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Allgemeines => Allgemeine Themen => Thema gestartet von: Kaan32 am 27. April 2014, 13:34:17

Titel: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: Kaan32 am 27. April 2014, 13:34:17
Hallo,

die Frage ist an die Leute die einen Bügel im Brustkorb haben ( OP nach Nuss )

1. Macht ihr Sport, wenn ja welchen ?

2. Wie lange habt ihr gebraucht um euch von der OP zu erholen und wieder Sport zu machen?
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: annaj am 27. April 2014, 17:10:44
sport ist wichtig, und darauf sollte man während der "bügelzeit" nicht verzichten...

Du kannst alle sportarten machen, ausser kontaktsport wie kampf-, boxen-, american football- usw. Ich bin in der fitnessstudio gewesen, muskeln aufbauen und div. kurse gemacht. Joggen im park. Yoga.

Man sollte drei monate warten, bis man den körper voll belasten kann, bis dahin sind mehr oder weniger schnelle spaziergänge gut. Solltest du aber mit dein arzt absprechen. Hat er/sie gar nichts dazu gesagt..?

Manche erholen sich schneller, vor allem jüngere, aber der körper braucht eine gewisse zeit um der bügel mit gewebe zu "umschliessen". Also ist es vernünftig erst ab drei monate mit gewichte zb zu warten, auch wenn man das Gefühl hat, es geht vorher.
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: zadkiel am 27. April 2014, 18:10:22
Ich habe vor ca. einem Monat (d.h. 4 Monate nach meiner OP) angefangen, Krafttraining zu machen (Kieser) und habe danach immer ein gutes, insgesamt stabileres Körpergefühl.

Ich lasse immer noch bestimmte Maschinen aus, die Druck auf das Brustbein ausüben. Aber es gibt ja genug Alternativen. Vor allem die Übungen zur Dehnung des Brustkorbes tun mir sehr gut. Und langsam scheinen sich auch die (spärlich vorhandenen ::)) Brustmuskeln etwas zu zeigen... 8)
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: Kaan32 am 27. April 2014, 18:39:37
Danke für die schnellen antworten :)

Der Assistenzarzt der bei meiner 2.OP mit dabei war sagt, das ich erst nach einem halben Jahr wieder Sport machen soll.
Die Physiotherapeutin sagt ich solle jetzt schon langsam anfangen. Also im Fitnessstudio und nur an Geräten. Natürlich nur mit wenig Gewicht.

Meine erste OP war ende Januar 2014 und die zweite OP ende Februar 2014. Die zweite OP war nötig weil sich die Schiene leider verschoben hat (in der Zeit hab ich kein Sport, nichts schweres hoch gehoben oder ähnliches).

Jetzt habe ich auf beiden Seiten den "Stabilisator" befestigt.
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: annaj am 27. April 2014, 20:42:47
6 monate scheint mir übertrieben vorsichtig zu sein, da es den körper auch gut tut aktiv zu sein. Man muss ja nicht gleich knallhart extremsport machen, sondern es versteht sich langsam anzufangen. Ich denke die Physiotherapeutin liegt richtig, aber wie gesagt, hört parallel immer auf dein körper. Ich habe nach dem bügelentnahme wo auch meine brustmuskel versetzt wurde grünes licht zum sport machen nach sechs Wochen bekommen. Habe da auch angefangen, joggen und zb step im fitnessstudio. Nach zehn wochen habe ich angeblich zu intensiv crunches gemacht, am machen nichts gemerkt, alles fühlte sich prima und ganz naturlich an, aber am tag danach... plötzlich kamen extreme schmerzen, die mehr als eine woche andauerten. Also schön langsam  ;)
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: BlauTB am 06. Mai 2014, 08:50:10
Ich habe im Dezember meine zweite OP nach Nuss hinter mich gebracht und wurde von Dr. Lützenberg operiert. Ich durfte nach 2 Monaten wieder Sport machen und habe dann auch sofort angefangen ins Fitnessstudio zu gehen. Klar, manche Übungen wie Bankdrücken oder Dips waren erst komisch, ungewohnt und unangenehm, aber der Körper gewöhnt sich schnell daran und nach ca. 2 Wochen war alles so wie vorher. Ich muss allerdings dazu sagen, dass Dr. Lützenberg selber erstaunt über meine schnelle Erholung war und das ich die Schmerztabletten so schnell absetzen konnte. Das ist sicher nicht die Regel. 6 Monate halte ich aber auch für sehr übertrieben. Dr. Lützenberg meinte übrigens noch, dass auch Kontaktsportarten wie Boxen möglich sind. Nach zwei Monaten ist der Bügel fest und genauso stabil wie eine normale Rippe.
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: BlauTB am 15. Mai 2014, 15:50:32
P.s. Ich werde ab nächster Woche mit Kickboxen beginnen und hab mich vorher bei Dr. Lützenberg rückversichert, dass der Sport mit Bügeln nicht gefährlicher ist als ohne. Da die Dinger bombenfest sind, muss man sich keine Gedanken machen.
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: ex.pectus am 15. Mai 2014, 16:56:38
Das erscheint mir unlogisch. Denn wenn der Bügel bereits nach 2 Monaten fest und genauso stabil wie eine normale Rippe ist und die Dinger dann so bombenfest sind, dass man sogar Kickboxen machen können soll, verstehe ich nicht, welchen Sinn danach noch irgendwelche Röntgenkontrollen noch hätten. Und damit meine ich Kontrollen ohne besonderen Anlass, die Dr. Lützenberg im Gegensatz zu anderen Ã,,rzten ja wohl bis vor kurzem jedenfalls noch bei einigen gemacht hat.

