Autor Thema: Trichterbrust Kostenübernahme?  (Gelesen 128 mal)

Jan161

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Trichterbrust Kostenübernahme?
« am: 03. Mai 2020, 16:26:26 »
Hey Leute,
dieses Jahr lasse ich mich bei Dr Heydweiller in der Uni Klinik Bonn untersuchen. Ich war bereits vor 3 Jahren bei Dr Heydweiller. Auf mich hat er einen sehr kompetenten Eindruck gemacht. :) Auf jeden Fall habe ich etwas Angst dass die Kosten nicht übernommen werden. Meine Trichterbrust ist vielleicht 2.5-3 cm tief. Da ich aber extrem schmal bin kommt meine Trichterbrust sehr zur Geltung. Ich bin 1.85 groß und wiege grad mal 60 kg. Ich habe bei Belastung schon schmerzen die extrem unangenehm sind. Allerdings kann man diese aushalten. Wenn ich laufe oder Fahrrad fahre pumpt mein Herz viel schneller und schwieriger Luft bekomme ich auch (je nach Situation)
Ich habe zudem ein seelisches Leiden.  Ich gehe nicht gerne ins Schwimmbad und verstecke meine Trichterbrust vor allen. Die seelische Belastung ist extrem hoch. Das scheint die Krankenkasse aber eher weniger zu interessieren. Wie sind bei euch die Erfahrungen mit der Kostenübernahme?
Ich bin übrigens bei der Techniker krankenversichert.
Kann jemand vielleicht aus Erfahrung sagen wie es bei mir mit der Kostenübernahme aussieht? Das jetzt jemand keine genaue Einschätzung machen kann ist klar... Nur was sind die Kriterien (in der Praxis) für eine Übernahme?
Viele Grüße
Jan

starfox

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Re: Trichterbrust Kostenübernahme?
« Antwort #1 am: 11. Mai 2020, 19:57:15 »
Hey,

als wichtigsten Grund für einen erfolgreichen Antrag auf Kostenübernahme sehe ich, dass tatsächlich körperliche Einschränkungen gegeben sein sollten. Wie du bereits selber schreibst, sind die Krankenkassen an deiner Psyche grundsätzlich mäßig bis gar nicht interessiert. Diese Poltik der Krankenkassen kann man grundsätzlich in Frage stellen, hilft dir aber nicht wirklich weiter. Steigern kannst du deine Chancen indem du dich einfach auf körperliche Fakten stützt, also, körperliche Einschränkungen.

Ich empfehle dir dich erstmal hinsichtlich deiner körperlichen Beschwerden untersuchen zu lassen.
Du schreibst dein Herz pumpt viel zu schnell unter Belastung? Das wäre durchaus einen Termin beim Kardiologen wert. Versuche auch CT / MRT Aufnahmen deines Brustkorbs zu bekommen (oder hast du vielleicht bereits Aufnahmen, aufgrund früherer Untersuchungen?) Aus solchen Aufnahmen lässt sich einiges herauslesen, beispielsweise ob vielleicht deine TB auf das Herz drückt und dieses dadurch komprimiert wird und weniger Platz hat.
Möglich wäre auch ein Besuch bei einem Lungenfacharzt.

Ich war zuerst bei Hausärzten, war jedoch reine Zeitverschwendung. Dann hab ich den Kardiologen besucht. Der hat ein MRT mit Belastungstest veranlasst. Mit diesen MRT Bildern bin ich dann zu Dr. Lützenberg (UK Magdeburg). Genaueres zu meinem Fall kannst du in meinem Erfahrungsbericht nachlesen.

Nachtrag zum Hausarzt: Du kannst aber durchaus hingehen für Standarduntersuchungen, die da wären EKG, Lungenfunktionstest, etc. Das Material aufbewahren und auch zu Fachärzten mitnehmen. Je mehr Unterlagen du hast, desto gründlicher das Bild, welches sich ein Arzt machen kann.

Wie es speziell bei der Techniker KK aussieht, weiß ich nicht. Es scheint aber so, als würden die Krankenkassen durchaus einen unterschiedlichen Kurs fahren was die Bewilligung bei TB OP Anträgen betrifft. Habe da mal mit Dr. Lützenberg gesprochen. Beispielsweise ist die AOK Bayern wohl sehr restriktiv und lehnt auch gerne erstmal Anträge ab, obwohl eindeutig körperliche Einschränkungen gegeben sind. Meine OP Kosten wurden allerdings durch die AOK Rheinland/HH übernommen, ich hatte keine Probleme bzw. Ablehnungen.

Was du auf jeden Fall brauchst, ist Geduld.


Grüße
starfox