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Allgemeines => Erfahrungsberichte => Thema gestartet von: Patricia96 am 06. Juni 2022, 12:20:31

Titel: Dritte TB-OP
Beitrag von: Patricia96 am 06. Juni 2022, 12:20:31
Zu mir:
Ich bin 26 Jahre alt und wurde bereits zwei Mal an einer Trichterbrust operiert. Ich wurde im April 2014 nach Nuss, also minimalinvasiv, operiert. Bei dieser OP habe ich zwei Stangen eingesetzt bekommen. Ich war circa eine Woche im KH. Bei dieser OP hatte ich keine PDA, sondern ein ZVK. Die beiden Stangen sind jedoch im Verlauf gekippt und haben sich an meiner Lungen festgesetzt und einen Nerv eingeklebt, wodruch mein Arm blau und taub wurde. Aufgrund dessen, wurde ich noch Mal operiert. Dieses Mal offen, sprich Brustkorb wurde geöffnet, Sternum freigelegt. Bei dieser OP hatte ich eine PDA, habe aber nicht so tolle Erfahrungen damit gehabt, war sehr schmerzhaft (sei es die Legung dessen oder auch danach, manchmal konnte ich gar nicht richtig tief einatmen, Rückenschmerzen bzw. konnte ich aufgrund dass sie falsch lag nicht liegen). Naja. Letzendlich war ich circa ein halbes Jahr auf BTM angewiesen und war sehr lange fast pflegebedürftig, wobei das einige vielleicht kennen. Konnte nicht selber aufstehen (und das lange), mich waschen etc pepe. Ich konnte wirklich lange Zeit nichts selber. Zum anderen waren die Schmerzen trotz Schmerzmittel lange stark und ich war lange eingeschränkt. Zum Ergebnis: Es war eine Zeit lang in Ordnung, aber nach der zweiten OP ist es dazu kommen, dass mein Sternum sich oberhalb gedreht hat. Dass bedeutet, dass sich auf meiner rechten Seite ein weiterer bzw erneuter Trichter gebildet hat, weil auf die Seite das Sternum abgekippt ist. Andersrum bedeutet es, dass auf der linken Seite die Rippenansätze/ Knorpelansätze tastbar und auch spürbar sind. Ich hatte/ habe eine Verdrehung von 70° im Sternum gehabt. Es war dann erst noch eine OP geplant, inder eine weitere Stange im obereren Brustbereiches eingebracht werden sollte. Diese ist dann jedoch nicht zu Stande gekommen, da mir dazu geraten wurde (im KH selbst, da man natürlich Bedenken hat und zweifelte), den reinen kosmetischen Aspekt mit einer Brustkorrektur (also Einbringung vom Implantat) zu erreichen. Dies wollte ich auch, habe jedoch mit der Krankenkasse letzendlich vor Gericht gestritten. Leider verloren. 2016 ist dann die Stange entfernt worden. Das erste Mal wurde ich in Bochum und das zweite Mal in Hannover operiert.

Nun sind 6 Jahre her (nach Entnahme) und es gibt Phasen indem ich mal weniger Probleme habe, mal mehr. Mittlerweile merke ich jedoch mehr Auswirkungen/ Einschränkungen. Beim Sport und auch allgemein habe ich vermehrt stärkere Luft- und Herzrhytmusprobleme. Schmerzen habe ich ebenfalls öfter im Brustbereich. Sei es manchmal generell im Brustkorb oder an den vorstehenden Rippenvorsätze. Mittlerweile chronische Rücken und ganz schlimme Nackenschmerzen, natürlich in Behandlung. Zudem haben sich seit fast 2 Jahren Schulterprobleme eingeschlichen, wodurch ich beim Sport kaum mehr etwas machen kann. Es hieß Impigment-Syndrom, wobei auch davon ausgegangen wird, dass die Schulterprobleme mit der TB und deren Auswirkungen zusammenhängt. Zudem fällt es mir wirklich sehr sehr schwer gerade zu sitzen, mein Rücken hat sich zwar mit Sport gebessert, aber komplett gegen anwirken kann man nicht. Bei der Physio kamen einige Verkürzungen zum Vorschein, zB im Bauchbereich, was das gerade sitzen ebenfalls erschwert. Alles hängt irgendwie zusammen 🤷‍♀️

