Trichterbrustforum.de

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Autor Thema: Berlin August 2003  (Gelesen 2329 mal)

Pierre

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 8
Berlin August 2003
« am: 23. Dezember 2003, 14:26:44 »

Also, zuerst einmal: Ich bin 16 und wurde am 8.August dieses Jahres in Berlin-Buch operiert. Nun und damit auch jeder weiß wie es war, schreibe ich euch einen kleinen Bericht :). Ich hoffe ich kriege das noch alles zusammen...

Fangen wir von ganz vorne an:
Ende Dezember letzten Jahres habe ich diese tolle Website entdeckt. Ich war wirklich erstaunt, denn ich wusste nicht, dass man eine Trichterbrust operieren kann. Das war wirklich interessant und habe mich erstmal im Internet weiter informiert. Danach hab ich das alles meinen Eltern erzählt. Die wussten aber nicht wirklich was sie jetzt davon halten sollten. Also habe ich mich weiter informiert, wo denn Krankenhäuser sind, die das machen und habe mir einige Meinungen unter anderem hier im Forum eingeholt und mich dann entschlossen Prof. Schaarschmidt aus Berlin eine E-Mail zu schreiben. Einige Tage später habe ich dann Fotos geschickt und er meinte, dass es korrigierbar sei usw. aber ich zu einem Vorstellungstermin kommen müsste. Mittlerweile war ich auch schon über Risiken & Nebenwirkungen informiert, war aber dennoch sicher es machen zu wollen. Da ich einige Untersuchungen vorab machen musste (EKG, Lungefunktionstest usw.) dauerte es dann bis zum 24.Februar bis ich nach Berlin zum Vorstellungstermin reiste mit meinen Mutter, die ich mittlerweile überzeugt hatte. Einen Tag vorher hatte mich die Grippe erwischt und im Prinzip ging es mir den ganzen Tag schlecht und ich war froh, als ich abends nach 500km Heimfahrt wieder im Bett lag. Nun, der Professor hat dort dann alles erklärt, wie alles funktioniert und was passieren kann. Dann hat er sich alles natürlich noch einmal angeguckt und vermessen. Ergebnis: 4,5cm Tiefe. Ist sicher nicht wahnsinnig viel, aber für mich war es genug.
Wieder daheim angekommen kam jetzt einer der schwierigsten und längsten Teile der ganzen Geschichte, nämlich der Krankenkasse zu sagen und zu überzeugen warum sie mir das bezahlen soll. Dazu hatte ich meine Ergebnisse vom EKG und Lungentest eingeschickt (die waren übrigens 100 % in Ordnung) und das Schreiben, was der Professor angefertigt hatte nach meinem Termin dort. Und genau das muss sie dann wohl zwei Monate später, nämlich Mitte Mai überzeugt haben, denn mir wurde dann mitgeteilt, dass es bezahlt wird. Überglücklich rief ich sofort in Berlin an um mir einen OP-Termin zu holen. Und das war der 7.August, Aufnahme 5.August.
Dann kam der nächste Schritt, nämlich eine Eigenblutspende für die OP. So, auch dafür holte ich mir einen Termin, es war der 14.Juli (erstaunlich, dass ich mir die Daten noch merken kann :) ).
Anreise nach Berlin war dann am 3.August. Das Eigenblut mussten wir selber nach Berlin transportieren und das bei 30 bis 35 °C. Na ja auch das haben wir geschafft und gleich im Krankenhaus abgegeben. Meine Mutter hatte uns noch eine Ferienwohnung gemietet, da sie noch nach de OP ein paar Tage bleiben wollte. Also bin ich dann noch etwas durch Berlin gezogen.
Dann kam der 5.August und wir fuhren vormittags gegen elf etwa Richtung Krankenhaus. Hatten etwa 30 Min. Weg (inklusive Verfahren). Dort angekommen wurde uns erstmal ein Stapel Papiere in die Hand gedrückt. Die haben wir dann ausgefüllt und eine Stunde später oder so kam der Oberarzt zu einem Vorgespräch. Da wurde dann wieder erzählt wie es gemacht wird und was passieren kann und er guckte sich alles auch noch mal an. Dann bekam ich meine Zimmernachbarn vorgestellt. So, dann habe ich mein Kram ausgepackt und mich aufs Bett gelegt und mit den anderen Fernsehen geguckt. Zwischendurch kam dann noch die Narkoseärztin. Irgendwann am Nachmittag ist meine Mutter dann gegangen. Das mit dem Fernsehen ging dann bis abends *g*. Dann kam die erste Nacht meines Lebens in einem Krankenhaus.