Oder wie ein Bügel 6 Monate nach der OP durch Squasch verrutschen kann und neu wieder befestigt werden muss, http://www.trichterbrustforum.de/index.php/topic,1263.msg10752.html#msg10752

zur "Bombenfestigkeit":
Ich vermute, dass bezüglich Bombenfestigkeit des Bügels die Befestigungsmethode von Prof. Schaarschmidt als Standard gelten kann und viele es inzwischen so machen wie er. D.h. ich vermute, dass die Befestigung bei Dr. Lützenberg nicht fester ist bzw. befürchte, dass es bei anderen Methoden sogar weniger fest sein wird. Und wenn "Stabilisatoren" verwendet werden, klingt das vor allem stabil, ist es aber nicht unbedingt.

Bei der festen/sicheren Methode ist es aber so, dass der Bügel mit selbst-auflösenden Fäden befestigt wird. Wenn die Fäden sich aufgelöst haben, wird der Bügel nicht mehr durch Fäden gehalten. Der Bügel ist aber auch nicht mit Knochen fest verwachsen, verschraubt oder vernagelt, wie bspw. ein entsprechendes Implantat zur Knochenbruchversorgung. Der Bügel "wächst" nur in Gewebe ein bzw. genauer: er wird von Gewebe umgeben. Er ist und bleibt ein Fremdkörper an einer Stelle, wo er nicht hingehört. Der Bügel bleibt auch teilweise beweglich zu seiner Umgebung. Insofern kann bomben"fest" gar nicht im Sinne einer starren, festen Verbindung gemeint sein.

Dieses umwachsende Gewebe kann sicherlich auch relativ stabil sein, so dass der Chirurg beim Entfernen des Bügels nach Jahren nicht ohne Meißel auskommt. Das kann man aber meiner Meinung nach nicht als Beleg für eine funktionelle oder physiologische Stabilität nehmen.

Und auch im übrigen verstehe ich die Argumentation nicht:

Bei jedem Sport oder jeder risikanten Tätigkeit, bei der ein erhöhtes Risiko einer Rippenfraktur besteht, ist es für mich evident = offensichtlich = klar wie Kloßbrühe, dass das Verletzungsrisiko mit einem zusätzlichen Fremdkörper im Rippenbereich höher ist als ohne. Wie sollte man das Wegdiskutieren?

Wenn es zum Rippenbruch kommt, ist der Bügel ein zusätzliches Ding, dass etwas beschädigen kann, entweder direkt durch das Bügelmaterial oder durch den Druck des Bügels auf die gebrochenen Rippen. Oder dort, wo der Bügel eingewachsen ist und sich Knochengewebe um den Bügel gebildet hat, wird dieses Knochenmaterial durch einen Unfall "abgeschert" und wird dadurch freigesetzt. Beispielsweise außen (=außerhalb des Rippenkäfigs) an den Bügelenden, oder aber auch innen = innerhalb des Rippenkäfigs, d.h. unter dem Brustbein direkt in Herznähe (ein Röntgenbild dazu lade ich noch hoch).

OK, durch den Bügel selbst steigt nicht unbedingt die Wahrscheinlichkeit eines Unfall. Insbesondere fällt man mit einem Bügel nicht wegen des Bügels öfter vom Motorrad. Aber wenn es um die Frage geht, ob man sich dann, wenn man gefallen ist, öfter eine Rippe bricht, sieht es schon anders aus. Und was so ein Rippenbruch mit Bügel dann letztlich für Folgen hat, lässt sich doch nur sehr schwer abschätzen. Viel Erfahrung oder Faktenmaterial gibt es da sicher nicht. Mit Kickboxen dürfte es ähnlich sein.
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: annaj am 15. Mai 2014, 22:58:36
ich denke wie du hier ex.pectus, vor allem der starre Bügel, ein kräftigen stoss direkt daneben und der bügel wirkt als gegenstand und lässt dann rippen oder Brustbein sogar leichter brechen. Es gibt ja eine gewisse beweglichkeit vom skelett, im gegensatz zu den Bügel. Die Wahrscheinlichkeit ist vielleicht nicht 100%ig, aber ich bin der meinung das die Gefahr erhöht ist. Und bombensicher befestigt sind die bügeln nicht.

Andererseits soll man sich vom leben nicht abschrecken lassen, und das ist vielleicht was dr. Lützenberg denkt. Ausserdem hat man vielleicht schutzweste beim Kickboxen..? Ich hab's nur im fitnessstudio gemacht, und der training ist ja eigentlich harmlos. Nur beim kampf wird's ernster.
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: ex.pectus am 15. Mai 2014, 23:10:45
Ja, genau. Und das mit dem Bügel als starren Gegenstand im Vergleich zu den Rippen trifft es ganz gut. Wobei es eben nicht nur die Rippen als ganzes sind, sondern der neu gebildete "Kallus", siehe:

(https://lh5.googleusercontent.com/-zTvEDLPfA24/U3UrCXWCTcI/AAAAAAAABbg/HY3V4L665YE/s800/Kallusbildung.jpg)

Diese neue Knochensubstanz sorgt einerseits für eine zusätzliche Lagestabilität, andererseits ist diese eben starr und kann nicht nachgeben. Der Bügel kann sich nur innerhalb dieser "Führungen" beweglich verschieben. Wenn eine Kraft seitlich dagegen wirkt, kommt es bei zu hoher Kraft unweigerlich zum Ausbrechen/Bruch. Auf den Bilder ist nur der Kallus an den Bügelenden zu sehen. Bei mir hatte sich so ein Kallus aber auch unter dem Brustbein gebildet.

Und hier ein Beispiel wie es aussieht, wenn der Bügel dann entfernt wird (rot eingekreist): siehe http://25.media.tumblr.com/tumblr_m5jqgpA3tg1qd7mtfo1_1280.jpg

Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: ex.pectus am 16. Mai 2014, 11:18:17
Und außerdem kommt dann irgendwann auch die Phase, ab der ein neuer Effekt überdeutlich wird: Erosion (http://www.trichterbrustforum.de/index.php/topic,1489.msg12293.html#msg12293).

(https://lh6.googleusercontent.com/-Z9C6m3et6xE/UaURNiGC_CI/AAAAAAAABNQ/vWTVhAihJ8E/s640/screenshot20130526at328.jpg) (http://www.pectusinfo.com/board/viewthread.php?tid=10352&goto=search&pid=96580)
(Bilderwiedergabe mit Genehmigung von Pectus Dude (http://www.pectusinfo.com/board/member.php?action=viewpro&member=Pectus%20Dude))

Vermutlich ist es aber nicht so, dass dieser Effekt erst nach Jahren beginnt, sondern es ist nur so, dass der Effekt nach Jahren deutlich mit bloßem Auge sichtbar geworden ist. Das heißt, dass vermutlich schon gleich zu Beginn der Erossionsprozess beginnt und irgendwann später dann "Sollbruchstellen" zur Folge hat. Bei manchen mehr und früher, bei anderen später und weniger.

Aber wer weiß denn schon bzw. will für andere seine Hand ins Feuer legen, ab wann dieser Effekt zu einer erhöhten Stoß- und Schlagempfindlichkeit bzw. Bruchgefahr führt?

