Trichterbrustforum.de

Allgemeines => Allgemeine Themen => Thema gestartet von: JohnnyHenver am 01. November 2013, 23:44:07

Titel: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: JohnnyHenver am 01. November 2013, 23:44:07
Hey Leute.
Zuerst einmal dankeschön an die Ersteller dieser Website, es ist schön ein Forum zu haben in dem man sich mit Menschen unterhalten kann, die das gleiche "Schicksal" teilen, Super Sache  :)

Nun zum Thema, ich (17,m) wurde mit Trichterbrust geboren und habe natürlich das Angebot einer OP als kleiner "Schisser" mit 6-7 Jahren abgelehnt. Nun stört sie mich jedoch immens, hauptsächlich natürlich dabei die Optik. Ich ziehe nun immer mehr eine OP in Betracht um die Trichterbrust endlich loszuwerden. Habe jedoch dabei so ein paar Sorgen.

1. Ich treibe schon mein Leben lang Sport. Seit etwa einem Jahr bin ich "leistungsorientiert" beim natural Bodybuilding dabei. Dabei arbeitet man natürlich mit großen Gewichten und man braucht eine starke Rumpfstabilität. Werde ich nach der OP (nach Regenerationsphase) wieder fähig sein ungehindert, wie vor der OP zu trainieren? D.h. mit normalen Gewichten? Wie lange kann das dauern? Gibt es vlt. sogar spezielle Operationsmethoden, welche extra für Sportler entwickelt sind?

2. Am meistens stören mich an der Trichterbrust die hervorstehenden, unteren Rippen. Können diese auch bei einer Operation korrigiert werden?

3. Können während der OP die Brustmuskeln beschädigt werden?

meine Daten: 17 Jahre,m, 1,82m groß, 70kg schwer

http://s14.directupload.net/file/d/3428/6gv6f7u5_jpg.htm
http://s14.directupload.net/file/d/3428/ayy5c85c_jpg.htm

Die hervorstehenden Rippen sind hier nicht so deutlich zu sehen. Kommt immer auf die Körperhaltung an.

Ich weiß das manche dieser Themen öfters im Forum erwähnt wurden, habe mich auch ein wenig hier durchgelesen, doch ich wünsche mir ein paar klare Antworten auf genau meine Fragen.
Ich hoffe ihr könnt mir etwas helfen.

Grüße Johnny :)
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: UpsUpsUps am 02. November 2013, 09:31:48
Also mit 6-7 Jahren hätte ich mich jetzt auch nicht operiert  ;D. Nein es gibt keine speziellen Methoden für Sportler da du eh erst 17 bist stell dich mal nicht so an da du noch genug Zeit hast das du trainieren kannst. Die Rippen können operiert werden aber da du noch wächst können die wenn der ganze Trichter korrigiert wird selber wieder reinwachsen, sie stehen ja raus wegen dem Trichter da der Brustkorb ja Volumen verliert dadurch und deshalb lässt er als Ausgleich die Rippen weiter raus wachsen. Es kommt drauf an mit welcher Methode du dich operieren lässt ob die Brustmuskeln beschädigt werden, etwas wird es immer sein aber bei der Nuss Methode nicht so dramatisch. Bei den offenen Verfahren kann es schon sein das da danach nichts mehr da ist ich hab über ein halbes Jahr gebraucht das da wieder etwas ist. Ja die Trichterbrust kann deine Körperhaltung auch beschränken bzw. das man deswegen die Rippen auch dann deutlicher sieht. Deine Trichterbrust ist tief genug das ich klar zu einer Operation rate und nur die Nuss Methode empfehlen würde. Lass dir auch nichts anderes einreden das bei der offenen Methode die Brustmuskeln nicht beschädigt werden die sind wirklich dann bei 0 und das willst du ja nicht, ich konnte nach 3 Monaten nicht mal einen Liegestütz machen dank der Operation.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 02. November 2013, 16:54:48
Zitat von: UpsUpsUps am 02. November 2013, 09:31:48
Deine Trichterbrust ist tief genug das ich klar zu einer Operation rate

Was meinst du mit "tief genug" genau? Oder anders gefragt, warum genau rätst klar zur OP?

