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Autor Thema: TB Operation vor 17 Jahren  (Gelesen 2960 mal)

PhilipMeiss

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  • Beiträge: 1
TB Operation vor 17 Jahren
« am: 14. August 2006, 19:02:17 »

Hallo liebe TB-Leidensgenossen,

Mein Name ist Philip Meissnitzer, ich bin 37 Jahre alt und wurde im 20. Lebensjahr vom Thoraxchirurgen Prim. Dr. Georg Lexer in Friesach / Kärnten / Österreich an der Trichterbrust operiert.
Vor dieser Operation konnte ich keinen Sport betreiben (max. 300 m laufen), war stark untergewichtig, litt unter Atemnot und spürte ein starkes Engegefühl in der Brust.
Am allermeisten litt ich jedoch unter dem hässlichen Trichter und hatte deswegen die üblichen psychischen Probleme, welche ja jeder hier zur Genüge kennt …

Dr. Lexer operierte mich nach einer Methode, die wohl am ehesten als Ravitch (?) zu identifizieren ist. Die Operation nach Nuss war damals vor 17 Jahren in Österreich noch nicht bekannt (hat es sie überhaupt schon gebenen?).
Mein Brustkorb wurde dabei aufgeschnitten (siehe Narben am Bild) und das Brustbein sowie einzelne Rippen gebrochen. Ich erhielt eine sogenannte Vinetalschiene implantiert, welche den Brustkorb stabilisierte und links und rechts seitlich durch die Haut ertastbar war. Diese Schiene wurde in einer zweiten Operation ca. sechs Monate nach der Haupt-OP entfernt. Das Brustbein wurde ausserdem mit einer Drahtverbindung zusammengehalten, welche nach ca. zwei Monaten in einem ganz kurzen Eingriff entfernt wurde.
Ich habe jetzt also drei sichtbare Narben (eine lange auf der Brust und zwei ganz kurze seitlich am Brustkorb etwa in der Höhe der Brustwarzen).
Der Krankenhausaufenthalt dauerte ca. 12 Tage und verlief ohne nennenswerte Komplikationen. Die Schmerzen hielten sich in Grenzen.
Einzig mit dem kosmetischen Ergebniss der Operation war ich nie zufrieden. Mein Brustkorb wurde zwar um ca. 4 Zentimeter angehoben, ein sehr großflächiger Trichter ist aber immer noch zu sehen und lässt die Brust als eine einzige „flache Platte“ erscheinen. Vor allem aber stehen links und rechts ober dem Bauch die Rippen noch immer hässlich heraus. Ich habe leider kein „vorher“ Foto, weil ich als Teenager Fotos mit nacktem Oberkörper immer strikt abgelehnt habe….

Trotzdem: Etwa 8 Monate nach der OP begann für mich ein völlig neues Leben: Ich konnte endlich Sport betreiben und frei durchatmen, ganz ohne Engegefühl !!!
Ich betrieb mit grosser Leidenschaft viele Ausdauersportarten wie Radfahren, Schwimmen, Laufen und Bergwandern. Ich nahm an mehreren Marathons teil und beendete sogar erfolgreich zwei Langdistanztriathlons (Ironman Austria 2001 und 2002: 3.8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42.2. km Laufen). Daneben machte ich noch Krafttraining und konnte meine Muskulatur ordentlich aufbauen.

So weit so gut …

Doch jetzt kommt das Problem:
Der viele Sport hat mein Lungenvolumen von 5 auf 6.8 l ansteigen lassen und auch mein Herz hat sich entsprechendend angepasst – also vergrössert! Der Brustumfang hat sich aber in dieser Zeit nicht verändert.
Seit ca. 2 Jahren (als 15 Jahre nach der Operation) leide ich wieder vermehrt unter einem Engegefühl in der Brust und mit den sportlichen Leistungen ging es stetig bergab. Mittlerweile kann ich kaum mehr 10 km in der Ebene radfahren und mein Puls steigt bei der geringsten Belastung wieder unverhältnismäßig an (obwohl ich mit dem Training nie aufgehört habe).
Ich habe mich jetzt auf der medizinischen Abteilung des LKH Villach komplett durchchecken lassen: Blut und Herz sind völlig in Ordnung, der Ruhepuls nach wie vor bei 48, aber die Organe scheinen einfach zu wenig Platz zu haben.
Bei geringsten Verdauungsproblemen und daraus resultierenden Blähungen ist es dann mit dem Spass ganz vorbei: Ich komme kaum noch eine Treppe hinauf und die Pulsfrequenz und auch der Blutdruck wird gleich extrem hoch (durch Belastungs-EKG belegt).

Meine Schlussfolgerung (welche auch von den Ärzten vorsichtig geteilt wird): Im Brustkorb muss wieder mehr Platz geschaffen werden – also eine 2. Trichterbrust-OP.
Momentan konsultiere ich dazu entsprechende Kliniken.

Mehr wenn die Ergebnisse da sind.

Grüße,

Philip Meissnitzer

Velden am Wörthersee / Kärnten

(Telefonnummer  und Skype-Name auf Anfrage)
Gespeichert

scut

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  • Beiträge: 368
TB Operation vor 17 Jahren
« Antwort #1 am: 14. August 2006, 21:25:51 »

hi,
schön dass du auch deine erfahrung hier postest. wundert mich dass es vor so vielen jahren auch schon eine korrektur gab.

deine rippen find ich schon extrem, aber ich muss sagen hut ab vor deinen leistungen. sone tb und dann nach ner op nochmals so aufzusteigen und an marathons etc. mitzumachen finde ich schon beneidenswert. hoffe das klappt bei dir voll, wünsch dir auf jedenfall alles gute und schau weiterhin geradeaus :).

mfg
scut
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Alter: 20
TB-Tiefe: ~2-3cm asymmetrie
Behandlung: per Saugglocke seit April'2007
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