Trichterbrustforum.de

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Autor Thema: Trichterbrust und psychischer Druck  (Gelesen 28035 mal)

nikla584

  • Wiedergänger
  • **
  • Beiträge: 22
Trichterbrust und psychischer Druck
« am: 05. Juli 2012, 00:02:59 »

Hallo!
Ich bin 28 Jahre alt und JA ich hab auch eine Trichterbrust und JA sie stört mich enorm und JA ich habe enorme Probleme damit.

Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich gehe seit JAhren nciht Oberkörperfrei oder schwimmen. Es ist das Schamgefühl wegen der TB angestarrt zu werden bzw das andere drüber reden. Dies ist womöglich abslouter Blödsinn da es wohl ein Großteil der anderen Menschen nicht interessieren würde, aber mich stört sie enorm.
Man versucht - besonders jetzt im Sommer - die Kleidung so zu tragen das es ja keiner sehen / erahnen kann.

Tja ich würde sagen diese dumme TB schränkt die Lebensqualität ein und das inzwischen mehrere Jahre.

Schamgefühl, Atembeschwerden, mangelndes Selbstbewusstsein

Ja das alles bin ich leid, will endlich mein Leben leben ohne diese negativen Gedanken udn EInschränkungen. Es ist sicherlich mehr ein psychisches als ein physischen Problem in meinem Fall. Wobei die TB bei mir denke schon ausgeprägt ist.

Nun stellt sich mir die Frage:
Bringt diese OP etwas?
Hilft sie einem danach das Leben voll zu genießen?
Das Selbstbewusstse in / Selbstwertgefühl zu verbesserb?

Wo sollte man die OP am besten machen lassen?
Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?
Ist diese Problemlos im ALter von 28 noch machbar?

Für Eure Ratschläge, Anregungen und Tips vorab schonmal vielen Dank!
Gespeichert

annaj

  • Stammgast
  • ***
  • Beiträge: 935
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #1 am: 05. Juli 2012, 22:25:25 »

wenn du wegen dein tb leidest, solltet ein op eigentlich deine probleme lösen.  Wieso glaubst du nicht selbst, das es was bringt?

Je länger man mit tb gelebt hat, desto tiefer steckt das trauma. Selbstbewusstsein muss du aufbauen und ein garantie von ein genussvolles leben als tb-frei gibt es auch nicht... vieles sprechen aber dafür, das du einige sachen hinter dir lassen kannst, und somit mehr lebensqualität bekommen kannst. Am besten fängt man nicht gleich an, neue fehlern zu suchen ;)

Ich habe mich bei dr. Lützenberg in Berlin, Charité operieren lassen. Habe mehrere patienten von ihm aus Schweden  kennengelehrnt, alle sehr zufrieden mit seine arbeit. Teils waren ihre tb's sehr ausgeprägt (15,4 und 9,75). Ich kann ihm sehr empfehlen! Seine älteste patinetin war 56, 28 sollte kein problem sein.
Die kk übernimmt meistens die kosten, manchmal nicht. Bei mir war es überhaupt kein problem, und irgendwie verstehe ich gar nicht wieso die kk diese entscheidung hat... finde sollte bei der arzt liegen. Egal. Liest dieses forum durch (...) und entscheide dich für ein arzt. Dann nimmst du mit den kontakt auf und fragt nach, was von dir erwartet wirst, es scheint unterschiedlich von klinik zu klinik sein. Manche brauchen eine überweisung vom orthopäde, ich bin direkt ohne irgendeiner arzt vorher gesehen zu haben in der Charité.
Gespeichert
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

tim_b

  • Wiedergänger
  • **
  • Beiträge: 49
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #2 am: 05. Juli 2012, 22:28:30 »

