Trichterbrustforum.de

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Autor Thema: Trichterbrust OP bei Dr. Rokitansky in Wien  (Gelesen 490 mal)

lichti1

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 5
Trichterbrust OP bei Dr. Rokitansky in Wien
« am: 26. Juli 2017, 14:46:46 »

Hiermit möchte ich auch meine Erfahrungen veröffentlichen.

Alter: 19
Größe: 186cm
Körpertyp: Ektomorph
Trichterbrust: ~2.5cm asymmetrisch

Vorgeschichte:
Bis zu meinem ~13 Lebensjahr habe ich ohne Probleme mit der Trichterbrust leben können, ich habe sie nicht einmal bewusst wahrgenommen, da sie anfangs nicht wirklich ausgeprägt war.
Doch im Laufe der Pubertät wurde die Trichterbrust dann doch sichtbar. Seit diesem Zeitpunkt war ich ein seltener Gast in Schwimmbädern und auch wenn ich mit Freunden in der Sommerhitze unterwegs war, bin ich lieber mit einem Shirt dagesessen, weil es mir einfach unangenehm war, auch wenn meine Freunde es nicht als schlimm empfunden haben. Die Jahre vergingen und mit 17 habe ich dann die Behandlung mit der Saugglocke ausprobiert: 6 Monate, die nervigsten 6 Monate meines Lebens. Hautrötungen, stundenlanges Tragen von einer Saugglocke und das Ganze mit nicht mal einmal einem kleinen Erfolg nach der Zeit :) Darauf ist wieder Zeit vergangen, jedoch habe ich mich dann doch entschlossen zu meinem Hausarzt zu gehen, welcher mich nach Wien schickte. Er kennt noch jemanden, welcher dort mit einer OP sehr gute Erfahrungen gemacht hatte. Zuerst wurde mir eine Makrolanunterspritzung empfohlen mit einer Überweisung zu Dr. Rokitansky. Dieser erklärte mir aber, dass es derzeit nicht geliefert wird, die Unterspritzung regelmäßig wiederholt werden müsste und jedes Mal über 1000€ fällig wären. Er hat mir zu der operativen Korrektur geraten, da bei mir ein leistungsbedingtes Herzrasen festgestellt worden ist, weil das Brustbein auf meine rechte Herzhälfte drückt, was mein subjektives Herzklopfen bestätigt hat. Trichtertiefe lag bei etwa 2,5cm. Hört sich nicht wirklich tief an ist allerdings bei nicht 100% gerader Haltung und einem schlanken Körperbau stark sichtbar. Meine zwei Beschwerden waren, dass ich einerseits bei hoher sportlicher Belastung mit meinem Kreislauf zu kämpfen hatte und andererseits, dass man mit seinem eigenen Körper nicht voll und ganz zufrieden ist.

Deswegen habe ich bei der OP eingewilligt und dann ging alles relativ schnell. Ich brachte meine Matura hinter mich und eine Woche nach der Maturareise ging es schon ins Krankenhaus, am 6.7.2017 um 16:00 Uhr. Dort wurde ich am selben Tag noch über alle Risiken aufgeklärt, der OP Ablauf wurde genau beschrieben, letztes Gespräch mit Dr. Rokitansky vor OP, Zugang wurde gelegt, Blut abgenommen und ich wurde in mein Zimmer geführt. (Einzelzimmer auf der Station für Kinder- und Jugenchirugie)

Tag der OP: 7.7.2017
Geschlafen habe ich wirklich ausgezeichnet und hatte überhaupt keine Bedenken und circa um 8:00 wurde ich abgeholt. Dann gab es kein Zurück mehr. Im OP Raum legte ich mich auf den OP-Tisch und dann ging alles ganz schnell. Ich, alles andere als ein Morgenmensch, habe es anscheinend geschafft vor der Narkose wieder einzuschlafen (kann mich nicht mehr an eine Narkose erinnern), wahrscheinlich war es das Beruhigungsmittel, obwohl ich nicht weiß ob ich eines bekommen hab, war eigentlich immer entspannt. Davor haben sich alle Ärzte kurz vorgestellt und mir jegliche Bedenken genommen, echt ein tollen Team. Die OP hat einige Stunden gedauert inkl. Vorbereitung und dann bin ich einige Stunden später im Aufwachraum aufgewacht. Erstmal gebeten bei meinen Eltern Bescheid zu geben, dass alles sehr gut verlaufen ist und dann weitergeschlafen. Ich hatte eine PCR-Schmerzpumpe - traumhaft :). Ich hatte in der ersten Zeit wirklich fast keine Schmerzen und wenn waren sie wirklich sehr sehr erträglich. Die erste Nacht musste ich im Aufwachraum verbringen und ja gleich vorab, das war das schlimmste an der OP. Alles piebst, die anderen sind laut, es ist überall Licht, ich hatte Durst ohne Ende, musst bei den Schwestern um Wasser betteln, dieser Wasserspray war mir bei weitem nicht genug. Vor meinem Platz genau die Uhr, eine Nacht quasi wach gelegen mit Blick auf die Uhr. Man kann sich vorstellen wie schnell die Zeit vergehen kann...