Die Tiefe eines Trichters ist ja nur ein Aspekt für die OP-Entscheidung, also weder der einzige und eigentlich auch nicht unbedingt der entscheidende. Die Tiefe ist eigentlich nur eine Art Indikator für die anderen Aspekte: Optik/Ã,,sthetik, psychischer Leidensdruck, physischer Leidensdruck (eingeschränkte Leistungsfähigkeit, komprimiertes Herz/innere Organe).

Also wenn du das nur auf Grund des optischen/ästhetischen meinst, dann lässt sich über Geschmack ja bekanntlich nicht streiten. Wobei mich allerdings noch interessieren würde, ob du den IST-Zustand schon so "schlimm" findest, dass du deshalb zur OP rätst? Oder gehst du einfach davon aus, dass es nach der OP nochmal entscheidend besser aussehen wird und du deshalb zur OP rätst?
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: annaj am 02. November 2013, 19:42:46
es gibt grosse unterschiede bei den trichterbrustop's, also musst du die frage direkt an die Chirurgen stellen, genau (ins Detail) wie sie vorgehen. Bei einer klassischen Nuss-op z.b wird grundsätzlich keine muskeln beschädigt, auch keine knorpel durchtrennt. Ein chirurg kann aber wegen schönheitszwecke muskeln lösen und wieder befestigen, wie ich das verstanden habe. Knorpel können durchtrennt werden, wenn es bedarf, oder bei manche chiurgen einfach weil die methode gar kein klassischen nuss ist, sondern modifiziert. Oder wie bei Erlangen, Ravitch usw, wo immer knorpel durchtrennt werden.
Es würde  hier im forum mehrmals als thema behandelt, wer macht was. Wäre gut wenn du hier ein bisschen rumschaust und dir ein bild machst.

Grundsätzlich (ich spreche von nach Nuss) kannst du mit sport und kraftsport weitermachen, blöd ist nur kampfsport, da rate ich immer ab. Du muss eine pause von ca drei monate einlegen, bevor du mit gewichte und kraftsport wieder loslegen kannst.

Wenn es dir wichtig ist, dann solltest du dir die auszeit gönnen.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 02. November 2013, 20:22:26
Und ich würde da noch einen Schritt weiter gehen und darauf hinweisen, dass es in der Selbsteinschätzung und Persönlichkeit (oder wie man das auch immer nennen will) bei den TB-Chirurgen ebenfalls enorme Unterschiede gibt. D.h. es kann sein, dass es einem nicht viel nützt, die richtigen Fragen zu stellen, wenn einem vom TB-Chirurgen "falsche" Antworten gegeben werden. "falsch" im Sinne von leicht ungenau bis glasklar falsch.

zum Beispiel (glasklar falsch):

Zitat von: tomsschulte am 21. Februar 2013, 09:34:58
und dr. hecker sagte mir, mit der klinik in lostau (das ist wohl bei magdeburg) zusammen hätte die klinik in herne von ihm die meiste erfahrung in ganz deutschland beim thema nuss-OP.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: UpsUpsUps am 03. November 2013, 11:23:14
Ich finde wie die Trichterbrust aussieht fällt sie schon auf und da Menschen in gewissen Punkten gleich sind wird sie ihn stören. Darum rate ich zu einer Operation. Ich rate immer zu einer Operation weil keiner der es nicht will sich wegen sowas irgendwann mal schämen sollte. Irgendwann wird ne Situation kommen da wird das aber passieren und das nur wegen der Einsinkung.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: JohnnyHenver am 03. November 2013, 14:11:18
wow schonmal vielen Dank für die Antworten :)

Im Bezug auf Sport habe ich deshalb nachgefragt, da mir Sport extrem wichtig ist, deswegen habe ich gehofft es gäbe evtl bestimmte Operationsmethoden bei denen die Regenerationszeit kürzer ist als bei anderen. (3 Monate ohne Sport, das wird tough)
Bedenken hatte ich bei Nuss-OP wegen dem Stab, da ich gerne Calisthenics, Freerunning (teils akrobatisch) machen möchte und da der Oberkörper schon sehr flexibel sein muss.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: annaj am 03. November 2013, 22:08:56
wenn du operativ dein tb los werden möchtest, kommst du von eine auszeit nicht weg, egal mit welche Methode. Wenn du sehr sportlich aktiv bist und weiterhin sein möchtest, würde ich empfehlen kein knorpel durchtrennen zu lassen, da der brustkorb permanent weniger flexibel wird. Mit 17 ist der körper viel flexibler und kann gut mit ein oder ein paar stäbe leben, und ein aktives leben trotzdem führen. Ich habe es mit 40 ziemlich gut ausgehalten, bin nicht extrem sportlich aktiv, aber immerhin aktiv (2-5 mal die Woche während ich die stäbe drinne hatte, joggen, Gewichte, step, Yoga)