Hi Niklas?,

ich kenne das Problem. Bin 28 Jahre alt und habe auch eine ziemlich ausgeprägte Trichterbrust ( laut Schaarschmidt 9 cm Einsenkung ). Erst Ende letzten Jahres habe ich mich endgültig für die OP entschieden. Dann habe ich einen Termin in Berlin Buch gemacht und alles wurde vermessen.
Wollte eigentlich viel früher operieren, aber kann Studium usw...Im Prinzip war es wohl eher die Angst vor der OP, die mich die Sache aufschieben ließ. Jetzt habe ich aber keine Angst mehr vor der OP und möchte diese auf jeden Fall durchführen. Was mich auch echt belastet, ist die Sache mit den Frauen. Obwohl einige Frauen Interesse an mir hatten, musste ich sie immer zurückweisen. Ich bin da einfach nicht mehr so locker wie mit 18. Habe einfach den Eindruck, dass die nur solange Interesse haben, bis sie meine Brust sehen. Insbesondere weil es scheinbar eher die "oberflächlichen" Frauen sind, die auf mich stehen.Die Trichterbrust sieht man ja nicht, wenn man normal bekleidet ist. So, genug geheult:

Die TK prüft gerade meinen Antrag auf Kostenübernahme. Sollten diese sich weigern, würden meine Eltern die OP bezahlen. Die TK würde ich dann aber trotzdem auf Zahlung verklagen, zumal der Prof aus Berlin meinte, sie müssten ab einer bestimmten Tiefe zahlen.

Allerdings weiß ich noch nicht genau wo ich die OP durchführen werde. Herr Dr. Lützenberg von der Charité hat auch einen sehr guten Eindruck gemacht. Bei Berlin Buch bin ich etwas gespalten: Einerseits hat der Prof. dort die meiste Erfahrung auf dem Gebiet. Andererseits hat er auf mich in der Sprechstunde einen sehr geschäftstüchtigen Eindruck gemacht. Auch hier im Forum habe ich ein paar negative Sachen gelesen ( Inwieweit die stimmen, kann ich aber auch nicht beurteilen ).

Von meinem unstrukturierten Vortrag zu Deinen Fragen:

1. Ja, optisch wird die Brust ja ganz korrigiert. Sollte irgendwas schief gehen, wird notfalls nochmals korrigiert.
2. Ich denke schon, dass mir die OP zu mehr Lebensqualität verhelfen würde. Insbesondere beim Schwimmen und so würde es mich sehr viel besser gehen.
3. ja, auf jeden Fall ( denke ich)
4. Gute Frage: So wie ich es bisher erfahren konnte, sind Prof. Schaarschmidt aus Berlin Buch und Dr. Lützenberg von der Charité ganz gut. Auch aus Hannover soll einer Ahnung haben. Hab den Namen aber vergessen.
5. Die Kasse übernimmt die Kosten, wenn körperliche Einschränkungen vorliegen. Laut Prof. Schaarschmidt müssen die Kasse ab einer bestimmten Einsenkung zahlen.Ansonsten kostet die OP laut Dr. Lützenberg 10.500 Euro; Wenn es Dich sehr belastet, solltest Du im Notfall über einen Kredit oder was auch immer nachdenken.
6. Laut Schaarschmidt ist die OP in diesem Alter noch gut machbar.

Wir können uns auch gerne per PN oder besser per Email austauschen, zumal wir im gleichen Alter und in der gleichen Situation sind ;-)

VG,

Tim

Gespeichert

annaj

  • Stammgast
  • ***
  • Beiträge: 935
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #3 am: 05. Juli 2012, 22:36:48 »

ich bin auch bei der tk, ich habe nur ein zettelchen persönlich eingereicht, es würde abgestempelt und gute besserung gewünscht  :)
Sie haben keine ct-/röntgen-aufnahmen oder sonstiges verlangen.
Gespeichert
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

tim_b

  • Wiedergänger
  • **
  • Beiträge: 49
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #4 am: 05. Juli 2012, 22:43:55 »