Aufgrund dessen habe ich einen neuen Arzt aufgesucht. Herr Dr. Lützenberg. Ich hatte ein Vorstellungstermin. Bei diesem Termin hatte ich mir eher erhofft, eine andere Möglichkeit, als die Einbringung eines Bügels zu hören, um das Sternum wieder neu zu platzieren. Es müsste jedoch genau dies sein - die Einbringung zweier Bügels, einer davon sehr weit oben im Brustkorb. Es müsste eine gemischte Operationstechnik durchgeführt werden. Wieder die offene Variante + zusätzliche seitliche Schnitte, aufgrund der Höhe in der der Bügel eingebracht werden müsste. Nungut über weitere Narben könnte man noch hinweg sehen. Es geht mir jedoch viel mehr um die Operation an sich und die Zeit danach.
Meine beiden Operationen sind wirklich nicht toll verlaufen und ich habe wirklich Angst vor den gleichen Verlauf. Auf sehr lange starke Schmerzen, darauf dass ich lange nichts alleine kann, ... Herr Dr. Lützenberg hat mir natürlich die Angst etwas genommen und meinte, dass solche Verläufe wie bei mir sehr selten sind bzw er diese nicht kennt. Ich hatte zb mehrere Lungenrisse, auch nach der OP, weil die Lungendrainage zb zu früh gezogen wurde. Er sagt jedoch auch, dass es für die Zukunft noch weitere Einschränkungen geben wird, falls ich die OP nicht durchführe. Ich soll mir jedoch Zeit lassen, aufgrund meiner negativen Erfahrungen.
Herr Dr. Lützenberg sagt, ich wäre an nicht so erfahrene Ã,,rzte geraten, dies lässt sich natürlich immer schwer sagen. Bei der zweiten OP hatte ich nur einen Stab. Jetzt soll ich zwei Stäbe bekommen und einen sehr weit oben, damit der untere Brustkorb sich schon davon ausrichten lässt. Vielleicht lag da schon der Fehler? Möchte keinen Arzt schlecht reden. Damals war er eher in der Mitte angebracht. Wenn ich die eine OP gemacht hätte, bei der eine weitere Stange eingebracht werden sollte, vielleicht wäre es dann besser geworden. Vielleicht lag es auch an meinen Körper 🤷‍♀️ Natürlich prägen mich die negativen Erfahrungen und lassen die Angst manchmal etwas mehr werden.
Hier habe ich allerdings viele postive Erfahrungen gelesen und kenne persönlich jemanden der von ihm (Dr. Lützenberg) operiert wurde und einen ganz anderen positiven Verlauf nach der OP hatte. Dies stärkt mich natürlich. Und ich hoffe sehr, dass es dieses mal auf ein gutes Ergebnis hinaus läuft. Die starken Schmerzen von damals und die lange Abhängigkeit im Alltag machen mir natürlich Angst und ich glaube, dass das auch das einzige ist, was mir manchmal die Aufregung steigen lässt.

Alle guten Dinge sind drei!

Dies zu meiner Vorgeschichte.

Nun ist es soweit und ich habe mich für die OP entschieden. Die positiven Berichte über ihn stärken mich und dass es nicht ohne Schmerzen geht, ist natürlich klar. Aber wenn ich eine Zukunft haben möchte, in der sich mein Gesundheitszustand nicht verschlechtert bzw ich immer mehr Probleme bekomme, ist es denke die richtige Entscheidung. Vor allem, wenn man jemanden persönlich kennt - gibt es einen noch mal einen positiveren Blick und eine andere Art Hoffnung. Nun ist die OP nächste Woche in Ostercappeln!
Da schwirren einen einige Gedanken durch den Kopf... ich habe Vertrauen in den Arzt und denke auch, dass es rein optisch gut werden könnte, aber die Schmerzen hauen mir glaube die meisten Zweifel in den Kopf. Ich hoffe einfach, dass sie einigermaßen ertragbar sind. Ich habe die OP zwar schon durch, aber leider bin ich auch noch bei der zweiten OP in eine Schmerzstudie gerutscht 🤦‍♀️ Bisher hält sich die Aufregung noch in Grenzen und ich glaube, eine postive Einstellung zur OP könnte sich auch mental positiv auswirken. Hoffe natürlich auch, dass ich schnell wieder aus dem KH kann, meine Oma wird nämlich ein paar Tage nach OP 90 Jahre 🤷‍♀️

