Autor Thema: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe  (Gelesen 4444 mal)

EmPi

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Liebe Community


Wenn ich so durchs Forum schaue und mir die Erfahrungsberichte der Menschen durchlese, erfüllt es mich mit Stolz, denn ich war damals, wie im Betreff genannt, der 1. Patient in Deutschland, an dem diese "Technik" durchgeführt wurde.
*Nachweislich von meinem damaligen Chefarzt Dr. Brand bestätigt

Kurzer Hintergrund, warum ich mich zu diesem Schriftt entschlossen habe.

Als ich im Juli '89 in der schönen Fächerstadt Karlsruhe zur Welt kam, war mir nicht bewusst, dass durch eine krankhafte Veränderung meines Brustkorbs (im Volksmund "Trichterbrust) mein Thorax nach innen fiel.

Je älter ich wurde, desto weniger Platz hatte mein Herz, sowie meine Lunge.
Aber nicht nur diese mussten weichen, mein Selbstbewusstsein, mich vor anderen umzuziehen, sei es beim Fussball, Tennis, Schwimmen oder in der Schule, litt ebenfalls stark unter der sichtbaren Fehlbildung.
Ich bekam als Kind oft Ablehnung, weil man "anders" war.

Obwohl ich, wie schon erwähnt, Fussball spielte, regelmäßig schwimmen war und andere Aktivitäten wie Tennis oder Judo ausübte, gab es keine großartige Veränderung.

Bis ich mich 2000 im Alter von 10 Jahren operieren ließ.

Das Resultat war mehr als befriedigend und der Thorax verbesserte sich stark, trotzdem würde ich den Menschen, sofern es sie nicht stark gesundheitlich beeinträchtigt, davon abraten, aber nicht auf Grund des Ergebnisses o.ä., welches sich leider wieder "etwas" verschlechterte, sondern der Situation geschuldet, das hier ganz nah am Herz operiert wird.

Leider musste der "Titanbügel" frühzeitig, nach 1 1/2 Jahren, in einer Not-OP herausgenommen werden, da ich 2001 so stark und schnell gewachsen bin, dass der Bügel keinen Platz mehr hatte und ich kaum Luft bekam.

Die Jahre vergingen, die Trichterbrust bildete sich zum größten Teil wieder zurück (zurückzuführen auf die frühere Herausnahme) und ich informierte mich 2012 erneut, was man "dagegen" tun könnte.
Da für mich persönlich ein operativer Eingriff nie mehr in Frage kommen würde, stieß ich auf die Methode "Saugglocke nach Dr. Kolbe", hatte mir diese dann auch schnellstmöglich zugelegt und natürlich getestet.

Ehrlichweise war ich leider nicht immer konsequent genug, täglich zwischen 30-60 Minuten zu investieren.
Mittlerweile mach ich es alle 2 Tage für 60 Minuten und kann euch sagen, die Glocke ist Ihr Geld wert.

Nun komme ich aber zum eigentlich Punkt, weshalb ich meine eigene Erfahrung hier publik mache.

Mein Leben hat sich insbesondere durch das Krafttraining, in Kombination mit der Saugglocke und der gesunden Ernährung komplett zum Positiven verändert.

Tagtäglich arbeite ich daran, mein Brustbein, sowie meine Muskulatur rund um den Thorax herum zu stärken, vor allem die untere Brust!

Was ich euch damit sagen will, ich weiß aus eigener Erfahrung wie es ist, nicht der "Norm" zu entsprechen und mit einem Handicap zu leben.
Aber es gab keinen Tag, an dem ich gezweifelt habe, keinen Tag, an dem ich mir gesagt habe, du schaffst das nicht!

Wir können alles, ALLES erreichen, wir müssen es nur diszipliniert und tagtäglich tun!

Um euch das zu beweisen, schicke ich euch folgenden Link:
https://www.facebook.com/pages/EmPi/1443615555948729?ref=hl

Diese Seite dient keinem kommerziellen Zweck, sie soll den Menschen, vor allem euch, die ebenfalls die gleiche Erkrankung wie ich haben oder hatten, lediglich zeigen, dass ALLES möglich ist!

Menschen, die gesund auf die Welt kommen, können sich nicht vorstellen wie es ist, mit einem Handicap aufzuwachsen, zu leben und sich in einer Gemeinschaft zu integrieren.
Das Privileg gesund zu sein wird heute als so selbstverständlich angesehen, dass man sehr oft vergisst, welchen Wert die Gesundheit eigentlich hat.

