Autor Thema: TB Korrektur mit Silikonimplantat in Bonn  (Gelesen 1859 mal)

Puck

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TB Korrektur mit Silikonimplantat in Bonn
« am: 23. Mai 2017, 22:58:43 »
Hallo, ich habe vor Kurzem (3 Monate) eine Trichterbrustkorrektur bekommen. Die OP war rein kosmetisch (lieder nicht unter Herz-/Lungenpeinschränkungen) und besteht im Groben darin, ein Maßgefertigtes Implantat aus relativ festem Silikon in den Trichter einzufügen. Das Implantat kommt auf den Rippen also unter dem Fettgewebe und auch unterm Brustmuskel (je nach Ausdehnung der TB) zu liegen.
Die OP dauert so 1-2 Stunden in Vollnarkose.
Einsatzfähig ist man nach 4-6 Wochen Schonung (= kein Sport). Eine Punktion von Wundflüssigkeit muss wohl als Nachsorge häufiger gemacht werden, war bei mir aber keinmal nötig. Als einzige Einschränkungen sehe ich nun (3 Monate nach OP) momentan noch die Narbe, die bei Frauen wie bei Männern senkrecht übers Brustbein verläuft und dass das Hautgefühl im Narbenbereich noch nicht wieder da ist (kann zurückkommen oder auch nicht, je nach Glück). Beim Sport stört mich das DIng überhaupt nicht (wobei laut Studien relativ viele Leute ein Gefühl von "Unwohlsein" bei starker Anstrengung empfinden).
Sollte jemand diese OP für sich in Erwägung ziehen, schreibt mir gern eure Fragen!

annaj

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Re: TB Korrektur mit Silikonimplantat in Bonn
« Antwort #1 am: 23. Mai 2017, 23:19:58 »
ich kannte bis jetzt keiner der mit dieser Art von korrektur zufrieden war, bin mal gespannt wie du es in ein paar Jahren empfindest. Alle haben es bereut nicht die ganze Strecke gelaufen zu sein, und haben letztendlich doch die NUSS gemacht. Ich hoffe du bist die Ausnahme und wünsche dir alles Gute.
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

Puck

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Re: TB Korrektur mit Silikonimplantat in Bonn
« Antwort #2 am: 22. August 2021, 22:13:09 »
Moin, nach vielen Fragen bezüglich des OP Verfahrens per PN: Hier nun ein FAQ. Fühlt euch frei mir trotzdem zu schreiben, wenn ihr weitere Fragen habt.

FAQ MRT-angepasstes TB-Implantat

1.   Würdest du die OP wieder machen?
-   Ich denke, ja. Habe wenig Negatives davongetragen (s.u.) und habe nun eine insgesamt positivere Einstellung zu meinem Körper.

2.   Wo hast du deine OP gemacht?
-   Malteser Krankenhaus in Bonn

3.   Was für eine Technik ist das?
-   Ich habe mir ein MRT-berechnetes 3D-Implantat aus formfestem Silikon anfertigen lassen. Die werden von einer Toulouser Firma, Sebbin, hergestellt.

4.   Was sind Nachteile?
-   Die TB wird nicht ursächlich „behoben“, sinnvoll ist das Verfahren also vor Allem wenn man keine funktionellen Einschränkungen durch die TB hat. Die einzigen negativen Punkte sind für mich, dass das Berührungsempfinden in einem relativ großen Bereich um die Narbe herum nicht wiedergekommen ist, ich also ein taubes Areal habe, das über dem Brustbein ca. 12x15cm einnimmt. Außerdem: Wenn ich meine Bauchmuskeln maximal anspanne, treten die Randbereiche etwas hervor, aber da das keine Alltagsbewegung ist und nur etwas ungewöhnlich aussieht, stört es mich kaum. Bei Anspannung der Brustmuskulatur passiert es schon Mal, dass die ganze Brusthaut etwas zu einer Seite gezogen wird, da die Muskelansätze jetzt anders liegen als vor der OP.