Vor einer OP liest man hier viel. Eventuell kann mein Beitrag hier ein paar weitere Eindrücke vermitteln. Leider bisher nicht so positiv. Eins aber noch zum Schluss: ich würde oder könnte natürlich auch so weiterleben, da mich die Symptomatik im Alltag bisher nicht ganz so stark einschränkt. Mal mehr, mal weniger. Shoppen gehen ist zB für mich nicht so der Renner, kriege schnell Nacken- und Rückenschmerzen. Ich kann normal arbeiten, den Alltag bewältigen, und und und.. und ich glaube auch, dass es vom Aussehen her "schlimmere" bzw eher auffälligere gibt, dennoch trage ich nie TShirt o.ä. mit Ausschnitt. Immer hochgeschlossen, auch Bikinis. Da meine eine Brust in die Kuhle gerutscht ist, wo sich das Sternum nach innen gekippt hat. Demnach ist die eine Brust sehr viel kleiner, durch den Trichter/ Kuhle natürlich verstärkt. Wie gesagt auf der anderen Seite kommen die Rippen/ Knorpelansätze hervor, man kann sie spüren. Der Arzt sagte auch, dass meine Rippen und manche Knorpel sich übereinander geschoben haben und der Brustkorb somit auch sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde und deformiert ist. Ich erhoffe mir natürlich auch einen optisch schönen Anblick, wer erhofft sich das nicht?! Dass dieser blöde entstandene Trichter endlich weg ist. Dennoch mache ich die OP, weil ich mir nicht vorstellen kann wie sich mein Körper, Gesundheitszustand mit 40 auswirken könnte. Manchmal denkt man sich, ach das wird schon, ich denke aber, dass es die richtige Entscheidung ist die OP zu machen ! 🤷‍♀️🙏

Ich bin sehr gespannt und werde weiterhin berichten !!! 🙏 Bis dahin!
Titel: Re: Dritte TB-OP
Beitrag von: Meister am 13. Juni 2022, 20:43:53
Bei Dr. Lützenberg bist du glaube ich in den besten Händen. Das ist der Arzt wo sich auskennt. Viel Erfolg
Titel: Aw: Dritte TB-OP
Beitrag von: Patricia96 am 26. Juni 2022, 11:45:51
So nun mal ein weiteres Zeichen von mir 👋

1 Tag vor OP (Mittwoch):
Anreisetag, 9 Uhr.
Heute hieß es zwischendurch immer mal wieder warten. Meine Mutter durfte mit ins Krankenahaus rein. Gegen Mittag war ich auf meinem Zimmer und dann kam die Verabschiedung und einige Tränchen. Habe dann kurz danach aber eine Beruhigungstablette bekommen, die die Aufregung zum Glück mindern konnte. Auch die Assistentin von Herrn Dr. Lützenberg konnte mir meine größte Angst "Die Schmerzen" (im Gespräch am morgen) schon etwas nehmen. Sie hat im Vorgespräch alles erklärt und sich Zeit genommen, bis Dr. Lützenberg dazu kam. Im Gespräch mit ihr kamen mir auch schon die ersteb Tränchen, weil ich wirklich Angst davor hatte, gleich starke Schmerzen zu haben, die so lange anhalten (wie bei den vorherigen OPs). Sie sagte, dass es ohne natürlich nicht geht, aber man sich immer Bedarf einholen kann. Ich hoffe, dass es das aushaltbar macht. Ich habe dann meinen Koffer ausgepackt und mich den restlichen Tag mit Netflix und TV vergnügt. Am Abend sollte ich noch inhalieren. Abends habe ich mir noch mal eine Tablette zur Beruhigung geben lassen und dann hieß es ab ins Land der Träume. Morgen früh erhalte ich auch zur Beruhigung noch mal eine Tablette.

Aufgrund meines Re-Eingriffes werde ich die dritte Person sein. Der Arzt möchte sich nach hinten Zeit und Spielraum lassen. Der Eingriff kann nur 2 Stunden dauern, aber auch bis zu 4 Stunden. Es werden zwei Bügel eingebracht über die vorhandene Narbe, die sich unter der kompletten Brust erstreckt und seitlich werden zwei Narben gesetzt bzw die vorhandene Narbe wird seitlich erweitert. Zudem sollen vorhandene Narben bzw ein Teilbereich korrigiert werden. Korrigiert werden auch die Rippen und Knorpel an sich, da sich diese übereinander gedrückt/ geschoben haben und der Rippenbogen selbst wird auch korrigiert. Das Brustbein/ Sternum wird neu positioniert, da sich dieses ja sehr verdreht hatte. Ebenfalls soll mein Brustmuskel auch neu platziert werden. Frühstens werde ich gegen halb12 geholt. Man wünscht sich natürlich früh dran zu kommen, aber es ergibt ja Sinn warum ich erst dann dran komme. Muss den Vormittag dann auch mit TV und Netflix rum bekommen.

