Autor Thema: Rezidive Trichterbrust nach 10 Jahren (Erlanger Methode) - Jetzt Nuss?  (Gelesen 181 mal)

Steffi85

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Hallo liebe Community,

ich möchte gerne meine vergangenen und aktuellen Erfahrungen mit einer Trichterbrust teilen:

Ich, aktuell 35 Jahre alt, habe meine Trichterbrust, vor fast genau 10 Jahren nach Erlanger Methode korrigieren lassen. Meine Trichterbrust war symmetrisch. Der tiefste Trichterpunkt lag 5 cm unter dem normalen Brustwandniveau (Haller-Index 6,3 – Normal-Wert 2,5).
Ich habe die Erlanger Methode auch im Uni-Klinikum Erlangen selbst operieren lassen. Dort wurde ein Bügel eingebracht, der nach fast genau einem Jahr in der Asklepios Klinik in Hamburg-Harburg wieder entfernt wurde.
Da ich in der Nähe von Hamburg wohne, wollte ich für die Bügelentfernung nicht noch einmal den weiten Weg auf mich nehmen. Die Einbringung des Bügels sowie die Entfernung sind ohne Probleme verlaufen.

Über die Jahre habe ich gemerkt, wie die Trichterbrust wieder immer weiter und weiter eingesunken ist. Dies hat sich in „Wachstums-Schüben“ bemerkbar gemacht. Können diejenigen unter euch, die eine rezidive Trichterbrust hatten oder haben ähnliches berichten? Ich habe dann richtig gemerkt, wie das Brustbein nach innen gedrückt hat und hatte in den Phasen Rückenbeschwerden und Spannungen im Brustbereich. Diese sogenannten „Schübe“ kamen erst in großen Abständen von 1-2 mal im Jahr und dann etwa 1-2 Tage lang. In den ersten 8 Jahren habe ich nach den „Schüben“ keine Einschränkungen bemerkt und auch keinen signifikanten Trichter feststellen können.
 
Anfang des Jahres 2020 hatte ich dann bemerkt, das ich einen erneuten Schub habe und da habe ich auch zum ersten Mal richtigen Druck und Beklemmung auf der Lunge bemerkt, die Rückenschmerzen wurden mehr und ich fing mir an Gedanken zu machen, ob das evtl. noch schlimmer werden könnte, was mir leider vor etwa 4 Wochen bestätigt wurde.  :'(
Ich bekam einen erneuten Schub, der bis heute andauert. Die Rückenschmerzen sind erheblich ausgeprägt und begleiten mich nun täglich. Die Beklemmungen und der Druck auf die Lunge haben deutlich zugenommen. Das schlimme ist, dass der Trichter nicht nur fast vollständig wieder zurück gegangen ist, jetzt ist auch noch der gesamte Brustkorb eingesunken, wohingegen ganz zu Anfang nur das Brustbein punktuell eingesunken war.  :o

Aufgrund der erheblichen Schmerzen und des langen Heilungsprozesses bei der Erlanger Methode hatte ich mich damals bereits entschieden diese Art der Operation nicht noch einmal durchzustehen, komme was da wolle.
Heute 10 Jahre später, hat mein Körper mir einen Strich durch die Rechnung gemacht und ich muss mich erneut operieren lassen, da ich sonst erhebliche gesundheitliche Einschränkungen in Kauf nehmen müsste inkl. der Rückenschmerzen, die sicherlich irgendwann weniger werden aber wer garantiert mir dass es nicht noch schlimmer wird.
Zu den Rückschmerzen gesellen sich noch Herzrhythmusstörungen, die nach der damaligen Korrektur vollständig verschwunden waren, Atemnot/Panik-Attacken aufgrund der Atemnot und verminderte Belastbarkeit/Kondition. Außerdem ist die Trichterbrust nun asymmetrisch.

Da ich in Norddeutschland wohne, nicht wieder einen so weiten Weg auf mich nehmen möchte und auch nicht nach der offenen Erlanger-/Hümmer-/Ravitch-Methode operiert werden will, habe ich mich für die Nuss-Methode im Klinikum Bethel in Bielefeld entschieden. Kann hier jemand Erfahrungen teilen?
Ich habe mir bereits den Bericht von @BlauTB durchgelesen, der 2009 in Bielefeld von Dr. Beshay operiert wurde und mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden war. Auch von @MichelGj habe ich gelesen, dass er auf seine Einweisung wartet (Post vom 05.11.2020) aber scheinbar noch nicht operiert worden ist.

Falls Interesse besteht an einem Erfahrungsbericht zu der Erlanger-Methode, kann ich diesen auch gerne noch verfassen. Auch wenn die Korrektur schon 10 Jahre her ist, kann ich mich noch sehr gut daran erinnern und die unterlagen inkl. CT Bilder sind auch noch vorhanden.

annaj

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Du bist nicht alleine unter den Erlanger-Opfer... dr. Lützenberg hat viele Rezidive korrigiert, er ist jetzt in Ostercappeln, nicht so weit entfernt von Hamburg. Von dr. Beshay habe ich noch nie was gehört. Ein Rezidiv ist deutlich komplizierter als eine neue op, daher würde ich mich wirklich zu einer der genügend Erfahrung hat wenden, wenn ich du wäre. Wünsche dir alles Gute.
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.