Es ist eine schlichte Entscheidung, du sitzt mit deiner tb und da gibt es leider nicht so viele Möglichkeiten, sprich eine einfache lösung auf dein problem. Es wäre schön, aber rippen und brustbein zu heben geht nicht mit magie, es ist eine kraftvolle Veränderung. Wenn du nicht bereit bist einige monate ohne sport zu leben kannst die ganze sache ein körper ohne tb aus dein kopf werfen, es ist also entweder oder. Hart, ich weiss, wir sitzen im selben boot, oder ich sass wenigstens da...  ;)

Für schon sportlich aktive ist die regeneration oft viel leichter, der körper heilt schneller. Ich würde es machen wenn ich du wäre. Wenn ich die chance hätte in deinem alter... es wäre ein Tram gewesen.

Es gibt naturlich die saugglocke, nicht operativ, aber da ist grosses geduld gefragt.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: florian1992 am 03. November 2013, 23:25:27
Also ich würde dir uu 100% zu einer oeration raten, weil sie symetrisch ist daher auch besser zu behandeln. Das mit dem aktiven sport wirst du wohl in der zeit wo die bügel drinnen sind pausieren müssen. Also joggen schwimmen fahrrad geht ja alles ohne probleme, turnen würde ich nicht da dort der bügel verutschen kann oder zu schmerzen führt. Bei mir merke ich nach 6 monaten immernoch den bügel im körper bei falschen bewegungen. Jetzt wos kälter wird hab ich das gefühl den bügel wieder etwas mehr zu spüren :)  also was ich damit meine lieber 2 jahre etwas kürzer tretten und danach ein super leben und so schlimm ist die op garnicht. Und mit 17 jahre regeneriert sich der körper schnell. Die ersten paar wochen wird halt etwas unangenehm ist aber auszuhalten 8).
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 04. November 2013, 00:49:51
Wenn man sich das erste Bild genau ansieht, sieht es dann nicht so aus, als ob der Trichter bis fast hinunter zum Bauchnabel reicht. Auf Höhe der vorstehenden Rippenbögen ist in der Mitte jedenfalls eine deutliche "Eindellung" zu sehen. Dürfte eigentlich nicht durch das Brustbein sein. So weit reicht das doch nicht.

Hier mal ein Beispiel mit vorstehenden Rippenbögen ohne eine solche "Eindellung" in der Mitte:
http://mysweetpectus.files.wordpress.com/2011/11/screen-shot-2011-11-19-at-11-25-30-am.jpg

Wenn Muskeln nicht von rechts bis links gleichmäßig anwachsen, sondern betont seitlich (nur rechts/links, nicht in der Mitte) anwachsen, verstärken sie natürlich vorhandene Eindellungen bzw. können selbst welche ausbilden (ohne dass letzteres eine TB wäre).

Auch wenn hier schon einige zur OP raten, bin ich sogar etwas skeptisch (jedenfalls auf Grund der Bilder hier), ob jeder Arzt bei dir überhaupt eine nennenswerte TB diagnostizieren würde. Klar, eine Einbuchtung ist da, aber man kann schwer abschätzen, inwieweit die tatsächlich durch ein eingesunkenes Brustbein verursacht oder nur muskulär optisch verstärkt wird.

