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Autor Thema: Trichterbrust Op MEK nach Hümmer (Regensburg)  (Gelesen 380 mal)

Johannes339

  • Neuling
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  • Beiträge: 1
Trichterbrust Op MEK nach Hümmer (Regensburg)
« am: 19. Oktober 2018, 20:48:28 »

Hallo,
hiermit möchte ich einmal alle über meine Trichterbrust OP (MEK nach Hümmer) Ende 2017 informieren. Zum Zeitpunkt der OP war ich 16 Jahre alt und recht sportlich (was sich evtl. auch auf die OP bzw. die Zeit danach auswirken kann). Ich hatte eine relativ tiefe, asymmetrische Trichterbrust und war immer am Zweifel ob ich die OP machen lassen sollte oder nicht. Ich war jährlich bei Prof. Hümmer zur Untersuchung und dieser meinte, dass man vor allem erst einmal bei der Krankenkasse nachfragen sollte, ob diese die Kosten übernehmen würden, da eine Kostenübernahme nicht immer der Fall ist. Die Krankenkasse forderte beim Antrag auf die Kostenübernahme sämtliche Befunde an und gen mir dann in sehr kurzer Zeit die Nachricht, sie würden die Kosten übernehmen. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass ich die OP schnellst möglich machen möchte. Und bekam dann auch sehr schnell einen Termin.
Die Zeit im Krankenhaus.

Ich musste einen Tag vor der OP ins Krankenhaus für letzte Untersuchungen, um sicher zu stellen, dass ich vor der OP nichts esse und trinke und um das Aufstehen und Hinlegen zu üben, welches man ca. 3 Monate En- Block (diese Technik sollte man davor gut üben, das erleichtert einiges) machen muss und um den "Lungencoach" auszuprobieren welchen man mehrmals täglich benutzen muss um eine Lungenentzündung zu verhindern oder so. Es wurde auch gesagt, dass ich die nächsten 3 Monate nur auf dem Rücken schlafen (ohne Kissen), En- Block aufstehen und hinlegen darf und die ersten Tage fast nicht aus dem Bett kann.
Kurz vor der OP bekam ich Beruhigungsmittel, die mich müde machte und die Aufregung senkten. Wie lange die OP selbst dauerte weiß ich nicht mehr so genau ich schätze ca. 1,5h. Nach der OP im Aufwachraum hatte ich keineSchmerzen, da ich mit Schmerzmittel vollgepumpt wurde und ich einen Rückenmark- Katheter gegen die schmerzen bekam. Es fühlte sich nur der Brustbereich sehr taub an aber die Brust war gleich "normal" sprich keine Trichterbrust mehr. Ich hatte mehrere Schläuche, einen relativ dicken aus dem Bauchnabel und zwei dünnere aus der Brust, die Wundflüssigkeiten abtransportierten und einen Katheter für Urin. Die Tage nach der OP ist man voll auf die Pfleger/ andere Personen angewiesen. Man kann im Liegen schlecht alleine essen, trinken, sich waschen, etc.. Ich war acht Tage nach der OP im Krankenhaus und in diesem Zeitraum wurden die Schmerzmittel ständig reduziert, so dass ich Zuhause mit wenigen Schmerztabletten zurecht kam. Über den gesamten Zeitraum im Krankenhaus hatte ich eigentlich weniger Schmerzen als gedacht da ich gut mit Medikamenten eingestellt wurde und ich fühlte mich von Tag zu Tag besser. Am dritten Tag nach der OP hatte ich einen leichten "Durchhänger" wo es mir einfach nicht so gut ging, was laut Ärzten aber völlig normal da die Schmerzmittel weniger wurden und es auch auf die Psyche geht. Das erste mal aufstehen durfte/ konnte ich am zweiten Tag nach der OP mit Hilfe der Pfleger. Zuerst saß ich nur ein bisschen auf der Bettkante und wurde dann ein paar Meter durchs Zimmer geführt. Es hört sich einfach an, ist es aber nicht da man da 2 Tage im Bett liegt und der Kreislauf sich erst einmal an alles gewöhnen muss. Ich musste die Tage danach immer mit den Pflegern aufstehen und die Entfernungen die man geht wurden dann täglich ein bisschen gesteigert auch mit Treppensteigen usw.. Am vierten Tag nach der OP musste ich dann selbstständig Aufstehen, erst mit noch ein wenig Hilfe dann alleine. Das Aufstehen und Hinlegen war eigentlich mit am Schmerzhaftesten aber da muss man durch. Es wurde dann auch verlangt dass ich versuche alles selbst zu machen soweit es möglich ist. Am vierten Tag wurden auch alle Schläuche und Katheter entfernt, dass ich alleine rumgehen konnte.

Ich war in danach noch 5 Wochen krankgeschrieben und konnte dann wieder in die Schule gehen. Zwischenzeitlich hatte ich auch Wundheilungsstörungen, d. h. die Narbe und alles herum wurde rot usw., das ist aber in einem gewissen Umfang relativ normal. Das taube Gefühl rund um die Narbe vergeht dann auch mit der Zeit, es dauert nur ein wenig. Wie und wann man was belasten darf ist auf einem Zettel aufgeführt den man mitbekommt. Zuhause merkte ich dann auch wie es nach jedem Tag besser ging aber weitere Strecken (ca 500m) konnte ich erst nach ca 20 Tagen nach der OP machen, da Winter war es glatt war und es beim gehen auch gewisse Schmerzen gibt. Vor allem bei kleinen Hügeln. Wie gesagt, es wurde aber von Tag zu Tag besser. Nach 3 Monaten gab es dann eine Nachkontrolle und ab diesem Zeitpunkt durfte ich wieder alles machen wie vor der OP. Der Bügel kommt nach ca. einem Jahr nach der OP wieder raus.
Fazit: Im Großen und Ganzen verging die Zeit recht schnell und die Schmerzen hielten sich in Grenzen. Jetz bin ich sehr froh es gemacht zu haben, das Ergebnis ist richtig gut, die Narbe auch richtig gut geworden ( sie wird immer sichtbar bleiben aber das ist auch kein Beinbruch) und im Sport habe ich das Gefühl dass ich auch besser mit anderen mithalten kann. Ich kann diese OP jetz aber nicht empfeheln oder nicht empfehlen, es muss jeder selbst entscheiden was das Richtige ist. Die OP ist auch kein Zuckerschlecken aber es ist nicht all zu schlimm und die Schmerzen halten sich auch in Grenzen und die 3 Monate vergehen auch.
Grüße Johannes
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Stromba

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Re: Trichterbrust Op MEK nach Hümmer (Regensburg)
« Antwort #1 am: 01. November 2018, 18:20:06 »

Hallo Johannes eine Nuss OP ging nicht wegen der Asymmetrie ? Du hast ein Bügel durchs Brustbein ? Wieviel Rippenknorpel wurden "gelockert" ?

Grüße Stromba
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Stromba
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annaj

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Re: Trichterbrust Op MEK nach Hümmer (Regensburg)
« Antwort #2 am: 04. November 2018, 12:15:29 »

Wenn es für dich klappt, wäre echt ein Wunder  :o Für sehr vielen ist die Methode eine Katastrophe gewesen. Mir läuft es kalt über den Rücken wenn ich höre, dass immer noch mit dieser Methode operiert wird. Eine asymmetrische TB geht auch mit einer modifizierte Nuss-Methode, auch im "hohem" Alter wie bei mir (fast 39J alt). Es kommt auf den Chirurgen an.
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Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.