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Fragen zur OP: Kostenübernahme, Selbstzahler, Anomalie des Brustbeins

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PlasticChest:
Hallo zusammen!

Ich bin männlich, 20 Jahre alt und komme aus Bayern.
Seit längerem bin ich schon stiller Mitleser, allerdings habe ich jetzt auch ein paar Fragen.

1. Habe ich überhaupt eine Chance auf Kostenübernahme?

Meine Trichterbrust ist gerade einmal 3-4 Zentimeter tief und bereitet mir keine wirklichen gesundheitlichen Probleme.
Es geht mir auch hauptsächlich um die Optik. Vor wenigen Tagen wurde eine MRT-Untersuchung (wegen etwas anderem) durchgeführt, auf der man gesehen hat, dass sich die Beeinträchtigung der Organe in Grenzen hält. Allerdings leide ich unter einer Bindegewebserkrankung. Es wurde schon ein Gentest durchgeführt, allerdings sind die Ergebnisse noch nicht da. Es wird wohl Ehlers-Danlos oder das Marfan-Syndrom sein. Habe ich dadurch eine Vorteil? Immerhin sind die Herzklappen hierdurch erheblich empfindlicher oder zahlt die Kasse erst, wenn die Klappen schon versagen?


2. Was kostet der Spaß als Selbstzahler?

Wahrscheinlich die für mich interessanteste Frage, da ich keine große Hoffnung auf eine Übernahme sehe.

Ich habe mehrere ältere Threads gefunden, in denen man die Auflistung für die PKV sieht.
Mich würde es allerdings einmal interessieren was ein "richtiger" Selbstzahler an Kosten hatte.
Wird doch bestimmt den ein oder anderen hier geben oder?

Sind 6000€ (Chefarzt 8000€) für Chirurgen und 6000€ für den Klinkaufenhalt realistisch? So dass die erste OP 12000€ kostet?

3. Ist eine OP überhaupt möglich?

Beim MRT ist dem Radiologen aufgefallen, dass mein Brustbein aus einen einzigen Knochen besteht. (normalerweise aus zwei Teilen)
Er meinte dass es wohl keinerlei Auswirkungen hat.
Ich wollte allerdings hier einmal nachfragen, ob es bereits einen ähnlichen Fall gab.
Laut seiner Aussage wäre so etwas sehr selten.

Viele Grüße und danke für eure Antworten!  :)

annaj:
manche kassen sind sehr unrealistisch und lehnen auch deutliche Befunde ab. Es gibt leider kein Standardwert bei TB, wo sie die Kosten übernehmen müssen. Sprich mit dem Chirurg welche Erfahrung er mit den Kassen hat. Auch er kann dir einen Kostenvoranschlag stellen. Ob du als risikopatient eingestuft wird oder nicht kann ich nicht beurteilen, er schon. Ich würde nicht davon ausgehen, abgelehnt zu werden.

ex.pectus:
falls in den älteren Threads Beiträge von mir dabei waren, habe ich eigentlich schon immer folgendes betont:


--- Zitat ---Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen (Krankenhausentgeltgesetz - KHEntgG)
§ 8 Berechnung der Entgelte
(1) Die Entgelte für allgemeine Krankenhausleistungen sind für alle Benutzer des Krankenhauses einheitlich zu berechnen;...
http://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__8.html
--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---D.h. für die allgemeinen Krankenhausleistungen dürfen keine unterschiedlichen Preise verlangt werden, egal ob gesetzlich oder privat versichert bzw. gar nicht versichert und Selbstzahler, egal, ob aus dem In- oder Ausland. Davon gibt es Ausnahmen, die aber hier nicht zutreffen.
Neben den allgemeinen Krankenhausleistungen gibt es noch Wahlleistungen. Die Wahlleistungen werden wiederum in ärztliche (Chefarztbehandlung) und in nichtärztliche (Komfortleistungen: Ein- oder Zweibettzimmer usw.) unterschieden.
http://ex-pectus.blogspot.de/2010/12/kosten-meiner-trichterbrust-operation.html
--- Ende Zitat ---

-> Die OP selbst (ohne Wahlleistung "Chefarzt" und "Unterbringung") kostet dich als Selbstzahler genauso viel wie deine PKV oder GKV, wenn diese die OP für dich bezahlen.
(Die Wahlleistung "Chefarzt" ist eine freiwillige Zusatzvereinbarung, die man nicht abschließen muss. Ohne eine solche Vereinbarung fallen keine Zusatzkosten an, auch wenn die OP durch den Chefarzt erfolgt. Wenn die OP nur über die GKV abgerechnet wird, erhält der Chefarzt natürlich keinerlei Zusatzentgelte von der GKV.)

PlasticChest:
Erstmal danke für eure Antworten!


--- Zitat von: annaj am 19. Dezember 2017, 22:47:22 ---manche kassen sind sehr unrealistisch und lehnen auch deutliche Befunde ab. Es gibt leider kein Standardwert bei TB, wo sie die Kosten übernehmen müssen. Sprich mit dem Chirurg welche Erfahrung er mit den Kassen hat. Auch er kann dir einen Kostenvoranschlag stellen. Ob du als risikopatient eingestuft wird oder nicht kann ich nicht beurteilen, er schon. Ich würde nicht davon ausgehen, abgelehnt zu werden.

