Allgemeines > Erfahrungsberichte

Noch ein Hümmer-rezidiv - wahrscheinlich neue OP nötig

(1/4) > >>

PabloPub:
Hallo zusammen,

ich lese das Forum hier schon sehr lange unregelmäßig aber leider kannte ich es nicht vor meiner OP. Sonst hätte ich vllt eine andere OP Methode gewählt.

TB OP nach MEK Hümmer
Vor mehr als 8 Jahren wurde ich von Hümmer selbst operiert. Ich war damals beinahe 16 und man sagte mir und der Familie, das dies ein sehr gutes Alter für die OP sei. Andere Verfahren kannten wir nicht und Erlangen war nicht weit vom Wohnort entfernt. Außerdem war Prof Hümmer so sehr von seiner Methode überzeugt und bezeichnete meine eher breite asymmetrische TB als einen Klacks zu operieren. Ich hatte damals keine tatsächlich spürbaren körperlichen Beeinträchtigungen durch die TB, erst im Zuge der Untersuchungen hat man eine Einschränkung des Herz und Lunge festgestellt. Davon hab ich damals aber auch beim Sport nichts gemerkt. Für mich war der absolute Haupt-OP-Grund die Optik und die Psyche. Man versprach mir damals auch, dass diese Ansprüche erfüllt werden.

An die Zeit unmittelbar vor der OP erinnere ich mich kaum und auch die OP merkte ich nicht. An was ich mich sehr wohl erinnere war die Zeit im Krankenhaus. Das war die schlimmste Zeit meines Lebens! Aber nichtmal unbedingt schmerzlich sondern generell: Kälte, Alleinsein und das erniedrigende Gefühl nicht alleine sitzen, essen, pinkeln oder "kacken" zu können. Aber hauptsächlich die Einsamkeit und das obwohl ich eigentlich täglich für ein bis zwei Stunden von der Familie besucht wurde.

Bügelentfernung
Nunja, wie ich auch immer....mir wurden damals zwei Bügel gesetzt und diese wurden etwa 14 Monate nach der OP entnommen. Bis dahin war alles gut, sowohl das Ergebnis als auch das klinische Bild.

Beschwerden
Heute kann ich es nicht mehr genau betiteln, da der Protess schleichend verläuft. Jedenfalls, begann die Brust sich irgendwann wieder abzusenken wobei allein durch die Bügelentnahme bereits ein gutes Stück der Optik wieder verloren ging. Eine riesige Enttäuschung! Was schlimmer ist, ist das ich seitdem ab und zu Herzrasen habe. Ab und zu habe ich auch über Tage hinweg ein Druckgefühl im Bereich des Sternums. Beides tritt etwa seit zwei-einhalb Jahren auf und seitdem kann ich fast nur noch am Rücken schlafen wegen des Druckgefühls - auf der Seite zu schlafen ist quasi unmöglich da das das Druckgefühl hervorruft/verstärkt.

Wegen dem Druckgefühl war ich vor zweieinhalb ein CT machen lassen und habe mich von Prof Carbon beraten lassen. Eine oder zwei der Rippen sind wohl nicht am Brustbein angewachsen sondern haben sich unter dieses geschoben. Das kann Grund für das Druckgefühl als auch für das Herzrasen sein. Prof Carbon bot mir natürlich sofort die X fach bessere neue Synthes Technik nach Erlangen an...
Mittlerweile tritt das Druckgefühl häufiger und länger auf als noch vor zweieinhalb Jahren. Während es ursprünglich für ein paar Tage alle paar Monate kam, ist es jetzt eher monatlich für eine Woche.

Vor kurzem habe ich mit meinem Orthopäden ein MRT machen lassen. Die Situation "da drin" ist unverändert.
Was soll ich tun?

Ich habe seelisch und psychisch solche Angst vor einer weiteren "vollen" TB OP. Alles wird wieder zerstört und zersägt, der Krankenhausaufenthalt und die Zeit danach Horror pur. Einige Stellen auf meiner Brust sind übrigens nach wie vor taub bzw haben nur wenig Gefühl. Ganz zu schweigen von der erneuten Gefahr eines rezidivs...
Außerdem habe ich ab März meinen Uni Abschluss und einen festen Job - mit Probezeit. Wann soll ich denn so eine OP machen?! Zeit? ich habe unheimlich schiss den Job dadurch zu verlieren.

Alternativ könnte man ja vllt auch nur die eine/zwei losen Rippen angehen? Was meint ihr? Das Herzrasen ginge vermutlich weg und die Genesungszeit kann ja nicht so lange sein. Beim Druckgefühl bin ich mir nicht ganz sicher. Das Druckgefühl kann ich so schlecht lokalisieren und ist vllt auch das komplette Brustbein....obwohl laut Carbon und CT alles sonst komplett knöchern ist.

______________

Ich bin jedenfalls gerade am Boden zerstört und hinterfrage den Sinn des Lebens... vielleicht hat ja jemand ein paar aufmunternde, aufpeppelnde oder beratende Worte.
Grüße
Pablopub

Trichter8:
Hallo,
leider kann ich persönlich deinen Leidensweg nicht nachempfinden, da ich selber nicht operiert wurde.
Ich stelle es mir aber als einen gelebten Alptraum vor.
Bei der Suche hier Forum wirst du viele Kandidaten finden, die mit Rezidiv zu kämpfen haben oder hatten.
Im Zusammenhang  mit Rezidiv-OP fällt hier im Forum eigentlich nur ein Name: Dr. Lützenberg, Magdeburg.
Er ist kein Zauberer hat aber nach eigenen Angaben ein sehr großes Volumen an Rezidiv OPs und viel  Erfahrung.
Sie kommen aus ganz Europa zu Ihm.
Schau dich hier im Forum um...und finde "Leidensgenossen".

Ich wünsche Dir alles gute..du bist noch jung...---Lass den Kopf nicht hängen--- irgendwann scheint auch wieder die Sonne.

Viele Grüße
Holger






Sascha:
Ein sehr klassischer Erlanger Fall nach Hümmer Op, zich fach gelesen und selbst so gehabt. Wende dich diesbezüglich an einen fähigen Nuss Chirurgen, da gibt es einige die dir mit ziemlich hoher Wahrscheinlichkeit helfen können.
Falls du noch Fragen hast Pn.

Viel Glück dafür!

PabloPub:
Gibt es hier im Forum irgendwelche Erfahrungen mit der eigentlichen Thorax Chirurgie der Uni Erlangen? Die operieren nach Nuss und haben nichts mit der Abteilung von früher Hümmer und heute Synthes zutun... ein Prof Sirbu ist dort Oberarzt.

annaj:
lieber PabloPub, mach dich die Mühe und fahr nach Magdeburg. Du brauchst nicht nur ein NUSS, sondern einen erfahrenen rezidiv-Chirurg, und das ist dr. Lützenberg.

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln