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Autor Thema: Op meines Sohnes bei Dr. Lützenberg  (Gelesen 177 mal)

Zauberin74

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Op meines Sohnes bei Dr. Lützenberg
« am: 02. Dezember 2018, 23:09:30 »

Hallo,

Da mir dieses Forum sehr geholfen hat ,möchte auch ich einen Bericht schreiben und vielleicht damit anderen helfen.
Mein Sohn Ben ist 15 Jahre und wurde am 20.11. in Magdeburg von Dr . Lützenberg operiert.

Am Montag d. 19.11.18 sollten wir um 10 Uhr im Krankenhaus sein. Es wurden dann Fotos ,EKG ,Röntgen ,Lungenfunktions Test ,Anästhesie Aufklärung gemacht .
Dann hätten wir noch ein Gespräch mit Dr. Lützenberg und Ben hat sein Zimmer beziehen.
Am nächsten Tag sollten wir morgens um 6:50 da sein um ihn nochmal zu drücken und ihn bis zum op zu begleiten.
Er ist dann um 7:30 in den Op gekommen und wir sollten ab 12 Uhr mal nachfragen ,ob die Operation gut gelaufen ist.
Dieses warten war schlimm ....
Um 12:30 wurde uns mitgeteilt das Ben jetzt auf der Kinder ITS liegt.
Als wir dort angekommen sind hat uns ein Arzt zu Ben geführt und uns gesagt das die Op gut gelaufen ist ,aber Dr. Lützenberg noch kommt und uns alles erklärt.
Ben bekam noch Sauerstoff und seine Herzfrequenz war sehr schwach .Er war vollkommen weg und hat an diesem Tag nix mitbekommen .
Gegen 15:30 kam dann Dr . Lützenberg und sagte uns das alles gut gelaufen ist und er sehr zufrieden mit dem Ergebnis ist.
Ben hatte eine sehr ausgeprägte Trichterbrust. Er hat 2 Bügel und einen Stabilisator bekommen. Der Brustkorb wurde an den Seiten und vorne geöffnet . Es wurde eine partielle Rippenresektion gemacht, das Brustbein abgetrennt und eine Lappenplastik an der Brustwand befestigt.
Er hat uns dann gleich das Ergebnis gezeigt und ich hätte niemals damit gerechnet ,das es so toll aussieht .
Uns war aber von Anfang an wichtig,das Bens Organe ( Lunge , Herz und Leber) wieder richtig arbeiten können und Platz haben.
Optisch hat mein Sohn nie Probleme gehabt.Eher im Gegenteil ....er hat sie geliebt und der Abschied davon war nicht so leicht für ihn.

Tag 1 nach op :Ich konnte gleich morgens um 9 Uhr zu Ben und es ging ihm verhältnismäßig gut.Er konnte mit mir reden und die Schmerzen waren zum aushalten.
Er hatte eine schmerzpumpe über die er selber dosieren konnte und zusätzlich bekam er noch Tilidin und andere Schmerzmittel .
Er hatte solche Angst das er sich übergeben muss ,weil Dr. Lützenberg im Vorgespräch erwähnte das dass sehr schmerzhaft ist.
Deshalb hat er kaum die schmerzpumpe gedrückte und nur wenig getrunken . Bis auf einen fruchtzwerg auch bis abends nix gegessen.
Zum Abendbrot hat er dann ein paar Bissen Brot gegessen und ansonsten viel geschlafen .
Auf der ITS haben alle gesagt das sie noch nie gesehen haben,wie jemand mit solchen Schmerzen so umgeht.
Wenn sie ihn fragten ob er Schmerzen hat ,war seine Antwort : Ja aber darauf habe ich mich eingestellt.Ich versuche nur zu atmen und zu schlafen . Und so dachten wir schon..... die Operation war zwar schlimm aber er steckt das super weg.
Ich konnte bis auf die Mittagspause bis 20 Uhr bei ihm bleiben und bin dann wieder in mein Hotel .
Dr. Lützenberg war an diesem Tag zweimal bei Ben .

Tag 2 : Als ich um 9 Uhr in die ITS rein kam,kam mir Dr. Lützenberg schon entgegen und meinte ich muss etwas warten es geht Ben heute gar nicht gut.
Er hatte sich gerade stark übergeben und danach wurden ihm die zwei Drainagen gezogen.
Dann dürfte ich zu Ben ins zimmer und er war durchs brechen und die Schmerzen gar nicht ansprechbar .
Er wurde dann auf die normale Station verlegt . Das war aber sein schmerzhaftester und schlimmster Tag .
Er hat eigentlich nur versucht zu schlafen und gar nicht geredet. Hat weder gegessen noch getrunken .
Dr. Lützenberg hat an diesem für uns schlimmsten Tag 3 mal nach Ben geschaut. Das hat mich sehr beruhigt ,da ich mir schon große Sorgen machte.
Da er große Angst vor der Nacht hatte und das er sich wieder übergeben muss ,bin ich an diesem Tag bis 22:30 bei ihm geblieben.


Tag 3:Als ich morgens um 9 Uhr in sein zimmer kam ging es ihm besser und er hatte die ganze Nacht durchgeschlafen.
An diesem Tag wurde sein Katheter entfernt 😬wovor er mehr Angst hatte wie vor der op 🙈.
Aber das war nur halb so schlimm.
Ben konnte an diesem Tag noch nicht aufstehen.
Was ich vorher hier noch nicht gelesen habe,Ben konnte die ersten Tage seine Arme nicht nach oben bewegen.
Es ging weder essen noch trinken.

