jährigem  (Gelesen 6086 mal)

Robinson

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Re: Erfahrungen mit TB-Op nach Nuss bei 15Jährigem
« Antwort #15 am: 19. April 2012, 15:18:35 »

Das mit den Ängsten einer Mutter kann ich nur zu gut verstehen. Geht mir genauso. Ich persönlich bin mir auch noch nicht 100% sicher, ob ich die OP an meinem Sohn durchführen lassen werde. Einerseits möchte es mein Sohn unbedingt weil er einen "normalen" Oberkörper haben möchte, andererseits denke ich mir, dass es sich nur um ein optisches Problem und nicht um eine medizinische Notwendigkeit handelt. Was, wenn die Brust auch nach dieser weiteren OP wieder einsinkt? Ist es das OP-Risiko wirklich wert? Das Risiko einer solchen OP ist sicher nicht vom Tisch zu wischen und die Gedanken die man sich als Mutter während der OP-Dauer (ca. 3-4 Std.) macht auch nicht.
Wir haben im nächsten Monat erst noch ein weiteres Beratungsgespräch mit dem behandelnden Arzt.
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Sohn 14 J., 1.OP 2006 im Alter von 9 J.
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ex.pectus

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Re: Erfahrungen mit TB-Op nach Nuss bei 15Jährigem
« Antwort #16 am: 20. April 2012, 23:48:01 »

In der Klinik wurde gesagt, dass sie nicht unbedingt notwendig wäre, Sport würde auch ausreichen.....

Mich überraschte nur, dass der Physio nicht so viel Bedeutung beigemessen wird und man postoperativ Sport für wichtiger hielt.

Es ist in der Tat überraschend. Und zwar überraschend in Bezug auf den medizinisch-therapeutischen Aspekt der Aussage, dass Sport postoperativ wichtiger als Physio sei.

Was ich mir natürlich gut vorstellen kann, wäre, dass man die Bedeutung der Physio kleinredet, weil die irgendwie als Problem gesehen wird (vielleicht aus organisatorischen Gründen, wenn man abgelegen auf dem Land ohne ÖPNV wohnt und beide Elternteile berufstätig sind oder so, keine Ahnung).

Gibt es dazu noch irgendwelche Zusatzinfos, die das nachvollziehbar machen?
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machiavella

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Re: Erfahrungen mit TB-Op nach Nuss bei 15Jährigem
« Antwort #17 am: 21. April 2012, 06:00:57 »

@ex.pectus
Nein, wir wohnen nicht auf dem Land und eine Physio lässt sich vielleicht sogar fußläufig erreichen. Und diesbezüglich auch keine Zusatzinfos.
Auf meine Frage nach anschließender Physio wurde abgewinkt und gesagt, wichtig wäre Schwimmen und jede Art von Sport. Ausser fürs Bogenschießen ist mein Sohn aber eher weniger für Sport zu erwärmen und da dürfte der Bewegungsablauf nicht grad günstig sein. Bei allem anderen ist er schon jetzt ganz fix "aus der Puste" und Schwimmen war schon immer sein Albtraum.
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ex.pectus

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Re: Erfahrungen mit TB-Op nach Nuss bei 15Jährigem
« Antwort #18 am: 21. April 2012, 11:22:21 »

@ex.pectus
Nein, wir wohnen nicht auf dem Land und eine Physio lässt sich vielleicht sogar fußläufig erreichen. Und diesbezüglich auch keine Zusatzinfos.

OK, dann weiß ich auch nicht. Aber muss ja auch nicht immer alles einen Sinn ergeben.

Das Schwimmen hat mir allerdings auch sehr geholfen. Nur scheinen sich da bzgl. Risiko durch die Keimbelastung die Geister zu scheiden (siehe dazu einen Erfahrungsbericht). Zu Zeiten dieses Horror-Berichts gab es den Schwimmtherapie-Wasser-Kontakt schon 1 Woche nach der OP.

Ich selbst bin erst 3 Wochen nach der OP schwimmen gegangen. Die eine Narbe war aber trotzdem nach dem Kontakt mit dem Wasser immer wieder neu gereizt und gerötet. Beim Wundabstrich beim Hautarzt wurden auch resistente Staphylococcus aureus nachgewiesen, siehe hier hier. Manchmal heißt es ja, dass Risiken durch MRSA-Keime total übertrieben werden, dass viele Menschen diese haben, ohne dass sie daran erkranken (Unterschied zwischen Trägerschaft und Infektion!) und die Keime höchstens dann eine Gefahr werden, wenn das Immunsystem geschwächt ist und so. Aber ist nicht das genau nach einer OP der Fall, also dass das Immunsystem geschwächt ist? Aber für wie lange, d.h. ab wann ist man wieder auf der etwas sicheren Seite?

Auf jeden Fall würde ich aber wasserdichte Pflaster zum Schwimmen bzw. zur Schwimmtherapie empfehlen.

Und zur Bedeutung der Physio: Das kannst du ja mal vertraulich mit Frau Nickel besprechen, der Physiotherapeutin für die Kinderchirurgie, ob die das auch so sieht.

Ich hatte den Eindruck, dass es einerseits ein bestimmtes Programm an Übungen gibt, die vermittelt werden sollten, aber andererseits die Zeit viel zu knapp war. Denn an Sonn- und Feiertagen gab es im KH keine Physio. Und auch auf der IMC gab es keine Physio durch die Physio-Spezialisten der TB-Kinderchirurgie, sondern nur der normalen Physio. Außerdem waren manche TB-Patienten im KH auch schon rein physisch gar nicht in der Lage, die Übungen nachzumachen (s.a. meinen damaligen Blog-Eintrag). Ich finde es ja immer schon schwierig, mir Übungen für zu Hause zu merken, wenn man sie nur einmal gemacht hat. Aber zu denken, dass man das nur vom Zuschauen nachmachen kann oder dass das ganze sowieso nicht so wichtig wäre und man besser Sport machen soll oder kann, halte ich, wie schon öfters in anderem Zusammenhang geschrieben, komplett an der Realität vorbei.

Die gute Nachricht: außerhalb des Krankenhauses kann man das ja machen, wie es für einen am besten ist.
« Letzte Änderung: 21. April 2012, 19:38:13 von ex.pectus »
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