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Autor Thema: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins  (Gelesen 683 mal)

PlasticChest

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Hallo zusammen!

Ich bin männlich, 20 Jahre alt und komme aus Bayern.
Seit längerem bin ich schon stiller Mitleser, allerdings habe ich jetzt auch ein paar Fragen.

1. Habe ich überhaupt eine Chance auf Kostenübernahme?

Meine Trichterbrust ist gerade einmal 3-4 Zentimeter tief und bereitet mir keine wirklichen gesundheitlichen Probleme.
Es geht mir auch hauptsächlich um die Optik. Vor wenigen Tagen wurde eine MRT-Untersuchung (wegen etwas anderem) durchgeführt, auf der man gesehen hat, dass sich die Beeinträchtigung der Organe in Grenzen hält. Allerdings leide ich unter einer Bindegewebserkrankung. Es wurde schon ein Gentest durchgeführt, allerdings sind die Ergebnisse noch nicht da. Es wird wohl Ehlers-Danlos oder das Marfan-Syndrom sein. Habe ich dadurch eine Vorteil? Immerhin sind die Herzklappen hierdurch erheblich empfindlicher oder zahlt die Kasse erst, wenn die Klappen schon versagen?


2. Was kostet der Spaß als Selbstzahler?

Wahrscheinlich die für mich interessanteste Frage, da ich keine große Hoffnung auf eine Übernahme sehe.

Ich habe mehrere ältere Threads gefunden, in denen man die Auflistung für die PKV sieht.
Mich würde es allerdings einmal interessieren was ein "richtiger" Selbstzahler an Kosten hatte.
Wird doch bestimmt den ein oder anderen hier geben oder?

Sind 6000€ (Chefarzt 8000€) für Chirurgen und 6000€ für den Klinkaufenhalt realistisch? So dass die erste OP 12000€ kostet?

3. Ist eine OP überhaupt möglich?

Beim MRT ist dem Radiologen aufgefallen, dass mein Brustbein aus einen einzigen Knochen besteht. (normalerweise aus zwei Teilen)
Er meinte dass es wohl keinerlei Auswirkungen hat.
Ich wollte allerdings hier einmal nachfragen, ob es bereits einen ähnlichen Fall gab.
Laut seiner Aussage wäre so etwas sehr selten.

Viele Grüße und danke für eure Antworten!  :)
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annaj

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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #1 am: 19. Dezember 2017, 22:47:22 »

manche kassen sind sehr unrealistisch und lehnen auch deutliche Befunde ab. Es gibt leider kein Standardwert bei TB, wo sie die Kosten übernehmen müssen. Sprich mit dem Chirurg welche Erfahrung er mit den Kassen hat. Auch er kann dir einen Kostenvoranschlag stellen. Ob du als risikopatient eingestuft wird oder nicht kann ich nicht beurteilen, er schon. Ich würde nicht davon ausgehen, abgelehnt zu werden.
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1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
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ex.pectus

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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #2 am: 19. Dezember 2017, 23:02:38 »

falls in den älteren Threads Beiträge von mir dabei waren, habe ich eigentlich schon immer folgendes betont:

Zitat
Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen (Krankenhausentgeltgesetz - KHEntgG)
§ 8 Berechnung der Entgelte
(1) Die Entgelte für allgemeine Krankenhausleistungen sind für alle Benutzer des Krankenhauses einheitlich zu berechnen;...
http://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__8.html

Zitat
D.h. für die allgemeinen Krankenhausleistungen dürfen keine unterschiedlichen Preise verlangt werden, egal ob gesetzlich oder privat versichert bzw. gar nicht versichert und Selbstzahler, egal, ob aus dem In- oder Ausland. Davon gibt es Ausnahmen, die aber hier nicht zutreffen.
Neben den allgemeinen Krankenhausleistungen gibt es noch Wahlleistungen. Die Wahlleistungen werden wiederum in ärztliche (Chefarztbehandlung) und in nichtärztliche (Komfortleistungen: Ein- oder Zweibettzimmer usw.) unterschieden.
http://ex-pectus.blogspot.de/2010/12/kosten-meiner-trichterbrust-operation.html

