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Autor Thema: Wundheilungsstörungen  (Gelesen 2013 mal)

Heiko

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Wundheilungsstörungen
« am: 28. Juli 2015, 11:47:13 »

Hallo Leute

ich bin seit 2002 mehrfach operiert worden. Gehöre auch zu denen, die nach Erlangen gegangen sind. Damals lief es unter Hümmer.
Optisch der letzte Mist und was ich direkt seit der ersten OP hatte, waren Wundheilungsstörungen.
Am Anfang dachte ich es sei Pech, da sonst alle Werte im BB unauffällig waren, zumindest meistens.
Dazu muss man noch sagen, dass es damals einige Fälle gab, wo der Schnitt vorne an der Brust nicht zuheilte, wieder aufging etc.
ich war ja lang genug dort, um das Geschwätz der Ärzte dort ("sowas kennen wir hier gar nicht" etc.) mit den eigenen Augen zu widerlegen.
Einige Nach OPs folgten. Alle in Erlangen. Und es lief nie. Immer das Selbe.
Warum ich damals Prof. Hümmer vertraut habe, weiß ich selbst nicht.
Irgendwie hörte sich alles so gut an: Die meiste Erfahrung, Prof. operiert selbst, hinzu kommt, dass der Standort Erlangen einen guten Ruf genießt und der Ort Bayern an sich für mich auch gute Assoziationen liefert, da die gesamte Lage im Süden der Republik irgendwie doch besser ist. Sei es drum: Denke oft darüber nach und ändern kann ich es ohnehin nicht.
Ich frage mich halt dennoch immer, wieso ich aufgrund der eigentlich durchweg negativen Berichte dort gelandet bin.
2006 habe ich mich dann gegen Erlangen entschieden und etwas in NRW gesucht. Ich landete wieder bei einem Prof aus Bayern, der laut eigener Aussage zeitweise auch in Erlangen war. Prof. Harald Meier ist sein Name. Er war damals schon älter und wird sicher nicht mehr aktiv sein.
Er war auch nicht auf dem neuesten Stand und somit gegen Nuss. Er wollte vorne alles ein wenig begradigen und dann wäre alles gut. Habe ihm vertraut und es war Mist.
Er hat die relativ kurze Erlangen Narbe mal eben auf über 20 cm verlängert, was er im Nachhinein übrigens geleugnet hat. Unverschämt. Aber ist nun so.
Und es kam auch dort zu massiven Wundheilungsstörungen, die einen erneuten stationären Aufenthalt erforderten.
Letztes Jahr habe ich mich dann erneut operieren lassen. Der Trichter war ja noch immer da inkl. riesiger Narbe.
Es war dann ein hin und herüberlegen zwischen Erlangen und Dr. lützenberg in der Charité.
Menschlich/ vom Sympathiewert lag Dr. Lützenberg vorne, aber mit Dr. Schulz-Drost lief es meistens gut. Er überzeugte mich, dass eine Nuss OP sinnlos ist, da die Rippenknorpel durch die verkorksten Vor-OPs nicht richtig angewachsen seien und dadurch eine Nuss Eingriff spätestens nach Entnahme der Nuss Bügel reine Makulatur sei und alles in sich zusammensacken würde.
Hinzu kam der beruhigende Aspekt: Prof. Hümmer ist weg, das neue Team hat dank der Vac Technik mit Wundheilungsstörungen keine Probleme mehr und schlussendlich kennt man meine Vorgeschichte dort und kann entsprechend besonders vorsichtig handeln. Und es ging mir auch darum das Trauma und die Sorge erneuter Wundheilungsstörungen zu überwinden. Ich hoffte, dass alles gut geht und ich endlich meinem Körper vertrauen kann. Der Schuss ging leider komplett nach hinten los.
Lange Rede, kurzer Sinn: Es lief wie immer, in dem Fall mit fünf Synthes Platten, einige Tage nach der OP ging die Narbe auf. Eine lange VAC Therapie war die Folge.
Hat Jemand ähnliches erlebt und eine Ursache für die Wundheilungsstörungen gefunden?
Für mich gibt es zwei Varianten: Entweder wurde direkt bei der ersten OP die Wunde infiziert und somit müsste jeder Folgeeingriff schief gehen (ich traue zumindest keinen Ärzten bzgl. voller Wahrheit in den Berichten) oder es liegt halt an mir selbst.