Ich würde mich freuen, wenn Ihr diesen Weg, den ich gegangen bin, gemeinsam mit mir geht und ich euch dabei unterstützen kann.

Vielen Dank fürs lesen und bis bald!


Grüße
« Letzte Änderung: 10. Juli 2015, 15:23:13 von EmPi »

SVENSON123

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Re: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe
« Antwort #1 am: 10. Juli 2015, 17:22:15 »
Vielen Dank für deinen ausführlichen Bericht. Ich bin ebenfalls 25 Jahre alt & habe gestern das erste mal eine SG getragen.
Leider habe ich das Gefühl, das selbige zu Groß für meinen Brustkorb ist. SG ( 26 cm ) .. Ich habe Herrn Klobe diese Info zukommen lassen und bekomme ende der Woche das Model für 19 cm. Erstere SG umfasst vollständig beide Brustwarzen und zieht diese nach vorne. Das ist überaus unangnehm und dient nicht dem eigentlichen Zweck. Hast du ggf. ein Vorher-Bild?
Deine Fitnessentwicklung ist wirklich bemerkenswert und du hast dir einen sehr ästhetischen Oberkörper zugelegt. No Homo an dieser Stelle :D .. Wie oft ca drückst du den Vacuumball bei der SG zusammen, wenn du sie trägst?
Beste Grüße und weiter so ! 

EmPi

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Re: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe
« Antwort #2 am: 10. Juli 2015, 19:26:43 »
Hi SVENSON123

Vorab vielen Dank für deine Worte.

Um das ganze schneller und kürzer zu fassen empfehle ich dir, mich über den Link zu kontaktieren, da ich hier nur sporadisch sein werde, euch aber soviel wie möglich in diesem Bereich unterstützen will.

Werde trotzdem schnell auf deine Fragen eingehen.

1. Meine SG hat den selbigen Umfang, den du aktuell hast und zu mir hieße es, die Brustwarzen sollten mit abgedeckt sein, da sich diese logischerweise genau in der "Problemzone" befinden.
Sollte es aber schmerzhaft oder unangenehm sein, empfehle ich dir eine Nr.kleiner zu nehmen.
2. Ich drücke pauschal, bis der Brustkorb schön rangepresst wird.
Am Anfang ist es aber ganz normal, dass es zieht und etwas sticht, sowie rot anläuft.

Grüße

kickit95

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Re: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe
« Antwort #3 am: 13. Juli 2015, 20:41:41 »
Moin Empi!

Erstmal muss ich sagen ich habe auch seit Geburt an eine Trichterbrust und habe seit ich 14 war das ganze Internet auf den Kopf gestellt habe um
die Trichterbrust wegzukriegen. Ärzte sagten mir immer ich könne damit kein Leistungssportler werden aber das sei auch nicht schlimm, das übliche halt.
Leider war das Internet damals noch nicht so ausgereift wie heute daher glaubte ich die Trichterbrust durch Krafttraining wegzukriegen.
Desweiteren probierte ich Yoga,Krankengymnastik und Dehnübungen aber ich habe selber gemerkt dass es nicht besser wird.
Mittlerweile bin ich 20 Jahre und trainiere seit 1,5 Jahren im Fitnessstudio und hab mir schon ein großes Trainings-/Ernährungswissen angeeignet und daher
werde ich besonders immer beim Brusttraining damit konfrontiert dass die Brust meine absolute Schwachstelle ist, lediglich 8x70kg Bankdrücken bei 1,93m und 87kg.
Ich bin nun an einem Punkt angelangt wo ich was verändern muss. Die Saugglocke scheint mir da eine ganz gute Möglichkeit offenzulegen.

Nun habe ich einige Fragen an dich.
Zu was für einem Arzt/Klinik bist du gegangen (z.B. Orthopäde?) bzw. von wem wurde sie dir "verschrieben" und desweiteren : ist es möglich die Saugglocke über die Versicherung bezahlen zu lassen, da ich viele Artikel gelesen habe dass die Versicherung meistens nicht zahlt.
Wäre echt super nett wenn du die Fragen beantworten kannst :)

Zudem muss ich noch sagen ich habe deine Facebookseite gesehen und muss erstmal sagen fetten Respekt für deine Form, die Trichterbrust ist echt
nicht mehr auffällig und die nötige Masse hast du auch am Start.
Wieviel schaffst du beim Bankdrücken und glaubst du dass dich deine Trichterbrust an mehr Gewicht hindert?