Du hast geschrieben, dass dir mit 6-7 Jahren eine OP angeboten wurde. Da sah die TB ja definitiv anders aus. Hast du das aktuell auch mal mit Ã,,rzten besprochen? Würde mich interessieren, was die meinen und ob die ein CT/MRT zur Diagnostik empfehlen bzw. was dabei herauskommt (Haller-Index).
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: UpsUpsUps am 04. November 2013, 07:31:37
Das mit der Delle im Bauch ist schon wegen dem Trichter. Wenn man einatmet sieht das so aus ^^
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 04. November 2013, 11:24:30
Zitat von: UpsUpsUps am 04. November 2013, 07:31:37
Das mit der Delle im Bauch ist schon wegen dem Trichter. Wenn man einatmet sieht das so aus ^^

hier nochmal die beiden Beispiele aus dem Thread:
mit Delle im Bauch: http://s14.directupload.net/file/d/3428/6gv6f7u5_jpg.htm

ohne Delle im Bauch: http://mysweetpectus.files.wordpress.com/2011/11/screen-shot-2011-11-19-at-11-25-30-am.jpg

Und du meinst, dass beim Bild ohne Delle im Bauch nicht eingeatmet wurde, im ersten aber schon, das siehst du?

Aber es stimmt, dass die Atmung bzw. die Atemstellung - (normal, tief oder sehr tief eingeatmet oder ausgeatmet) ebenfalls Einfluss auf die optische Erscheinung hat. Genauso wie die sonstige Körperhaltung und Muskelspannung.

Man kann zwar sehen, ob ein optischer Trichter gebildet wird, aber man kann deshalb noch lange nicht sagen, ob es eine Trichterbrust (=eingesunkenes Brustbein) ist bzw. wie stark der Anteil des eingesunkenen Brustbeins ist und was durch die Atemstellung, die Muskelberge oder die Körperhaltung verursacht ist.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: annaj am 04. November 2013, 20:06:12
ich finde das der befund tb deutlich schwerer ist bei JonnyHenver als bei dir damals ex.pectus. Anders naturlich, da du ausserdem ein kielbrust hattest, aber der trichter ist sehr viel tiefer. Ich schätze ein hallerindex von 4-5. Der muskulatur ist zwar deutlich grösser als bei dir ex.pectus, das gerüst ist dennoch deutlich und sichtbar. Man kann naturlich keiner richtig mit einander vergleichen, aber ich würde sein tb klar als tb "diagnostieren" (bin kein Arzt).
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 04. November 2013, 20:35:15
Zitat von: annaj am 04. November 2013, 20:06:12
Ich schätze ein hallerindex von 4-5.

Kann natürlich sein.  Ich sage nicht, dass es weniger ist. Ich sage nur, man sollte es erst mal bestimmen lassen, bevor man sich auf eine OP "einschiesst".
(Wobei der Haller-Index nur ein "schlechtes" Hilfsmittel mit. Um ihn zu bestimmen, braucht man ein MRT/CT-Querschnitt. Wenn man diesen hat, ist es besser das MRT/CT zu befunden als einzig auf so einen Index zu vertrauen.)

Inzwischen ist mir bei den Bildern auch aufgefallen, dass eine Profil-Ansicht komplett fehlt. Es gibt kein Bild von der Seite. Für den Haller-Index spielt der Abstand zwischen Brustbein und Wirbelsäule eine entscheidende Rolle und für die Auswirkung der TB auf die inneren Organe ebenso. Der Haller-Index ist bei jemanden mit normal geschwungenem Rücken viel niedriger, die Organe haben mehr Platz, als bei jemanden bei dem die natürliche Brustkyphose fehlt.

Insofern frage ich mich, wo man die Bezugspunkte hernehmen will oder soll, um das Ausmass der tatsächlichen TB abschätzen zu können. Dass man optisch einen Trichter erkennen kann, ist nicht der Punkt. Den sehe ich auch. Der ist aber nicht entscheidend.

Bei meiner TB lautete die Diagnose übrigens: Einsenkung von 9,5 cm in tiefer Einatmung (http://ex-pectus.blogspot.com/2010/11/diagnose-trichterbrust.html). Und ich gebe selber nicht viel darauf. Diese 9,5 cm finde ich komplett irreführend.

