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Autor Thema: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?  (Gelesen 525 mal)

sidewinda323

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Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« am: 13. Juni 2017, 16:32:43 »

Hi, ich bin mittlerweile 33 Jahre alt. Ich wurde bereits 1989/90 an der Uniklinik Münster wegen meiner Trichterbrust operiert. Damals wurde das noch mit 3 Bügeln innerhalt des Brustkorbs gemacht. Dementsprechend habe ich auf der brust eien ca 30 cm gross Narbe  plus 3 Narben wo die Bügel und 2 Narben wo die Fäden drin waren. Doch leider wurde das Brustbein über die Jahre nicht wirklich gerade und hat immer noch eine Senke nach innen. Ich hab mittlerweile auch mit Kraftsport angefanen um mir evtl Brustmuskeln aufzubauen aber all das Training lässt die Brust bestimmt auch nicht "normal" aussehen wie ich es einschätze. Würde es sich lohnen sich mit 34 noch einmal so einer Op zu unterziehen? Müsste ich das mittlerweile jetzt selber bezahlen? Gesundheitliche Einschränkungen habe ich eigentlich nicht, also würde es dann bestimmt unter Schönheits-Op fallen. Gibt es noch andere  Optionen  das Brustbein hervorzuheben?
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TBmussweg

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #1 am: 13. Juni 2017, 22:24:05 »

Ob sich das lohnt oder nicht, kann keiner für dich entscheiden. Zumal du uns ja noch nicht mal Informationen darüber gibst, wie ausgeprägt die Trichterbrust noch ist.
Wenn du es den Ärzten und deiner KK als Schönheits-OP darstellst, dann musst du die OP selbstverständlich selbst zahlen. Wenn du noch mal in dich horchst und doch noch körperliche beeinträchtigungen feststellst, dann möglicherweise nicht.
Ja, wenn du noch eine richtige TB hast, dann wird dein Brustkorb durch Krafttraining keine normale Form annehmen.
Eine Re-OP mit mitte 30 bedeutet deutlich mehr Schmerzen, eine langsamere Erholung und ein höheres Komplikations- und Misserfolgsrisiko als bei deiner ersten OP. Ob dein Brustkorb danach besser aussieht als jetzt, kann dir keiner garantieren. Möglicherweise können bestehende Narben wieder geöffnet werden, damit keine neuen hinzukommen, das müsstest du mit deinem Chirurg klären.
Eine andere Möglichkeit ist die Saugglocke. Das ist zeitaufwändig und nervig, bringt aber nach einiger Zeit vielen eine leichte Verbesserung der Optik, allerdings in aller Regel keine vollständige Korrektur der Trichterbrust, auch nicht nach vielen Jahren Tragedauer.
« Letzte Änderung: 13. Juni 2017, 22:35:11 von TBmussweg »
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Sascha

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #2 am: 14. Juni 2017, 12:21:34 »

Das war warscheinlich die Rehbein Methode oder kombiniert, wird heute kaum noch angewendet, habe auch noch nie ein positives Ergebnis dieser gesehen.

Musst du im Normalfall nicht selbst bezahlen, hatte selbst mehrere Rezidive, bei der Aok Die Untersuchungsberichte eingereicht, wurde immer bewilligt. In Frankfurt brauchte ich gar nichts genehmigen lassen, haben die geregelt. Saubere Sache.

Ein sehr offenes Ohr für Rezidiv Patienten hat meiner Erfahrung nach Dr. Tarhan aus Frankfurt. Dort habe ich nicht einmal den Satz gehört "Sie wurden ja schon sooft operiert, da ist eh nichtsmehr zu machen". Schaut es sich an, berät gut, Antwortet schnell, verspricht aber auch nichts vom Himmel. Bei mir hatte er die Erlanger Platten rausgenommen und die Narben geglättet etc. Meine vorhandenen Schmerzen konnte er leider nicht beheben, die bestehen aber auch schon seit 2004.

Dr. Lützenberg halte ich derzeit zwar für den besten TB Chirurgen in DE, hat auf Vor operierte aber eher "weniger" Lust. So meine Erfahrung und auch schon mehrfach gelesen. Am besten ist aber, nimm dir ruhig die Zeit mehrere Meinungen einzuholen.

Viel Glück dafür
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OPs :
2000 (Nuss), vorzeitge Entnahme, da innere Blutungen, keine Schmerzen
2003 (Erlangen), Grausame Optik, direkter wiedereinfall, dauerhafte Schmerzen
2005 (Nuss) Brust stabil, nach Bügelentnahme bleibende Schmerzen
2014 (Erlangen-Synthes) vollständige Fixierung + optische verbesserung, bleibende schmerzen
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Größe : 1,70  Gewicht ca. 75 Kg

sidewinda323

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #3 am: 14. Juni 2017, 17:46:09 »

Das war warscheinlich die Rehbein Methode oder kombiniert, wird heute kaum noch angewendet, habe auch noch nie ein positives Ergebnis dieser gesehen.