Tag 4: ist er dann das erste mal aufgestanden . Schmerzen hatte er aber mit d. Schmerzmittel ( Tilidin und ibu) war es auszuhalten.
Auch hatte er nicht mit Rückenschmerzen zu kämpfen . Ich vermute weil er durchs Basketball viel Rückenmuskulatur hat.

Tag 5-8 nach op : es wurde jeden Tag ein klein wenig besser und wir konnten im Flur rum laufen und er hat seinen „ gerade Halter“ bekommen.
Mit dem Ding hat er echt seine Probleme ,weil es ihn so schmerzt damit und es ihm auf den Magen drückt . Hoffe das er sich noch an ihn gewöhnt.....ihm Moment ist das tragen immer ein Riesen Theater ,
Dr.Lützenberg war wirklich jeden Tag morgens und mittags bei Ben und hat sich für all seine Fragen Zeit genommen.
Am 8. Tag wurden wir entlassen. Ich muss sagen egal ob auf der ITS oder der Station 6 ,alle waren super nett zu uns .
Dadurch das ich in Magdeburg im Hotel war ,war ich d. ganzen Tag bei Ben im Krankenhaus und habe mich um ihn gekümmert .

Wir hatten eine Heimfahrt von 5,5 Stunden .Ben saß/ lag auf dem Beifahrersitz.Wir haben  ihm dann eine Tilidin gegeben damit er die Autofahrt „ verschläft „.
Das hatte auch gut geklappt. Aber er konnte daheim nicht mehr aus dem Auto steigen ,egal was wir versucht haben es ging nicht 😢so starke Schmerzen hatte er.
Wir haben ihm dann noch eine Tablette gegeben und mit ihm im Auto ca 20 min gewartet und dann ging es.
Aber wie Dr. Lützenberg es uns schon vorausgesagt hatte,hat Ben durch die lange Fahrt einen Rückschlag bekommen.
2 Tage ging wieder gar nix mehr . Starke Schmerzen im laufen und sitzen und die Arme wollten auch wieder nicht hoch.
Seit heute morgen geht es aber wieder leicht bergauf.
Ich hoffe das es ihm jetzt jeden Tag ein bisschen besser geht . 6 kg hat er abgenommen und wiegt jetzt nur noch 52 kg bei einer Größe von 1,80m.
Aber das bekommen wir auch wieder hin.
Abschließend kann ich sagen ,dass ich froh bin das wir nach Magdeburg zu Dr. Lützenberg gefahren sind . Auch wenn es für uns weit war und ich die ganze Zeit ins Hotel musste ,war es die richtige Entscheidung.
Ich habe noch nie einen so menschlich,netten und geduldigen Arzt erlebt. Von der ersten Minute bis zum Abschied ,hat er sich immer für uns Zeit genommen ,unsere Ängste erst genommen und Ben super betreut.

So jetzt ist es doch ein langer Bericht geworden🙈 aber vielleicht hilft es ja jemanden bei seiner Entscheidung.
Ich versuche noch ein vorher / nachher Bild beizufügen .

Hattet ihr auch solche Probleme mit dem Geradehalter?

Liebe Grüße
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Trichter8

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Re: Op meines Sohnes bei Dr. Lützenberg
« Antwort #1 am: 03. Dezember 2018, 20:26:31 »

... das Worte " Geradehalter" darf hier nicht mehr ausgesprochen werden... ;D ;D ;D Das Tragen war schlimmer als die OP..für unsere Tochter... sie hat das Ding in die Ecke gefeuert..Dr. Lützenberg hat es dann autorisiert ...
Grundsätzlich erinnert mich der Bericht an den Aufenthalt unserer Tochter... das Ganze ist halt keine Blindarm OP...
Alles Gute weiterhin !
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Zauberin74

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Re: Op meines Sohnes bei Dr. Lützenberg
« Antwort #2 am: 04. Dezember 2018, 21:00:40 »

@ Trichter 8 warum darf „ das „ 😅Wort hier nicht mehr ausgesprochen werden ?
Geben sich die Schmerzen mit der Zeit beim tragen ? Hat es deiner Tochter auch so sehr auf den Magen gedrückt ?
Dr. Lützenberg meinte die besten Ergebnisse erzielen diejenigen die ihn auch Nachts tragen ?
Wie oft hatte deine Tochter ihn am Tage um?
Es ist immer so ein Kampf 🙈und lange (30min am Stück ) kann er ihn auch noch nicht tragen .
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Trichter8

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Re: Op meines Sohnes bei Dr. Lützenberg
« Antwort #3 am: 08. Dezember 2018, 17:33:48 »

..mit hier meinte ich mit unserem zu Haus----sorry... Ich selber habe auch einen Geradehalter.. und es nervt schon..Paula hat Ihn nicht viel getragen..nachts haben wir es auch probiert.. Sie war nur am Jaulen... meiner Meinung wirklich gutes Rückentraining , viel Bewegung und Sport..dann kann man auch auf das Ding meiner Meinung verzichten...
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annaj

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Re: Op meines Sohnes bei Dr. Lützenberg
« Antwort #4 am: 08. Dezember 2018, 17:55:27 »

Ich fand den super!  8) Musste meiner nicht so lange tragen, was ich fast schade fand. Es ist nur vorübergehend, und ich kann nur den Tipp geben, nicht zu viel Mitleid zu geben was Eltern sehr gerne machen... besser das Gefühl geben, dass es bald vorbei ist und Fokus auf andere Dinge zu lenken.
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Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
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2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.