Trichterbrustforum.de

Allgemeines => Erfahrungsberichte => Thema gestartet von: Fuchs302 am 01. September 2018, 20:13:26

Titel: Nuss OP Erfahrungsbericht - Ruhrlandklinik Essen
Beitrag von: Fuchs302 am 01. September 2018, 20:13:26
Hallo,

mein Name ist Tarek ich bin 15 Jahre alt und ich habe mich vor 3 1/2 Wochen wegen meiner ausgeprägten Trichterbrust (Haller-Index 4,1) in der Ruhrlandklinik Essen einer Nuss OP unterzogen. Da mir bei mehreren Anliegen in dieser Seite geholfen wurde und ich ein paar Fragen hätte, habe ich mich entschlossen meine Erfahrung mit euch zu teilen.

Vorgeschichte
Aufgrund meiner chronischen Krankheit (Morbus Crohn) ging ich schon mehrere Jahre in die Uniklinik Düsseldorf, wo mir leider bis zum 14. Lebensjahr nichts von meiner Trichterbrust erzählt wurde bzw. eine nähere Untersuchung empfohlen wurde. Auch meine Eltern dachten immer es wäre nur eine kleine Deformation des Körpers da sie erst ab meinem 12.-13. Lebensjahr so ausgeprägt war. Auch ich hielt sie erst für normal da ich es nicht anders kannte, mein hoher Ruhepuls welcher beim Sport auch mal auf 180 ging ,sowie meine Kurzatmigkeit wurde auch von meinem Umfeld als starke Unsportlichkeit abgestempelt. Nachdem ich etwas vergleichbares im Internet fand, welches eine Operation benötigte, fing auch ich an zu recherchieren.
Nachdem ich mich durch etliche Erfahrungsberichte und Berichte gekämpft habe, drängte ich meine Mutter dazu, mit mir zum Hausarzt zu gehen bevor alles zu spät wäre. Im Laufe der nächsten zwei Monate unterzog ich mich für die Krankenkasse mehreren Untersuchungen, bis ich dann am 07.08.2018 operiert wurde.


Krankenhausaufenthalt
Die Klinik hatte mir schon im voraus durch ihre Seriösität und Sterilität gefallen und der Oberarzt, welcher mich operieren sollte, kam auch sehr kompetent rüber. Am Tag vor der Operation ging es ab in den CT und zur Lungenfunktionsanalyse (mehr war durch die Voruntersuchungen nicht nötig).
Dann war es soweit, ich wurde um 8:30 Uhr in Narkose versetzt und bin dann um etwa 12:00 Uhr mit riesigen Schmerzen aufgewacht, nachdem mir Schmerzmittel gegeben wurden, ging es mit der Zeit besser und ich konnte sogar einmal mit Hilfe aufstehen. Die nächsten Tage waren zwar sehr schmerzhaft, aber durch die Schmerztherapie konnte ich mich glücklich schätzen, das sie erträglich waren. Waren immer noch schmerzhaft wie Sau (nach dem Aufwachen am schlimmsten) und ich musste mich für die Heilung viel bewegen, durch die Betäubung konnte ich leider mehrere Tage nicht auf Toilette, aber es wurde ja nachgeholfen.


Heute
 Nach 7 Tagen wurde ich entlassen, bis ich nach 16 weiteren Tagen zur Schule musste.

Zurzeit habe ich mit meinen herausstehenden unteren Rippen, welche sich durch die OP zeigten und bei denen ich auch Schmerzen hatte, psychisch zu kämpfen, aber die Ärzte sagen das sich diese nach Jahren "normalisieren" würden. Außerdem habe ich starke brennende/stechende Schmerzen am rechten Rippen-Achsel Bereich, welche bei falschem Sitzen sehr stark werden und erst beim hinlegen besser werden.
Beim Atmen und bewegen knackt der Bügel oft. Außerdem hat sich unter meiner linken Brustwarze eine eingekerbte Stelle gezeigt, an welcher der Bügel spürbar direkt unter der Haut ist. Dort habe ich auch manchmal kleinere Schmerzen und es macht mir Sorgen, da ich sowieso schon vorsichtig sein muss und diese stelle nun sehr einfach angreifbar wäre.

Ich wollte wissen, ob ihr nach der Operation ähnliche Schmerzen etc. hattet oder ihr wisst woran diese liegen könnten.


Titel: Re: Nuss OP Erfahrungsbericht - Ruhrlandklinik Essen
Beitrag von: annaj am 01. September 2018, 21:17:57
Aufgrund meiner chronischen Krankheit (Morbus Crohn) ging ich...

verzichte auf Gluten, Milchprodukte, Softdrinks, künstliches, zu viel Zucker und Fertiggerichte. Iss dein Gemüse, unpasteurisiertes Sauerkraut oder andere Fermente, Obst und Nüsse. Morbus Crohn ist eine Diagnose die mit der Ernährung zusammenhängt. Da Ärzte keine Ausbildung in Ernährung haben, können sie keine Therapieempfehlung diesbezüglich machen, daher wird immer nur Medikamente verschrieben und als unheilbar abgestempelt.

