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Autor Thema: Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz  (Gelesen 1632 mal)

quickfix

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Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz
« am: 23. Januar 2017, 15:10:22 »

Hallo,
mein Name ist Patrick und ich wurde vor genau einem Jahr nach Nuss operriert.
Vielleicht noch kurz zu mir ich gehe noch in die Höhere Bundeslehranstalt mit dem Schwerpunkt auf Medizintechnik.
Zum Zeitpunkt der OP war ich 17 Jahre alt hab um die 65 kg gewogen und war 185 cm groß.
Meine Trichterbrust war sehr tief (3-4 cm zwischen tiefstem Punkt und Rücken)

Nun ganz von Anfang an :)
Am Vortag der Operation begab ich mich in die Kinderchirurgie der JKU-Linz.
Dort wurde ich noch einmal ausführlich aufgeklärt wie die OP liefe und was alles passieren könnte.
Mein behandelnder Arzt OA Dr Stefan Deluggi markiere mit einem Stift die Schnittestellen und erzählte mir das man für meine OP wohl einen zweiten Bügel benötigen würde, da einer nicht reichen würde.
Noch ein paar Röntgen und schon wurde es Nacht und ich ging mit einem sehr komischen, fast ängstlichen Gefühl schlafen.
Kleine Bemerkung: Ich hatte leichtes Husten..

Nun ging es los.
Da ich auf der Chirurgie der Älteste war, kam ich um 12:00 Uhr als letzter dran. Der Weg zum OP kam mir ewig vor, da ich sehr aufgeregt und angespannt war.
Nachdem ich meine Eltern ein letztes mal umarmt habe ging es schon los und ich bekamm von den Anästhesisten einen Epiduralkatheter verpasst.
Hierbei spürte ich schon Schmerzen, jedoch waren diese Nicht so schlimm wie ich mir das ursprünglich gedacht hatte (5 von 10).
Nach dem die Narkose schließlich einsetzte wurde ich wieder auf der Intensivstation wach. Wie ihr euch sicher leicht vorstellen könnt kann ich mich daran nicht mehr leicht erinnern.
Als ich wieder zu Sinnen kam spürte ich einen leichten Druck im Brustkorb hatte jedoch keine Schmerzen. Stunde später kam der Arzt mich besuchen und war sehr zufrieden mit der OP.
Zufrieden war ich auch, da es sehr schön aussah :). Außerdem wurde mir erzählt das ich doch nur einen Bügel benötigt hatte, da sich der Arzt während der OP so entschieden hat.

Der erste Tag nach der OP ging schnell vorrüber da ich unter starken Schmerzmittel stand und immer wieder den Knopf bestätigte um über den Epiduralkatheter Schmerzmittel verabreicht zu bekommen. Auch der zweite Tag verlief schnell, da die Krankenschwestern so nett waren und mir einen Fernseher zur Verfügung stellten :).
Allgemein war die Zeit auf der Intensivstation angenehm. Hin und wieder gab es Momente wo ich starke Schmerzen hatte, diese waren aber schnell verschwunden.
Der unangenehmste Teil der Operation war die Entfernung des Blasenkatheters..
Die Entfernung war sehr sehr unangenehm und danach konnte ich nicht selbständig Wasser ablassen.
Nach zahlreichen langen Versuchen konnte ich wieder urinieren... Sehr unangenehme Geschichte.

Als ich von der Intensivstation runterkam und die starken Medikamente abgesetzt worden, fingen die Schmerzen erst richtig an.
Auf der Station hatte ich sehr Starke Schmerzen und auch die Epiduralschmerzmittel konnten nicht helfen. Dazu kam das ich immer am Bauch schlafe. Die Umstellung auf Rückenschlafen und gleichzeitg enorme Schmerzen waren die Hölle für mich.Ich konnte weder Schalfen noch Essen noch einen Stuhlgang erfolgreich absolvieren.
An diesem Punkt habe ich die OP bereut und wollte nur noch den Bügel entfernt lassen, da ich mit den Schmerzen nicht mehr richtig klar kommen konnte. Die Schmerzen nahmen mit den Tagen ab, jedoch konnte ich mich immer noch nicht daran gewöhnen auf dem Rücken zu schlafen. Das war wohl der schlimmste Abschnitt der OP, doch unter diesen Schmerzen habe ich mich dazu entschieden den Bügel zu behalten und stark zu bleiben.
Die Tage vergingen sehr langsam.
Auch das Husten war eine schmerzvolle Angelegenheit..

4 Tage nach der OP konnte ich selbständig auf das Klo gehen und einige Minuten stehen, was für mich eine echt wichtiger und emotionaler Moment war.
Das erste mal konnte ich mein Zimmer verlassen. Nach einer Zeit konnte ich schon längere Zeit stehen und der Epiduralkatheter wurde entfernt.
Ca 8 Tage nach der OP wurde ich entlassen, hatte jedoch noch leichte Schmerzen und lachen war auch sehr Schmerzvoll.

Wieder Zuhause konnte ich mich langsam wieder an mein Umfeld gewöhnen und ich wurde auch sehr schnell, sehr mobil.
2 Monate später habe ich wieder angefangen Sport zu betreiben.
1 Jahr später merke ich garnichts mehr von der Operation. Ich mache Sport und lebe mein Leben so wie jeder andere.
Wichtig dabei noch zu bemerken ist das ich eine leichte Skoliose habe, jedoch bin ich mir nicht sicher ob diese von der OP stammte oder schon bestan.
Nach der OP habe ich 3 kg abgenommen.