War schon bei diversen Ärzten vom Fach, was ja als Kassenpatient heutzutage immer mit langen Wartezeiten und Betteln verbunden ist. Die Untersuchungen weichen deutlich vom Normalaufwand ab und das kostet halt. In Erlangen wurde mir während des stationären Aufenthalts leider eine interdisziplinäre Ursachenforschung verweigert. Warum auch immer. Will Erlangen mit dem  aktuellen Ärzte Team auch nicht komplett madig reden, weil ich natürlich auch einiges an Fürsorge, Nachsorge und ausführlichen und netten Gesprächen hatte. Aber das Problem ist dadurch nicht gelöst: Ich habe fünf Platten in mir. Laut Erlangen können Sie lebenslang drin bleiben.
Aber das will ich ehrlich gesagt nicht: ich fühle mich so schlecht wie noch nie. Dauernd Schmerzen. Seit über einem Jahr kein Sport. Und durch die Vorgeschichte habe ich natürlich Sorge, dass es zu einem Spätinfekt kommen kann, denn bis heute kann mir die Wundheilungsstörungen niemand erklären.
Nach der Entlassung habe ich mich um Ärze vor Ort bemüht. Der erste Hämatologe fragte mich, warum man nicht genauer nach der Ursache vor Ort geforscht habe, als es noch offen war. Deshalb habe ich auch Kritik an der fehlenden interdisziplinären Behandlung geübt. Lt. meines Wissens wird es auch in anderen Kliniken so praktiziert und ist sogar z.B. in der Schweiz verpflichtend.
Raus kam auf jeden Fall, dass zwei Blutgerinnungsfaktoren bei mir mangelhaft sind. Faktor V und XIII.
Ich habe dann eine zeitlang Plasmaspenden erhalten sowie eine Eisensubstitution. Ein Eisenmangel ist aber nach so vielen Eingriffen normal und fällt als Begründung raus sowie wohl auch der Mangel der beiden BGFs, da die entsprechenden Werte nur knapp tiefer liegen.
Ein weiterer Facharzt diagnostizierte einen Vitamin D Mangel. Diesen hat aber auch so gut wie Jeder in unseren Breitengraden. Da Vitamin D aber in der Tat Einfluss auf das Immunsystem hat und eben auch auf die Knochendichte, könnte es für einige unter uns schon interessant sein.
Des Weiteren liegt ein Verdacht auf einen Defekt des Komplementsystems vor. Ob es nun so ist und was es dann genau bedeutet, konnte nicht erklärt werden. Bisher zumindest nicht.
Der aktuelle Stand ist nun: Ich habe die Platten drin, will sie irgendwann raushaben, weiß aber auch, dass es danach noch schlechter aussehen kann. 
Deshalb meine Frage an Alle hier, ob Jemand ein ähnliches Problem hat(te) und einen Facharzt kennt, der sich damit beschäftigt. Ich erkundige mich natürlich auch weiter. Bin halt nur manchmal sehr frustriert von der Arztrennerei ohne Lösung eines Problems, das ja nun sichtbar vorliegt.
Meine Ansprüche sind nun auch höher als mich lediglich zu freuen es irgendwie überlebt zu haben. Ein Trichter ist ja auch noch da. Etwas verkleinert.
Chirurgisch präferiere ich Dr. Lützenberg. Habe ihn auch schon in Magdeburg besucht. Er kennt mich ja auch schon vorher und die viel zitierte Chemie stimmt, was ja für solch einen Eingriff zumindest eine sehr gute Basis ist. Hinzu kommen die zahlreichen positiven Referenzen u.a. hier im Forum. Nach Erlangen möchte ich aufgrund der ganzen Sache ehrlich gesagt nicht mehr unbedingt.
Ach ja: Habe es mal unter allgemein und nicht in Erfahrungsberichte gestellt, da es ja spezifisch um Wundheilungsstörungen und eine Lösung dafür geht. Dazu Schaden ja ein paar Rahmendaten nicht, auch wenn einiges jetzt sehr ausführlich ist. Aber hier sind es ja ausschließlich Betroffene, die meine Lage sicher nachvollziehen können.
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Tamara

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #1 am: 28. Juli 2015, 13:18:35 »