-> Die OP selbst (ohne Wahlleistung "Chefarzt" und "Unterbringung") kostet dich als Selbstzahler genauso viel wie deine PKV oder GKV, wenn diese die OP für dich bezahlen.
(Die Wahlleistung "Chefarzt" ist eine freiwillige Zusatzvereinbarung, die man nicht abschließen muss. Ohne eine solche Vereinbarung fallen keine Zusatzkosten an, auch wenn die OP durch den Chefarzt erfolgt. Wenn die OP nur über die GKV abgerechnet wird, erhält der Chefarzt natürlich keinerlei Zusatzentgelte von der GKV.)
« Letzte Änderung: 19. Dezember 2017, 23:07:12 von ex.pectus »
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PlasticChest

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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #3 am: 20. Dezember 2017, 19:37:39 »

Erstmal danke für eure Antworten!

manche kassen sind sehr unrealistisch und lehnen auch deutliche Befunde ab. Es gibt leider kein Standardwert bei TB, wo sie die Kosten übernehmen müssen. Sprich mit dem Chirurg welche Erfahrung er mit den Kassen hat. Auch er kann dir einen Kostenvoranschlag stellen. Ob du als risikopatient eingestuft wird oder nicht kann ich nicht beurteilen, er schon. Ich würde nicht davon ausgehen, abgelehnt zu werden.

Also kommt es letztendlich auf die Laune der Kasse an und der Befund ist fast schon zweitrangig? Das wäre in meinem Fall ja sogar von Vorteil.  :)

falls in den älteren Threads Beiträge von mir dabei waren, habe ich eigentlich schon immer folgendes betont:

Zitat
Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen (Krankenhausentgeltgesetz - KHEntgG)
§ 8 Berechnung der Entgelte
(1) Die Entgelte für allgemeine Krankenhausleistungen sind für alle Benutzer des Krankenhauses einheitlich zu berechnen;...
http://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__8.html

Zitat
D.h. für die allgemeinen Krankenhausleistungen dürfen keine unterschiedlichen Preise verlangt werden, egal ob gesetzlich oder privat versichert bzw. gar nicht versichert und Selbstzahler, egal, ob aus dem In- oder Ausland. Davon gibt es Ausnahmen, die aber hier nicht zutreffen.
Neben den allgemeinen Krankenhausleistungen gibt es noch Wahlleistungen. Die Wahlleistungen werden wiederum in ärztliche (Chefarztbehandlung) und in nichtärztliche (Komfortleistungen: Ein- oder Zweibettzimmer usw.) unterschieden.
http://ex-pectus.blogspot.de/2010/12/kosten-meiner-trichterbrust-operation.html

-> Die OP selbst (ohne Wahlleistung "Chefarzt" und "Unterbringung") kostet dich als Selbstzahler genauso viel wie deine PKV oder GKV, wenn diese die OP für dich bezahlen.
(Die Wahlleistung "Chefarzt" ist eine freiwillige Zusatzvereinbarung, die man nicht abschließen muss. Ohne eine solche Vereinbarung fallen keine Zusatzkosten an, auch wenn die OP durch den Chefarzt erfolgt. Wenn die OP nur über die GKV abgerechnet wird, erhält der Chefarzt natürlich keinerlei Zusatzentgelte von der GKV.)

Also DARF der Arzt Selbstzahler und Privatpatienten gar nicht unterschiedlich abkassieren wenn ich das richtige verstehe oder?
Man liest ja immer von ausländischen Patienten die über 20000€ zu zahlen haben.


Und da habe ich gleich noch eine Frage: Gibt es eine Folgekostenversicherung für die TB-OP?
Für "normale" plastisch-ästhetische Oeprationen gibt es sowas, nur habe ich in deren Leistungskatalog leider nichts von der Tricherbrust gelesen.
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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #4 am: 20. Dezember 2017, 21:13:42 »

Also DARF der Arzt Selbstzahler und Privatpatienten gar nicht unterschiedlich abkassieren wenn ich das richtige verstehe oder?