@JohnnyHenver:
Falls du deine TB vermessen bzw. den Haller-Index bestimmen lässt, würde mich das Ergebnis interessieren.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: JohnnyHenver am 04. November 2013, 23:13:04
Ich werde bald nach Homburg gehen, da ist in meiner Nähe leider die einzige Anlaufsttelle für Trichterbrustpatienten (Saarland). Dort werde ich dann auch eine Messung vornehmen lassen.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 05. November 2013, 12:45:30
Zitat von: JohnnyHenver am 04. November 2013, 23:13:04
Ich werde bald nach Homburg gehen, da ist in meiner Nähe leider die einzige Anlaufsttelle für Trichterbrustpatienten (Saarland). Dort werde ich dann auch eine Messung vornehmen lassen.

Auf der Homepage des UKS gibt es auch einige Infos zur Trichterbrust, u.a. auch zur Vermessung der Trichterbrust:
http://www.uniklinikum-saarland.de/einrichtungen/kliniken_institute/chirurgie/allgemeinchirurgie/infos_fuer_patienten/krankheitsbilder_kinderchirurgie/thoraxfehlbildungen/

Wie man da sieht, wird der gesamte Querschnitt bestimmt und auf Papier gebracht. Auf dem Blatt ist auch eine cm-Achse.
Allerdings ist die Messung nur von außen. Da stammt sicher noch aus einer Zeit, in der es kein MRT/CT gab. Allerdings hat es tatsächlich den Vorteil, dass es schneller verfügbar ist. (Aber was spielt die Schnelligkeit in dem Zusammenhang für eine Rolle? Ggf. könnte man sich auch schon parallel einen MRT-Termin besorgen, damit es später nicht so lange dauert.)

Das grundsätzliche Problem, dass das Ergebnis durch enorme Muskeln verfälscht werden kann, bleibt (sowohl positiv wie negativ). Nicht nur durch die Brust- sondern auch durch die Rückenmuskeln! Vermutlich/Hoffentlich wird ein erfahrener Untersucher das dann entsprechend berücksichtigen. Letztlich läuft das auf eine Schätzung hinaus, die mehr oder eben auch weniger zutreffend sein kann.
D.h. wenn man als Patient mit starken Muskeln mit so einer Messung/Schätzung nicht zufrieden ist, würde ich auf ein MRT bestehen.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: annaj am 05. November 2013, 22:40:38
das wichtigste letztendlich ist die frage: will man der trichterbrust wegen estetische gründe operieren, oder bestehen gesundheitliche gründe? Auch wenn keine probleme heute vorliegen, kann man sich bei einer CT/MRT-röntgen ein bild machen wie es die innere Organe gehen könnten. Wenn genug platz für alle da ist, bleibt nur die estetische und vielleicht somit die psyschische Belastung als grund zur op.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: JohnnyHenver am 05. November 2013, 23:46:48
Ich lasse die OP hauptsächlich aus aesthetischen Gründen vonehmen, ich fühle mich einfach nicht wohl. Außerdem werde ich mit ihr beim aethetic Bodybuilding nie das erreichen, was ich möchte, da es immer irgendwie komisch aussehen wird.
Aber auch gesundheitlich habe ich ab und zu Bedenken. Ich merke beim Cardio, dass ich nicht tief genug einatmen kann um einen regelmäßigen Atemrythmus beizubehalten. (normalerweise 3 schritte einatmen 3 schritte ausatmen) Doch meine Lunge ist nach 2Schritten meist schon voll, das hat zur Folge dass ich häufig Atembedingt Seitenstechen bekomme...
Außerdem verspüre ich (in letzter Zeit zunehmend) hin und wieder ein leichtes bis mittelstarkes stechen in der Einkerbung links. (vermutlich das Rippenfell?)
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: annaj am 06. November 2013, 00:02:08
Randy auf http://www.pectusinfo.com/board/today.php ist auch Bodybuilder, er hat seit ein Ewigkeit noch sein metall drin, hat wohl kein geld es entfernen zu lassen, die armen amies... es geht also auch mit metall und muskeln bauen wollte ich damit sagen.

Hier ein direktlink zu seine beiträge.
http://www.pectusinfo.com/board/search.php?token=&srchtxt=&srchfield=body&srchuname=randy&f%5B%5D=all&srchfrom=0&filter_distinct=yes&searchsubmit=Search

Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 06. November 2013, 14:06:47
Zitat von: annaj am 05. November 2013, 22:40:38
das wichtigste letztendlich ist die frage: will man der trichterbrust wegen estetische gründe operieren, oder bestehen gesundheitliche gründe?