Ohman was für eine Geschichte! Das tut mir echt leid für dich!
Keine Ahnung, ob dir das was hilft aber kurz von mir:
Ich wurde 3 x in Buch operiert, 2x im Winter, 1x im Sommer. Im Winter passierte nichts, in diesem heißen Sommer bekam ich nach der OP eine Wundheilungsstörung. Mindestens drei andere TB's hatten auch eine, während ich sonst nie welche mit VAC Pumpen gesehen hatte. Als ich dann die VAC Einsetzung und Entnahme hatte, war der OP so heruntergekühlt, dass ich dachte ich erkälte mich hier gleich. Wärme spielt sicher eine Rolle.
Einen starken Vitamin D Mangel (haben ja viele) und Eisenmangel hatte ich zu der Zeit auch. Inwiefern das eine Rolle spielt..keine Ahnung ;)
Ich habe für mich entschieden, wenn ich nochmal etwas machen lasse, dann nur bei Dr. Lützenberg.
Liebe Grüße
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Links asymmetrische TB, Einsenkung 7,5 cm
03.12.2008 TB Korrektur nach Nuss/MIC Helios BB, 2 Bügel (Alter fast 16 Jahre)
03.12.2009 Entfernung 1. Bügel wegen Dislokation
03.08.2010 Entfernung 2. Bügel
12.08.2010 Einsetzung VAC Pumpe wegen      Wundinfektion
16.08.2010 Entfernung VAC Pumpe

Heiko

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #2 am: 28. Juli 2015, 13:41:59 »

Danke für die Antwort. Bin halt nicht alleine mit dem Problem. Die Frage ist halt, ob es an einem selbst liegt und ob man dafür einen Spezialisten findet, der sich a) wirklich damit auskennt und b) auch die Zeit nimmt.
Das ist ja heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Hinzu kommt halt in der Tat die Frage inwieweit evtl. auch Keime im OP eine Rolle spielen.
Fakt ist, dass ich Niemanden traue. Ich habe schon in verschiedene Berufsfelder reingeschnuppertbund eigentlich überall erlebt, dass man im Alltag nicht unbedingt die berufsbedingt erforderliche Sorgfaltspflicht einhält.und gerade in einem OP reichen ja Kleinigkeiten, um beim Operierten Probleme hervorzurufen.
Die Zeit kann ich ohnehin nicht mehr zurückdrehen, aber selbst wenn es ein Keim war, muss es doch einen Mediziner geben, der diese Diagnose stellen kann und somit auch handeln kann.
Denn aktuell sind nun mal die Platten drin und ich hätte sie gerne raus. Nur will ich nicht erneut in die nächste Katastrophe rennen. Bisher hatte ich nach jeder OP Wundheilungsstörungen. Und die Synthes Platten sind massiv verschraubt. Das heißt es muss alles zur Entnahme wieder aufgemacht werden.
Ich weiß, dass ich jetzt einen schlechten Zustand habe, aber er kann noch deutlich schlechter werden, wenn es nach erneuter Öffnung gar nicht mehr zuheilt.
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Tamara

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #3 am: 28. Juli 2015, 13:51:04 »

Ja ich verstehe das Problem, ich kenne leider keinen Spezialisten, da ich ja nur einmal kurz ein Problem damit hatte. Dr. Lützenberg ist immer sehr hilfsbereit, vllt kennt er jemanden? Hast du ihn schonmal direkt danach gefragt?
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annaj

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #4 am: 03. August 2015, 23:16:06 »

Es gibt selbstverständlich keime die während ein op eingefangen werden können, dafür haben wir unsere Immunsystem... bei den meisten funktioniert es gut, bei einem Vitamin D mangel nicht, da die T-zellen/abwehrzellen sich erst an seine Arbeit begeben, wenn sie zuvor von Vitamin D aktiviert wurden. Ein vitamin D-mangel soll nicht klein geredet werden "nur weil alle in Deutschland mehr oder weniger an einem mangel leidet". Vitamin D ist in sehr viele Prozesse im Körper beteiligt, nimmt es bitte ernst. Es gibt nahrungsergänzungsmittel mit D3, der aktive form. Bitte vorher immer beim arzt abklären lassen, ob ein mangel vorhanden ist ;)

Bei Blutgerinnung spielt das Vitamin K eine rolle. Vitamin D und K arbeiten auch hand in hand bei vielen Prozessen im Körper. Vielleicht könnt ihr daran arbeiten..?