Wenn man nicht auf freiwilliger Basis zusätzliche ärztliche Wahlleistungen ("Chefarzt") in Anspruch nimmt, sind die KH-Kosten für die OP für alle gleich. (Ohne wirksam abgeschlossene Wahlleistungsvereinbarung macht es für die Kosten keinen Unterscheid, wenn die OP vom Chefarzt durchgeführt wird.)

Und wenn man ärztliche Wahlleistungen ("Chefarzt") zusätzlich auf freiwilliger Basis vereinbart, müssen diese Leistungen nach der GOÄ auch für alle gleich abgerechnet werden. Allerdings gibt es nach der GOÄ die theoretische Möglichkeit, dass Arzt und Patient vor der OP höhere Gebühren vereinbaren (s. § 2 GOÄ):

Zitat
(2) Eine Vereinbarung nach Absatz 1 Satz 1 ist nach persönlicher Absprache im Einzelfall zwischen Arzt und Zahlungspflichtigem vor Erbringung der Leistung des Arztes in einem Schriftstück zu treffen. Dieses muß neben der Nummer und der Bezeichnung der Leistung, dem Steigerungssatz und dem vereinbarten Betrag auch die Feststellung enthalten, daß eine Erstattung der Vergütung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist. Weitere Erklärungen darf die Vereinbarung nicht enthalten. Der Arzt hat dem Zahlungspflichtigen einen Abdruck der Vereinbarung auszuhändigen.
https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/__2.html

Man liest ja immer von ausländischen Patienten die über 20000€ zu zahlen haben.

Für mich hat sich das immer so angehört, dass da keine abweichenden Vergütungen vorab wirksam vereinbart worden sind. Jedenfalls habe ich noch nie davon gehört. Ich würde das also eher so verstehen, dass die Patienten vorab einen Kostenvorschuss in der Höhe bezahlt haben, über den dann später ggf. abzurechnen wäre. Aber um sich dazu ein Urteil bilden zu können, müsste man mal die Fakten kennen. Eine OP in D einfach so pauschal mit einem runden Betrag abzurechnen, ist sehr wahrscheinlich nicht legal.

Und da habe ich gleich noch eine Frage: Gibt es eine Folgekostenversicherung für die TB-OP?
Für "normale" plastisch-ästhetische Oeprationen gibt es sowas, nur habe ich in deren Leistungskatalog leider nichts von der Tricherbrust gelesen.

Wo hast du denn geschaut?
« Letzte Änderung: 20. Dezember 2017, 21:18:49 von ex.pectus »
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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #5 am: 20. Dezember 2017, 22:55:07 »

Okay, jetzt hab ich es verstanden.  :)


Das mit den ausländischen Patienten habe ich immer ähnlich gesehen. Sozusagen als Sicherheit, dass die Person sich nicht einfach aus dem Staub macht ohne die Folgekosten bezahlt zu haben.


Ich habe mich bei "medassure" und " beautyprotect" umgesehen.
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annaj

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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #6 am: 20. Dezember 2017, 23:01:35 »


Man liest ja immer von ausländischen Patienten die über 20000€ zu zahlen haben.

Für mich hat sich das immer so angehört, dass da keine abweichenden Vergütungen vorab wirksam vereinbart worden sind. Jedenfalls habe ich noch nie davon gehört. Ich würde das also eher so verstehen, dass die Patienten vorab einen Kostenvorschuss in der Höhe bezahlt haben, über den dann später ggf. abzurechnen wäre. Aber um sich dazu ein Urteil bilden zu können, müsste man mal die Fakten kennen. Eine OP in D einfach so pauschal mit einem runden Betrag abzurechnen, ist sehr wahrscheinlich nicht legal.

Und da habe ich gleich noch eine Frage: Gibt es eine Folgekostenversicherung für die TB-OP?
Für "normale" plastisch-ästhetische Oeprationen gibt es sowas, nur habe ich in deren Leistungskatalog leider nichts von der Tricherbrust gelesen.