Am 7.August dann sollte ich operiert werden. D.h. Nach dem Abendessen nichts mehr essen und ab nachts irgendwann nix mehr trinken. Das habe ich dann auch befolgt und beim Frühstück zugeguckt, wie andere Essen. Mittags wurde mir dann gesagt, dass meine OP einen Tag verschoben wird und ich hab mir sofort was zu essen geholt *g*.
Am nächsten Tag also wieder das Selbe, nur mit dem Unterschied, dass ich gegen 10 Uhr gebeten wurde mich fertig zu machen. Sachen hatte ich schon vorher gepackt. D.h. ein schönes OP Hemd anziehen und irgendwas trinken, was man dann bekommt. Dann wurde ich runter in die OP-Vorbereitung gebracht. Im Bett rumegschoben zu werden ist toll *lol*. Dort wurde mir dann der PDA-Katheter gelegt, hab ich übrigens gar nicht gemerkt. Dann ein Venenkatheter, auch halb so wild. Hm und noch was, weiß ich nicht mehr. Dann durfte ich noch 5 Min. Radio hören. Es lief das Lied "Ab in den Süden" und das hat mich noch mal abgelenkt *g*. Denn jetzt war ich wirklich richtig aufgeregt. Dann kam wieder die Ärztin und flößte mir die Narkose ein. Sie hat noch irgendwas gesagt, aber ich weiß nicht mehr was. Ab da weiß ich dann nichts mehr *g*. Also daraufhin wurde ich wahrscheinlich operiert, bis ich dann gegen halb vier nachmittags auf der ITS aufgewacht bin. Das erste was ich registriert hatte war die Uhr, die mir gegenüber hang. Übrigens wurde ich auch fest gebunden am Bett *lol*, wer weiß was ich im Narkoserausch alles vor hatte. Dann hab ich gemerkt dass ich an etlichen Schläuchen und Kabeln hing (EKG, PDK, 4 Schläuche für die Wundflüssigkeit usw.). Dann hab ich einen kurzen Blick auf meinen Brustkorb geworfen, der angemalt war *g* und sich irgendwie komisch anfühlte. Es sah sehr gut aus, was ich aber erst später und nicht in dem Moment registriert hatte. Meine Mutter rund meine Oma waren auch da, nur ich weiß nicht mehr ob sie schon da waren wo ich aufgewacht bin oder ob sie erst später gekommen sind. Mir war nicht schlecht nach dem Aufwachen, das fand ich schon mal gut. Dann hab ich mich erstmal damit abfinden müssen nun die nächsten 4 Tage vorweigend in diesem Bett leben zu müssen. Und abends habe ich dann ein halbes Toast gegessen *g*. Ein Fernseher habe ich auch bekommen. Zum Glück….)
Was die Schmerzen angeht, die hatte ich zu dem Zeitpunkt nicht, noch nicht. Die folgten in der Nacht. Dann habe ich mir den so genannten Bonus gegeben mit dieser Schmerzmittelmaschine. Leider half das überhaupt nichts und ich hatte es schon fast bereut auf was ich mich da eingelassen hatte. Atmen ging so ziemlich, bewegen fast unmöglich. Die Nachtschwester hat mir dann eine Spritze gegeben, die hat aber auch nicht lange angehalten. Morgens kam dann die Narkoseärztin, die geguckt hat und festgestellt hat, dass der Katheter im Rücken wohl rausgerutscht war. Auf jeden Fall ist das Schmerzmittel in die Bettmatratze gelaufen und nicht in mich, wo es eigentlich hätte hin sollen. Ich war ziemlich erleichtert, als ein Grund gefunden wurde und auch eine halbe Stunde später ging es mir schon besser.
Gut nach diesem unglücklichen Vorfall war alles wieder okay. Die nächsten Tage auf der ITS gestalteten sich nicht sehr spannend, aber es gab ja einen Fernseher :-). Auch Besuch habe ich bekommen. Meine Mutter ist zwei Tage nach der OP auch wieder nach Hause gefahren. Das erste mal aufstehen, ein Tag nach der OP war ziemlich komisch und man hatte mich auch gewarnt, dass ich hätte umkippen können, was glücklicherweise nicht passiert ist. Das erste mal Laufen war dann ein Tag später. Mit Unterstützung der Schwester, einmal auf dem Flur zur Toilette und zurück. War zwar komisch und etwas wackelig aber es ging. Aber mir ging es schon recht gut.
Nach 4 Tagen glaube ich wurde ich dann auf die Normalstation verlegt. Dann verlief alles normal, die Untersuchungen usw. Musste natürlich fleißig meine Atemübungen machen, was ich auch versucht habe so oft es ging. Und ca. 2 Wochen später wurde ich dann entlassen.