Vitamin C und E ist bekanntlich auch sehr beteiligt in das Immunsystem. Aber um Vitamin C zu aktivieren, braucht man Magnesium... und das fehlt viele Leute. Magnesium ist auch ein entzündungshemmer, und unglaublich wichtig überhaupt (ist z.b für die Umwandlung der aktive form des Vitamin D's zuständig).

Es ist ein komplexer zusammenhang, aber auch sehr einfach... isst gesund, viel frisches (gemüse und Obst), Nüsse, trink 2 L wasser/tag, meide fast food, softdrinks, Zucker, zu viel Fleisch, Milchprodukte (zu viel Calcium scheidet Magnesium aus dem Körper raus), kein kochsalz sondern Meeres/bergsalz verwenden usw... Bei manchen mangelerscheinungen hilft nahrungsergänzungsmitteln, aber denke dann bitte daran, ALLES hängt zusammen, also hilft wirklich eine ernährungsumstellung sehr, da viele Stoffe erst aufgenommen werden können, wenn dies und das wert ok ist.

Ärzte arbeiten oft nicht mit das eigene Immunsystem, sondern verschreiben Medikamente die Keime abtöten. Hat aber der mensch ein perfekten nährboden für krankheiten, kann man so viel medikamente einnehmen wie man möchte, es hilft nicht, könnte sogar kontraproduktiv sein. Z.B bei der unfreiwillige ausscheidung Magnesiums, oder bei der Blutgerinnung...

Ich wünsche dir ein gutes ende dieser Geschichte...



 
« Letzte Änderung: 03. August 2015, 23:23:17 von annaj »
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Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

Heiko

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #5 am: 04. August 2015, 00:16:30 »

Danke für die Antwort Anna. Dazu sei aber einiges zu sagen: Es ist in Deutschland leider so, dass kein Chirurg hier, den ich diesbezüglich konsultiert habe. Und Niemand hat diesbezüglich etwas gesagt. Inzwischen substituiere ich ja mit Dekristol mein Vitamin D und bin im Normbereich. Wichtig ist aber dennoch dabei zu erwähnen, dass dieser Mangel sehr weit in hiesigen Breitengraden verbreitet ist, da diese Probleme mit der Windheilung nun doch deutlich seltener auftreten.
Mit Calciferol bin ich ab sofort abgedeckt. Das werde ich ja bei einer weiteren OP sehen. Wenn es gut geht, kann ich das zumindest dafür verantwortlich machen und es auch guten Gewissens propagieren.
Ähnliches gilt für das ebenfalls fettlösliche Vitamin K, was ebenfalls in einer Überdosierung schädlich ist, Stichwort u.a. zu hartes Blut inkl. Thrombosegefahr. Bei einem weiteren Eingriff werde ich mir das aber auch postoperativ zuführen lassen.
Vitamin C ist immer gut. Ich esse aber in der Tat täglich Obst, habe viele Original Ginseng zu mir genommen sowie ein täglicher Löffel Schwarzkümmelöl.
Das werde ich auch trotz aller Rückschläge und Zweifel weiterhin tun. Wer weiß wie schlimm es sonst gekommen wäre.
Beste Grüße.
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annaj

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #6 am: 04. August 2015, 19:17:21 »

lieber Heiko,
leider hat chirurgen kein einzige stunde ernährung studiert, und wenige habe ein Schimmer von Orthomolekular Medizin. Bei das immunsystem sind auch weitere Vitamine und Mineralien wichtig als ich erwähnt habe, und am besten werden sie aus der Nahrung aufgenommen, da kein Risiko zum überdosieren passieren kann, z.B bei vitamin K (sei denn, es gibt keine abwechslung...). Was ins visier genommen werden sollte, sind die Lebensmitteln die sich in der Quere stellen, so dass Vitaminen nicht aufgenommen werden können, oder wenn zu viele Mineralstoffe den Körper ausgescheiden werden müssen, um Säuren im Körper zu neutralisieren.

