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Autor Thema: Erfahrungsbericht OP nach Nuss :)  (Gelesen 291 mal)

cooperanna

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Erfahrungsbericht OP nach Nuss :)
« am: 10. August 2017, 22:35:06 »

Heidi Leute :)
Ich bin neu hier und will mal über meine OP nach Nuss berichten. Dieser Inhalt soll dazu dienen, dass jeder seinen eigenen Weg gehen soll und selbst entscheiden muss, diese OP zu machen. Dazu am Schluss mehr.  :D
Hier der Instagram Account für die Nuss OP: @nuss.operation
am Samstag und Sonntag können Sie mich gerne erreichen unter 0765819200, ich beantworte alle Fragen


Also...

Ich heisse Anna Maria G. und wurde am 22.03.2003 in Flawil, Schweiz geboren, weiblich. Mittlerweile bin ich 14 Jahre alt und 1.65m gross.
 


Vorgeschichte

Als ich 12 Jahre alt war, bekam ich eine kleine Mulde und schliesslich die Trichterbrust. Am Anfang dachte ich gar nicht, dass das mal zum Verhängnis wird. Ich kam frisch in die Pubertät und als ich öfters mal im Schwimmbad war, schauten viele Leute mit komischen Blicken zu mir. Und dann erklärte meine Freundin, dass bei mir der Brustkorb irgendwie anders aussieht.
Als ich in die Oberstufe kam, begannen die Probleme. Ich steckte mitten in der Pubertät und konnte im Sportunterricht kaum mithalten mit der Ausdauer und habe immer ein Stechen gespürt, ich konnte überhaupt nicht tief in die Lungen einatmen. Rein optisch war es nicht das Problem. Dachte ich. Die Trichterbrust wurde immer grösser und ich dachte, mit mir stimmt was nicht. Es ist eine Fehlbildung und man kann nichts dafür. Aber man fühlt sich so... naja... so anders.
Also wollte ich endlich die Diagnose wissen. Wir machten einen ersten Termin beim Ostschweizer Kinderspital ab.


1. Sprechstunde

Ich bekam die Diagnose Trichterbrust und grenzwertiges Untergewicht. Ich war ein bisschen verzweifelt, wie ich mit dieser Fehlbildung mich nur weiter entwickeln könnte. Er empfahl mir die OP nach Nuss, da ich eine symmetrische Trichterbrust hatte. Bei nicht - symmetrischen ist die OP nach Nuss auch empfehlenswert.


2. Sprechstunde - ein Jahr später Januar 2017

Ich habe die OP nach Nuss bestätigt und wollte das auch durchziehen. Er erklärte mir den Ablauf etc. Wir machten den 08. Mai als Termin für die CT und röntgen ab etc.


3. Sprechstunde - 08. Mai 2017

Es war eig alles easy... Man bekam die ersten Eindrücke und man fühlte sich gut aufgehoben. Die röntgen waren gut und ich durfte Bis Ende Juni abwarten... Dann bekam ich endlich denn OP Termin:

Den 26. Juli 2017 - OP nach Nuss :-* :-*





25. Juli 2017 - ein Tag vor Eingriff - die letzten Vorbereitungen

Ich freute mich rieeeeeeeeeeeessiiiiiiiig auf die Operation :)!
Ich packte meinen Koffer und wir fuhren ins Ostschweizer Kinderspital. Ich konnte es kaum fassen. Wir wurden dort sehr freundlich empfangen. Ich bekam ein Einzelzimmer, weil man ca. 7-10 Tage verbringen wird. Uns wurde alles sehr freundlich gezeigt und dann kam mein Lieblings doc :D
Ich nenne den Namen nicht, da er Chefarzt ist. Er arbeitet im Ostschweizer Kinderspital. Er ist der beste Chirurg der Welt, er hat sooooooooooo viel Erfahrung mit der Nuss OP und hat seeeeeeeeeeeehr viele operiert. Er hat richtig viel Erfahrung. Also wer operiert werden will, muss selber ins Ostschweizer Kinderspital.
Zurück zum Thema.
Es kamen verschiedenste Vorbereitungen:
CT, Herzultraschall, Röntgen, Ausmessen des Metallbügels, letzte Durchschauungen, Gespräch mit dem Narkosearzt sowie Chefarzt. Beim Gespräch mit dem Narkosearzt darf man echt nicht hinhören, weil diese Spital bei dieser Operation auf einen Rücken-Katheter angewiesen, dazu später mehr. Ich konnte mich mit der Physiotherapeutin anfreunden und sie zeigte mir auch die Atemhilfe mit der Bauchatmung die ich nach der Operation anwenden sollte, damit ich keine Lungenentzündung bekam.


