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Jules856:
Servus Leute,

erstmal würde ich gerne mal loswerden, wie großartig ich es finde, dass es dieses Forum hier gibt, mit Leuten, die sich dieser Problematik bewusst sind und sich auch dessen annehmen. Habe nämlich das Gefühl, dass die Trichterbrust in der allgemeinen medizinischen Welt ziemlich untergeht. Ich finde es nämlich in der Tat ziemlich schwierig Leute zu finden, mit denen man mal ernsthaft darüber reden kann. Im Familien- und Freundeskreis wird das bei mir als Bagatelle abgewertet und nicht weiter schlimm erachtet und auch Ärzte haben mir da noch nie wirklich mal beraten oder darauf angesprochen (war extra deswegen zwar noch nie beim Arzt aber trotzdem).

Ich muss zugeben, dass meine TB im Vergleich wahrscheinlich ziemlich ok noch ist, und ich kann auch recht gut damit leben. War schon immer ein recht selbstbewusster Typ (zumindest nach außen^^) und wurde auch noch nie deswegen gehänselt, ausgelacht oder komisch angeschaut. Hatte vor 2 Jahren auch mal mit Fitti angefangen und das hat auch schon viel bewirkt. Trotzdessen bin ich langsam an dem Punkt angekommen, wo ich sage, dass ich nicht wirklich Lust habe diese bis ans Ende meines Lebens mit mir rumzutragen. Es ist nämlich doch eine ganz schöne innerliche Belastung, auch wenn man nach außen normal und selbstsicher auftritt, weil man die herausstehenden Rippen halt immer am Körper spürt und auch sieht sobald man in Spiegel schaut. (Ich selber kann sie ehrlich gesagt nicht mehr sehen, zumindest aus der einen Perspektive)

Wer keine Lust auf die Einleitung hat gerne hier anfangen ;)

Nun meine Fragen zur Behandlung an euch.
Erstmal noch zu mir ein paar Fakten:

Geschlecht: männlich
Alter: 21
Größe: ca. 1,78m
Gewicht: ca. 76kg
Beruf: Student

Habe natürlich auch schon etwas recherchiert, aber würde gerne eure Meinung wissen. Also wenn dann würde für mich wahrscheinlich die Nuss-OP oder Silikon in Frage kommen. Meine Trichterbrust ist ja sehr auf die linke Seite konzentriert (rechts finde ich ziemlich normal), weswegen ich denke, dass ein Eingriff vielleicht nicht ganz so kompliziert sein könnte. Auch die Tiefe mit etwas mehr als einem Zentimeter ist auch nicht so groß.
Vor allem interessiert mich der zu erwartende Erfolg, die benötigte Zeit (vorbereitende Termine, Krankenhausaufenthalt, postoperative Maßnahmen), die benötigt werden. Die Nuss-Methode scheint ja operativ, wie ich mitbekommen habe, ja am schonendsten und erfolgversprechensten zu sein.
Ich finde auch Silikon sehr interessant, da ich keinerlei medizinische Probleme durch die TB habe und es bei mir rein kosmetisch ist. Fände es natürlich schön einen größeren Eingriff zu umgehen, weshalb ich Silikon (oder auch Hyaloronsäure) ziemlich interessant finde, habe da aber ziemlich viel negatives gehört.

Hier habt ihr mal noch ein paar Bilder. Wie gesagt rechts ist ziemlich gut, links halt ziemlich beschissen :D Ansonsten stört mich gar nicht mal so das Loch in der Mitte, sondern diese komische Brustform links.
Vielen vielen Dank schon mal und sorry für diesen langen Text, aber da hat sich mal n bisschen was angestaut, was jetzt alles mal rauskommt  ;)

ex.pectus:

--- Zitat von: Jules856 am 08. April 2017, 16:43:25 ---Ich finde auch Silikon sehr interessant,
[...]Wie gesagt rechts ist ziemlich gut, links halt ziemlich beschissen :D Ansonsten stört mich gar nicht mal so das Loch in der Mitte, sondern diese komische Brustform links.
--- Ende Zitat ---

Wenn es dir vor allem um vorstehende Rippen geht, dann sollte dir klar sein, dass die ja nicht unbedingt direkt etwas mit der TB zu tun haben. Also wenn der eigentliche Trichter nur optisch mit Silikon ausgefüllt wird, wird sich an den vorstehenden Rippen überhaupt nichts ändern. Bei einer Nuss-OP wird zwar auch in die "Mechanik" des Körpers eingegriffen, so dass es zu entsprechenden Veränderungen kommt, aber das bedeutet auch auf keinen Fall, dass vorstehende Rippen automatisch verschwinden, nur weil der Trichter verschwunden ist. Manche Operateure (Prof. Schaarschmidt, Dr. Lützenberg) verwenden zusätzlich zur Nuss-Methode noch zusätzliche Verfahren/Methoden, um die Rippen zu korrigieren. Dass hat aber eher weniger mit der Nuss-Methode bzw. der Beseitigung eines Trichters zu tun (natürlich hängt wahrscheinlich alles irgendwie zusammen und beeinflusst sich gegenseitig). Im Gegensatz zu den Erfolgen bei der Beseitigung eines Trichters sind die Erfolge bei der Beseitigung bzw. Verbesserung von vorstehenden Rippen wesentlich bescheidener/widersprüchlicher.