Wenn du in deiner nähe ein Arzt der Orthomolekular arbeitet hast, oder ein guter Heilpraktiker, wäre es sinnvoll ein besuch abzustatten.... es geht nicht von ein tag zu nächsten top fit zu werden, aber mit viele gute Maßnahmen gleichzeitig, und ein guter Chirurg, wirst du es schaffen. Alles wird gut. :)
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Heiko

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #7 am: 10. August 2015, 10:04:08 »

Liebe Anna. Danke erneut für die Antwort. Es ist auch interessant. Nur da muss ich dann ja auch Glück haben. Wahrscheinlich zahlt solch eine Behandlung ohnehin keine gesetzliche KV. Es ist mir bei der Sache aber auch wert dazu zu zahlen. Nur es ist ja kompliziert. Ich ernähre mich ja in der Tat sehr vitaminreich und die Standard Zusatzmikronährstoffe habe ich mir bereits regelmäßig zugeführt, u.a. via Orthomol Immun.
So wäre ja die Frage, welcher Nährstoff bei mir eventuell nicht richtig aufgeschlüsselt wird. Hört sich kompliziert an. Andersrum will ich aber auch nicht die Hoffnung aufgeben zum ersten Mal operiert zu werden und keine Wundheilungsstörungen zu haben. Das ist mir bisher nämlich noch nie gelungen. Es geht immer weiter... Beste Grüße.
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Heiko

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #8 am: 06. August 2017, 01:43:51 »

Hole den Thread mal hoch. Es war ja immer wie verhext bei mir mit der Wundheilung und ich habe nach der letzten grißen OP in Erlangen 2014 und dem damit verbundenen Untergang nicht locker gelassen bis eine Diagnose gefunden wurde.
Zur Beruhigung: Es ist eine sehr seltene Sachen. Nach Schätzungen kommt man auf eine Fallzahl von 1,9:1.000.000. Trotzdem schreibe ich der Vollständigkeit halber etwas dazu. Es sind ja alles mögliche postoperative Risiken.
Es ist eine sog. Hypoplasminogenämie. Dadurch ist die Fibrinolyse stark gehemmt, da ich eine sehr niedrige Restaktivität habe. Bisher gab es keine Abhilfe. In Kanada wird aber gerade eine Arzneistoff entwickelt und ich werde ihn sehr sicher mit testen. Hätte schon gerne die Titanplatten raus. Und nach nun 16 Eingriffen und immer noch TB will ich das Ding dann doch mal ausgebeult haben. Ich gehe mal einfach davon aus, dass nun alles andere Wege nimmt als bisher wo jede OP eine Katastrophe war.
Mit der Diagnose war natürlich schon der erste Eingriff zum Scheitern verurteilt. Von Chirurgenseite wurde nie in die Richtung geforscht. Es ist halt leider so, dass jede medizinische Disziplin hier oft isoliert von Anderen arbeitet. Auch wenn es hätte anders kommen können, bin ich froh den ganzen Mist überlebt zu haben, da offene Wunden im Thoraxbereich schon sehr gefährlich sind. Und nun geht es wohl besser weiter.
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ex.pectus

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #9 am: 06. August 2017, 21:49:05 »

Was versteht ihr denn genau unter Wundheitlungsstörung bzw. wie verlief diese bei euch?

Bei mir war es so, dass ich bei der TB-OP 2010 und bei der Bügelentfernung 2013 keinerlei Probleme hätte. Aber bei einer Muskelbiopsie 2016 im Oberschenkel hatte ich auch eine Wundheitlungsstörung. Zunächst verlief alles nach Plan und sah völlig normal aus, aber so nach ca. 4-5 Wochen ging die Wunde wieder auf, so dass ich wieder Pflaster verwenden musste. Es wurden selbstauflösende Fäden verwendet und als diese sich auflösten, muss das dann wohl dazu geführt haben, dass auch die Wunde wieder aufging (Wunddehiszenz). Der Chirurg (ein sehr erfahrener Neurochirurg, übrigens wieder in Berlin-Buch) meinte, dass er das so noch nie erlebt hätte. Das ganze wurde dann nochmal "neu" gemacht und diesmal mit nicht resorbierbaren Fäden zugemacht. Das war allerdings noch viel schlimmer, da sich um diesen neuen Faden Entzündungen gebildet haben. Also nicht entlang der eigentlichen Gewebenaht, sondern eben um die Einstichstellen des Fadens. Deshalb musste der dann wieder raus. Zum Glück ist der Wunde dann ohne neue Fäden zugeblieben und restlos zusammengewachsen. Zunächst sah die Narbe recht unschön aus, inzwischen ist sie aber doch recht unauffällig.