 

Hier noch wichtige Erklärungen!!!!!!!!!!!!




Der Rücken-Katheter

Dieser Katheter dient vor allem den Schmerzen, die man die ersten Tage nach der Operation hat. Er betäubt den ganzen Brustkorb-Berreich, sodass man nur leichte oder gar keine Schmerzen ( natürlich nur mit den Schmerzmitteln ) empfindet. Ich finde, dass der Rücken-Katheter ein MUSS ist, man würde sonst höllische, unerträgliche Schmerzen bekommen, würde ich echt empfehlen. Die Narkose Ärzte im Ostschweizer Kinderspital haben Jahrzehnte lange Erfahrung, und bei Ihnen ist noch nie was passiert.

Der Blasen-Katheter

Der ist ja natürlich für das Wasserlassen. Es scheint unangenehm zu sein, muss es aber wirklich nicht. Der ist ganz praktisch. Weil in den ersten Tagen müsste man viel aufs Klo und man kann in den ersten Tagen auch nicht aufs Klo, nicht einmal mit der Schwester. Der Blasen-Katheter wird spätestens am 2. Tag nach OP weggenommen.


Die OP-Tage

Der erste Tag nach der OP ist nicht der OP-Tag selbst, sondern der Tag danach. Das ist ganz wichtig zu wissen. z.B.: Mittwoch = OP-Tag, Donnerstag = 1. Tag nach OP, Freitag = 2. Tag nach OP.


Die Schmerzmittel über die Vene

Man bekommt eine Infusion, weil man ja noch nicht so viel trinken kann. Dann bekommt man Tabletten, die man 4x am Tag schlucken muss. Und dann noch Schmerzmittel über die Vene. Sie sind voll mit Morphium, also man bekommt dann Kopfschwindel die ersten 3 Tage, aber man überlebt.
Die Schmerzmittel über die Vene bekommt man all 4h, man wird in der Nacht aufgeweckt.


Ich wurde freundlich ins Bett gebracht. Mir wurde der Ablauf vor dem Bettgehen nochmals erklärt. Ich durfte 6h vor dem Eingriff nichts trinken oder essen.





26. Juli 2017 - OP Trichterbrust nach Nuss

Es war soweit.
Ich wachte um 06.30 auf, und um 06.45 bekam ich eine Beruihgungstablette und irgendwie schlief ich ein:( Das komische daran war, dass ich die Vollnarkose miterleben wollte. Leider schlief ich so tief und fest, oder ich kann mich nicht mehr erinnern. Auf jeden Fall kann ich mich nur noch erinnern, wie mir der Narkosearzt die blaue Maske aufgesetzt hatte und ich sofort weg war. Um 07:30 ging die Operation für die Trichterbrust nach Nuss los. Auf beiden Seiten des Brustkorbs wurde durchgestochen. Rechts oben wurde die Kamera eingesetzt, damit man wusste wo man mit dem Metallbügel durchdringt. Am Tag davor wurde ja der Bügel richtig angepasst. Der wurde während der OP richtig angepasst. Sie hebten dass Brustbein und ich hatte nun einen neuen Körper. Die Op war um 10:30 zu Ende.
Auf einmal wachte ich auf und begriff überhaupt nichts. Ich schrie die ganze Zeit ob die OP gut verlaufen ist. Ich wurde ins Zimmer geschoben. Auf dem Weg ins Zimmer nach der OP bin ich immer wieder eingenickt. Etwa 1ne Stunde später um 11:41 wachte ich in meinem Einzelzimmer auf. Man muss begreifen, dass man nur mit dem Bauch atmen kann. Ich wurde von den Schwestern herzlich begrüsst und um 12:00 bekam ich schon die ersten Schmerzmittel, es wahr alles so ungewohnt... Am 1. Tag darf man gar nicht aufstehen, aber man ist auch echt todmüde. Dieser Tag ging schnell vorbei... mit einem Riesen Erfolg! Mein Vater kam zum übernachten. Ich konnte es einfach nicht fassen.


27. Juli - 1. Tag nach OP

Ich freute mich auf den Tag. Mir wurden all 4h Schmerzmittel gegeben, mit dem musste ich mich ertsmal gewöhnen. Ich bekam Frühstück und Mittagessen. Der Tag ging eig schnell vorbei. Ich bekam Besuch. Und das Beste: Die Schwestern sind dort übelst nett und kümmern sich rund um die Uhr. Ich bekam auch so einen Sauerstoff blubber teil zum atmen und ein Pulsgerät.