Die Tage nach der OP:
3 Tage lang hatte ich die Schmerzpumpe, anfangs eigentlich durchgehend gedrückt, am nächstem Tag nur mehr einmal und dann gar nicht mehr. Schmerzmittel habe ich bis 4 Tage nach der OP genommen, am 5ten Tag glaub ich auch noch eine Parkemed Tablette. Sonst waren die Schmerzen so erträglich, dass ich wirklich gut ohne klargekommen bin und es war mir lieber etwas Schmerzen auszuhalten als meinen Körper zusätzlich mit Schmerzmitteln vollzupumpen, da ich eh schon genug Infusionen bekommen habe. Nach 2 Tagen waren die Drainagen auf der Seite draußen, nach 3 Tagen auch die in der Mitte. Aufstehen ging schon am ersten Post-OP Tag und seitdem bin ich immer mehr gegangen. Als die Drainagen draußen waren, ging ich dann auch schon durchs Krankenhaus und im Park spazieren. Beim Gehen war ich allerdings noch etwas verspannt und steif, jedoch war es viel besser als die Rückenschmerzen im Liegen. Ehrlich gesagt, waren die schlimmsten Schmerzen dir Rückenschmerzen. (hätte vielleicht vorher mehr den Rücken trainieren sollen).
Die Zeit im Krankenhaus verging von Tag zu Tag schneller, da die Schmerzen immer besser wurden. Duschen konnte ich 3 Tage nach der OP alleine. Im Zimmer hatte ich einen Fernseher. Laptop hatte ich auch mit, jedoch gab es dort kein Wlan – Weltuntergang... Allerdings gibt es bei Drei eine Internet Flatrate Wertkarte (kleiner Tipp) Dual-Sim Handy war also eine Woche lang mein Router und versorgte mich mit schnellem Internet. Somit war der Kontakt nach außen gegeben und Besuch habe ich auch viel gehabt.  Somit war die Woche im Krankenhaus erträglich, dennoch war ich sehr sehr froh als ich wieder daheim war, da ich diesen Krankenhaus Geruch schrecklich gefunden habe und das Essen hat mich auch nicht wirklich begeistert.

Entlassung:
Genau eine Woche nach der OP und ich war so weit, dass ich alleine mit dem Zug nach Hause gefahren bin. Zu Hause war die erste Woche noch fad, da man noch ganz schön eigeschränkt war und doch noch sehr vorsichtig ist. Allgemeinzustand wurde immer besser. Dann eine Woche später wurden die Nähte gezogen und die Antibiotika abgesetzt. Und was soll ich sagen, ab diesem Zeitpunkt ging es ganz steil nach oben. Lungenvolumen wird spürbar wieder sehr viel besser, ich fühl mich wieder gut fit, war auch 16 Tage nach der OP wieder auf einer Geburtstagsfeier für 9h ohne Probleme, Auto fahren auch kein Problem mehr, Boot fahren ebenso kein Problem, Gehen sowieso nicht und an Alkohol habe ich mich auch wieder rangetastet, bin halt am Wochenende oft unterwegs :) Mittlerweile bin ich so weit, dass ich alles eigenständig erledigen kann bis auf schwere Sachen heben und Co. Ich werde mich bis vier Wochen nach der OP noch Schonen, da ich keinesfalls etwas riskieren will. Pflaster sind mittlerweile auch schon alle unten, allerdings habe ich allergisch reagiert, deswegen ist bei der Narbe in der Mitte alle rundherum rot und hat auch etwas geeitert, allerdings hat sich dort die Haut nun etwas abgelöst und es wird besser. Nun kann ich auf die Sportfreigabe warten, diese bekomme ich 4-6 Wochen nach der OP. Nach 4 Wochen, wenn alles perfekt läuft, darf ich hoffentlich wieder mit Rad fahren beginnen, nach 6 Wochen ist der Plan, dass alles wieder erlaubt ist. Brust fühlt sich noch etwas taub an und hin und wieder knackst es noch leicht, allerdings ohne Schmerzen. Beim Nähte ziehen, wurde auch ein Ultraschall gemacht, bis jetzt alles einwandfrei.
Aktueller Stand: 19 Tage nach der OP

Die Ärzte:
Dr. Rokitansky hat von Anfang an einen sehr positiven Eindruck erweckt. Man fühlt sich bei Ihm wirklich wohl und man merkt, dass er ein Profi auf dem Gebiet ist und macht einen sehr kompetenten Eindruck, weshalb ich keine Bedenken vor und nach der OP hatte. Jede offene Frage wird einem ehrlich und ausführlich beantwortet.
Auch alle anderen Ärzte wirkten sehr kompetent und sympathisch auf mich und ich wurde jeden Tag 2-3x im Zuge der Visite von den Ärzten besucht. Weiters wurde bei der OP denke ich sehr professionell gearbeitet, da das Ergebnis für sich spricht. Auch die Narben sind derzeit auf einem sehr guten Weg und wurden sehr sauber vernäht.