Das ist das erste mal das ich in ein Forum poste bezüglich der Trichterbrust obwohl ich bestimmt schon alle Trichterbrustseiten kenne und schon viele Beiträge gelesene habe, weil ich diesmal wirklich daran interessiert bin etwas zu ändern.
Wäre froh wenn ich in deiner Form wäre  :-\

Mfg kickit95


EmPi

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Re: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe
« Antwort #4 am: 14. Juli 2015, 10:39:59 »
Hi kickit95

Vorab vielen Dank für deine Worte.

Ja, ich kenn die "Aussage" dass der Leistungssport, welchen man ausübut, nur begrenzt machbar wäre.

Ich hatte damals (ca. im Sommer 2005) eine Untersuchung meines Lungenvolumens und die ergab 80%, was aber lt. Aussage des Arztes nicht "schlimm" sei, denn wenige Menschen würden 100% erreichen.
Habe die Aussage von ihm nie überprüft oder recherchiert, sodass ich dir nicht sagen kann, ob dieses stimmt.

Ich bin nach Karlsruhe, dort gibt es, meines Wissens, mittlerweile ein Team, dass sich auf Erkrankungen im Brustbereich spezialisiert hat.
Dort habe ich mich auch bezüglich der Saugglocke informiert.
Den Namen des Arztes kann ich dir nicht mehr sagen, zulange her, aber er kannte mich, weil er damals bei meiner OP im Jahre 2000 Assistentsarzt war.

Dadurch dass ich privat versichert bin, habe ich es über diesen Weg probiert.
Ich meine sie hätten mir die Hälfte von ca. 500€ erstattet, was ich aber definitiv weiß, dass es ein ewiges Hin- und Her war.
Am besten du infomierst dich nochmals, zwecks einer möglichen Erstattung.
Was du auf jeden Fall erwähnen solltest, dass eine OP für dich nicht in Frage kommt, denn die Versicherung hat daran auch kein legitimes Interesse, denn das kann extrem teuer werden.
Somit sollte einem Zuschuss nichts im Wege stehen.

Bankdrücken ist mit Abstand meine "schwächste" Disziplin.
Während meiner Massephase hatte ich an einem guten Tag 110kg 8x gedrückt, bei 1,84m und 94,5kg.
Aktuell bin ich in der Diät, sprich ich packe max. 90kg 10x.
Zu deiner Frage, ob mich die Trichterbust an mehr Gewicht hindert?
Defintiv, ja.

Man merkt die Einschränkung der Brustmuskultur auf Grund der Erkrankung des Brustkorbs, das ist auch der Grund warum ich die Woche bis zu 3x eine Übung für die untere Brust einbaue, in der Hoffung, dass der Muskel die Knochen zu meinen Gunsten "verformt".

Ich hoffe ich konnte dir all deine Frage beantworten.

Sollten dennoch Fragen offen sein, kannst du mich gerne via Facebook kontaktieren, über ein "Like" würde ich mich ebenfalls freuen.

Grüße

kickit95

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Re: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe
« Antwort #5 am: 15. Juli 2015, 14:58:56 »
Jo Empi!

Hab noch eine Frage bezüglich der Saugglocke  ;D

 Resultieren aus dem Tragen der Saugglocke Trainingseinschränkungen oder sowas in der Art,
   speziell beim Brusttraining (Bankdrücken etc.)?

Danke!
Mfg kickit95

EmPi

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Re: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe
« Antwort #6 am: 17. Juli 2015, 12:22:11 »
Hi kickit95

Nein, überhaupt keine Einschränkungen.

Im Gegenteil, ich schaue immer, dass ich ca. 1-2 Std. vor Trainingsbeginn pumpe, und danach dann trainieren gehe.

In dieser Zeit ist der Thorax angehoben und ich kann ihn "besser" trainieren, zumindest ist das mein Empfinden.

Grüße

kickit95

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Re: 1. Patient in Deutschland, 10 Jahre (m), 2000 in Karlsruhe
« Antwort #7 am: 18. Juli 2015, 13:29:04 »
Hi Empi!

Danke für die vielen Infos,
die Firma von Herrn Klobe meinte nach dem Training ist besser aber letzenendes muss man das für sich selbst
rausfinden :)

Mfg