Ich denke es fällt ausserhalb die deutsche Regelung bei den ausländischen Patienten. Prof. Schaarschmidt berechnet pauschal ca 25.000, wobei ich nicht weiss was passiert wenn Komplikationen entstehen. Dr. Lützenberg z.B. folgt die DGR-Tabelle, jedenfalls mit den schwedischen Patienten (was Schaarschmidt nicht tut). Die nicht-europäischen Patienten (vor allem Amerikaner) zahlen wahrscheinlich ausschließlich privat, ihre Krankenkasse zuhause übernimmt keine Kosten. In Schweden übernimmt die KK die Kosten, es wird vorab ein Kostenvoranschlag gemacht der entweder abgelehnt oder angenommen wird. Wenn Komplikationen entstehen, fällt es nicht auf das deutsche System, sondern das schwedische. Ich weiss aber nicht wie es mit dem Abkommen zw. Buch und z.B. Schweden läuft, bei Komplikationen. Vielleicht rechnet der Professor ev. Komplikationen von sein Gewinn ab, schließlich macht er ca 15-17.000 €/Patient.

Die Zusatzversicherungen bei den Plastischen Op's sind höchst wahrscheinlich ausschließlich für den Bereich schönheits-Op's abschließbar. Eine Trichterbrustop ist kein Schönheitseingriff, auch wenn manche Kassen und Ärzte dies behaupten wollen.


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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #7 am: 21. Dezember 2017, 22:30:19 »

Ich denke es fällt ausserhalb die deutsche Regelung bei den ausländischen Patienten. Prof. Schaarschmidt berechnet pauschal ca 25.000, wobei ich nicht weiss was passiert wenn Komplikationen entstehen.

Im Jahr 2007 wurde Randy (sehr bekannter User bei pectusinfo.com) in Berlin von Prof. Schaarschmit operiert und der schrieb über seine Erfahrungen zum Thema Kosten bei Komplikationen:

Zitat
Carl, I was in Helios 47 days. When it was determined that I was a Train-Wreck, Schaar came to me saying "We will find a way, you have the best European Care possible, and there will be no expense to you" When I was ready to go home Schaar came to me and said "Helios has great expense into your care, I am being told that you must pay for this care. Schaar said, I told you there would be NO cost, I was mistaken, therefore I will pay one half of the cost Helios is asking" I agreed. When I got home I did not work, I was all beat up. (I did train) Also, the economy was being demolished. At the end of the day, I did NOT pay Helios, to this day I have a debt to Helios. Its a tough battle in the USA to have cash flow. I need to settle with Helios before I get my bars removed. Not proud of this fact, it is the Truth.
http://www.pectusinfo.com/board/viewthread.php?tid=9341&goto=search&pid=87505

Daraus kann man wohl folgendes herauslesen:
- selbst Prof. Schaarschmidt wusste bis 2007 nicht, wie das eigentlich korrekt funktioniert bzw. hat Randy nicht korrekt darüber informiert, wie abgerechnet wird
- Prof. Schaarschmidt ist weder Geschäftsführer noch Eigentümer von Helios Berlin-Buch, d.h. er ist gar nicht befugt, auf Kosten, die Helios entstehen zu verzichten (wenn schon, dann muss er die selber bezahlen)
- und nebenbei: Randy stand/steht ziemlich in der "Schuld" von Prof. Schaarschmidt/Helios; das wird wohl nicht unbedingt zur Objektivität seiner Foren-Beiträge beitragen

Die gesetzlichen Regelungen in D unterscheiden nicht zwischen in- und ausländischen Patienten. D.h. die Gesetze in D gelten auch für Ausländer, die nach D kommen. Ob man sich an die bestehenden Gesetze hält, ist natürlich eine ganz andere Frage. Ob hier gegen Gesetze verstoßen wurde, ist aus der Ferne und ohne Kenntnis der Details, schwer zu beurteilen. Aber warum nicht? Unmöglich ist das ja nicht. Meiner Meinung nach spricht viel mehr dafür als dagegen. Und falls gegen Gesetze verstoßen wurde, müsste das ja nicht mit Absicht passiert sein, sondern könnte auch einfach aus Unkenntnis oder auf Grund einer falschen Rechtsauffassung geschehen sein. Allerdings müsste sich die Abrechnungspraxis dann im Laufe der Jahre und mit dem Sammeln von Erfahrungen entsprechend geändert haben. Insoweit ist es dann auch von Bedeutung, aus welchem Jahr bestimmte Erfahrungsberichte stammen.

