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Autor Thema: OP? Schwere Entscheidung..  (Gelesen 339 mal)

LunaD

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  • Beiträge: 2
OP? Schwere Entscheidung..
« am: 24. Juli 2017, 00:50:02 »

Hallo zusammen,
Ich stelle mich einmal kurz vor, ich bin neu hier :)

Ich bin Luna, 22 Jahre alt.
Ich hab meine TB von Geburt an, wurde mit 16 diesbezüglich untersucht und damals wurde keine gesundheitliche Einschränkung festgestellt.

Allerdings habe ich seit je her immer wieder Schmerzen in den Rippen und im Rücken-/Schulterbereich. Trotz Sport und Muskelaufbau merke ich außerdem. Dass meine Körperhaltung immer schlechter wird. Ich nehme an, dass das mit meiner TB zusammen hängt.

Nun überlege ich schon länger, sie operieren zu lassen.
Ich würde mich natürlich was den gesundheitlichen Aspekt betrifft nochmal untersuchen lassen, aber ich muss gestehen, dass es auch einen kosmetischen Faktor mit sich zieht, der für mich sehr viel Gewicht hat.

Ich bin schlank, trage kleidergröße xs-s und habe Körbchengröße C. Eigentlich mag ich meine Figur, deshalb trage ich gern auch enger anliegende Kleidung. Und da kommen dann die Probleme. Man sieht dieses “Loch“ quasi durch Tops hindurch, meine unteren Rippen stehen etwas hervor, sodass eine Kante zu sehen ist. Und über der kante wirkt es irgendwie hohl unter den brüsten (logo, ist es ja auch :D)
Außerdem sitzt kein BH richtig. Klar eigentlich, denn er liegt ja nicht richtig am Körper an. Von Schwimmbad brauche ich wohl gar nicht erst anfangen, trage ich ein Bikinioberteil, kann man 1a von unten (also, wenn man sich einfach mal in die Sonne legen will) die Hälfte von dem sehen, was so ein bikinioberteil eigentlich bedecken sollte. Und der halt lässt natürlich auch da zu wünschen übrig. Ich fühle mich damit einfach wahnsinnig unwohl.

Ich hab allerdings echt Angst, dass ich mich nach der Op immernoch unwohl fühle. Ich kenn meinen Körper ja nur so und fürchte mich davor, dass ich mir irgendwie fremd vorkomme. Ich kann mir das Endergebnis nicht vorstellen, das macht es mir wahnsinnig schwer.

Wie verändert sich die oberweite beziehungsweise wie beeinflusst es die Brüste, wenn der Trichter weg ist?
Und gehn die Schmerzen in den Rippen wirklich endlich weg?


Hat vielleicht jemand ähnliche Bedenken gehabt?
Gibts irgendwo eine Möglichkeit, sich vorher-nachher bilder anzusehen, um mal ein Gefühl für eine mögliche optische Veränderung zu bekommen? Haben die Ärzte vielleicht die Möglichkeit einem das etwas zu verbildlichen?

So, fürs erste war es das mal, ist ja schon spät  :D

Ich freue mich auf eure Antworten und werde sicher au h noch mehr Fragen einwerfen.

Bis dahin liebe Grüße
Luna
Gespeichert

TB_Midow

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  • Beiträge: 63
Re: OP? Schwere Entscheidung..
« Antwort #1 am: 24. Juli 2017, 12:51:29 »

Hey Luna,

Aus persönlicher Erfahrung kann ich dir sagen, dass man von verschiedenen Ärzten auch sehr häufig unterschiedliche Meinungen zu hören bekommt - ich habe das nicht nur bei der Trichterbrust, sondern auch einer anderen Erkrankung erlebt. Speziell bei der Trichterbrust ging das von "völlig egal, das ist nur kosmetisch" zu "Unbedingt. Das kann lebensgefährlich sein."
Wichtig ist es also, einen sehr kompetenten Arzt zu haben, der das erfahrungsgemäß sachgerecht und vernünftig beurteilt, ob wirklich eine gesundheitliche Einschränkung bei dir vorliegt.

Die schmerzenden Rippen kenne ich so nicht - mein Erscheinungsbild, besonders, dass wie bei dir die Rippen sehr vorstehen, hat mich aber auch gestört. Dies war auch der Grund, warum ich nicht nur die normale Trichterbrust OP habe machen lassen, sondern im Rahmen der TB-OPs auch an meinen Rippenbögen mit einer Drucktechnik (ohne Schnitte, Knorpelentfernung, etc.) gearbeitet wurde. Wichtig ist hier zu beachten, dass Operateure, die an deinen Rippen schneiden wollen (Das verspricht natürlich schnell ein Ergebnis), oft verheimlichen mit welchen Komplikationen dies einher gehen kann. An deiner Stelle würde ich mich von diesem Gedanken also schnell verabschieden. Deine Körperhaltung kann natürlich schon für die Schmerzen verantwortlich sein. Häufig ist dies eine Mischung aus "Schutzhaltung" - damit man die Rippenbögen beispielsweise in deinem Fall nicht so sieht und natürlich der körperlichen Problematik.
Muskelaufbau mit einer ausgeprägten Fehlhaltung ist übrigens so eine Sache...

