Autor Thema: Dritte Trichterbrust-Operation?  (Gelesen 112 mal)

Patricia96

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Dritte Trichterbrust-Operation?
« am: 11. November 2020, 20:16:27 »
Hallo liebe Community,

ich stehe derzeit vor einer schwierigen Entscheidung und erhoffe mir, Anregungen eventuell zu erhalten.

Zu mir:
Ich bin 24 Jahre alt und wurde bereits zwei Mal an einer Trichterbrust operiert. Ich werde bewusst keine Namen von Ärzten oder Kliniken nennen. Ich wurde im April nach Nuss, also minimalinvasiv, operiert. Bei dieser OP habe ich zwei Stangen eingesetzt bekommen. Ich war zu erst auf der ITS und war circa eine Woche im KH. Bei dieser OP hatte ich eine Schmerzpumpe. Die beiden Stangen sind jedoch im Verlauf gekippt und haben sich an meiner Lungen festgesetzt und einen Nerv eingeklebt, wodruch mein Arm blau wurde. Aufgrund dessen, wurde ich wenige Monate später noch Mal operiert. Dieses Mal offen, sprich Brustkorb wurde "aufgeschnitten", Sternum freigelegt. Bei dieser OP hatte ich eine PDA, habe aber nicht so tolle Erfahrungen damit gehabt, war sehr schmerzhaft (sei es die Legung dessen oder auch danach, manchmal konnte ich gar nicht richtig tief einatmen). Naja. Letzendlich war ich mindestens ein halbes Jahr auf BTM angewiesen und war fast pflegebedürftig. Ich konnte wirklich lange Zeit nichts selber. Zum anderen waren die Schmerzen trotz Schmerzmittel unerträglich. Zum Ergebnis: Es war eine Zeit lang in Ordnung, aber nach der zweiten OP ist es passiert, dass mein Sternum sich oberhalb gekippt hat. Dass bedeutet, dass sich auf meiner rechten Seite eine weiterer Trichter gebildet hat, weil auf die Seite das Sternum abgekippt ist. Andersrum bedeutet es, dass auf der linken Seite die Rippenansätze ertastbar und auch spürbar sind. Es war dann erst noch eine OP geplant, inder eine weitere Stange oberhalb des Brustbereiches eingebracht werden sollte. Diese ist dann jedoch nicht zu Stande gekommen, da mir dazu geraten wurde, den reinen kosmetischen Aspekt mit einer Brustkorrektur (also Einbringung vom Implantat) zu erreichen. Dies wollte ich auch, habe jedoch mit der Krankenkasse letzendlich vor Gericht gestritten. Leider verloren. 2016 ist dann die Stange entfernt worden.

Nun sind 4 Jahre her und es gibt Phasen indem ich mal weniger Probleme hatte, mal mehr. Mittlerweile merke ich jedoch mehr Auswirkungen. Beim Sport habe ich vermehrt stärkere Luft- und Herzprobleme. Schmerzen habe ich ebenfalls öfter im Brustbereich. Sei es manchmal generell im Brustkorb, an den vorstehenden Rippenvorsätze. Mittlerweile chronische Rücken und ganz schlimme Nackenschmerzen, natürlich in Behandlung.

Aufgrund dessen habe ich einen neuen Arzt aufgesucht. Herr Lützenberg. Ich hatte ein Vorstellungsgespräch. Bei diesem Termin hatte ich mir eher erhofft, eine andere Möglichkeit, als die Einbringung eines Bügels zu hören, um das Sternum wieder neu zu platzieren. Es müsste jedoch genau dies sein. Die Einbringung eines Bügels, sehr weit oben im Brustkorb, da dort das Sternum gekippt ist. Es müsste eine gemischte Operationstechnik durchgeführt werden. Wieder die offene Variante + zusätzliche seitliche Schnitte, aufgrund der Höhe in der der Bügel eingebracht werden müsste. Nungut über dies könnte man noch hinweg sehen. Es geht mir jedoch viel mehr über die Operation an sich und die Zeit danach.
Meine beiden Operationen sind wirklich nicht toll verlaufen und ich habe wirklich Angst vor den gleichen Verlauf. Auf sehr lange starke Schmerzen, darauf dass ich lange nichts alleine kann, ... Herr Lützenberg hat mir natürlich die Angst genommen und meinte, dass solche Verläufe wie bei mir sehr selten sind bzw er diese nicht kennt. Ich hatte zb mehrere Lungenrisse, auch nach der OP, weil die Lungendrainage zb zu früh gezogen wurde. Nungut, er sagt jedoch auch, dass es für die Zukunft noch weitere Einschränkungen geben wird, falls ich die OP nicht durchführe. Ich soll mir jedoch Zeit lassen, aufgrund meiner negativen Erfahrungen.