Danke Anna, das macht mir Hoffnung. Ich habe aber ( vielleicht ein Fehler ) schriftlich die Kostenübernahme beantragt und denen das Gutachten von Schaarschmidt und die Krankenhausüberweisung vom Hausarzt geschickt.
Dann haben die sich nach 3 Wochen gemeldet und eine Fotodokumentation  und Angaben zu Gewicht und Größe gefordert. Sie meinten auch, dass sie den MDK zur Beratung heranziehen werden. Das wirkt auf mich eher negativ. Naja, mal sehen...
Gespeichert

annaj

  • Stammgast
  • ***
  • Beiträge: 935
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #5 am: 06. Juli 2012, 00:56:17 »

ich kann mich nicht errinnern wie der zettel hiess, es war aber nur so einer der höchstens zwei wochen vorher bis ein tag vor dem op abgestempelt werden musste. Darauf stand in kaum lesbare handschrift kurz und bündig trichterbrustop oder so was. Also überhaupt keine rede von meinem körperlichen zustand. Und der einzige grund warum es abgestempelt wird, ist um sicherzustellen das ich mein kk-beitrag regelmässig bezahlt habe. Angeblich haben tk schlechte erfahrungen von leute aus Berlin/Brandenburg... war routine, ist nicht nur weil ich ausländer bin so gewesen, wie es leider oft sonst vorkommen kann.
Jedenfalls scheint es bei vielen so viel komplizierter mit ihre kk zu sein, als es bei mir war. Ob das mit der klinik oder kk zu tun hat, wer weiss...
« Letzte Änderung: 06. Juli 2012, 01:01:12 von annaj »
Gespeichert
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

nikla584

  • Wiedergänger
  • **
  • Beiträge: 22
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #6 am: 07. Juli 2012, 19:55:05 »

Hey danke Euch für Eure Antworten und es hilft mir schon sehr.

Denke werde mal nen Termin machen
Gespeichert

ex.pectus

  • Globaler Moderator
  • Stammgast
  • *****
  • Beiträge: 1398
    • ex-pectus Blog
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #7 am: 07. Juli 2012, 23:02:17 »

ich kann mich nicht errinnern wie der zettel hiess

Aber kannst du dich noch erinnern, von wem du den Zettel zum Abstempel bekommen hast?
Vermutlich nicht vom Krankenhaus bzw. einem Krankenhausarzt, sondern von einem niedergelassenen Kassenarzt (= "Vertragsarzt", d.h. normaler Haus-/Arzt)?

Und so müsste ein Krankenhauseinweisungs-Formular eigentlich aussehen:



Darauf stand in kaum lesbare handschrift kurz und bündig trichterbrustop oder so was. Also überhaupt keine rede von meinem körperlichen zustand.

Bei meiner Krankenhauseinweisung war das ebenfalls so. Ich habe nur die persönlichen Angaben nach dem Scannen hier grau überstrichen. Die ganzen leeren Felder sind auch in meinem Original leer, das ich eingereicht habe.

Und der einzige grund warum es abgestempelt wird, ist um sicherzustellen das ich mein kk-beitrag regelmässig bezahlt habe. Angeblich haben tk schlechte erfahrungen von leute aus Berlin/Brandenburg... war routine, ist nicht nur weil ich ausländer bin so gewesen, wie es leider oft sonst vorkommen kann.

Das Abstempeln ist die formale Bestätigung, dass die Kosten übernommen werden. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man (noch) Mitglied der entsprechenden KK ist. Aber auch, dass die Krankenhausbehandlung medizinisch notwendig ist.
Dass man eine Krankenhauseinweisung bei geplanten Eingriffen abstempeln lassen muss, war in der GKV schon immer so. Hat also nichts mit schlechten Erfahrungen oder so, zu tun.

Jedenfalls scheint es bei vielen so viel komplizierter mit ihre kk zu sein, als es bei mir war. Ob das mit der klinik oder kk zu tun hat, wer weiss...