Tag der OP (Donnerstag):
Ich habe mir morgens ja direkt eine Tablette zur Beruhigung geben lassen.Die Aufregung wurde allerdings wieder sehr groß, als ich mit meiner Mutter telefonierte und die Tränchen wieder floßen. Da merkt man doch immer wieder wie großen Respekt man vor der OP hat. Kurz danach kam aber eine Schwester rein, setzte sich dazu und kümmerte sich etwas um mich - warum es mir schlecht ging etc. Die Schwestern waren wirklich alle sehr bemüht, nett und hatten Verständnis. Ich habe dann noch die ITS-Tasche zu Ende gepackt und mich bereits umgezogen.
Um kurz vor 12 wurde ich dann geholt und ein paar Aufregungstränchen flossen wieder. Im Vorbereitungsraum bzw bei der Anästhesie waren auch wieder alle super nett und zack war ich auch schon eingeschlafen.

Die OP hatte doch etwas länger gedauert und es war auch mehr zu tun, als gedacht. OP-Dauer war 4,5 Stunden. Es wurde das gemacht was besprochen wurde. Dr. Lützenberg sagte allerdings, dass es doch anders innen drin aussah, als erwartet. Das Sternum war zB in sich selbst verdreht und musste deshalb mit 2 Stahldrähten fixiert werden. Ich habe 4 Blutdrainagen und 2 Thoraxdrainagen erhalten + Blasenkatheter.
Ich erinnere mich nicht an viel, nur das meine Mutter und Schwester mich kurz auf der ITS besucht haben und meine Schwester mir direkt ein Plastikstäbchen in mein vorhandenes Bauchnabelpiercing machen sollte, damit es nicht zuwächst 😂 Am nächsten Morgen war die Schwester auf der ITS auch wieder super nett und hat mich etwas zurecht gemacht. An viel kann ich mich wirklich nicht erinnern.

