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Autor Thema: Trichterbrust und Ausdauersport  (Gelesen 144 mal)

aquarius

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Trichterbrust und Ausdauersport
« am: 26. Oktober 2019, 13:05:00 »

Hallo in die Runde,
ich habe eine Trichterbrust und habe seit Anfang 2019 meine Leidenschaft für den Ausdauersport entwickelt.
Ich laufe, schwimme und fahre regelmäßig mit dem Rad. Ich benutze immer meinen Pulsmesser (Polar Vantage V).
Dabei fällt mir auf, dass mein Puls immer im Durchschnitt um die 150 liegt.
Beim Cooper-Test (12min Lauf) habe ich in meiner Altersklasse sehr gut abgeschnitten.
Aber wenn ich die Zeit hochrechne, würde ich auf 47min für 10km kommen. Das wäre mir zu langsam,
zumal ich nach den 12min das Gefühl hatte, dass ich "halb tot" war.
Ich habe unter Belastung manchmal den Eindruck, dass ich keine oder viel weniger Luft bekomme.
Jetzt habe ich mich entschlossen, alle möglichen Untersuchungen durchführen zu lassen.
Gestern war ich bei der Computertomographie. Meine Trichterbrust hat einen Haller-Index von 2,7.
Am Montag bin ich beim Lungen-Facharzt.
Ob eine Op nach Nuss eine Verbesserung bringen kann, weiß ich leider nicht.
Leider habe ich bisher wenig über den Zusammenhang zwischen Ausdauersport und Trichterbrust erfahren.
Habt ihr Erfahrungen?
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ex.pectus

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Re: Trichterbrust und Ausdauersport
« Antwort #1 am: 26. Oktober 2019, 15:13:12 »

Laut Angaben von Polar hat der Polar Vantage V zwar eine verbesserte Messtechnologie für die Pulsmessung am Handgelenk, aber es ist fraglich wie zuverlässig bzw. genau diese im konkreten Einzelfall tatsächlich ist. Wenn man "unvergleichliche Präzision" benötigt, verweist Polar selbst auf den Brustgurt H10.

Aus eigener Erfahrung kann ich jedenfalls sagen, dass die Handgelenksmessung von Garmin eher Müll ist. Klar, im Durchschnitt ist der Messwert halbwegs in der richtigen Größenordnung, aber man weiß beim aktuell angezeigten Wert nie, ob der gerade halbwegs korrekt ist oder nicht.

Dass dein Puls immer im Durchschnitt um die 150 liegt, ist eine merkwürdige Aussage. Denn der Wert sollte abhängig von der Belastung sein. Und dass die durchschnittliche Belastung immer gleich ist, sollte beim Training nicht unbedingt der Fall sein (Stichwort: Abwechslung).

Wie weit läufst du in 12min?
In welcher Altersklasse bist du?

Wie hast du hochgerechnet? Einfach die Lange/Geschwindigkeit von 12 min auf 10 km erweitert, ohne Abschläge für den Leistungsabfall mit der Zeit? Also von 2553 Metern in 12 min, was 12,76 km/h entspricht, hochgerechnet auf 10 km: 47 min?

Das man unter Belastung den Eindruck hat, keine Luft mehr zu bekommen, ist ja auch irgendwie normal. Denn irgendein limitierenden Faktor für die Leistung muss es ja geben. Die Frage ist halt, bei welcher Belastungsintensität die Limitierung einsetzt.

Beim Cooper-Test darf man sich gerne maximal belasten, d.h. du darfst danach gerne das Gefühl haben mehr als nur "halb tot" zu sein. Das ist auch eine Frage der Motivation. Ich würde bspw. nicht so schnell laufen, dass ich mich danach übergeben muss, sondern bereits vorher "abbremsen" und auf Nummer sicher gehen, dass mir nicht übel wird. Andere gehen weiter an ihre Grenzen: maximale Leistung ist auch mit Schmerzen oder Unwohlsein in gewissem Maße verbunden, jedenfalls kein Zuckerschlecken. Und der Cooper-Test ist ein Test der maximalen Leistung in dem Sinne, dass es um die maximale Strecke in 12 min submaximaler Leistung geht.

siehe auch:
Zitat
Erst wenn das Lauftempo deutlich verschärft wird oder man eine längere Steigung schnell hinaufrennt, wird der Energiebedarf so groß, dass die Laktatentstehung das Abbauvermögen übertrifft. Der Laktatspiegel im Blut steigt immer höher bis die beschriebene Übersäuerung ein Weiterlaufen in diesem Tempo unmöglich macht. Je nach Laufgeschwindigkeit kann das nach 400 Metern, aber auch erst nach 10 Kilometern der Fall sein. Die Dauerleistungsgrenze wird überschritten, die so genannte anaerobe Schwelle. Dies kann jeder selbst bereits während der Belastung feststellen. Anzeichen sind eine deutlich tiefere und schnellere Atmung bis hin zum Nach-Luft-Schnappen und diffuse Schmerzen oder ein Brennen in den belasteten Muskeln, bevor sie irgendwann „dichtmachen“. Den Abbau des angehäuften Laktats sollte man dadurch beschleunigen, indem man locker trabt. Wenn die Muskeln an der aeroben Schwelle arbeiten, können sie bis zu dreimal mehr Laktat veratmen als in Ruhe.
[...]
Der Cooper-Test ist kein lockeres Jogging, sondern erfordert auch die Bereitschaft, sich zu quälen.
https://www.wegscheider-gymnasium.de/wordpress/informationen-zum-12-min-lauf-cooper-test/
« Letzte Änderung: 26. Oktober 2019, 15:46:23 von ex.pectus »
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aquarius

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Re: Trichterbrust und Ausdauersport
« Antwort #2 am: 27. Oktober 2019, 16:52:41 »

Hallo ex.pectus, danke für deine detaillierte Antwort bzw. deine Hinweise.
In der Tat, ich messe meinen Puls mit meinem Pulsmesser am Handgelenk. Dadurch entstehen
natürlich Unregelmäßigkeiten.
Ich werde mir bei Gelegenheit einen Brustgurt zu.
Ich habe mich auch etwas falsch ausgdrückt. Nicht bei jeder sportlichen Betätigung habe ich einen Durchnschnittspuls
von 150. Ich finde nur, dass mein Puls relativ schnell hoch geht.

Ich bin übrigens 50 Jahre alt. Beim Coopertest habe ich eine Strecke von 2520 Metern zurückgelegt.
Ich habe mir übrigens deine Homepage angeschaut. Vielen Dank, dass du andere Menschen daran teilhaben lässt.

Ich überlege mir, mich auch operieren lassen, um meine Ausdauerleistung zu verbessern. Ich warte noch mal weitere Untersuchungen ab.
Nun wohne ich in Dortmund, nach Berlin sind es knapp 500km. Im Helios-Klinikum in Berlin hat man die meisten Erfahrungen damit gemacht. Mein Hallerindex ist 2,7. Wie bist du an die Daten gekommen, welche Klinik die meisten Trichterbrust-Ops durchgeführt hat? Haben sich die Daten grundlegend verändert? Ich suche eine Klinik in meiner  Nähe mit viel Erfahrung mit Trichterbrust-Ops.
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aquarius

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Re: Trichterbrust und Ausdauersport
« Antwort #3 am: 27. Oktober 2019, 17:08:44 »

Ach so, man muss "Pectus excavatum" auf der Homepage der Weißen Liste eingeben.
Dann bekommt man die passenden Ergenisse.  :)
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ex.pectus

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Re: Trichterbrust und Ausdauersport
« Antwort #4 am: 27. Oktober 2019, 20:06:00 »

hier im Forum habe ich auch mal einen Cooper-Test von mir veröffentlicht:
https://www.trichterbrustforum.de/index.php/topic,1847.msg15068.html#msg15068

Dort sieht man übrigens am Ende des ersten Anstiegs auch eine Artefakte bei der gemessenen Herzfrequenz (konstant 168/min für ca. 23 Sekunden). Das kann nicht sein. Das ist falsch! (insbesondere, weil ja auch sonst keine "geglätteten" Werte angezeigt werden; der Fehler ist aber nur minimal, wenige Schläge) Vermutlich war da damals schon die Batterie im Brustgurt kurz vor dem Ende, denn normalerweise sind Werte vom Brustgurt schon sehr zuverlässig (insbesondere bei Geräten, mit denen man die Herzfrequenzvariabilität messen kann)

Ich finde nur, dass mein Puls relativ schnell hoch geht.

Meinst du, dass du deinen Puls generell zu hoch findest (also auch bei maximaler Belastung)? Oder, dass dein Puls bei Anfangsbelastung zu hoch ist im Vergleich zur späteren Herzfrequenz bei höherer Belastung?
Der Maximalpuls ist individuell sehr unterschiedlich, das ist normal. s.a. http://www.herbertsteffny.de/ratgeber/pulsmess.htm
Und der Puls sollte auch stetig steigen mit steigender Belastung, das wäre auch normal.

Ich bin übrigens 50 Jahre alt. Beim Coopertest habe ich eine Strecke von 2520 Metern zurückgelegt.

Das ist doch ein sehr gutes Ergebnis, insbesondere wenn du erst seit Jahresbeginn Ausdauersport machst.

Ich überlege mir, mich auch operieren lassen, um meine Ausdauerleistung zu verbessern.

Welcher körperliche Faktor soll sich durch die OP verbessern?
Bei mir war es jedenfalls so, dass mein Brustkorb viel starrer geworden ist. D.h. ich muss viel mehr Kraft/Energie für die Atemtätigkeit aufwenden. Meine Laufleistungsfähigkeit hat sich allerdings erheblich verbessert. Dies könnte aber auch an besserem Training liegen. Oder, dass eine zuvor unbekannte Schilddrüsen-Autonomie (mit latenter Schilddrüsenüberfunktion) erkannt und behandelt wurde. usw.

Ich warte noch mal weitere Untersuchungen ab.

Wenn du magst, kannst du ja zu den Untersuchungen und den Ergebnissen was schreiben.
Bei deiner Leistungsfähigkeit halte ich es aber für ausgeschlossen, dass man durch Untersuchungen die Notwendigkeit einer TB-OP wirklich objektiv begründen könnte (bzw. dass sich durch eine OP die Leistungsfähigkeit optimieren lässt).

Nun wohne ich in Dortmund, nach Berlin sind es knapp 500km. Im Helios-Klinikum in Berlin hat man die meisten Erfahrungen damit gemacht.

In Berlin-Buch mag man die meisten Erfahrungen gemacht haben. Das schließt aber auch schlechte Erfahrungen mit ein. Und man muss aus schlechten Erfahrungen ja nicht unbedingt die richtigen Konsequenzen gezogen haben.

50 ist für eine TB-OP mit Nuss-Bügel schon sehr alt.

Wie bist du an die Daten gekommen, welche Klinik die meisten Trichterbrust-Ops durchgeführt hat? Haben sich die Daten grundlegend verändert? Ich suche eine Klinik in meiner  Nähe mit viel Erfahrung mit Trichterbrust-Ops.

Wenn überhaupt, würde ich mich an Dr. Lützenberg in Magdeburg wenden und beraten lassen. Wenn der abrät, würde ich mich danach richten.
« Letzte Änderung: 27. Oktober 2019, 21:48:37 von ex.pectus »
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Re: Trichterbrust und Ausdauersport
« Antwort #5 am: 08. November 2019, 19:58:39 »

2,7 Hallerindex entspricht kein Trichterbrust, jedenfalls kein Op-indikation. Habe neulich ein Dokumentarfilm über Leistungssportler und Ernährung gesehen, läuft auf Netflix, oder auf streaming sites wie losmovies.sh oder ffmovies.ru, The Game Changers. Wie der Körper arbeitet, welche Voraussetzungen man den gibt, spielt eine sehr große Rolle, da wird ein minimale Brustkorbskorrektur mit Vernarbungen eher nach hinten losgehen. Wüsstest du z.B. dass Rote Beete die Sauerstoffaufnahme im Körper steigern lässt?
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/54061/Rote-Beete-senkt-Blutdruck
https://www.aerztezeitung.de/Panorama/Wirkt-Rote-Beete-Saft-als-legales-Doping-bei-Radrennen-260245.html
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1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.