Wenn das etwas anderes als Zufall sein soll, dann müsste es ja eine entsprechende interne Anweisung bei der entprechenden Krankenkasse für alle zuständigen Mitarbeiter geben, dass bei Trichterbrust-OPs allgemein (oder in der Klinik xy) immer ohne weitere medizinische Prüfung abzustempeln ist. Sehr unwahrscheinlich, insbesondere bei einer so großen (dezentralen) Krankenkasse mit 229 Geschäftsstellen vor Ort.

Speziell zur TK gibts hier auch einen alten Erfahrungsbericht aus 2005. Wer denkt, dass das nur vielleicht früher so war, kann dazu einen aktuellen Blog-Kommentar von 2012 lesen: 2 x von der TK abgelehnt, erst im 3. Anlauf 2011 genehmigt.

Auch wenn es leider nicht immer so einfach und unkompliziert funktioniert, wie annaj das beschrieben hat, versuchen würde ich es aber zumindest nach ihrer Methode: selbstsicher auftreten und nur noch schnell abstempeln lassen, vermutlich am besten in einer Geschäftsstelle mit viel Andrang kurz vor Feierabend, ohne Arztbriefe, Befunde oder selbstgeschriebene Anträge vorzulegen (um keine schlafenden Hunde zu wecken).
« Letzte Änderung: 08. Juli 2012, 10:22:22 von ex.pectus »
Gespeichert
Trichter-/Kielbrust Nuss-OP 22.10.2010 (43 J, m, 185 cm, 71,5 kg, Berlin-Buch Prof. Schaarschmidt)
2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
meine Trichterbrust-OP-Seite

annaj

  • Stammgast
  • ***
  • Beiträge: 935
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #8 am: 08. Juli 2012, 16:35:15 »


Aber kannst du dich noch erinnern, von wem du den Zettel zum Abstempel bekommen hast?
Vermutlich nicht vom Krankenhaus bzw. einem Krankenhausarzt, sondern von einem niedergelassenen Kassenarzt (= "Vertragsarzt", d.h. normaler Haus-/Arzt)?


Das Abstempeln ist die formale Bestätigung, dass die Kosten übernommen werden. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man (noch) Mitglied der entsprechenden KK ist. Aber auch, dass die Krankenhausbehandlung medizinisch notwendig ist.
Dass man eine Krankenhauseinweisung bei geplanten Eingriffen abstempeln lassen muss, war in der GKV schon immer so. Hat also nichts mit schlechten Erfahrungen oder so, zu tun.


Der zettel kam aus der Charité. Hatte damals kein hausarzt, war nie bei einer gewesen ausser neulich. Meine frauenärztin hat die schmerzmittel nach dem op verschrieben, nicht nach regeln, aber regeln sind ja auch keine gesetze.

Mir würde erklärt, kein anderes bundesland ausser Berlin/Brandenburg hatte dieses verfahren, höchstens zwei wochen bis ein tag vor op den zettel abgestempelt zu bekommen. Wegen schlechte erfahrungen das zu viele op's in Berliner/BB krankenhäuser gemacht worden war, ohne das die patienten akutell versichert waren. Ich labere euch hier nicht voll mit igendwelche geschichten.
Gespeichert
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

Pexc

  • Administrator
  • Stammgast
  • *****
  • Beiträge: 357
    • Trichterbrustforum
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #9 am: 08. Juli 2012, 17:32:42 »

Bringt diese OP etwas?

Optisch definitiv, wenn die Delle vorher tief war. Perfekt sieht es danach aber nicht immer aus, bei mir sind die Rippen mitkorrigiert worden.

Hilft sie einem danach das Leben voll zu genießen?