Ich würde da andere Fragen hervorheben: Will man selber eine TB-OP? und wenn ja: Bekommt man die TB-OP bezahlt bzw. was muss man tun, damit die TB-OP bezahlt wird?

Die erste Frage muss jeder Betroffene letztlich für sich selber beantworten. Die Entscheidung können andere nicht abnehmen, aber sie können ihre Meinung dazu sagen.

Und meine Meinung ist die, dass man sich die Entscheidung nicht zu leicht machen sollte:

Wenn man sich nur fragt, ob es besser wäre, wenn die TB weg wäre, ist die Frage definitiv zu kurz gegriffen. Die vollständige Frage müsste vielleicht so lauten:

Will man selber für die möglichen Vorteile einer TB-OP auch alle möglichen Nachteile und Risiken einer TB-OP in Kauf nehmen?

Auch diese Frage muss natürlich jeder Betroffene für sich selbst beantworten. Man kann aber dabei behilflich sein, bspw. indem man die möglichen Vorteile und Nachteile zusammenträgt.


Bei den Vor- und Nachteilen spielen dann ästhtische und medizinische Aspekte auch eine Rolle.

Bezüglich Ã,,sthetik scheint es auf der Hand zu liegen, dass eine OP eine Verbesserung bringt. Wenn man da nur den Massstab anlegt, dass der Trichter nach der OP verschwunden ist, dann wird dies mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auch eintreten. Aber sobald man da individuell-subjektiv höhere Anspüche stellt, wird es schon viel komplizierter. Wenn es hauptsächlich um Rippenbögen oder "komische Stellen" an der Brust geht, ist keineswegs so sicher, dass das durch eine TB-OP entscheidend besser bzw. der Betroffene selbst mit dem Ergebnis zufrieden sein wird.

Und bezüglich medizinischen Gründen ist es eigentlich noch komplizierter. Lediglich für die Kostenübernahme sind medizinische Gründe ausschließlich von Vorteil. Ob sich medizinische Probleme durch eine TB-OP tatsächlich bessern, ist keineswegs sicher. Eine medizinische Indikation sagt eigentlich nur, dass eine TB-OP gerechtfertigt ist, in dem Sinne, dass man es - vereinfacht gesagt - "einfach mal probiert", ob es hilft. Manchmal hilft es, manchmal nicht. Und manchmal wird es schlimmer. Die durchaus richtige Überlegung, dass zu wenig Platz im Brustkorb schlecht ist, bedeutet umgekehrt ja leider nicht automatisch bzw. zwangsläufig, dass das manuelle Schaffen von mehr Platz im Brustkorb auch zu mehr Gesundheit oder Leistungsfähigkeit führt.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: zadkiel am 06. November 2013, 21:21:10
Zitat von: ex.pectus am 06. November 2013, 14:06:47
Die durchaus richtige Überlegung, dass zu wenig Platz im Brustkorb schlecht ist, bedeutet umgekehrt ja leider nicht automatisch bzw. zwangsläufig, dass das manuelle Schaffen von mehr Platz im Brustkorb auch zu mehr Gesundheit oder Leistungsfähigkeit führt.
kleine Einschränkung: "Das manuelle Schaffen von mehr Platz im Brustkorb" ist einem auf Dauer komprimierten Herz im zu engen Brustraum m.E. immer vorzuziehen. In meinem Fall z.B. müsste ich zwar nicht daran sterben, aber die Möglichkeit, eine Herzkrankheit zu entwickeln, wäre laut Aussage der Ã,,rzte, bei denen ich zur Untersuchung war, wesentlich höher, wenn es weiterhin eingezwängt bleibt. Das ist in meinem Fall der Hauptgrund für eine OP.
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: ex.pectus am 06. November 2013, 22:00:30
Zitat von: zadkiel am 06. November 2013, 21:21:10
Das ist in meinem Fall der Hauptgrund für eine OP.

Wie das jetzt in deinem Fall ist, kann ich natürlich nicht beurteilen.