Zurzeit habe ich mit meinen herausstehenden unteren Rippen, welche sich durch die OP zeigten und bei denen ich auch Schmerzen hatte, psychisch zu kämpfen, aber die Ärzte sagen das sich diese nach Jahren "normalisieren" würden. Außerdem habe ich starke brennende/stechende Schmerzen am rechten Rippen-Achsel Bereich, welche bei falschem Sitzen sehr stark werden und erst beim hinlegen besser werden.
Beim Atmen und bewegen knackt der Bügel oft. Außerdem hat sich unter meiner linken Brustwarze eine eingekerbte Stelle gezeigt, an welcher der Bügel spürbar direkt unter der Haut ist. Dort habe ich auch manchmal kleinere Schmerzen und es macht mir Sorgen, da ich sowieso schon vorsichtig sein muss und diese stelle nun sehr einfach angreifbar wäre.

Wenn deine Rippen doch nicht zurückgehen würden, geh zu dr. Lützenberg für Bügelentnahme in 3 Jahre. Die meisten Chirurgen nehmen die Rippen nicht in Betracht, dr. Lützenberg schon.

Es ist sehr normal das du Schmerzen hast, das es knackt.... es wird nachlassen, kann aber ein paar Monate andauern, es wird weniger ausgeprägt mit der Zeit. Man kann manchmal die Bügeln unter der Haut spüren, hört sich aber normal an. Bitte zeig dein Arzt die Stelle, und lass ihm untersuchen oder erklären was da los ist.
Titel: Re: Nuss OP Erfahrungsbericht - Ruhrlandklinik Essen
Beitrag von: Tejot am 02. September 2018, 10:51:13
Hey Tarek,

mach dir keine Sorgen. Mit dir und dem Verlauf ist alles okay!
Alles was du an Symptomen beschreibst ist nach der OP nach so kurzer Zeit völlig normal.
Gib dir Zeit, spann ab.. auch psychisch! Mach dir bewusst, dass du nicht zerbrechlich bist.. zweifle nicht sondern warte ab :) bei mir hat es Monate gedauert und selbst nach 4 Monaten schmerzt es hier und da mal. Du bist deutlich jünger.. also sollte das bei dir auch bestenfalls bald wieder okay sein.

Tejot
Titel: Re: Nuss OP Erfahrungsbericht - Ruhrlandklinik Essen
Beitrag von: Fuchs302 am 06. September 2018, 18:59:58
Das die Schmerzen normal sind, ist natürlich beruhigend, aber was meine Rippen angeht, haben die Ärzte mir versichert, das sie nach der Zeit nicht mehr auffallen würden. Falls dies nicht der Fall ist, wäre ich zwar nicht gerade "erfreut", aber ob ich von Köln nach Berlin für diese OP fahre und wieder zurück, ist vielleicht etwas zu viel. Hat jemand Erfahrung , ob und wie sehr sich die herausstehenden Rippen verändern oder wie viel der zusätzliche Eingriff bringt?

Was mein Morbus Crohn angeht: Dein Vorschlag hört sich zwar gut an, aber ob ich eine so radikale Ernährungsumstellung durchziehen kann, weiß ich nicht.


Vielen Dank für die Informationen, so gute Kommentare hatte ich nicht erwartet
Titel: Re: Nuss OP Erfahrungsbericht - Ruhrlandklinik Essen
Beitrag von: annaj am 06. September 2018, 20:07:22
Radikal finde ich eher, künstliche und veränderte Lebensmitteln zu essen und zu akzeptieren, dass der Körper ernsthaft schaden nimmt. Aber ich weiß natürlich auch, dass viele lieber mit ihre Krankheiten leben, als "herauszustechen". Krank sein ist das neue Normale. Das ist deine Entscheidung und dein Leben.

Erfahrungsberichte zeigen, dass die untere Rippen nach einer NUSS-Op nicht zurückgehen, jedenfalls nicht nach längere Zeit, wenn, dann geschieht der größte Umwandlung während der Op. Ich weiß jetzt nicht wie viel deine Rippen herausstehen, und kann die Aussage der Ärzte natürlich nicht widersprechen, ich glaube aber aus Erfahrung, dass sie sich irren. Das wirst du mit der Zeit erfahren, ich hoffe sie haben recht. Wenn nicht, die wenigen Stunden nach Magdeburg lohnt sich.  :)
Titel: Re: Nuss OP Erfahrungsbericht - Ruhrlandklinik Essen
Beitrag von: Trichter8 am 08. September 2018, 10:52:18
..mach Dir keine Sorgen wegen Knacken..der Stab wird sich bald verkapseln..dann sitzt er so wie eine Rippe!