Wenn zu Deinem vollen genießen Schwimmen dazugehört, dann ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Die OP ist aber kein Allheilmittel. Ich gehe zum Beispiel immer noch nicht schwimmen, weil ich es nicht sehr gut kann und mich im Wasser nicht wohl fühle. (Ich wurde vor 10 Jahren operiert.) Ich ziehe auch so sehr ungern mein T-Shirt aus, weil ich es nicht gewohnt bin, auch nach der langen Zeit nicht.
Es hat aber doch schon Vorteile, das ständige Kontrollieren, ob das T-Shirt stramm genug sitzt, daß es vom Wind nicht in die Kuhle gedrückt wird entfällt, diese ganzen nervigen Kleinigkeiten sind weg.

Das Selbstbewusstsein / Selbstwertgefühl zu verbessern?

Das ist schwierig zu sagen. Ich würde sagen, daß hat sich bei mir nicht geändert. Danach war ich nicht einfach ein neuer Mensch.
Gespeichert
(Nur) Bei Problemen mit dieser Seite und deren Benutzern oder bei Fragen zur Technik, schickt mir eine Privatnachricht.
Erfahrungsbericht
Meine Bilder

ex.pectus

  • Globaler Moderator
  • Stammgast
  • *****
  • Beiträge: 1398
    • ex-pectus Blog
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #10 am: 08. Juli 2012, 17:51:13 »

Ich labere euch hier nicht voll mit igendwelche geschichten.

Das wollte ich auch nicht unterstellen. Krankenkassen-Bürokratie kann eine ziemlich komplizierte Sache sein. Und ich will auch nicht behaupten, dass ich da ein Experte bin. Kann gut sein, dass ich aus meinen Erfahrungen falsche Schlüsse ziehe und die entsprechenden Verallgemeinerungen dann falsch sind, dass es also vielleicht nur in Berlin und nicht bundesweit so ist.

Also es wäre ja wirklich schön, wenn man mit der von dir beschriebenen Methode das Risiko der intensiven Prüfung der medizinischen Notwendigkeit (mit dem Risiko eines negativen Ergebnisses und einer Ablehnung) wirksam umgehen könnte. D.h. es geht nicht so sehr darum, wie es damals bei dir genau war, sondern darum, wie man es bei Bedarf in Zukunft nachmachen könnte.

Auf einer Info-Seite der Charité zur stationären Aufnahme steht folgendes:

             Für die stationäre Aufnahme benötigen Sie folgende Unterlagen:
...
eine gültige Kostenübernahmeerklärung Ihrer Krankenkasse oder eine von Ihrer Krankenkasse abgestempelte Krankenhaus-Einweisung

Auf diese Info-Seite verweist auch die Info-Seite der Chirurgischen Klinik I von Dr. Lützenberg, scheint also auch für diese zu gelten.

Ich würde mir darauf nun folgenden Reim machen: Normalerweise, jedenfalls so meine Vermutung, kommen die Patienten mit einer von der KK abgestempelten Krankenhauseinweisung ins Krankenhaus. Wenn man keine abgestempelte Krankenhauseinweisung hat (und auch kein Notfall vorliegt) benötigt man die gültige Kostenübernahmeerklärung. Das müsste dann der von dir beschriebene Zettel sein. Und vermutlich bekommt man diesen Zettel von der Krankenhausaufnahme, also dort, wo man normalerweise die Krankenhauseinweisung abgeben würde. Ohne es genau zu wissen, sieht dieses Vorgehen doch sehr außergewöhnlich für mich aus. Aber vielleicht ist das ja genau der Weg, um von der (vorherigen) Prüfung der medizinischen Notwendigkeit abzulenken.
Gespeichert
Trichter-/Kielbrust Nuss-OP 22.10.2010 (43 J, m, 185 cm, 71,5 kg, Berlin-Buch Prof. Schaarschmidt)
2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
meine Trichterbrust-OP-Seite

nikla584

  • Wiedergänger
  • **
  • Beiträge: 22
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #11 am: 08. Juli 2012, 19:25:43 »

