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Autor Thema: Bezahlt die PKV eine OP?  (Gelesen 661 mal)

anitahu

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  • Leben und leben lassen
Bezahlt die PKV eine OP?
« am: 20. Dezember 2016, 16:10:31 »

Hallo zusammen,

nachdem ich im Internet viel verschiedene Aussagen gefunden habe und auf dieses Forum gestoßen bin, dachte ich einfach mal, stelle ich hier meine Frage - eventuell hat ja jemand Erfahrungen.
Im Prinzip möchte ich gerne wissen, ob die PKV eine Trichterbrust-OP bezahlt oder bezuschusst. Mein Sohn wird in Kürze in die PKV wechseln, da meine Mann nun als Selbstständiger ebenfalls privat versichert ist.

Zitat
Die Kosten für die Diagnostik bei Trichterbrust werden von den Krankenkassen übernommen. Ob dann auch die Behandlungskosten für die Trichterbrustkorrektur übernommen werden hängt im Wesentlichen vom Schweregrad der körperlichen Beeinträchtigung ab. Quelle: https://www.uniklinik-freiburg.de/?id=4407

Zitat
Beim Basistarif spielen Vorerkrankungen bei Versicherungsbeginn keine Rolle, da keine individuellen Risikozuschläge erhoben werden. Das Gesetz gibt die maximale Beitragshöhe der GKV plus den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen von 665,29 Euro pro Monat vor. Beim Basistarif besteht die Möglichkeit etwaige Zusatzversicherungen abzuschließen. Quelle: https://www.versicherungen-online.de/private-krankenversicherung-tarife/

Letzteres bedeutet vermutlich, dass eine Zusatzversicherung im Bereich der PKV sinnvoll sein kann. Weiß dazu jemand mehr?
Hoffe, ich habe nicht zu viel geplappert ... :-\

LG
Gespeichert

annaj

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  • Beiträge: 936
Re: Bezahlt die PKV eine OP?
« Antwort #1 am: 20. Dezember 2016, 16:46:41 »

Die Frage solltest du eigentlich die Krankenkassen stellen. Die meisten Patienten bekommen ihr Op bezahlt, andere Kassen stellen sich quer, trotz deutlichen Befund. Die Zusatzversicherung könnt ihr ja später abschließen, wenn es überhaupt notwendig ist. Trichterbrustkorrekturen werden individuell eingeschätzt, deshalb reagieren die Kassen auch sehr unterschiedlich, und nicht immer gerecht. Expectus weiss sicher mehr.
Gespeichert
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

ex.pectus

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Re: Bezahlt die PKV eine OP?
« Antwort #2 am: 20. Dezember 2016, 21:14:04 »

Im Prinzip möchte ich gerne wissen, ob die PKV eine Trichterbrust-OP bezahlt oder bezuschusst.

Klar, wenn die OP "medizinisch notwendig" ist, wobei diese "medizinische Notwendigkeit" nichts mit umgangssprachlicher Notwendigkeit zu tun hat.

Mein Sohn wird in Kürze in die PKV wechseln, da meine Mann nun als Selbstständiger ebenfalls privat versichert ist.

Du meinst, dass die kostenlose Familienversicherung in der GKV endet? Dann muss er sich selber versichern, dass könnte aber auch "freiwillig" in der GKV sein (die Bedingungen dafür sind ja sicherlich erfüllt).

Zitat
Beim Basistarif spielen Vorerkrankungen bei Versicherungsbeginn keine Rolle, da keine individuellen Risikozuschläge erhoben werden. Das Gesetz gibt die maximale Beitragshöhe der GKV plus den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz der Krankenkassen von 665,29 Euro pro Monat vor. Beim Basistarif besteht die Möglichkeit etwaige Zusatzversicherungen abzuschließen. Quelle: https://www.versicherungen-online.de/private-krankenversicherung-tarife/

Letzteres bedeutet vermutlich, dass eine Zusatzversicherung im Bereich der PKV sinnvoll sein kann. Weiß dazu jemand mehr?
Hoffe, ich habe nicht zu viel geplappert ... :-\

Beim Basistarif gibt es zwar keine individuellen Risikozuschläge, aber ob man wirklich in den Basistarif geht, sollte man sich 10x überlegen. Besser wäre wahrscheinlich ein ganz normaler PKV-Tarif (natürlich vorausgesetzt, dass man da trotz TB aufgenommen wird) oder eben eine freiwillige Mitgliedschaft in der GKV.

Aber wenn es Probleme mit einem Normaltarif in der PKV gibt, dann sicher auch mit einer Zusatzversicherung. Allerdings braucht man die nicht wirklich. Die Versicherung würde bestimmte Wahlleistungen im KH zusätzlich bezahlen, wenn die OP selbst medizinisch notwendig ist, aber keine nicht medizinischen OPs.
Gespeichert
Trichter-/Kielbrust Nuss-OP 22.10.2010 (43 J, m, 185 cm, 71,5 kg, Berlin-Buch Prof. Schaarschmidt)
2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
meine Trichterbrust-OP-Seite

TBistweg

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Re: Bezahlt die PKV eine OP?
« Antwort #3 am: 21. Dezember 2016, 13:43:19 »

Ich kann mich ex.pectus nur anschließen.

Die Voraussetzungen für die Kostenübernahme durch die PKV sind im Prinzip die gleichen wie in der GKV. Du musst nachweisen, dass eine OP medizinisch notwendig ist und im Zweifelsfall muss der MDK das bestätigen.

Ich hatte bei meiner PKV zunächst nur einen Arztbrief von Prof. Schaarschmidt eingereicht, der (natürlich) eine medizinische Notwendigkeit für die OP sah. Das reichte nicht aus, seitens der Versicherung wurde die OP trotzdem als rein kosmetisch eingestuft und die Kostenübernahme daher abgelehnt (wie auch immer die ohne weitere Prüfung auf "rein kosmetisch" kamen, obwohl im Arztbrief klare körperliche Beschwerden genannt wurden).

Ich war dann erstmal frustriert, habe einige Zeit lang die Saugglocke ausprobiert. Jahre später habe ich wieder einen Antrag gestellt. Mit neuem Arztbrief aus Berlin Buch und mit auffälligem kardiologischem Befund und bestätigter Beeinträchtigung der Lungenfunktion. Dennoch direkt erneut eine Ablehnung bekommen, vermutlich ungeprüft, einfach weil es zuvor schonmal abgelehnt worden war. Dann Widerspruch eingereicht. Der MDK forderte Fotos der TB und ein Röntgenbild an. Auf dem Röntgenbild sah man ein verlagertes und verdrehtes Herz. Die Fotos habe ich natürlich sorgfältig ausgewählt. Dann kam tatsächlich eine Zusage.

Genau wie bei der GKV kann man also auch bei der privaten Versicherung Glück oder Pech haben und das ganze kann sich u.U. eine ganze Weile hinziehen.
Gespeichert