Nochmal zur Klarstellung:
Mit meinen Ausführungen will ich keineswegs den Eindruck erwecken, dass absolut gesehen ein hohes Risiko besteht. Es ist sicherlich sehr klein. Relativ gesehen ist es aber meiner Meinung nach durch den Bügel erhöht. Man sollte nicht den falschen Eindruck erwecken, dass der Bügel für bestimmte risikoträchtigere Tätigkeiten völlig ohne Bedeutung ist. Insbesondere, wenn die Frage darauf abzielt, ob man sich absichtlich diesem erhöhten oder nicht erhöhten Risiko aussetzt oder es lieber lässt. Die Entscheidung kann und muss jeder selber treffen. Die Fakten bzw. Informationen für die Entscheidung sollten aber stimmen.

Und noch eins:
Befestigungsmethode ist nicht gleich Befestigungsmethode. Ich habe hier nur über die mir bekannte geschrieben (bei mir: Prof. Schaarschmidt mit langem Bügel). Andere Ã,,rzte benutzen auch Drähte oder kurze Bügel, bei denen bestimmte Dinge ganz anders sein können. Und zwar im Zweifel eher schlechter.
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: BlauTB am 19. Mai 2014, 16:16:43
Ich kann nur wiederholen, was er mir gesagt hat. Dr. Lützenberg ist sicher niemand, der seinen Patienten unnötige Risiken nahe legen würde. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich keine Wettkämpfe betreibe, sondern zu 90% "nur" trainiere.
Ich finde man sollte - auch mit einem Bügel im Körper - nicht überängstlich werden. Es kann dir genauso passieren, dass dir bei einem Unfall eine Rippe in die Lunge gedrückt wird. Dann ist es dem Körper ziemlich egal, ob da nebenan noch ein Bürgel ist oder nicht. Lebensgefahr besteht dann trotzdem. Ich finde, man sollte auch auf den eigenen Körper hören. Wenn jemand regelmäßig Schmerzen hat oder die Stange extrem spürt, ist Kampfsport sicher nichts für diese Person. Da ich aber wieder etwas beweglicher werden möchte und der Sport für mich vor allem aus Training besteht und nicht in regelmäßigen Kämpfen mit Vollkontakt, denke ich, dass die Vorteile evtuelle Risiken überwiegen. Meine OP ist jetzt übrigens ca. 4 Monate her und nicht 2.  :D
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: Kaan32 am 25. Mai 2014, 21:04:26
Macht jemand intensives kraftsport?
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: BlauTB am 26. Mai 2014, 13:49:01
Ich gehe 2-3 mal die Woche ins Studio und absolviere dann jeweils ein hartes Ganzkörper-Workout.
Geht auch mit Bügeln im Körper :-)
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: Kaan32 am 27. Mai 2014, 07:01:33
Wie viele Stabilisatoren hast du?
Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: ex.pectus am 27. Mai 2014, 11:00:00
Zitat von: Kaan32 am 27. Mai 2014, 07:01:33
Wie viele Stabilisatoren hast du?

Warum fragst du?

In dem Zusammenhang würde mich vor allem auch mal interessieren, ob bzw. in wieweit die Stabilisatoren ihrem Namen überhaupt Ehre machen. Sprich: ob die Bügel mit Stabilisator stabiler befestigt sind oder nicht bzw. unter welchen Bedingungen: vielleicht nur am Anfang oder nur dann, wenn die Bügel am Muskel befestigt werden (d.h. ein Bügel am Muskel ist mit Stabi stabiler als ein Bügel ohne Stabi am Muskel, aber beide sind weniger stabil befestigt als ein Bügel ohne Stabi an der Rippe?)?

Hier ein etwas älteres Zitat:

Zitat von: Müllie am 11. Januar 2013, 23:38:28
War gestern zur Kontrolle bei meinem Chirurgen und habe die Gelegenheit genutzt, nach der Befestigung zu fragen. Auch in meinem Fall wurde der Stabilisator am Muskel mittels nicht-resorbierbaren Fäden befestigt. Da man bei Bügelentnahme ohnehin an den Stabilisator ran muss, können dabei auch die Fäden entfernt werden. Dieses an-den-Muskeln-befestigen soll durchaus üblich sein, wobei ich -ehrlich gesagt- davon zuvor nur selten gehört hatte und das für eine Fehlinfo hielt.
Die Variante mit der Befestigung an den Rippen muss es aber auch geben, sonst würde man davon ja nicht hin und wieder in den Berichten lesen. ::)

In diesem Video (http://www.medxpert.de/de/pes_video.htm) eines Herstellers der Bügel wird die OP samt Anbringen der Stabilisatoren (bei 11:45min) erläutert. Hinweis: Es wird ein Kind operiert. Also nix für schwache Nerven.
Direktlink zur Videodatei: http://www.medxpert.de/de/OPFilm/pectus_de.mov (http://www.medxpert.de/de/OPFilm/pectus_de.mov)

Ich bin kein Chirurg, aber ich denke es macht einen großen Unterschied, ob und wie der Bügel an einer Rippe oder am Muskel befestigt ist!