Danke Pexc!
Ja das ist nervig und bescheuert maan zieht ständig hamd hemd rum, damit ja keiner was sieht bzw erahnen kann
Wurden dir Rippen dafür gebrochen?
Wo hast DU die OP machen lassen?
Gespeichert

annaj

  • Stammgast
  • ***
  • Beiträge: 935
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #12 am: 08. Juli 2012, 19:44:27 »

um noch mehr ins detail zu gehen expectus, der zettel war sehr ähnlich deiner, nur mehr rosa, also nehme ich an, es war die kostenübernahme. Der zettel hatte ich 2 1/2 monat vor op bekommen, direkt aus dem Charité, und wollte gleich alles abgeklärt haben (stempel und ok von kk). Habe dann erfahren das der zettel erst kurz vor op bearbeitet wird, wegen oben genannte gründe. Ich musste nie eine antrag mit befunde od. ähnliches vorlegen, daran waren die nicht interessiert.
Ich sehe keine komplizierte sachen in das system, es sind logische schritte die abgewickelt werden müssen. Für mich ist es unlogisch das mein hausarzt eine kostenübernahme oder krankenhauseinweisung erstellen kann, er ist in diesem fall ein aussenspieler. Bei komplikationen würde ich mein hausarzt auch nicht anvertrauen, aber das ist eine andere geschichte.
In dein fall kann ich verstehen dass es komplizierter war. Als privat versicherte patient, und in ein privatklinik operiert zu werden. Ich kann mich gut vorstellen, dass kk universitätskrankenhäuser kompetent in der beurteilung sehen, nicht das ein privatklinik keine kompetente ärzte haben, sondern nur weil universitätskrankenhäuser mehr instutitionen sind und in erste linie nicht (offiziell) nach geld-verdienen arbeiten. Deswegen prüfen vielleicht nicht die kk, wenn in diesem fall dr. Lützenberg meint, diese patientin braucht ein op?

Gespeichert
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

ex.pectus

  • Globaler Moderator
  • Stammgast
  • *****
  • Beiträge: 1398
    • ex-pectus Blog
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #13 am: 08. Juli 2012, 22:48:26 »

um noch mehr ins detail zu gehen expectus, der zettel war sehr ähnlich deiner, nur mehr rosa, also nehme ich an, es war die kostenübernahme.

Das mein geposteter Zettel so blass erscheint, liegt am Scanner. Ansonsten sehe ich jetzt keine gravierenden Unterschiede mehr zum sonstigen Verfahren. Dass die Krankenhausärzte der Charité selber Krankenhauseinweisungen "verordnen" dürfen, liegt vermutlich an einer entsprechenden Sondervereinbarung. Das ist ein Unterschied zu anderen Krankenhausärzten, deren Patienten sich nach der ambulanten Krankenhaussprechstunde erst eine KH-Einweisung von einem anderen Kassenarzt holen müssen. Klingt umständlich, ist es vielleicht auch, aber das ist mit Sicherheit kein großes Problem.

Der entscheidende Punkt ist vielmehr, dass die KH-Einweisung von der KK genehmigt werden muss, egal ob vom Krankenhaus-Arzt oder von niedergelassenen Kassenarzt ausgestellt. Und da vermute ich, dass es keine Unterschiede in der Erfolgsquote gibt. Auch wenn es oft nur eine Formalie ist bzw. so erscheint, manchmal artet das eben auch aus.

Der zettel hatte ich 2 1/2 monat vor op bekommen, direkt aus dem Charité, und wollte gleich alles abgeklärt haben (stempel und ok von kk). Habe dann erfahren das der zettel erst kurz vor op bearbeitet wird, wegen oben genannte gründe. Ich musste nie eine antrag mit befunde od. ähnliches vorlegen, daran waren die nicht interessiert.

