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Trauma nach OP nach Nuss

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AnnaMiau:
Hallo,

Mein Name ist Anna und ich wurde vor ca 17 Jahren in Berlin Buch nach Nuss an meiner Trichterbrust operiert. Das Ergebnis ist gut, wenn auch nicht so wie ich es mir damals vorgestellt hatte....Ich dachte mein Oberkörper wäre dann so wie der von den andren Mädels 😬. Nach so langer Zeit ist immer noch alles an seinem Platz und nichts abgesunken. Die Zeit im Krankenhaus war schrecklich, da ich ein Pneu hatte und 2Wochen auf der Intensivstation war...und damals war das noch nicht diese schicke neue Klinik. Das alles so am Rande. Das ist jetzt so lange herund ich habe ein Trauma von der OP, das sich erst nach mehreren Jahren herauskristallisiert hat. Hat noch jemand soeine Erfahrung gemacht?

LG, Anna

P.S. Tut mir leid, wenn alles ein bisschen verwirrend klingt, ich bin aufgeregt. Man darf gern nachfragen.




So, jetzt hab ich viel Zeit für Ergänzungen. Wahrscheinlich kann mit meinen dürftigen Infos niemand was anfangen.
Also versuche ich mich mal zu erklären.
Ich wurde mit 15 Jahren in Berlin Buch von Prof. Dr. Schaarschmidt operiert und zwar zwei Wochen vor Weihnachten, damit ich nicht zu lange von der Schule fernbleiben musste. Mir wurden zwei Bügel eingesetzt, einer unter das Brustbein und einer über den Rippen. Mit einem Bogen wurde meine Lunge leicht verletzt, was dazu führte, dass sich ein Pneu gebildet hat. Dieses wurde nicht kleiner, darum blieb ich für zwei Wochen auf Intensiv, bis meine Eltern mit mir auf eigene Verantwortung nach Hause gefahren sind. Die Zeit im Krankenhaus war schrecklich, da ich Husten bekommen habe und die Medikamente nicht vertragen habe...Husten und sich übergeben ist nach so einer OP nicht unbedingt angenehm. Die ersten Tage waren wirklich schlimm, aber es wurde schnell besser. Ich war sehr froh, dass meine Mutter bei im Krankenhaus geblieben ist und mich unterstützt hat. Ich kann mich an die Tage vor der OP nicht mehr erinnern, wollte mir nicht erklären lassen, was genau gemacht wird. Ich weiß nur noch, dass Dr. Schaarschmidt irgendwelche Zeichnungen auf meinem Brustkorb gemacht hat. Auch an die Jahre vor der OP kann ich mich kaum erinnern. Als ich dann zuhause war und langsam wieder alles ok war, habe ich angefangen mich von meiner Familie zu entfernen und bin nur noch weg gewesen, viele Jahre lang. Ziemlich schnell kam ich in Therapie wegen Depressionen und Angststörungen. Ich bekam immer größere Schmerzen im ganzen Körper, war/bin fast immer müde und erschöpft. Zwischen meiner Familie und mir wurde alles immer schwieriger.

Die Bögen habe ich erst nach 7 Jahren entfernen lassen, aus Angst vor der OP. Meine Mutter hat mich wieder begleitet. Nach der OP hatte ich entsetzliche Schmerzen, welche von den Schwestern nur abgewunken wurden mit den Worten, dass ich nicht so jammern soll, weil es ja nur ne Materialentfernung war... nach ein paar Tagen stellte sich dann heraus, dass mir rechts die Rippen gebrochen wurden, weil sie noch einer Korrektur bedurften. Hm, hat uns nur leider niemand gesagt bzw. gefragt. Naja...