28. Juli - 2. Tag nach OP

Mir war kotzübel. Dass war wegen diesem scheiss Morphium. Egal... Die Zeit verging seeeeeeeehr langsam. Ich bekam Zweifel, ob es überhaupt noch besser wird. Aber ich fand Beschäftigung. Irgendwann kamen das Ärzte-Team darunter der Chefarzt, Narkoseteam und die Ärzte. Sie waren zufrieden. Und endlich kam auch meine Physiotherapeutin, ich konnte zum ersten Mal aufstehen. Die Schmerzen waren extrem beim sitzen. Es war so ungewöhnlich so viel Druck zu haben. Und dann konnte ich etwa 5m laufen, mehr ging echt nicht, aber das war ein Riesen Erfolg. Mein Kreislauf war im Keller. Dann schlief ich sofort ein weil das so anstrengend war. Jaja und dann kam auch endlich die Nacht, und ich konnte tief und fest schlafen. Schmerzen hatte ich vom 26. Juli-28. Juli keine(wegen dem Katheter).


29. Juli - 3. Tag nach OP

MIR WAR SOOO ÜBEL. Und ich bekam so ein richtig stechenden Schmerz. DER TAT HÖLLISCH WEH! Aber ja.... ich hatte es so richtig bereut und fragte mich die ganze Zeit, wie dumm man nur sein konnte, diese OP zu machen. Ich hatte es richtig bereut und war genervt. Der Tag ging langsam vorbei und ich vergammelte fast. Nee, echt. Und genau an diesem Tag bekam ich so viel Besuch. Ich konnte mich nicht bewegen oder sprechen, weil ich sonst diese Schmerzen hatte:( Der Tag ging endlich vorbei...


30. Juli - 4. Tag nach OP

Mir ging es schon besser.... nicht. Mir war sehr übel und hatte immer noch diesen stechenden Schmerz. Ausserdem hatte ich die Nacht gar geschlafen. Und als ich frühstücken wollte, musste ich Erbrechen, da ich schon 5 Tage keinen Stuhlgang hatte. Und warum? Wegen diesem Morphium. Also musste ich 2 Einläufe machen.


31. Juli - 5. Tag nach OP

Es ging mir besser und ich lernte selber aufstehen. Das gab schon Schmerzen, aber erträglich. Leider Leider war das Abliegen im Bett das Schlimmste. Der Tagesablauf verlief immer gleich mit Besuch, Lesen, Fernseher, Nachdenken und laufen. Ich durfte das erste mal mit der Schwester aufs Klo. Es war wie Ostern oder Weihnachten. Ich sah zwar aus wie eine Hexe mit den fettigen Haaren... Aber es war mir egal. Am Abend hatte ich zum Glück den ersten Stuhlgang und ich bekam Hunger:) Es war das beste Gefühl ever. Und dann kam noch mein Chefarzt und kam nochmals kontrollieren, alles war gut. Langsam baute ich Hoffnung auf, dass es nicht mehr lange geht, bis ich nach Hause durfte. Und omg- am Abend konnte ich 4x mal den langen Gang im Spital laufen und es ging mir danach auch besser. Leider hatte ich immer schlaflose Nächte... Das Schmerzmittel über den Rücken-Katheter wurde nur noch auf 0.5ml pro Stunde gekürzt, also eig waren die Schmerzen schon fast ohne Rücken-Katheter erträglich. Und dann kam leider die schlaflose Nacht.


1. August - Scchweizer Nationalfeiertag - 6. Tag nach OP

Mir ging es schon so viel besser... und dann kam meine Ärztin und wollte den Rücken-Katheter endlich wegnehmen... und besser konnte es nicht mehr werden: ich durfte zusammen mit dieser Infusion selbst auf Toilette. Ich hatte nur noch starke Schmerzen beim aufsitzen sowie abliegen und ein bisschen beim Sitzen. Rückenschmerzen waren ein bisschen zu spüren, waren aber erträglich. Leider hatten mich die Feuerwerke wieder eine schlaflose Nacht geschenkt.


2. August - 7. Tag nach der OP

Endlich konnten sie mir die Schmerzmittel über die Vene durch Tabletten ersetzen und ich konnte auch alleine aufs Klo und alleine spazieren. Mich bewunderten viele, wie schnell es doch bergauf ging. Und ich schaute zum ersten Mal das Ergebnis an - ich war sprachlos. Es sah so anders aus, richtig schön... Ich konnte es gar nicht glauben... Der Tag verging...