Die Schwestern:
Da kann man wirklich nicht viel sagen, wirklich alles Top. Ich bin allen auf der Station 44 im SMZ-Ost wirklich sehr dankbar. Man fühlte sich rundum gut betreut und immer, wenn man jemanden benötigt hat, war nach kurzer Zeit schon wer da. Alle waren immer freundlich und ich habe mich wirklich wohl gefühlt. Danke!

Zusatz:
Ich bereue die OP derzeit überhaupt nicht und bin wirklich froh diese gemacht zu haben, auch mein Freundeskreis hat mich dabei stets unterstützt. Ich spüre den Bügel quasi nicht mehr, bis auf den Seiten, wenn ich darauf drücke. Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Meine Trichterbrust war asymmetrisch. Ich kann jedem der ebenfalls über eine OP nachdenkt Dr. Rokitansky und sein Team im Donauspital (SMZ OST) in Wien nur empfehlen.
Was denke ich auch bei meiner schnellen Genesung geholfen hat war meine sportliche Aktivität vor der OP. Habe Monate davor wirklich viel Ausdauersport betrieben und auch die Muskulatur gestärkt um möglichst fit bei der OP zu erscheinen. Auch eine Woche davor habe ich keinen Alkohol getrunken. Nichtraucher bin ich sowieso schon immer.

Kosten:
OP wurde von der Krankenkasse übernommen, habe nicht einmal selbst angefragt. Der einzige Kostenpunkt war das Chefarzthonorar, welches die OP und die Ordination beinhaltet, allerdings zu einem sehr fairem und gutem Preis.

Für weitere Fragen stehe ich selbstverständlich offen!
MfG.
Gespeichert

jule891611

  • Wiedergänger
  • **
  • Beiträge: 58
Re: Trichterbrust OP bei Dr. Rokitansky in Wien
« Antwort #1 am: 27. Juli 2017, 10:00:15 »

hey lichti,

freut mich sehr für dich dass alles so gut gelaufen ist!

dürfen wir bilder vom ergebnis sehen ?
Gespeichert

lichti1

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 5
Re: Trichterbrust OP bei Dr. Rokitansky in Wien
« Antwort #2 am: 27. Juli 2017, 13:35:18 »

hallo, selbstverständlich werde ich Bilder vom Ergebnis hochladen, allerdings warte ich noch bis die Pflasterallergie abgeklungen ist. Sollte noch ein paar Tage dauern, aber dann sieht man erst das richtige Ergebnis :)
Gespeichert

nika

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 2
Re: Trichterbrust OP bei Dr. Rokitansky in Wien
« Antwort #3 am: 23. August 2017, 13:52:27 »

Na, so ein Zufall. Ich hatte am 12.07.17 im SMZ Ost meine TB-OP und war auch auf Station 44. Das wir uns da nicht über den Weg gelaufen sind ? ;)

Freut mich sehr, dass es dir schon besser geht  :D
Mfg
Gespeichert

lichti1

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 5
Re: Trichterbrust OP bei Dr. Rokitansky in Wien
« Antwort #4 am: 23. August 2017, 20:10:54 »

Hier noch die versprochenen Fotos.
Bin mittlerweile schon wieder zu 95% fit wie davor, mache regelmäßig Sport und habe keine Einschränkungen mehr. Alles geht wieder ganz problemlos und ich habe keine Schmerzen. Die NArben sind zwar teils noch recht stark sichtbar, aber gut, alles eine Frage der Zeit.

@Nika
Vielleicht sind wir uns ja über den Weg gelaufen nur unbewusst ;) Wie lange hast du denn gebraucht um aus dem Bett zu kommen bzw wie gehts dir jetzt?
MfG.
Gespeichert

nika

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 2
Re: Trichterbrust OP bei Dr. Rokitansky in Wien
« Antwort #5 am: 24. August 2017, 20:37:38 »

Nach ca.. 3 Tagen konnte ich alleine auf die Toilette gehen und nach ca.5 Tagen war ich schon draußen spazieren  ;D

Jetzt geht es mir auch schon sehr gut danke  :)
Gespeichert