Und wenn ich schon mal dabei bin, dann auch noch zu den anderen Aspekten:

"es kann immer etwas passieren" - Dieses typische Argument, man kann auch vom Dachziegel erschlagen werden, wenn man aus dem Haus geht, stimmt einerseits, hilft aber nicht weiter. Denn es geht ja nicht um die Frage, ob überhaupt irgendein Risiko besteht, sondern ob und in wieweit das Risiko höher bzw. zusätzlich ist und man es durch entsprechende Maßnahmen/Verhalten reduzieren/beeinflussen kann, ohne zu großen Aufwand/Opfer zu bringen (Kompromiss, individuelle Entscheidung).

"auf den Körper hören" - Nicht nur, wenn sich der Körper meldet und man irgendetwas spürt, sollte man vorsichtig sein, sondern und gerade auch dann, wenn man nichts (negatives) spürt. Ein Rippenbruch oder eine Dislokation des Bügels, die durch ein plötzliches Ereignis von außen verursacht wird, kündigt sich ja logischerweise nicht vorher an! Da hört man vom Körper vorher nicht unbedingt etwas.

kein regelmäßiger Vollkontakt - die mangelnde Regelmäßigkeit reduziert ja nur den zeitlichen Aspekt des Risikos. Wenn man nur 1 bis 2 mal im Jahr Russisch Roulette spielt, setzt man sich an den restlichen 363 Tagen im Jahr natürlich nicht diesem Risiko aus. Das ist natürlich besser als wenn man es täglich spielen würde (was allerdings sehr unwahrscheinlich wäre, dass man das auf Dauer könnte, eben wegen des Risikos).

Angst und Ã,,ngstlichkeit - Für mich hat das erstmal nicht viel mit der Risikobewertung an sich zu tun. Auch wenn ich ein Risiko als solches erkannt habe, kann ich es eingehen. Umgekehrt kann ich Risiken auch eingehen, ohne sie zu erkennen bzw. weil ich sie mir schön oder klein rede.

Mein Fazit wäre:

1. Operateur fragen, was er mir erlaubt bzw. verbietet und warum? Insbesondere ob bestimmte Verbote nur aus Übervorsicht resultieren oder ihren Grund in der individuellen OP-Situation oder OP-Methode haben.

2. Wenn Kraftsport erlaubt ist, denke ich auch, dass nichts gegen maximale Belastung spricht, wenn man sich an diese langsam und sauber herantastet und der Körper keine gegenteiligen Signale sendet.

3. Alle Situationen, die ein erhöhtes Risiko einer Rippenfraktur darstellen, sind mit dem Bügel noch mal einen Zacken gefährlicher. Und zwar erheblich. Ob man dieses Risiko eingehen will, muss jeder selber wissen. Und ggf. würde ich einen Arzt auch fragen, wie das Risiko ist, dass so ein am Muskel befestigter Bügel bei entsprechend hohen Kräften den Muskel beschädigt. Ob dann vorher die Fäden reißen? Wobei es ja auch Chirurgen/Situationen gibt, die Draht verwenden (Bsp1 (http://www.trichterbrustforum.de/index.php/topic,1509.msg12555.html#msg12555), Bsp2 (http://www.trichterbrustforum.de/index.php/topic,1263.msg10817.html#msg10817))

Titel: Re: Sport mit Bügel im Brustkorb
Beitrag von: annaj am 27. Mai 2014, 19:35:40
Zitat von: Kaan32 am 25. Mai 2014, 21:04:26
Macht jemand intensives kraftsport?

sicher, ein gutes Beispiel ist "Randy" (allerdings aus dem englischen forum, die anderen hier habe ich mich nicht gemerkt..). Er ist bodybuilder und trägt seine stäbe viel zu lange schon, 5 od. 6 jahren schon... er hat wohl nicht die kohle gehabt sie wieder rauszunehmen.

Du kannst im voraus nicht wissen wie dein körper auf gewisse aktivitäten reagieren, manche macht nichts aus, andere sind empfindlich und können nicht gewisse sachen ohne unbehagen oder schmerzen machen.