Ich bereue die OP kein Stück und will auch jeden ermutigen der diesen Schritt machen will.
Es lohnt sich auf jeden Fall und die Schmerzen sind es auch Wert. Klar ist es ein großer Schritt und ich habe auch lange überlegt doch nun mit 18 Jahren bin ich froh das ich diese Entscheidung getroffen habe :)


Ich stehe gerne bei Fragen zur Verfügung und wünsche euch noch einen schönen Tag :)
Fotos und vergleiche kann ich leider nicht raufladen, da die dateigröße begrenzt ist , schade ..
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=a74393-1485180220.jpg
http://www.bilder-upload.eu/show.php?file=f98bb2-1485180512.jpg

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TBistweg

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Re: Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz
« Antwort #1 am: 23. Januar 2017, 15:31:19 »

Super Ergebnis. Danke für deinen Bericht.

Das Ziehen des Blasenkatethers fand ich auch recht unangenehm. Aber ich war trotzdem extrem froh, ihn endlich wieder los zu sein.
Und vieles von den anderen Dingen habe ich auch ähnlich erlebt wie du. Ich glaube am Anfang bereuhen einige, dass sie sich die OP angetan haben. Die ersten Tage sind wirklich der Horror. Ich war 3 Tage auf intensiv, mir war von den Schmerzmitteln extrem übel und ich hatte trotzdem noch heftige Schmerzen. An essen war nicht zu denken und sobald man mich im Bett aufgesetzt hat, musste ich mich übergeben.

Das PDK-Legen habe ich auch als nicht so schön in Erinnerung. Der Anästhesist hatte es erst in sitzender Position versucht. Von den Schmerzen ging es eigentlich, dann erinnere mich nur noch, dass ich irgendwann ein sehr seltsames Gefühl im Rücken hatte, dann bin ich ohnmächtig geworden. Ein paar Minuten und eine Atropin-Injektion später wurde ich wieder wach und habe erstmal gefragt, ob die OP schon vorbei ist :D Leider nicht ^^ Dann ein neuer Versuch im Liegen, der besser funktionierte. Ich bin jedenfalls im Nachhinein ganz froh, einen erfahrenen Anästhesisten gehabt zu haben. Ohnmächtig zusammenzuklappen während jemand gerade mit einer Nadel in Rückenmarksnähe rumfummelt kann vermutlich auch ungünstiger ausgehen ;)
« Letzte Änderung: 23. Januar 2017, 15:34:11 von TBistweg »
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quickfix

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Re: Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz
« Antwort #2 am: 23. Januar 2017, 16:14:40 »

Bei mir ist das PDK-Legen gott sei dank sehr gut verlaufen.
Das sitzen war sehr unangenehm und das ganze rumfummeln am Rücken ist sehr unangenehm. Vor allem da man nicht mitschauen kann was der Arzt macht.
Wenn ich dabei onhmächtig geworden wäre, hätt ich mir vermutlich noch einmal überlegt ob ich das wirklich will :D
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TBistweg

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Re: Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz
« Antwort #3 am: 23. Januar 2017, 16:44:17 »

Bei mir ist das PDK-Legen gott sei dank sehr gut verlaufen.
Das sitzen war sehr unangenehm und das ganze rumfummeln am Rücken ist sehr unangenehm. Vor allem da man nicht mitschauen kann was der Arzt macht.
Wenn ich dabei onhmächtig geworden wäre, hätt ich mir vermutlich noch einmal überlegt ob ich das wirklich will :D

Ich war nach der OP dann trotzdem sehr froh, den PDK zu haben. Ich reagiere offensichtlich auf höhere Dosen systemischer Opiate mit extremer Übelkeit. Ich weiß nicht wie ich das ohne PDK durchgestanden hätte, wenn ich noch mehr orale oder i.v. Schmerzmittel gebraucht hätte...

Aber auch nach der OP lief es bei mir mit dem PDK nicht optimal, da er dann etwas verrutschte und die Betäubung dadurch hauptsächlich noch einseitig wirkte, dafür aber zu weit nach oben reichte. Ich hatte dadurch ein paar Tage lang ein Horner-Syndrom (hängendes Augenlid). Ich hänge mal einen Bildausschnitt von damals an. Mir ging es zu dem Zeitpunkt zu schlecht um mir darüber Sorgen zu machen. Die Stationsärztin war aber doch etwas beunruhigt, da sie das als PDK-Nebenwirkung noch nie gesehen hatte... Hat sich zum Glück nach PDK-Entfernung wieder vollständig zurückgebildet..
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Trichter8

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Re: Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz
« Antwort #4 am: 23. Januar 2017, 20:31:08 »

Donnerwetter. Das nenne ich mal eine Trichterbrust... ähnliche Ausprägung hatte meine Tochter.  Ein super Ergebnis . Wie lange bleibt der Bügel im Körper bei Dir? Wurde auch von vorne offen eingegriffen? Alles Gute weiterhin
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quickfix

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Re: Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz
« Antwort #5 am: 23. Januar 2017, 21:14:13 »

Ja also mein Fall war mit großer Warscheinlichkeit ein Extremfall.
Tatsächlich war der Trichter so tief bzw groß, dass auch ein Schnitt am Brustbeinansatz notwendig war um das Brustbein anzuheben unm den Bügel überhaupt in den Körper zu bringen.
Der Bügel bleibt jetzt noch weitere 2 Jahre drinnen. (3 Jahre insgesammt)
Bei weiteren Fragen bin ich gerne behilfilch :)
Lg
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Trichter8

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Re: Trichterbrust-OP (nach Nuss) - JKU Linz
« Antwort #6 am: 23. Januar 2017, 21:20:47 »

..habe ich mir fast gedacht dass nur Nuss wohl nicht gereicht hat .aber trotzdem klasse geworden!!!..freut mich für dich..!! Alles Gute weiterhin!.
« Letzte Änderung: 23. Januar 2017, 21:23:34 von Trichter8 »
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