Zu keinem Zeitpunkt gab es Hinweise für eine Infektion, weder nach dem ersten, noch nach dem zweiten Eingriff (nie eitrig belegt). Die Eingriffe wurden unter sterilen Bedingungen in OPs durchgeführt.

Zur Ursachenforschung wurde dann danach eine Allergietestung auf die verwendeten Nahtmaterialien durchgeführt. In der Literatur werden in dem Zusammenhang auch Allergien auf Desinfektionslösungen beschrieben. Allerings sind solche Probleme insgesamt sehr selten und noch viel seltener lässt sich ein Allergie als Ursache nachweisen. Der Hauttest auf die vier verwendeten Fäden war negativ. Ein Lymphozytentransformationstes t steht noch an.

Da ich auch einen bekannten "Immundefekt" habe ("Betreuung" durch die Immundefektambulanz für Erwachsene der Charité, ohne dass ich zu Infekten neige), wurde auch der Immunstatus zu der Zeit bestimmt. Die CD4 waren zu der Zeit aber erstaunlicherweise sogar erstmalig im Normbereich. Dafür CD8-Lymphopenie, Granulopenie. Sonst auch immer davor und danach CD4-Lymphopenie.

Zu der Zeit war ich auch das erste Mal bei einer Ärztin, die auch Orthomolekulare Medizin macht. Im Rahmen der entsprechenden umfangreichen Laboruntersuchungen (700 EUR), wurde ein Mangel an Vitamin B3 und B5 festgestellt. Schulmedizinisch ist aber die Aussagekraft in Frage zu stellen. Bei der Untersuchung des Fettsäureprofils war eigentlich alles tiptop, wobei Omega-3-Fettsäuren sogar einen Tick zu hoch waren. (Befund finde ich grad nicht, aber wenn ich micht recht erinnere, könnte da auch ein gewisser Zusammenhang sein).

Schließlich kann ich auch eine Thrombophilie aufweisen. Im Jahr 2009 hatte ich eine Sinusvenenthrombose, die sich aber nur durch Kopfschmerzen und einem Ohrgeräusch äußerte. Zwar hatten sich auf der linken Seite Blutgefäße im Laufe der Zeit komplett verschlossen, da das aber über die rechte Seite kompensiert werden konnte, blieb das ganze relativ komplikationslos. Die Ohrgeräusche kamen von einer vorübergehenden arteriovenösen Fistel im Zusammenhang mit der SVT. Im Rahmen der Ursachenforschung wurde auch nach einer Thrombophilie gesucht, aber nichts handfestes gefunden (2009).

Ein paar Jahre später (2015) bei einer erneuten Evaluation, wurde dann eine Thrombophilie gefunden: "Zum jetzigen Zeitpunkt finden sich eine kombinierte Thrombophilie bei der sehr seltenen Kombination der homozygoten tPA und PAI-1 Mutationen mit einer anzunehmenden gestörten Fibrinolyse, die zusätzlich auch durch die het. Konstellation im FSAP-Gen verstärkt wird." Das ist ein angeborener Gendefekt, der also auch schon 2009 vorgelegen haben muss. Ob die Wundehiszenz damit zusammenhängen könnte, wurde bisher nicht erörtert, aber ich werde den entsprechenden Arzt mal daraufhin anschreiben.

Und ganz allgemein würde ich da wie folgt differenzieren:
1. Beschwerden, Symptomen. In dem Fall die Wundheilungsstörungen.
2. Befunde, Diagnosen, Krankheitsbezeichnungen. Also bpsw. Blutwert für Vitamin D unter dem Referenzwert, "gestörtes/schwaches" Immunsystem, Hypoplasminogenämie usw.
3. ursächliche Zusammenhänge