Meine Krankenhausrechnung von Helios lautete auch erst über 10.060,98 EUR. Davon hat meine PKV zunächst nur 5.000 EUR als Abschlag bezahlt und die Rechnung ausführlich geprüft. Dann wurden noch 745,86 nachgezahlt. Und ich glaube, dass das auch der Endstand war. (Zzgl. Chefarzt-Rechnungen) D.h. als normaler Patient hätte man vermutlich die Rechnung über 10000 EUR akzeptiert, weil man gar nicht die Möglichkeit einer Überprüfung hat. Die Rechnung kann man sich in meinem Blog ansehen: http://ex-pectus.blogspot.de/2010/12/kosten-meiner-trichterbrust-operation.html

Also: Gibt es auch aktuelle Fälle/Berichte, dass Ausländer in Berlin-Buch 25.000 EUR bezahlt haben oder ist das schon viele Jahre her?

Helios rechnet auch für internationale Patienten nach dem DRG-System ab:

Zitat
Payment for medical treatment is a very delicate matter. The HELIOS International Office provides cost estimates based on the patient’s information and treatment recommendations given by our medical specialists. The entire cost structure is based on the German DRG system, the official billing system used in Germany.
http://www.helios-international.com/patient-services/treatment-costs.html

Ich habe heute mal bei Helios Berlin-Buch angerufen und mich erkundigt: die aktuelle DGR-Basisfallrate liegt bei 3.350 EUR. Es gibt keine unterschiedliche Preise für unterschiedliche Länder, Scheichs aus Saudi-Arabien bezahlen das gleiche wie Patienten aus armen Ländern oder eben deutsche Patienten.

Neuerdings soll man sich bei einer TB-OP aussuchen können, ob man auf der Privatstation untergebracht wird (Einzelzimmer 230 EUR/Tag, Doppelzimmer 160 EUR/Tag) oder auf der Kinderchirurgie. Das war 2010 noch nicht so. Da wurden alle auf der Kinderchirurgie vom normalen Helios-KH untergebracht (was es noch unmöglicher/unwahrscheinlicher macht, legal 20.000 oder 25.000 EUR pauschal für eine normale TB-OP abzurechnen). Und man soll sich auch aussuchen können, ob man die Wahlleistungsvereinbarung ("Chefarzt") abschließt oder nicht.

Also falls es wirklich Patienten gibt, die in den letzten Jahren 25.000 EUR für eine Nuss-OP bezahlt haben, dann könnten die sich ihre Abrechnung mal ganz genau ansehen, ob die Rechnung auch korrekt ist. Und wenn sie noch keine Abrechnung haben, dann könnten sie die Abrechnung anfordern. Dann kann man zuviel gezahltes Geld auch noch Jahre später zurückfordern (Verjährung siehe § 199 BGB, vereinfacht frühstens nach 3 Jahren, u.U. max. 10 Jahren).

Dr. Lützenberg z.B. folgt die DGR-Tabelle, jedenfalls mit den schwedischen Patienten (was Schaarschmidt nicht tut).

Prof. Schaarschmidt arbeitet bei Helios und Helios rechnet nach der DRG-Tabelle ab. Und die Dame von Helios, mit der ich heute gesprochen habe, meinte auch, dass dies auch so für Patienten aus Schweden sei, die in Schweden nicht rechtzeitig einen OP-Termin bekommen und sich deshalb in D operieren lassen können.

Ich habe mich bei "medassure" und " beautyprotect" umgesehen.

Schau mal, ob dort nicht ganz allgemein von "medizinisch nicht notwendigen" OPs die Rede ist.
s.a. https://www.trichterbrustforum.de/index.php/topic,2354.msg17823.html#msg17823

« Letzte Änderung: 21. Dezember 2017, 22:40:36 von ex.pectus »
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annaj

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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #8 am: 21. Dezember 2017, 23:39:15 »


Dr. Lützenberg z.B. folgt die DGR-Tabelle, jedenfalls mit den schwedischen Patienten (was Schaarschmidt nicht tut).