1 Tag nach der OP (Freitag):
Am Freitag mittag bin ich dann wieder auf Normalstation.

Mein Gedächtnis ist tatsächlich nicht so das Beste über die Tage, aber zusammenfassend:
Ich war die Tage noch recht müde, ABER meine größte Sorge - die Schmerzen waren schon sehr stark bei Bewegungen, aber rückblickend aushaltbar, durch das Schmerzmittel. Die ganze Station war wirklich sehr sehr nett, anders kann man es nicht sagen. Dr. Lützenberg und seine Assistentin (Franca) kamen täglich vorbei. Ich war schnell wieder fit (Aussage auch von Personal oder Arzt) und stand am Samstag schon das erste Mal vorm Bett und konnte mich auf ein Stuhl setzen. Gut blöde Situation, aber ich hatte solche Bauchschmerzen, dass ich Abführmittel haben wollte, deshalb musste ich ja auf den Stuhl. Aber es ging erstaunlicherweise sehr gut. Meiner Erinnerung nach habe ich am Sonntag 2 Blutdrainagen und 1 Thoraxdrainage raus bekommen. Der Blasenkatheter, die restlichen 2 Blutdrainagen und die andere Thoraxdrainage kamen dann am Montag raus. Ab da an ging es noch mal bergauf. Ich war die Tage immer mal wieder aufgestanden (natürlich mit Hilfe und auch eigentlich nur am Bett) oder saß an der Bettkante. Ab Montag ging es wie gesagt aber noch besser und ich habe mich aufgerauft und auch eine Mittagsmahlzeit am Tisch gegessen. Der Arzt meinte, ich sollte es aber nicht übertreiben und langsam machen. Am Dienstag war dann Röntgenkontrolle und es wurde gesagt, dass ich eventuell am Mittwoch nach Hause könnte. Das "eventuell" hört man natürlich nicht. Mittwoch morgen kam dann der Rückschlag - meine Lunge war eingefallen. 32mm und damit könnte man mich nicht nach Hause schicken. Da ich natürlich sehr traurig und deprimiert war, kam Dr. Lützenberg noch mal rein und meinte, dass wir den Prozess beschleunigen und mir eine Thoraxdrainage gelegt werden soll. Dejavue 2 OP, denn dort war meine Lunge auch eingefallen und mir musste auch eine Thoraxdrainage gelegt werden. Ich musste noch etwas warten und wurde dann geholt. Was soll ich sagen? Die Schmerzen hatten während der Prozedur noch mal ein neues Level erreicht. Hätte man mich gefragt wie stark die Schmerzen von einer Skala 1-10 seien, ich hätte 20 gesagt. Es wurde "nur" mit örtlicher Betäubung gemacht. Dr. Lützenberg hat es wirklich super gemacht und auch die Assistentin von ihm war wieder dabei und hat Händchen gehalten.. 😊 eine wirklich tolle Person! Sie hat eine Art an sich, die einen beruhigen kann. Desto tiefer die Spritze mit Betäubungsmittel gegangen ist, desto mehr hat es weh getan, es hat aber eher gedrückt, aber auch das war ein wirklich fieser Schmerz. Ich habe mich gekrümmt vor Schmerzen. 2x Spritze und dann kam die Drainage. Am Anfang habe ich nicht viel gemerkt, aber desto näher es zur Lunge ging.. 🤯 es hat dann nachher bis in die Schulter hinten gezogen, soll aber normal sein. Als er an der Lunge war hat es noch mal ordentlich weh getan. Ich dachte ich hätte es erst mal überstanden, aber Dr. Lützenberg wollte sicher gehen, dass alles so sitzt und es das tut was es soll und hatte noch mal mit der Spritze Luft abgezogen. Während der gesamten Legung sind meine Tränen wieder nur geflossen. Ich sollte dann zum Röntgen, wollte aber vorher Schmerzmittel haben. Das mit dem Schmerzmittel hat dann vorher nicht geklappt bzw war untereinander eine Fehlkommunikation und ich habe gesagt, wenn ich mich nicht groß bewegen muss, kann ich auch erst zum Röntgen. Als ich dort angekommen war, dachte ich mir "Patricia wie blöd bist du eigentlich, na klar musst du etwas bewegt werden". Das Röntgen wurde zwar im Liegen gemacht, aber die Platte musste ja irgendwie unter meinen Rücken. Wirklich jede kleinste Bewegung hat weh getan. Als zwei Schwestern meinen Oberkörper kurz und vorsichtig angehoben haben, sind mir wieder direkt die Tränen gekommen. Ich war froh als das Röntgen überstanden war, es auf Station gehen sollte, damit ich auch endlich das Schmerzmittel bekomme. Im Aufzug der nächste Hammer. Irgendein Mann hat dort auf die Kopfseite meines Bettes "gehauen", weil er sich so nett und angeregt unterhalten hat und sich gefreut hat - schön für ihn, Pech für mich. Leider wurde ich erst gar nicht gehört, weil er sich so nett und laut im Aufzug unterhalten hat, bis dann die Schwester es bemerkte, die mit mir unterwegs war und was gesagt hat! Ein Entschuldigung konnte der Vollidiot sich auch sparen, das ging wirklich gar nicht!
Auf Station wurde sich super schnell um mich gekümmert. Leider hat die Bedarfsmedikation nichts gebracht und ein (anderer) Arzt kam zu mir. Er hat mir über die Drainage Betäubungsmittel gespritzt. Es hatte endlich Linderung gebracht. Was ich jedoch nicht gut fand: Ich hatte gefragt, ob es weh tut, weil ich wirklich Schmerzen auf diese andere Art und Level satt war. Wenn man dann ein Nein als Antwort bekommt, rechnet man nicht damit. Man hätte sich darauf einstellen können, wenn es eine andere Antwort gewesen wäre. Naja. Kanüle legen hat nicht so gut funktioniert, weil ich  weg gezogen habe - wollte sie dann aber auch erst mal nicht haben. Da die Drainage sehr nah an der Achsel gelegt wurde, konnte ich mein rechten Arm so gut wie gar nicht mehr bewegen und jede Berührung am Schlauch oder der Umgebung hat weh getan. Das war nicht so toll. Der Mittwoch war für mich wirklich gelaufen und ich war fix und fertig. Gegen späten Abend konnte ich mich dann wieder besser bewegen, da nicht jede Bewegung mehr so extrem weh getan hat. Die Ärzte und Schwestern hatten mir vorher schon gesagt, dass dieser extreme Schmerz und die Unbeweglichkeit wieder vergehen würde (größtenteils) und dem war es dann auch endlich so am späten Abend! Dr. Lützenberg kam späten Nachmittag noch mal rein und sagte, dass die Lunge wieder komplett entfaltet wäre und dies ein gutes Zeichen wäre. Am Donnerstag früh wurde sie dann auch endlich wieder gezogen. Ich hatte immer wieder angedeutet, dass ich den Freitag wirklich sehr gerne nach Hause wollte, da meine Oma an den Samstag ihren Geburtstag feiern würde. Am Freitag wurde wieder Röntgenkontrolle gemacht und als Dr. Lützenberg am Freitag früh rein kam, wusste ich nicht was ich sagen oder denken sollte, weil man Angst hatte, wieder eine schlechte Nachricht zu erhalten. Aber nein: Lunge hätte nur noch ein Restpneumo von 5mm und das bedeutet - ich kann nach Hause!!! Ich war überglücklich. So ging es am 10 Tag Krankenhausaufenthalt und 9 Tage bzw 8 Tage, wenn man OP Tag nicht mit zählt nach Hause.