Es ist zwar verständlich, dass man als Patient gewisse Erwartungen, Ansprüche und Hoffnungen an die Fähigkeiten der Medizin stellt, aber die sind vermutlich oft viel zu hoch. Wenn man Glück hat, stimmen wenigstens die ermittelten Befunde und Diagnosen. Denn es ist ja nicht so, dass "Zuverlässigkeit" diesbezüglich bei annähernd 100% liegt. Und bei sehr seltenen Erkrankungen hat man logischerweise nicht viele Fälle, bei denen man Erfahrungen sammeln kann. Das ist insbesondere dann von Bedeutung, wenn es nur um Risiken bzw. Wahrscheinlichkeiten geht. Denn es ist ja vermutlich nicht so, dass jeder mit bspw. einer leichten/heterozygoten (?) Hypoplasminogenämie Wundheilungsstörungen hat, oder? Dann wäre die Hypoplasminogenämie nur mögliche eine Ursache von vielen, die zu einer Wundheilungsstörung führen kann. Und ob eine konkrete Wundheilungsstörung durch die Hypoplasminogenämie (mit-)verursacht wurde, kann vermutlich niemand mit Sicherheit sagen. Und man könnte auch nicht sagen, ob eine Hypoplasminogenämie je zu einer Wundheilungsstörung geführt hat oder führen wird bzw. wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist.
« Letzte Änderung: 06. August 2017, 22:21:42 von ex.pectus »
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Trichter-/Kielbrust Nuss-OP 22.10.2010 (43 J, m, 185 cm, 71,5 kg, Berlin-Buch Prof. Schaarschmidt)
2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
meine Trichterbrust-OP-Seite

Heiko

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #10 am: 06. August 2017, 23:23:22 »

Danke für die ausführliche Antwort. Die Hypoplasminogenämie wird zu über 90% die Ursache sein. Ich habe einen milden hereditären Faktor V Mangel, der eindeutig häufiger als eine Minderaktivität des Plasminogens ist. So würde ich dann sogar einmal mit Tranexamsäure postoperativ versorgt, was ja ein Fibrinolyse Hemmer ist.
Also keine gute Idee. Vom Verlauf der Wundheilungsstörungen passt die Hypoplasminogenämie jedenfalls genau zu den freilich seltenen Beschreibungen in der Literatur. Immer fa. eine Woche postoperativ ging die Wunde komplett auf und es war im Prinzip keinerlei Aktivität im Wundhereich erkennbar. Bei der Störung der Blutgerinnung wäre aber deutlich eher etwas aufgetreten. So kann man ziemlich sicher sagen, dass das gebildete Fibrin nicht resorbiert wurde, schlecht durchblutet war und so nekrotisch wurde.
Man kann. It der Wundheilung eindeutig immer mal Pech haben. Das passiert. Aber bei mir war es jedes Mal. Ich würde 2002 erstmalig in Erlangen operiert und hatte den Mist und die Folge OPs vorliefen genauso. Nur heilte eine Wunde ab. Jedes Mal gab es Probleme.
Ich werde definitiv den Arzneistoff aus Kanada testen und dann mit einem kleinen Schnitt ein bis zwei synthes Platten rausnehmen lassen. Dann sehe ich ja, ob es da einen Zusammenhang gibt.
Ich traue mich auf jeden Fall in der Tat nicht die ganze Narbe, die immerhin 21 cm lang ist aufmachen zu lassen nach den Vorerfahrungen. Besser erstmal im Kleinen probieren. Ich bin da aber doch sehr optimistisch und habe auch Ende des Monats einen Termin in Hamburg, wo das Präparat bereits an einem Patienten getestet wurde. Meine Plasminogen Restaktivität liegt übrigens zwischen 25 und 32% bei den Messungen. Also eine deutliche Abweichung vom sog. normalwert.
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Dericetiger

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Re: Wundheilungsstörungen
« Antwort #11 am: 12. September 2017, 09:36:45 »

Hallo Heiko iCh bin auCh ein Operations geplagter aber zum Glück ohne Wundheilungsstörung.
Hast du evtl mal nen Bild vom jetzigen zustand evtl auch davor mich würde das echt mal interessieren.
MfG
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02.2011 Erneute Bügeleinsetzung wegen absacken des rechten Rippenbogen mit Druck auf Leber in Berlin Buch
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11.2015 Op in Magdeburg wegen absacken des linken Rippenbogens und Entfernung mehrerer verwachsungen,Verknorpelungen.
11.2016 Erneute Op Magdeburg weitere Korekturen