Liebe Community,
nachdem ich einige gute Tips und Hilfestellungen aus diesem Forum erhalten habe, berichte ich nun von meiner ersten ernstzunehmenden Untersuchung in Sachen Trichterbrust:
Ich hatte im Sano Klinikum in Offenbach einen Termin bei Dr. Tarhan. Als Kind und Jugendliche war ich bei Orthopäden, die meine Trichterbrust eher als gering ausgeprägt eingestuft haben. In einem alten Arztbericht der Uniklinik fand ich als Nebenbefund vor einigen Wochen erstmalig den Begriff "stark ausgeprägte" Trichterbrust. Mein Problem ist mein dauerhaft erhöhter Puls dessen Ursache unklar ist.
Dr. Tarhan hat meine TB nun als mittel bis stark ausgeprägt mit Asymmetrie eingestuft und zu einer OP nach amerikanischem Verfahren mit zwei Bügeln geraten. Die OP hat er als einfachen Eingriff eingeschätzt. Die Saugglockentherapie hält er für wirkungslos. Nun geht es mit Termin beim Kardiologen und einem CT weiter.
Liebe Community,
ich setze heute meinen Erfahrungsbericht fort. In meinem heutigen CT wurde ein Hallerindex von 3,0 berechnet. Im angefügten Bild kann man die Kompression des Herzens erkennen. Welche Auswirkung die Kompression tatsächlich hat, dazu gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussage. Ich hänge mal zwei Bilder des CTs an.
Viele Grüße sendet NicolettaHerzkompression Trichterbrust 1.pngSkoliose 1.png
Liebe Community,
im Mai war ich beim Kardiologen und habe nun den Arztbericht vorliegen. Es wurde ein EKG geschrieben und ein Ultraschall gemacht. Der rechte Ventrikel ist eher schmal und lateral in seiner Ausdehnung durch die Trichterbrust begrenzt. Der rechte Ventrikel ist damit in seiner Funktion leicht eingeschränkt. Der erhöhte Puls wird weiterhin mit Betablockern behandelt. Die Ärztin hält aber eine Erhöhung der Dosierung (bisher 10 mg Nevinbilol) für kontraproduktiv, da das Herz durch den erhöhten Puls gegen die Trichterbrusteinschränkung arbeitet und über den erhöhten Puls den Volumenstrom aufrecht hält.
Im Juni war ich in der Uni Mainz in der Trichterbrustsprechstunde. Hier ist der nächste Schritt ein Cardio MRT. Nach erster Untersuchung wird dort in Richtung OP tendiert nach Nuss mit 3 Bügeln und Cryobetaeubung der Nerven zwischen den Rippen. Ich denke aber nach dem Cardio MRT kann man den Grad der bisherigen Einschränkung gut beurteilen.
Hallo Nicoletta,
wurde auch die Saugglocke in Betracht gezogen in Mainz?
Hallo Nicolchen,
die Saugglockentherapie wurde in meinem Fall wegen Rippenbuckel, fortgeschrittenem Alter und erforderlicher langer taeglicher Tragedauer als weniger geeignet eingeschätzt. Für mich ist sie allerdings noch nicht vollständig vom Tisch.
VG Nicoletta
Hallo Nicoletta, was ist ein Rippenbuckel? Übrigens zum Thema Saugglocke "im Alter": ich habe vor kurzem mal wieder das gesamte Internet durchsucht und eigentlich keine ernstzunehmenden Untersuchungen zum Thema Saugglockentherapie bei Menschen im mittleren Erwachsenenalter finden können. Ich gehe also davon aus, dass die Aussage, dass eine Saugglocke im mittleren oder höheren Erwachsenenalter nicht erfolgreich sei auf rein theoretischen Überlegungen beruht und nicht auf Erfahrungswerten. Selbst bei Untersuchungen von jüngeren Patienten geht die Abschlussdiagnose "nicht erfolgreich" oft mit geringeren Tragestunden am Tag und insgesamt kürzerer Gesamt-Tragedauer einher im Vergleich zur Erfolgsgruppe. Eine wissenschaftlich fundierte Aussage, dass eine Behandlung nicht erfolgreich war, ist in meinen Augen nur eine, wenn zwei Menschen verglichen werden, die die Saugglocke exakt gleich lange angewendet haben und bei dem einen hat es zum Erfolg geführt und bei dem anderen nicht. Soweit ich die Lage überblicken kann, gibt es solche Untersuchungen nicht. Das lässt für mich eher den Schluss zu, dass die erfolglose Gruppe zu zeitig aufgehört hat. Die Behandlung ist übrigens mit Plateauphasen verbunden, die, wenn man nur einen kurzen Atem hat, vermeintlich mit einem Nichtfunktionieren gleichsetzt und deshalb die Therapie abbricht. Bei einer Zahnspange verlangt man ja auch keine sichtbaren Erfolge von Tag zu Tag und nicht einmal von Monat zu Monat. Bevor die Idee aufkommt, dass eine Zahnspange doch eher einer Op gliche, weil die Anwendung rund um die Uhr geschieht - es handelt sich beim Brustkorb aber auch um Knorpel und nicht um Knochen. Ich habe vor 4 Jahren eine Saugglocke bestellt. Ich habe sie halbherzig angewendet, sehr unter dem Eindruck, dass es ja in meinem Alter eh wahrscheinlich nicht funktioniert. Die Anfangstiefe von 4 cm konnte ich auf 3 verringern. Aber im Januar diesen Jahres habe ich für mich beschlossen, dass die Therapie funktioniert und sie konsequent umgesetzt. Ich halte alle Daten täglich fest (Anfangstiefe vor der Behandlung und nachher, Tragedauer und ob ich Übungen gemacht habe oder nicht). Ich trage sie täglich (!) zwischen 3 und 7 h, es sind vermutlich 4,5 h im Durchschnitt, mit einer Woche Pause im Mai, da hatte ich eine Reise, die nicht kompatibel mit Saugglocke war. Beginn im Januar bei durchschnittlich 2,8 cm Tiefe bis jetzt August durchschnittlich 2,1 cm (immer gemessen vor der Tagesanwendung). Das ist 1 mm Verbesserung pro Monat. Das passiert nicht gleichmäßig. Es gibt Phasen, da sieht es nicht aus, als ob es vorwärts geht. Ich bin übrigens 51. Da ich die Behandlung nicht abgeschlossen habe, kann ich keine allgemeine Aussage treffen. Aber ich bin überzeugt, wenn Du einen langen Atem hast und gewillt bist, die Saugglocke täglich 4 h zu tragen und von doch mindestens 2 Jahren ausgehst, hättest Du eine Chance. Liebe Grüße Hanne