Prof. Schaarschmidt arbeitet bei Helios und Helios rechnet nach der DRG-Tabelle ab. Und die Dame von Helios, mit der ich heute gesprochen habe, meinte auch, dass dies auch so für Patienten aus Schweden sei, die in Schweden nicht rechtzeitig einen OP-Termin bekommen und sich deshalb in D operieren lassen können.

Ja natürlich rechnen die nach der DRG-Tabelle, aber zusätzlich wird was draufgelegt sonst wären die Rechnungen nicht auf ca 25.000 €. Ich habe mich mit der schwedische KK vor einigen Jahren darüber unterhalten. Auch über den Vergleich zu den Kostenvoranschläge und die Endrechnungen von dr. Lützenberg. Die KK schien damals echt nicht den Durchblick gehabt zu haben... haben immer alles erstattet, also die 25.000€. Was danach für den schwedischen Patienten und KK passiert ist, weiss ich leider nicht. Laut die DRG-Tabelle in Schweden scheint eine TB-Op mehr zu kosten, das kann zu leichtes durchwinken geführt haben...

"Initially I contacted the two most popular surgeons from this forum, Dr J and Professor Schaar. Both replied that they could certainly help me - the cost of redo surgery in the US was going to range between $48,000 - $96,000 depending on the complexity of the fix (I'd like golden Nuss bars for that price :)). Professor Schaar’s price was more reasonable at a flat rate of 24,000 euro (however this offer was time sensitive and would increase to 28,000 euro unless I came by August at the latest)....
...Dr Lützenberg made it very clear that my surgery would be the exact same price that a German patient would pay through their public health system. He is employed through the Otto Von Guericke University Hospital in Magdeberg and he does not profit from taking on international patients. After consulting with the hospital administration he got back to me with the final cost plan and it was a very reasonable 11,500 euro."

http://www.pectusinfo.com/board/viewthread.php?tid=11489#pid107553

Alte Angaben, Suspektes ist übrigens Schwede: http://www.pectusinfo.com/board/viewthread.php?tid=7671#pid69306

Preise Dr. Jarosewsky, wobei ich deutlich höhere Preise auch gesehen habe: http://www.pectusinfo.com/board/viewthread.php?tid=11448#pid107288
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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #9 am: 23. Dezember 2017, 09:24:37 »

Super! Vielen Dank annaj!  :)

Jetzt habe ich endlich einen Betrag für Selbstzahler bei Dr. Lützenberg.

Wenn ich das so lese, dann greift Prof. Schaarschmidt ordentlich bei den Selbstzahlern zu.
Ich werde jetzt einmal einen Termin in Berlin ausmachen und wenn die Krankenkasse nicht zahlt, dann gehe ich nach Magdeburg.
Den Preis finde ich völlig in Ordnung für eine Operation.
Da ich erst 20 bin, der Trichter nicht tief ist und nicht vor-operiert bin, werde ich wohl kein besonders schwerer Fall sein, der unbedingt zu Schaarschmidt muss.  ;D

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annaj

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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #10 am: 23. Dezember 2017, 11:05:34 »


Da ich erst 20 bin, der Trichter nicht tief ist und nicht vor-operiert bin, werde ich wohl kein besonders schwerer Fall sein, der unbedingt zu Schaarschmidt muss.  ;D

hehe, eher andersrum...
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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #11 am: 23. Dezember 2017, 12:07:22 »

hehe, eher andersrum...

Wie meinst du das?  :)
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annaj

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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #12 am: 23. Dezember 2017, 14:38:00 »

schwere fälle und re-op's gehen zu Lützenberg, wenn sie gut informiert sind.
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Re: Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins
« Antwort #13 am: 23. Dezember 2017, 17:22:41 »

Das wird wie so oft eine Glaubensfrage sein.
Jeder sagt da etwas anderes.  :)

Ich gehe jetzt erst einmal zu Schaarschmidt, weil er wohl hartnäckiger ist wenn es um die Kostenübernahme der KK geht.

Wenn die abgelehnt wird nehme ich Lützenberg, da er näher, günstiger und wohl gleich gut ist.  :)
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