Heute geht es mir sehr gut. Sport habe ich wieder leicht angefangen, im Februar werde ich es mit Fußball wieder probieren. Ich habe so gut wie keine Schmerzen mehr, nur noch ab und zu mal leicht. Kann auch sonst alles machen.

Aber das ganze Team hat mich super betreut und es ist gut gelungen. Vielen Dank an Prof. Schaarschmidt, die Schwestern, Station 706, die IST und alle, die sonst noch daran beteiligt waren.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch 

Pierre
Gespeichert

AndreasKe

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 14
Replying to Topic 'Berlin August 2003'
« Antwort #1 am: 24. März 2004, 16:07:33 »

Hey, das hört sich ja alles verdammt gut an. Glückwunsch erst mal zu deinem Erflog :)
Wie sieht es eigentlich jetzt aus (Narben etc.). Und hast du vorher-nachher bilder? Könntest du sie mir eventuell schicken? meine email-adresse lautet:
andreas.ke@gmx.de

Ich habe vielleicht auch vor mich in berlin operieren zu lassen. Ich würde alles tun um diese Last wegen der TB von mir zu lassen.
So on..
Gespeichert

Cmdr_Data

  • Wiedergänger
  • **
  • Beiträge: 31
Replying to Topic 'Berlin August 2003'
« Antwort #2 am: 11. Mai 2004, 15:41:23 »

hi  Pierre,

auf Glückwunsch von mir!
Auch wenn dieser weng spät kommt.
Naja.. lieber spät statt nie, zudem ich mich nun auch bald operieren lassen möchte.

Auch mich würden deine Bilder (evtl. voher / nacher) interessieren.
Höchst interessieren würde mich hier natürlich der vgl. von deiner zu meiner tb.
Du kannst ja mal im thread " 3 cm tb.. OP oder nicht OP meine Bilder anschaun.

Ich weis zwar nicht ob du noch aktiv hier unterwegs bist, da deine OP und deine Tb-Zeit
hinter dir liegen, ich versuch es allerdings trotzdem hiermit! ;))

Am meisten Angst hab ich davor:

wie du es erwähnst.... 5 min vor der OP... dann spritze und... *alles schwarz* ...
und dann aufwachen... verkabelt wie in matrix... wahh... *angst hab*

Is das ein großes Hinderniss? hm... ka.. hoffe nicht..

Grüße
Martin
cmdr_data(ät)web.de
Gespeichert