Jules856:
Also die hervorstehende Rippe an sich macht mir gar nicht soviel aus, damit komme ich relativ gut klar. Mir geht es eigentlich schon mehr, um diesen Hohlraum, also den Trichter, der so zur Brustmitte verläuft. Also dass es dann so wie rechts ausschaut. Wenn dann die Rippe noch rausschaut ist das nicht ganz so schlimm. Frage ist natürlich, ob das dann trotzdem so machbar ist.

Es ist auch gar nicht so dieser gerade Blick von der Seite heraus der mich stört, sondern aus dieser leicht schrägen Position heraus.

TBistweg:
Meine Gedanken zu deinem Post:

- Zur Einleitung: Es ist zum Glück nicht Aufgabe von Ärzten, Leute auf irgendeinen vermeintlichen kosmetischen Makel anzusprechen. Das würde deutlich mehr Probleme erschaffen als lösen. Selbst für einen plastischen Chirurgen wäre kein besonders seriöses Vorgehen, dich unaufgefordert zu beraten, wie du das Aussehen deiner Brust verbessern kannst. Deine TB sieht nicht so ausgeprägt aus, dass man körperliche Probleme erwarten würde, wenn du nicht selbst welche ansprichst. Wenn du welche hast, wird man dir als Erwachsener zutrauen, sie selbst zu äußern.

- Zur Asymmetrie: Ehrlich gesagt kann ich auf den Bildern beim besten Willen nicht erkennen, was an deiner Brust so asymmetrisch sein soll. Wenn man SEHR genau hinschaut, sieht man eine leicht unterschiedliche Form. Welche Seite da jetzt "normaler" aussieht, kann ich nicht sagen.

- Dass eine Nuss OP weniger kompliziert ist, weil nur eine Seite betroffen ist (was ich wie gesagt auf den Bilder so eh gar nicht sehen kann, aber Bilder können natürlich auch manchmal täuschen), ist leider ein Trugschluss. Im Gegenteil ist es eher so, das stark asymmetrische Fälle komplizierter sind, da häufig nicht nur eine Seite mehr eingesunken ist, sondern auch das Brustbein verdreht ist. Und das lässt sich dann nicht beheben, in dem man einfach "nur mal eben" einen Bügel drunter durchführt.

- Generell gibt es keine "Nuss OP light". Eine Nuss OP ist immer ein aufwendiger und schmerzhafter Eingriff mit einem nicht ganz kleinen Risiko für Komplikationen. Die Vorstellung "meine TB ist ja nicht so schlimm, dann wird auch die OP nicht so schlimm", kann sich sehr schnell als Trugschluss herausstellen.

- Ich persönlich finde, dass deine Brust relativ normal aussieht. Klar, andere Trichterbrust-Betroffene sehen, dass es eine leichte TB ist, aber ich glaube, dass das ansonsten für viele als ganz normale Brustform durchgeht. Am ehesten fallen noch die hervorstehenden Rippen auf.

- Meine OP ist jetzt ziemlich genau 4 Monate her. Meine Brust ist jetzt etwa gerader als deine. Aber wenn sie jetzt so aussehen würde wie deine, ich keinerlei körperliche Beschwerden hätte und mir denken würde "eigentlich kann ich gut damit leben, aber mich stört halt das Aussehen in diesem einen Blickwinkel schräg von der Seite", dann würde ich ganz sicher nicht auf die Idee kommen, nochmal so eine OP und die schon extrem anstrengende Zeit danach über mich ergehen zu lassen.

- Ich bin mir nicht wirklich sicher, ob du nach der OP zufriedener wärst, mit weniger Trichter, aber möglicherweise immer noch Asymmetrien, möglicherweise immer noch hervorstehenden Rippen und zusätzliche mehreren Narben in verschiedener Größe, die je nach Veranlagung und je nachdem, ob dich ein Arzt oder ein Student zunäht, schöner oder weniger schön ausfallen. Meine Narbe links ist 16 cm lang.

- Ich würde dir in deinem Fall eher von einer OP abraten und ich glaube, dass du die Nuss OP ziemlich unterschätzt. Auch wenn sie "minimalinvasiv" ist, gilt sie als eine der schmerzhaftesten OPs überhaupt und die ersten 2-3 Monate nach der OP sind wirklich kein Zuckerschlecken. Meine OP hat um die 4 Stunden gedauert. Es werden Metallbügel in unmittelbarer Nähe zu deinem schlagenden Herzen platziert und ein einziges Abrutschen des Operatuers kann für dich katastrophal enden. Das passiert zum Glück sehr selten, aber auch beim erfahrensten deutschen Nuss-Operatuer in Berlin-Buch ist schon mindestens ein Patient nach Nuss-OP verstorben (wurde publiziert, kannst du dir über Pubmed raussuchen) und ettliche Patienten haben schwerwiegende Komplikationen gehabt und mussten ggf. erneut operiert werden.

- Zu Silikonimplantaten: Wäre für mich nicht in Frage gekommen und ich habe mich dazu auch nicht ausführlich informiert. Die Zufriedenheit damit scheint bei den meisten eher durchwachsen zu sein. Auch das würde ich mir gut überlegen.

annaj:
ich finde du siehts sehr normal aus und kann TBistweg nur zustimmen.

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