Autor Thema: Trichterbrust Operation  (Gelesen 125 mal)

Levin123

  • Gast
Trichterbrust Operation
« am: 13. Mai 2022, 17:16:29 »
Moin,
kurz zu mir ich bin männlich und 16 Jahre alt, ich bin extrem groß (194) und wiege knapp 68KG, also extrem leicht.
Ich habe eine Trichterbrust von väterlicher Seite vererbt bekommen, wobei diese nie aufgefallen ist. Jedenfalls ist meine Trichterbrust erst seit der Pubertät zu sehen und wird seit dem immer deutlicher, gerade durch die großen Wachstumsschübe und mein geringes Gewicht. Als ich 14-15 war ist sie mir das erste mal so wirklich aufgefallen, und ich habe natürlich danach im Internet gesucht. Bin schnell fündig geworden und war dann beim Hausarzt, welcher mich ins UKE in Hamburg geschickt hat, damit ich aufs Marfan Syndrom "überprüft" werde. Das ganze war jedenfalls negativ - bin aber auch in 2 Monaten wieder da, wo das ganze noch einmal überprüft wird. Zur gleichen Zeit habe ich auch ein Lungenfunktionstest gemacht, mit dem Ergebnis 61%.

Nun kennt das sicherlich jeder Betroffene das es immer wieder Phasen gibt, wo man die Trichterbrust teilweise verdrängt. Teilweise, da es immer im Hinterkopf ist: Im Schwimmbad war ich schon lange nicht mehr und mein T-Shirt auszuziehen tue ich ebenfalls gar nicht mehr. Jedenfalls war ich jetzt längere Zeit in einer Phase wo ich das ganze verdrängt habe. Doch nun regt sich in mir der Wunsch operiert zu werden. Ich möchte einfach ein ganz normales Leben führen und meine Trichterbrust lässt das nicht zu - Schwimmbad etc. Zu meiner Trichterbrust, diese ist laut Arzt mittelschwer ausgeprägt (wobei die Prognose 1 Jahr her ist und ich das Gefühl habe das sich da etwas getan hat), die genaue Tiefe habe ich jetzt nicht parat, beim Selbermessen kommt irgendwas mit 3,5 raus wobei dies sehr ungenau sein kann. Ich habe extrem weit herausstehende Rippenbögen, wie eine "Startbahn" ragt mein Brustkorb über meinem Bauch hervor :). Mein Lungenvolumen vor einem Jahr, war wie gesagt 61%. Starke Einschränkungen im Alltag, außer den psychischen, habe ich keine wirklichen. Ich komme nicht sonderlich schnell außer Atem, bin im 400 Meter Lauf genauso schnell wie alle anderen und mache so oder so viel Sport. Ich spiele 2-3 Mal die Woche Tennis. Jedoch merke ich gerade bei längeren Strecken, das mir meine Trichterbrust zu schaffen macht. Früher als die Trichterbrust noch nicht wirklich ausgeprägt war bin ich gut und gerne 4-5 KM in unter 20 Minuten gelaufen. Mittlerweile undenkbar, nach 2 KM wird mir fast Schwarz vor Augen und ich muss oft stehen bleiben und hechel eher als ich atme.  Bilder hänge ich hier an. Wundert euch nicht über meine lange Bauch Narbe, hatte einen Milzriss.

Nun zu meiner Frage, lohnt sich eine OP? Senken sich die Rippenbögen bei einer Operation der TB mit ab? Hat jemand Erfahrungen, ob die Krankenkasse bei solchen Werten zahlt und in wie weit ihr  vielleicht mit der Techniker Krankenkasse Erfahrung in solchen Fällen habt.

VG und Danke für jede Antwort!

Trichter8

  • Stammgast
  • ***
  • Beiträge: 226
Re: Trichterbrust Operation
« Antwort #1 am: 20. Mai 2022, 20:29:57 »
..ich kann dich verstehen..mit 16 ging es mir auch soo... halte durch.. lass dich auf einen Fall operieren.. TB OP ist immer ein Riesen Eingriff.  Trainieren..Rückenstärkung.. und mit 20 Jahren interessiert dich Deine TB nicht mehr... den Mädels ist es sowieso egal. Meine Tochter haben wir mit 7 Jahren operieren müssen da TB ca 8 cm tief vor Pubertät. Es war die Hölle. Also. Entspannen ...
47Jahre
06/15 Untersuchung Berlin Buch  OP Entscheidung
08/15 Untersuchung Magdeburg  OP abgesagt(nicht notwendig)

Tochter 12  Jahre
 2016  massiver Befund OP Dr. Lützenberg
 2021  Stabwechsel  Dr.Lützenberg

Niklas

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 17
Re: Trichterbrust Operation
« Antwort #2 am: 21. Mai 2022, 19:49:32 »
Aus kosmetischen Gründen solltest du dich definitiv nicht operieren lassen und mit der Zeit wird man seine Brust so akzeptiert haben, wie sie nunmal ist. Außerdem ist es deinen Mitmenschen vollkommen egal, ob dort nun der Trichter zu sehen ist oder nicht.

Allenfalls durch die Einschränkung deines Lungenvolumen wäre eine Operation gegebenenfalls (!) sinnvoll, da diese meist eine deutliche Besserung verspricht.
Doch hierbei muss genau abgewogen werden, ob es die enormen Schmerzen wirklich wert sind, wenn du "lediglich" bei längeren Läufen an deine Grenzen kommst. (So wichtig sind lange Ausdauerläufe ja eigentlich nicht, obwohl das auch mit einer Einschränkung der Lungenfunktion möglich ist - es bedarf jedoch einiges an Training.)

Wie es schon Trichter8 geschrieben hat, ist Training, insbesondere die Kräftigung der Rumpfmuskulatur, sehr wichtig. Das sorgt für eine bessere Haltung und man ist mit seinem Körper, durch die sichtbaren Muskeln, deutlich zufriedener und kann dann definitiv selbstbewusst ins Schwimmbad gehen.  ;)

Ich wünsche dir alle Gute.