5.   Wie ist die Narbe? Sieht man sie sehr stark und wie groß ist sie? Ist sie bei machen Oberteilen sichtbar?
-   Die Narbe ist unterschiedlich lang je nach Größe der TB (man muss das Implantat ja irgendwie einsetzen, daher ist manchmal ein größerer oder kleinerer Schnitt nötig) und je nach OP-Zugangsweg liegt sie unterschiedlich (unter der Brust oder vertikal auf dem Brustbein). Bei mir ist sie knapp 10 cm lang. Bei mir ist die Narbe auch mit tieferem Ausschnitt (Frau) nicht zu sehen. Aber selbst wenn ich Bikini o.ä. trage ist sie bei mir so unauffällig, dass ich selten drauf angesprochen wurde (auf meine Trichterbrust damals häufiger). Und am Ende habe ich inzwischen auch kein Problem mehr damit, frei zu sagen, dass ich halt mit einer Trichterbrust geboren wurde und mir die hab korrigieren lassen.

6.   Wie lange liegt man im Krankenhaus nach der OP?
-   Bei mir waren es glaube ich drei Tage, die ich jedoch auch brauchte, um mich von der Vollnarkose zu erholen (war einige Tage sehr fertig und müde).

7.   Muss das Implantat irgendwann nochmal entfernt werden?
-   Laut Vertreibern und Operateur nicht.

8.   Vollnarkose? Punktieren?
-   Ich hatte die OP in Vollnarkose, das ist glaube ich auch gar nicht anders möglich. Eine häufige leichte Komplikation nach dem Einsetzen ist ein  Serom, also eine Ansammlung von Wundflüssigkeit ums Implantat in den Tagen nach der OP. Falls sich dies einstellt, sollte Punktiert werden, sprich mit einer Spritze die Flüssigkeit entfernt werden. Dies war bei mir nicht nötig.
-   Ansonsten war auch keine spezielle Wundversorgung nötig, außer dem Fäden ziehen nach einigen Tagen und dem Stützverband (s.u.).

9.   Hast du vorher schon andere Sachen gegen deine TB ausprobiert?
-   Nein. Weder extremes Muskelaufbautraining noch eine Saugglocke.

10.   Wie lange kann man nach der OP nicht körperlich arbeiten? Wie lang kein Sport?
-   Ich war zu dem Zeitpunkt noch Studentin. Ich habe für glaube ich 4 Wochen einen Stützverband (einfaches elastisches Tuch mit Klettverschluss) getragen und insgesamt 2 Monate auf Sport verzichtet, danach durfte ich explizit wieder alles machen, auch Kontaktsport. Mache inzwischen einen extrem kontaktlastigen Bodenkampfsport und es macht mir keinerlei Probleme. Die Muskulatur funktioniert auch noch normal.

11.   Was hat es gekostet?
-   Kosten sind ca. 3500 €. Wurden bei mir vollständig von der Krankenkasse übernommen, jedoch wurde der erste Antrag abgelehnt und ich bin in Revision gegangen.

12.   Wie viel Aufwand ist ein Kostenübernahme Antrag bei der KK?
-   Ich habe 2 Gutachten eingereicht, eins von einem Arzt, eins von einem befreundeten Psychotherapeuten (eigeninitiativ, war nicht angefordert worden). Der Prozess war langwierig und etwas frustrierend. Außer dem Argument der psychischen Belastung gibt es kein stichhaltiges, jedoch würden andere "Anomalien" wie große Muttermale im Gesicht meines Wissens nach auch von der KK übernommen werden.

13.   Wie ist das Gefühl/die Konsistenz wenn man den Bereich von außen anfasst? Fühlt es sich unnatürlich an?
-   Ich finde, nicht. Meine Partner fanden das auch nie. Die Konsistenz ist fest. Rippen werden dadurch nicht nachgeformt.

To be continued ;)
« Letzte Änderung: 22. August 2021, 22:19:20 von Puck »