Das ist bei vielen anderen auch so, quer durch alle KK und Kliniken. Leider nicht bei allen. Und es ist auch kein Muster oder System zu erkennen.

In dein fall kann ich verstehen dass es komplizierter war. Als privat versicherte patient, und in ein privatklinik operiert zu werden.

Bei mir war es nicht kompliziert. Ich habe die KH-Einweisung am 16.09.10 20:38 Uhr an meine PKV gemailt und um eine Kostenübernahmeerklärung gebeten. Schon am 17.09.10 16:44 Uhr (einem Freitag!) hat mich ein Mitarbeiter angerufen, um mir mitzuteilen, dass ich eigentlich keine schriftliche Kostenübernahme als privat Versicherter benötige. Das stimmt auch und wird in vielen Fällen auch genau so gehandhabt, nämlich, dass das KH erst bei KH-Aufnahme direkt Kontakt mit der PKV aufnimmt und die das bürokratische untereinander regeln. Da aber die Kinderchirurgie des Helios-Krankenhauses speziell bei TB-OPs auf eine schriftliche Kostenübernahme Wert legt, wollte ich also eine schriftliche Kostenübernahme. Mitte der folgenden Woche hatte ich dann die Zusage auch schriftlich.

Bei greyman, der in der gleichen PKV ist, hat die Kostenübernahmeerklärung übrigens ca. 8 Wochen gedauert und es wurden zusätzliche Unterlagen angefordert (d.h. gleiche PKV und gleiche Klinik wie bei mir, aber unterschiedliche Handhabung).

BTW: Die Helios-Klinik ist keine Privatklinik. Die Helios-Privatklinik ist eine Privatklinik.

Ich kann mich gut vorstellen, dass kk universitätskrankenhäuser kompetent in der beurteilung sehen, nicht das ein privatklinik keine kompetente ärzte haben, sondern nur weil universitätskrankenhäuser mehr instutitionen sind und in erste linie nicht (offiziell) nach geld-verdienen arbeiten. Deswegen prüfen vielleicht nicht die kk, wenn in diesem fall dr. Lützenberg meint, diese patientin braucht ein op?

Die Probleme bei der Kostenübernahme für eine Trichterbrust-OP gibt es vermutlich schon länger als Berlin-Buch zu Helios gehört (afaik seit 2003, davor wie Charité). Und auch unter den Patienten, die sich an anderen Unikliniken operieren lassen wollen, gibt es welche, die Schwierigkeiten mit der Kostenübernahme haben. Und selbst Dr. Lützenberg hat mir gegenüber schon von einem eigenen Patienten berichtet, der beim Sozialgericht klagen mußte.
« Letzte Änderung: 09. Juli 2012, 09:29:42 von ex.pectus »
Gespeichert
Trichter-/Kielbrust Nuss-OP 22.10.2010 (43 J, m, 185 cm, 71,5 kg, Berlin-Buch Prof. Schaarschmidt)
2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
meine Trichterbrust-OP-Seite

martin_30

  • Stammgast
  • ***
  • Beiträge: 117
Re: Trichterbrust und psychischer Druck
« Antwort #14 am: 09. Juli 2012, 17:05:17 »

Hallo,

"nicht oberkörperfrei und schwimmen" - ja, stimmte früher bei mir auch (in der Schule etc.), irgendwann hab ich darauf gepfiffen und mir gesagt, da verpasst man viel zu viel...

"dass ein Großteil der anderen nicht interessiert" - das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen: in all den Jahren hatte ich nur einmal im Schwimmbad einen Kommentar gehört, der unter die Gürtellinie ging, meist interessiert es aber in der Tat keinen.

Versuch es einfach mal mit einem guten Freund zusammen, der von Deiner TB weiß - Du wirst sehen, so schwer ist es gar nicht!

Gruß

Martin
Gespeichert
- 45 Jahre / symmetrische Trichterbrust ca. 4 cm nach Linealmethode / keine OP