Aber es fängt schon damit an: Was ist ein "komprimiertes" Herz. Hier im Forum gibt es Fälle, in denen die TB-Chirurgen meinten das Herz des Betreffenden sei komprimiert, andere Ã,,rzte des Betreffenden meinten das nicht. Bei mir war das genauso: TB-Chirurg: ihr Herz ist komprimiert, MRT-Radiologen/Kardiologen: ihr Herz ist nicht komprimiert. Was soll man davon halten oder dazu sagen?

Aber sicher gibt es auch Fälle, die so ausgeprägt sind, dass sich die Ã,,rzte halbwegs einig sind, dass es komprimiert ist.
Und vielleicht macht es dann auch einen entscheidenden Unterschied, ob man eine extreme Komprimierung beseitigt oder ob man einfach nur noch mehr Platz schafft. Dass die Beseitigung einer "echten" Komprimierung sinnvoll ist, finde ich sofort einleuchtend.

Insofern würde ich da zwischen 1.) Beseitigen von tatsächlich zu wenig Platz und 2.) Schaffen von mehr Platz unterscheiden. Ich frage mich nur, wie man als Betroffener zuverlässig herausbekommt, zu welcher der beiden Gruppen man gehört (insbesondere in Grenzfällen).
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: zadkiel am 06. November 2013, 22:27:17
Zitat von: ex.pectus am 06. November 2013, 22:00:30
Insofern würde ich da zwischen 1.) Beseitigen von tatsächlich zu wenig Platz und 2.) Schaffen von mehr Platz unterscheiden.
Ja, diesen feinen Unterschied würde ich auch als wesentlich sehen. Eine "erhebliche mediastinale Raumforderung" hat natürlich eine eindeutige Aussage.
Zitat von: ex.pectus am 06. November 2013, 22:00:30
Ich frage mich nur, wie man als Betroffener zuverlässig herausbekommt, zu welcher der beiden Gruppen man gehört (insbesondere in Grenzfällen).
Die bildgebenden Verfahren wie MRT und CT zeigen schon recht zuverlässig, ob bzw. inwiefern ein inneres Organ komprimiert und gegebenenfalls verschoben ist. Die Frage ist vermutlich eher, was hat die Komprimierung bzw. das Maß der Komprimierung für Konsequenzen, auch hinsichtlich einer Verschlechterung bei Nichtbehandlung. Das ist dann wiederum der Interpretations-/Erfahrungsspielraum der Ã,,rzte.
Ich kann bei meinem CT eindeutig auch als Laie feststellen, dass das Herz gequetscht ist und sicher nicht die optimale Leistung bringen kann. Das Belastungs-EKG zeigt dann kausal den Befund und die Beschwerden sind auch nachvollziehbar.

Ich glaube, das entfernt sich hier aber jetzt vom ursprünglichen thread "OP als Sportler"...sorry. Das gehört wohl eher in meinen eigenen Erfahrungsbericht... ::)
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: JohnnyHenver am 07. November 2013, 00:01:41
@zadkiel:
Mach dir da ma keine Sorgen, je mehr ich, besonders aus persönlichen Erfahrungen, lerne, desto besser :)
(boah 4 Kommas in einer Zeile xD)

Über die meisten Risiken bin ich mir denke ich im klaren, meine Eltern denken auch ich würde es auf die leichte Schulter nehmen würde, aber hab mir das schon gründlich überlegt :)
Ich muss sagen, die OP an sich ist das worum ich mir am wenigsten Sorgen mache, am meisten Angst hab ich eigentlich nur von dem ganzen Kleinkram (Infusionen, die PDA,...). Ist denke ich Gewöhnungssache, hab auch noch nie Blut abgenommen bekommen x.x
Titel: Re: Trichterbrust Op Als Sportler
Beitrag von: annaj am 07. November 2013, 21:36:34
Zitat von: JohnnyHenver am 07. November 2013, 00:01:41
Ich muss sagen, die OP an sich ist das worum ich mir am wenigsten Sorgen mache, am meisten Angst hab ich eigentlich nur von dem ganzen Kleinkram (Infusionen, die PDA,...). Ist denke ich Gewöhnungssache, hab auch noch nie Blut abgenommen bekommen x.x

pda muss nicht sein, du kannst auch Morphium über venenkatheter bekommen... vor pda habe ich auch angst... die spritzen und blutabnahmen sind schnell vorbei, denk an was schönes  8)