--- Ende Zitat ---

Also kommt es letztendlich auf die Laune der Kasse an und der Befund ist fast schon zweitrangig? Das wäre in meinem Fall ja sogar von Vorteil.  :)


--- Zitat von: ex.pectus am 19. Dezember 2017, 23:02:38 ---falls in den älteren Threads Beiträge von mir dabei waren, habe ich eigentlich schon immer folgendes betont:


--- Zitat ---Gesetz über die Entgelte für voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen (Krankenhausentgeltgesetz - KHEntgG)
§ 8 Berechnung der Entgelte
(1) Die Entgelte für allgemeine Krankenhausleistungen sind für alle Benutzer des Krankenhauses einheitlich zu berechnen;...
http://www.gesetze-im-internet.de/khentgg/__8.html
--- Ende Zitat ---


--- Zitat ---D.h. für die allgemeinen Krankenhausleistungen dürfen keine unterschiedlichen Preise verlangt werden, egal ob gesetzlich oder privat versichert bzw. gar nicht versichert und Selbstzahler, egal, ob aus dem In- oder Ausland. Davon gibt es Ausnahmen, die aber hier nicht zutreffen.
Neben den allgemeinen Krankenhausleistungen gibt es noch Wahlleistungen. Die Wahlleistungen werden wiederum in ärztliche (Chefarztbehandlung) und in nichtärztliche (Komfortleistungen: Ein- oder Zweibettzimmer usw.) unterschieden.
http://ex-pectus.blogspot.de/2010/12/kosten-meiner-trichterbrust-operation.html
--- Ende Zitat ---

-> Die OP selbst (ohne Wahlleistung "Chefarzt" und "Unterbringung") kostet dich als Selbstzahler genauso viel wie deine PKV oder GKV, wenn diese die OP für dich bezahlen.
(Die Wahlleistung "Chefarzt" ist eine freiwillige Zusatzvereinbarung, die man nicht abschließen muss. Ohne eine solche Vereinbarung fallen keine Zusatzkosten an, auch wenn die OP durch den Chefarzt erfolgt. Wenn die OP nur über die GKV abgerechnet wird, erhält der Chefarzt natürlich keinerlei Zusatzentgelte von der GKV.)

--- Ende Zitat ---

Also DARF der Arzt Selbstzahler und Privatpatienten gar nicht unterschiedlich abkassieren wenn ich das richtige verstehe oder?
Man liest ja immer von ausländischen Patienten die über 20000€ zu zahlen haben.


Und da habe ich gleich noch eine Frage: Gibt es eine Folgekostenversicherung für die TB-OP?
Für "normale" plastisch-ästhetische Oeprationen gibt es sowas, nur habe ich in deren Leistungskatalog leider nichts von der Tricherbrust gelesen.

ex.pectus:

--- Zitat von: PlasticChest am 20. Dezember 2017, 19:37:39 ---Also DARF der Arzt Selbstzahler und Privatpatienten gar nicht unterschiedlich abkassieren wenn ich das richtige verstehe oder?
--- Ende Zitat ---

Wenn man nicht auf freiwilliger Basis zusätzliche ärztliche Wahlleistungen ("Chefarzt") in Anspruch nimmt, sind die KH-Kosten für die OP für alle gleich. (Ohne wirksam abgeschlossene Wahlleistungsvereinbarung macht es für die Kosten keinen Unterscheid, wenn die OP vom Chefarzt durchgeführt wird.)

Und wenn man ärztliche Wahlleistungen ("Chefarzt") zusätzlich auf freiwilliger Basis vereinbart, müssen diese Leistungen nach der GOÄ auch für alle gleich abgerechnet werden. Allerdings gibt es nach der GOÄ die theoretische Möglichkeit, dass Arzt und Patient vor der OP höhere Gebühren vereinbaren (s. § 2 GOÄ):


--- Zitat ---(2) Eine Vereinbarung nach Absatz 1 Satz 1 ist nach persönlicher Absprache im Einzelfall zwischen Arzt und Zahlungspflichtigem vor Erbringung der Leistung des Arztes in einem Schriftstück zu treffen. Dieses muß neben der Nummer und der Bezeichnung der Leistung, dem Steigerungssatz und dem vereinbarten Betrag auch die Feststellung enthalten, daß eine Erstattung der Vergütung durch Erstattungsstellen möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist. Weitere Erklärungen darf die Vereinbarung nicht enthalten. Der Arzt hat dem Zahlungspflichtigen einen Abdruck der Vereinbarung auszuhändigen.
https://www.gesetze-im-internet.de/go__1982/__2.html
--- Ende Zitat ---


--- Zitat von: PlasticChest am 20. Dezember 2017, 19:37:39 ---Man liest ja immer von ausländischen Patienten die über 20000€ zu zahlen haben.
--- Ende Zitat ---

Für mich hat sich das immer so angehört, dass da keine abweichenden Vergütungen vorab wirksam vereinbart worden sind. Jedenfalls habe ich noch nie davon gehört. Ich würde das also eher so verstehen, dass die Patienten vorab einen Kostenvorschuss in der Höhe bezahlt haben, über den dann später ggf. abzurechnen wäre. Aber um sich dazu ein Urteil bilden zu können, müsste man mal die Fakten kennen. Eine OP in D einfach so pauschal mit einem runden Betrag abzurechnen, ist sehr wahrscheinlich nicht legal.


--- Zitat von: PlasticChest am 20. Dezember 2017, 19:37:39 ---Und da habe ich gleich noch eine Frage: Gibt es eine Folgekostenversicherung für die TB-OP?
Für "normale" plastisch-ästhetische Oeprationen gibt es sowas, nur habe ich in deren Leistungskatalog leider nichts von der Tricherbrust gelesen.

--- Ende Zitat ---

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