Hier habe ich viele postive Erfahrungen gelesen und kenne persönlich jemanden der von ihm operiert wurde und einen ganz anderen positiven Verlauf nach der OP hatte.

Doch die Gedanken die mich nicht loslassen.. zwei OPs waren dermaßen scheiße, dass ich nicht weiß, ob eine dritte OP anders verlaufen würde. Natürlich ist man skeptisch, weil man nicht weiß, woran es letzendlich lag. War es doch der eigene Körper, wodurch es wieder zu so einem Verlauf kommen könnte, oder lag es an den Ärzten, oder oder..

Ich bin mir sehr unsicher, erkenne natürlich, dass es schon Sinn macht, die OP noch mal durchführen zu lassen. Auch vom Arzt bin ich sehr überzeugt. Meine Skepsis ist auch nicht im begründet, sondern meine Vorerfahrungen. Doch für mich stand bisher immer fest, dass ich so eine OP nicht noch mal durchführen würde, weil es wirklich sehr negativ belastende Erfahrungen waren.

Vielleicht kann ich Erfahrungen erhalten zu Herrn Lützenberg. Eventuell auch Patienten die bei ihm Re-operiert wurden und zuvor bei jemand anderem waren.

Ich würde mich über einen Austausch freuen.

peca

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Re: Dritte Trichterbrust-Operation?
« Antwort #1 am: 13. November 2020, 21:31:48 »
Hallo Patricia,

das klingt heftig. Wurden dir während der zweiten OP die Bügel entfernt oder "nur" gerichtet ? Bist du aktuell bügelfrei ?
Natürlich kann bei so einem Eingriff immer etwas schief gehen, aber bei Dr. Lützenberg ist die Wahrscheinlichkeit eher gering, da er auch die Nachsorge sehr gewissenhaft betreibt.
Gerade auch die eindrucksvollen Erfahrungsberichte von Ina und Lotti zeigen, dass er auch mit "schwierigen Fällen" umzugehen weiß.
Selbst bin ich zwar nicht re-operiert, kann aber über Dr. Lützenberg nur Gutes berichten. Bei mir hat er einen Pectus arcuatum korrigiert, was völlig ohne Komplikationen ablief, was ich erstaunlich finde, da ich schon 39 Jahre alt bin. Ich konnte sogar 2Wochen nach dem Eingriff wieder selbst Auto fahren. Es kann während der Bügeltragzeit bestimmt hin und wieder auch noch zu Problemen kommen, aber der Dr. ist per Mail schnell zu erreichen, was aufgrund seines Arbeitspensums auch bewundernswert ist.
Bei ihm bist du in besten Händen, und es wird nach der OP jederzeit auf eine optimale Schmerzversorgung geachtet.
Wenn du die Erfahrungsberichte, auch ältere Beiträge z.b. von Anna J. , liest, kannst du sehen, dass Dr. Lützenberg nicht umsonst so hochgelobt wird.

Liebe Grüße

Patricia96

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Re: Dritte Trichterbrust-Operation?
« Antwort #2 am: 14. November 2020, 09:07:33 »
Vielen Dank für deine Nachricht :-)

Derzeit bin ich bügelfrei, bzw schon seit ca 4 Jahren. Bei der zweiten OP wurden die "alten" Bügel entfernt und ein neuer eingebracht, der ist aber wie gesagt seit 2016 raus.

Über Dr. Lützenberg lese ich wirklich nur gutes, das stimmt. Ich habe auch eine Bekannte und auch dort nur positives zu hören.

Die Erfahrungsberichte werde ich mir mal durchlesen.. darauf bin ich gespannt.

Ich finde, wenn man auch von "schwierigen" Fällen hört, ermutigt das mich sehr, um positiv in die OP zb rein gehen zu können. Schließlich war bei mir auch nicht alles Friede Freude Eierkuchen..

Aber vielen Dank für deine Antwort :-)

Lieben Gruß, Patricia