Die ersten Tage Zuhause waren etwas unbequem, vor allem weil man dort erst ein mal eine geeignete Liegeposition finden musste. Ich liege immer noch viel und sitzen und stehen ist immer noch etwas anstrengend und nicht ganz so toll, aufgrund des Drucks, aber es ist aushaltbar.  Schmerzmittel nehme ich immer noch und werde ich wahrscheinlich auch so noch ein paar Tage brauchen. Nachts plagen mich die Rückenschmerzen etwas und meistens ist um 7 Uhr die Nacht für mich rum, kann dann aber auf der Couch noch mal die Augen zu machen (andere Liegeposition.

Zum Ergebnis: Die Schwellungen sind noch nicht überall ganz zurück und ich mache mich selber mit meinem Fühlen bekloppt und denke und frage mich immer "war das gestern auch schon so?" "Ist das normal?". Ich habe aber wieder ein Dekolleté, das aufjedenfall besser und vorzeigbarer ist als vorher! Irgendwie steht auf der einen Seite ein Knochen nur weiter vor, mal sehen wie sich das so entwickeln wird 🤷�♀️ dennoch kann ich sagen, dass auch rein optisch es ein gutes Ergebnis ist! Die Narben sind wirklich sehr gut geworden, man sieht die seitlichen Narben zwar, wenn man ein BH/ Bikini trägt, aber das stört mich überhaupt nicht. Man kann sie ja sogar mit stolz tragen, wenn man weiß, was man dafür alles durch gemacht hat. Fühlen kann ich die obere Stange zumindest seitlich etwas, was sich bisher noch komisch anfühlt, da auch noch fast alles taub ist. Ich bin gespannt wie sich das seitliche Schlafen in ein paar Wochen anfühlt.

Ich werde die nächsten Wochen mal abwarten und dann mal wieder was posten -  zu meiner Befindlichkeit und wie sich alles so entwickelt hat. Anfang August habe ich den nächsten Kontrolltermin, bis dahin werde ich auch noch krank geschrieben sein.

P.S.: Ich schreibe alles was ich denke und fühle, völlig frei. Jeder Mensch ist anders: der eine teilt mehr mit, der andere weniger, der eine hat mehr Schmerzen, der andere weniger. Ich habe mich über jeden Bericht den ich mir vorher durchgelesen habe gefreut und ich hoffe, dass auch meiner einen Einblick vermitteln kann. Wobei ich wie gesagt zweifach voroperiert war und bei mir eine andere Ausgangslage gegeben war. Jetzt zwei Wochen circa nach OP kann ich schon sagen, dass ich froh bin mich an Dr. Lützenberg gewandt zu haben. Ich finde es merkwürdig und frage mich, warum zB die Schmerzen sich dieses mal ganz anders gestaltet haben, als bei den vorherigen OPs. Deshalb kann auch ich ihn nur empfehlen und bin bisher froh, noch mal die OP gemacht zu haben und hoffe, dass alles so bleibt wie es ist!!!👍🍀
Titel: Aw: Dritte TB-OP
Beitrag von: Snoozle am 18. Juli 2022, 23:33:21
Hallo Patricia, vielen Dank für deine Schilderung und Eindrücke. Ich 34. werde mich auch solch einem Eingriff bei Dr. Lützenberg unterziehen, sollten die Befunde dafür sprechen. Ich hoffe das wird was. Meine Trichterbrust ist, sollte ich richtig gemessen haben, ca. 4-4,5 cm tief und symmetrisch. Ich bin auf jedenfall auf das Erstgespräch gespannt.

Liebe Grüße und gute Besserung.