Hi Sascha. Ich glaube das nennt/nannte man auch so. Auf jeden Fall ist das Brustbein wieder nach innen gegagen. Am kommenden Montag habe ich ein Termin in Mainz zu meiner Situation. Ich merke heute noch nach all den Jahren das mein Lungenvolumen schnell erschöpft ist bei größeren Anstrengungen. Manchmal merke ich einen Druck auf auf dem Brustbein der sich anfühlt als würde man einen Strohhalm biegen bis er in der Mitte durchbricht, das klingt jetzt vll ein wenig Hardcore aber so in der Art kann man sich das vorstellen. Auch an der Seite kommt es manchmal zu einem starken stechen was aber nicht lange anhält. Hinzu kommt dann noch die Psychische Belastung. In der Schule habe ich nach dem Sport immer das Unterhemd angelassen als es in Waschraum ginge. Ich war bis zum heutigen Tag so gut wie nie am See, Meer oder im Schwimmbad. Auc heute noch wenn ich mir auf der Arbeit das Shirt wechsle drehe ich mich so das ich mit dem Rücken zu Menge stehe. Viele sagen jetzt "das ist doch albern" aber mir macht es viel aus, weil Menschen mit TB deformiert sind. Gerade jetzt im Sommer wo es heiss ist würde ich gerne draussen in der öffentlichkeit oberkörper frei rumlaufen anstatt nur zu hause.  Habe da zu große Hemmungen. Selbst mit Krafttraining würde es noch mehrere Jahre dauern um eine Brust so ausgeprägt zu trainieren damit die Muskeln quasi das Augenmerk von der Deformierung ablenken.

Ich bin ja mal gespannt was bei dem Gespräch rum kommt. Der Arzt in Frankfurt von dem du gesprochen hast klingt sich vielversprechend in meinen Ohren  :)
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Sascha

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #4 am: 15. Juni 2017, 09:47:31 »

Kenne es zu gut, bin seit der offenen Op damals völlig kaputt. In meinem ursprünglichen Beruf (Maurer) würde ich heute keine Stunde mehr durchhalten. War vor 2003 gar kein Thema, habe sogar noch Training gemacht nach der Arbeit.

Empfehle dir mindestens zwei Chirurgen zu Besuchen um einen Vergleich zu haben. Wie gesagt Dr. Tarhan und natürlich Dr. Lützenberg beiten sich hier in erster Linie an. Prof. Schaarschmidt ist auch denkbar, wobei icih von seiner Beratung eher enttäuscht war, recht lustlos, kein Ct angeschaut etc. Ansonsten nochmal umhören, es wird auch noch andere, brauchbare Ärzte geben. Nur lehnen viele bei Rezidiv Patienten grundsätzlich ab, so z.B. meiner hier vor Ort.

mfg
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sidewinda323

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #5 am: 15. Juni 2017, 12:34:04 »

Warum lehnen die ab? Sagen das es sich nicht mehr lohnt oder was? Was muss ich ich mir unter einer offnen OP vorstellen?  ???
« Letzte Änderung: 15. Juni 2017, 12:37:21 von sidewinda323 »
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Sascha

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #6 am: 15. Juni 2017, 14:20:54 »

Da sagt jeder Arzt was anderes. Lohnt nicht/Bringt nichts was zu machen, zu viele Verwachsungen, zu hohes Risiko, vorherige Op Technik nicht vertraut usw.

Lass es einfach begutachten, jeder Patient insbesondere Rezidive sind anders.
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sidewinda323

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #7 am: 18. Juni 2017, 11:54:09 »

Gibt es Erfahrungsberichte über Dr. Tarhan??
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sidewinda323

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #8 am: 20. Juni 2017, 13:12:07 »

Also ich war jetzt in der Uniklinik Mainz. Hab dem Arzt meinen Fall geschildert und Bilder von der ersten OP gezeigt als ich noch ein Kind war.
Wie ich hier gelesen habe, haben alle Kinderpatienten die wegen einer TB operiert wurden das gleiche Problem, das sich das Brustbein wieder nach innen krümmt. Das muss was mit den wachsenden Knochen zu tun haben. Auch der Doktor in Mainz sagte das nur noch in China und Korea Kinder operiert werden. Bei uns in Deutschland so ab dem 13-15 Lebensjahr. Wie dem auch sei, ich wurde vermessen und es wurden neue Bilder von meiner Brust gemacht und auch gleich ein Röntgenbild auf dem man gut sehen konnte wie das Brustbein anscheinend damals gebrochen wurde, es aber versetzt bzw verkantet wieder zusammengewachsen ist  :(

Im Juli muss ich in die Röhre um weitere Bilder zu machen auf denen man mehr sehen kann.

Der Arzt meinte auch das sie bis an die 25 TB bzw Kielbrust OP's im Jahr haben. Wobei ich nicht sagen kann ob das viel ist und ob das für viel Erfahrung steht  ???
Gibt es hier Erwachsene die Erfahrungen mit der Uni in Mainz haben?
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Trichter8

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Re: Trichterbrust ein zweites mal operieren lassen?
« Antwort #9 am: 21. Juni 2017, 20:00:45 »

Hallo,
ich glaube der Unterschied ist , das heute mit Operationen an Kindern anders umgegangen wird.

Frage:
Dein Kind ist 7 Jahre und hat bereits einen 7 cm tiefen  Trichter, der perspektivisch jedes Jahr weiter in das Körperinnere
wächst. Wie entscheidest Du?
Heute kalkuliert man das Risiko eines Rezidives ein. Im Zweifelsfall wird ein weiterer Bügel  nachgeschoben, wenn der erste  zu klein geworden ist. Die Bügeltragezeit kann dann auch schon mal 8-10 Jahre betragen.
Wünsche Dir alles erdenklich Gute!
« Letzte Änderung: 21. Juni 2017, 22:02:50 von Trichter8 »
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06/15 Untersuchung Berlin Buch  OP Entscheidung
08/15 Untersuchung Magdeburg  OP abgesagt(nicht notwendig)

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