3. August - 8. Tag nach der OP

Ich war überglücklich. Ich konnte einfach alleine spazieren... und ich bedankte mich persönlich beim Chefarzt und brach in Tränen aus... es wahr sehr emotional. Der Tag verlief mit starken, erträglichen Schmerzen sehr schnell.


4. August - Neues Leben - 9. Tag nach OP

Ich durfte den Koffer packen und es verliefen die letzten Gespräche ab. Ich verabschiedete mich vom Pflege-Team und brach wieder in Tränen aus. Ich durfte mit neuem Leben endlich nach Hause.



Natürlich ist das nicht längst alles, die Physiotherapeuten waren jeden Tag bei mir.







Empfehlung!

An alle Leser...

Eine Trichterbrust kann viele Nebenwirkungen haben. Bei mir war es das Atmen. Rein optisch würde ich die OP niemals machen, das zahlt auch nicht die Krankenkasse. Nur bei Nebenwirkungen und Auswirkungen zahlt die KK.
Ihr müsst mal bedenken - so eine OP ist nicht selbstverständlich. Ein Körper der schon das ganze Leben in der gleichen Stellung war und plötzlich in eine neue Stellung gebracht wird, daran muss man sich und der Körper erstmal gewöhnen. Der ganze Brustkorb wurde in eine neue Stellung gebracht - das ist doch krass!!!! Und bedenkt auch, dass ein Metall im Körper ist, das ist schon ein grosser Metallbügel und EINE RIESIGE OPERATION mit viel Aufwand. Man gibt das ganze Vertrauen den Ärzten, und sie arbeiten hart daran, damit man ein neues Leben anfangen kann. Klar, eine Operation bringt viele Risiken mit sich. Aber ihr wisst für was ihr es tut - für euer ganzes Leben ist das!!! Und wenn man bedenken hat wegen der Vollnarkose oder es könnten irgendwelche Komplikationen auftreten... Ich sag euch eins: Die Ärzte sind im OSTSCHWEIZER KINDERSPITAL seeeeeeeeeeeehr erfahren und haben 1000 Nuss ops hinter sich und es ist noch NIE was passiert. Man fühlt sich dort gut aufgehoben und wie zu Hause:):):):)
Ich empfehle euch das Ostschweizer Kinderspital sehr. TUT ES FÜR EUCH!!!!!!!!!!!!!!!


Die besten Voraussetzungen:

- in der Pubertät, da das Brustbein sehr weich ist
- nicht im Kindesalter
- nicht für Erwachsene mit schwachen Nerven, da man das Brustbein brechen muss, und stärkere Schmerzen bekommt.
- mit gutem Gewissen ins Ostschweizer Kinderspital


Bei Fragen können Sie mich erreichen unter: 0765819200 Achtung, nur Samstag und Sonntag!
Ich bin Experte und beantworte alle Fragen. Habt keine Angst zu schreiben oder zu telefonieren, ich beantworte und rede gerne:)

Hier gibt es noch eine OP nach Nuss INSTAGRAM :       @nuss.operation



Mir geht es gut, OP 2 Wochen her... Viel Glück!
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annaj

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  • Beiträge: 936
Re: Erfahrungsbericht OP nach Nuss :)
« Antwort #1 am: 13. August 2017, 13:33:58 »

danke für dein Bericht! Ich möchte dich allerdings darum bitten, dein Geburtdatum zu entfernen, Jahr reicht vollkommen aus. Wo du genau wohnst ist auch nicht so wichtig, viel lieber "am Bodensee" schreiben, oder einfach nur Schweiz. Telefonnummer würde ich auch nicht veröffentlichen... man kann dich gut über eine PN erreichen. Es ist für deine eigene Sicherheit, Anonymität im Netz zu bewahren ist wichtig, vor allem für junge Frauen. Nicht alle sollen alles über dich wissen. Ich hoffe du nimmst es nicht übel. Ich wünsche dir weiterhin alles Gute!
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Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

Heiko

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Re: Erfahrungsbericht OP nach Nuss :)
« Antwort #2 am: 13. August 2017, 15:54:24 »

Ein sehr ausführlicher Bericht. Alles Gute weiterhin bei der Genesung und dass es kein Rezidiv gibt. Du bist ja doch noch recht jung. Und immer schön Ovomaltine trinken.  :)
Da muss ich bei Schweiz immer dran denken.
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