Wie schwer dein Leidensdruck ist musst du beurteilen. Jeder hier im Forum kann nachfühlen wie es ist optisch unter einer Trichterbrust zu leiden. Mich hat das damals auch sehr belastet und ich bin unfassbar happy mit dem Endergebnis. Ich bilde mir sogar ein, dass durch Muskelaufbau meine Brust noch besser vortritt als dies bei nicht operierten Kollegen der Fall ist  :D
Jedoch muss ich dir direkt dazu sagen, dass das Ergebnis sich mit der Zeit entwickelt und es natürlich eine immense Umstellung am Anfang ist, sich zum einen mit einem mehr oder weniger neuen Spiegelbild konfrontiert zu sehen und auf der anderen Seite zu akzeptieren, dass dies nicht das Endergebnis ist (wenn auch schon eine unfassbare Verbesserung). In meinem Fall hat sich im Zeitraum zwischen dem Zeitpunkt direkt nach der ersten OP und nach der Bügelentnahme alles nochmal so extrem verändert, ganz besonders eben bei den Rippenbögen, die jetzt gar nicht mehr im Stand hervorstehen.
Dazu kommt, dass die OP extreme Schmerzen mit sich bringt und du eine lange Zeit auf Hilfe angewiesen sein wirst. Das sollte dich aber nicht von einer OP abhalten, sollte diese notwendig sein. So wie du es schreibst, gehe ich persönlich nicht nur von einer psychischen Komponente aus, sondern das klingt alles schon nach einer gesundheitlichen Einschränkung. Aber auch hier: wir sind hier im Forum keine Ärzte und haben nur die Möglichkeit dies anhand deines Textes zu beurteilen.
Eine Beurteilung ohne Bild ist schwierig. Ich kann jedoch mehr als verstehen, wenn man insbesondere als Frau keins hochladen mag. Zumal dies selbst dann wahrscheinlich dazu führen würde, dass dir hier dazu geraten wird einen kompetenten Arzt aufzusuchen. Gerade bei schmalen Personen reicht oft auch ein kleiner Trichter aus, damit Organe eingedrückt sein könnten.

Ich lasse mich gerne korrigieren, aber deine Oberweite dürfte dadurch eigentlich nicht beeinflusst werden. Ich kann nur mutmaßen inwiefern sich subjektiv eine Veränderung ergibt, da durch das Anheben des Trichterlochs ja zum einen dieser Kontrast weg fällt - auf der anderen Seite wird durch den Bügel deine Brust aber auch "nach außen" gedrückt. Ich kann mir insgesamt kaum vorstellen, dass sich das negativ auf das Erscheinungsbild deiner Brüste auswirkt, um dir mal etwas die Angst zu nehmen. Das sind aber Spekulationen, entweder schreibt eins unserer weiblichen Mitglieder was dazu oder auch hier gilt was ich schon oben geschrieben habe.

Abschließend als Tipp: Das ist ja eine extrem wichtige Entscheidung, Luna. Nimm dir die Zeit die Erfahrungsberichte hier im Forum in Ruhe durchzulesen. Das nimmt zum einen etwas die Angst vorm Ungewissen und noch wichtiger: Du kannst abschätzen, wer dein Arzt sein könnte und sein wird. Dies ist nicht nur für eine mögliche OP wichtig, sondern auch für das Feststellen wie stark du gesundheitlich unter der Trichterbrust leidest und welches gesundheitsgefährdende Potential sie für die Zukunft hat. Scheu bitte keinen Weg auch über mehrere hundert Kilometer. Eine erste Einschätzung kann bei vielen Ärzten per Mailverkehr erfolgen.

Ich wünsche dir erstmal alles Gute und hoffe du triffst die für dich richtige Entscheidung.
Gespeichert

LunaD

  • Neuling
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  • Beiträge: 2
Re: OP? Schwere Entscheidung..
« Antwort #2 am: 25. Juli 2017, 20:34:14 »

Hallo Midow,
Erstmal danke für deine ausführliche Antwort.

Dass es bei den Ärzten enorme Unterschiede gibt, gabe ivh auch schon bemerkt.  Da wollte ich mich auch mal einlesen, beim die meisten gute Erfahrungen gemacht haben.
Dass von einer Variante, bei der an den Rippen erstmal was “kaputt“ gemacht wird, abzuraten ist, wusste ich allerdings noch nicht. Von daher ein sehr guter Hinweis, danke!

Was den Muskelaufbau betrifft habe ich dadurch immer versucht, einer Feststellung entgegen zu arbeiten. Ich hoffe, ich habe damit nichts verschlimmert :D

Ich glaube, du hast ganz recht damit, dass ich mir die Zeit nehmen sollte, mir möglichst viele Erfahrungsberichte durchzulesen. Vielleicht verliere ich nach und nach dann auch die Angst vor der optischen Veränderung.
Vielleicht finde ich ja auch in den ein oder anderen aus weiblicher Sicht verfassten Beitrag.
Was ich bisher schon so gelesen habe, liest sich ja eher wie Horrorgeschichten, aber Schmerzen und während der Genesung eingeschränkt zu sein, gehört dazu, das ist für mich keine Frage.

Ich bin auf jeden Fall froh, endlich einmal auf “Leidensgenossen“ zu treffen und frei darüber sprechen zu können.

LG
Gespeichert