Ein Jahr später hatte ich einen Nervenzusammenbruch, war mittlerweile bei vielen Therapeuten, auch in einer psychosomatischen Klinik, aber erst vor gut zwei Jahren wurde zum ersten Mal die Vermutung geäußert, dass dies alles einen Zusammenhang haben könnte. Ich habe einfach nicht darüber gesprochen, über die Angst, dass ich keine Luft mehr bekomme, dass ich mich seit meiner OP nicht mehr an meinem eigenen Brustkorb angefasst habe, weil ich ihn als Fremdkörper empfinde. Das ist gerade das erste Mal, dass ich mich unter Menschen äußere, die auch so eine Operation hinter sich haben. Ich habe irgendwann auch mal einen Brief bekommen von einem Mädchen, das auch überlegt hatte sich operieren zu lassen. Ich habe immer noch ein schlechtes Gewissen, weil ich ihr nie geantwortet habe. Ich konnte einfach nicht. Nach der OP hat sich das Fernseh-Team von Brisant gemeldet bei mir, ob ich ein Interview geben würde. Habe ich auch gemacht. In der Folge wurde eine Operation von einem jungen Mann gezeigt und ich wurde befragt, wie es mir nach der OP geht, ob ich mehr Selbstwert habe. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was ich in dem Interview von mir gegeben habe. Für mich ist meine Vergangenheit ziemlich verschwommen. Vielleicht finde ich die Videokassette zuhause noch irgendwo. Ich weiß, dass das alles nicht unbedingt an dieser speziellen OP liegt, ich hatte einfach das Bedürfnis endlich mit Menschen zu sprechen, die vielleicht eine ähnliche Erfahrung gemacht haben.  Ich spüre auch leider noch immer ein starkes Taubheitsgefühl am gesamten Brustkorb, immer wieder schießen mir Bilder in den Kopf, wie ich aufgeschnitten werde und wie alles einfällt und wieder ein Loch in meinem Körper ist. Oft habe ich das Gefühl ich hätte durch die OP etwas verloren, was unwiederbringlich ist.

Und nicht, dass man mich falsch versteht, Dr. Schaarschmidt hat mich sehr gut behandelt und alles war im Großen und Ganzen in Ordnung. Auch das Ergebnis ist, denke ich, gut.

Ich würde mich wirklich sehr freuen, wenn jemand etwas dazu sagen könnte.

UpsUpsUps:
Mir geht es ähnlich so, ich fasse mich nicht an am Brustkorb, wenn ich mal muss zum sauber machen dann sehr ungern und nur in der Dusche, auch bin ich seit meiner Operation nichtmehr im Schwimmbad gewesen oder mal ohne t shirt rumgelaufen. Ängste hab ich keine und mein größter Wunsch wäre eine 2 Operation, Schmerzen sind mir egal, Hauptsache ich hab es probiert das ich am ende glücklich werde. Ist ja kein Leben wenn man sich vor einer Operation am Brustkorb anfassen kann und alles und danach nichtmehr. So 3 Monate nach meiner Operation hatte ich damit keinerlei Probleme, konnte mich da anfassen und alles, seitdem es langsam wieder eingesunken ist hat es mich verändert, die ganze Hoffnung und das Vertrauen war weg. Bin seitdem auch eher verkorkst wenn man das sagen darf, kann mich nicht wirklich freuen egal was ist, bin immer irgendwie traurig und enttäuscht und das seit über 4 jahren. War mal bei einer Psychologen aber hat mir nix gebracht, die erzählt mir was von meiner Kindheit und alles, so ein Unsinn, wenn ich vor meiner Operation anders war. Ich schieb auch nicht alles schlechte in meinem Leben auf meine Brust ich will einfach mal ohne t Shirt rumrennen ohne das ich mich schämen muss das ist alles, da kommt man sich ja vor wie ein Opfer der Gesellschaft. Ob ich ne 2 Operation bekomme weiß ich nicht, im Notfall Zahl ich es selber ( eineinhalb Jahre sparen) also werd ich es sicher irgendwann bekommem. Ich denke das du dir auch viele Hoffnungen gemacht hast und sie am Ende nicht erfüllt wurden, vlt solltest du auch darüber nachdenken nochmal etwas machen zu lassen. Ich denke auch oft über ein Implantat nach im schlimmsten Fall, dann würde ich wenigstens keine komplexe haben mich dort anzufassen, das würde für das Wohlbefinden sicher auch viel bringen. Ich denke der Trichter ist das Problem, das dieser noch nicht ganz weg ist, wie du selber sagst findest du selber das du nicht wie andere Mädchen/Frauen aussiehst, also bist du unzufrieden, wie ich. Ich will zum Beispiel nur ne flache Brust, ich will nicht der schönste sein, oder was weiß ich, nur das diese delle weg ist dann wäre ich glücklich.

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