Autor Thema: Unsicher wegen OP  (Gelesen 262 mal)

alice_c

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Unsicher wegen OP
« am: 10. Mai 2021, 18:48:34 »
Hallo,

ich bin neu hier, daher kurz meine Geschichte: Ich (w, 45) weiß erst seit letztem Jahr dass ich eine TB habe,
mein Gynäkologe hat das quasi nebenbei erwähnt. Dass ich „anders aussehe" wusste ich, aber nicht, dass das sogar eine
Krankheit ist. Mein Vater hatte auch eine TB und ist damit 88 geworden, daher machte ich mir auch erstmal keine Sorgen, ich lebte ja eigentlich gut damit bisher, dachte ich erst.

Doch kurz vor dieser Diagnose war ich auch beim Hausarzt wegen einer Überweisung zum Kardiologen, weil Ausdauersport bei mir
einfach nicht klappte, beim Laufen kam ich nie voran, da war der Puls immer zu hoch. Radfahren kann ich, aber nur in der Ebene, bei Brücken und
Bergen ist es aus. Treppensteigen geht ab dem 3. Stock auch nur noch mit arger Anstrengung, wandern mit viel HM ebenso. Daher war meine Idee vor der Diagnose, es müsste am Herz liegen und ließ mir die Überweisung geben. Allerdings machte ich dann erst in diesem Jahr einen Termin aus, und ein paar Wochen vorher kam ich plötzlich auf die Idee, dass beides miteinander zu tun haben muss und las mir den Wikipedia-Artikel zur TB durch. Daraufhin sagte ich den Kardiologentermin ab und machte einen Termin beim Prof. Schneider in Karlsruhe, der mir als TB-Experte ausgegeben wurde. Bei diesem war ich inzwischen, er schickte mir zur Lungenfunktion (107%, aber in Ruhe habe ich auch keinerlei Probleme) und ins CT: Haller-Index 3,6. Darauf schlug er vor, mich zu operieren, und das klang auch erstmal recht harmlos, weswegen ich das auch zuerst machen lassen wollte. Aber derzeit geht das ja eh nicht wegen Covid, und nach euren Erfahrungsberichten (danke dafür!) bin ich mir mittlerweile nicht mehr so sicher. Einerseits, ob ich es überhaupt machen soll (so hat er z.b. gar nix von einer Rückenmarks-Narkose erwähnt, und davor habe ich eigentlich am meisten Angst, zudem vor den nachfolgenden Wochen), und wenn ja, bei ihm oder bei einem Spezialisten mit mehr Erfahrung.

Jetzt habe ich Eckart Klobe mal angeschrieben um zu fragen, wo ich seine Saugglocke mal zum Test leihen könnte, vielleicht hilft mir das ja schon? Da ich eh auf die OP warten muss, ist das sicherlich kein Fehler. Mein Trichter scheint nicht so arg tief zu sein, ich weiß nicht genau wie ich das messen soll, und das hatte ich vergessen zu fragen beim CT-Bild.

Prof. Schneider meinte, wenn ich nichts machen lasse, könnte ich auch gut mit der TB alt werden, es könnte höchstens eine Herzerkrankung auftreten (welche weiß ich leider nicht mehr). Aber nie richtig Sport machen zu können ist halt auch doof, gerade wenn man älter wird und Kraft- und Ausdauertraining machen sollte zur Osteoporose-Prävention.

Was meint ihr?
Viele Grüße, alice_c
w, 45, Haller-Index 3,6, bisher noch unbehandelt.

peca

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Re: Unsicher wegen OP
« Antwort #1 am: 13. Mai 2021, 09:20:11 »
Hallo Alice c,

die Entscheidung kann dir leider niemand abnehmen. Du musst selbst Risiko und Nutzen abwägen.
Ob die Saugglocke in dem Alter ( entschuldige, bin aber auch selbst schon 40 ) noch viel bewirkt ist fraglich, da mit zunehmendem Alter die Knorpelverbindungen immer weiter verknöchern und die Elastizität nachlässt.
Aber berichte doch mal, es würde mich auch interessieren ob da noch was möglich ist.

Ich habe letztes Jahr meine Trichterbrust operativ korrigieren lassen und bin absolut zufrieden. Ich hatte aber auch Glück, dass da ein Profi am Werk war. Der gesundheitliche Zustand hat sich vor der OP von Jahr zu Jahr verschlechtert und ich habe den Eingriff immer vor mir her geschoben und mich immer wieder mit zunehmenden Beschwerden arrangiert. Es ist schon erstaunlich wie anpassungsfähig der menschliche Körper ist.
Um so mehr weiß ich den jetzigen Zustand zu schätzen. Es ist erstaunlich, wie schön es ist, Sport zu machen und dabei genug Sauerstoff zu bekommen.

Der Eingriff kann aber ganz unterschiedlich verlaufen und es ist gut das im Hinterkopf zu behalten.

Liebe Grüße
« Letzte Änderung: 13. Mai 2021, 09:33:03 von peca »

Desca

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Re: Unsicher wegen OP
« Antwort #2 am: 14. Mai 2021, 12:21:52 »
Hallo,

Ja, überleg es dir gut. Vorteile/ Nachteile. Gibt es eventuell Alternativen?
Bin auch älter ( OP mit 38). Innerhalb des Jahres steht OP 3 an, 4 wird folgen.

Es ist, grad im Alter, doch eine etwas größere Geschichte.
Vielleicht bin ich da auch nur eine Ausnahme, bei manchen Oldies scheint es ja gut zu klappen . Siehe Vorredner

LG

ex.pectus

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Re: Unsicher wegen OP
« Antwort #3 am: 12. Juni 2021, 14:50:14 »
Doch kurz vor dieser Diagnose war ich auch beim Hausarzt wegen einer Überweisung zum Kardiologen, weil Ausdauersport bei mir einfach nicht klappte, beim Laufen kam ich nie voran, da war der Puls immer zu hoch. Radfahren kann ich, aber nur in der Ebene, bei Brücken und Bergen ist es aus. Treppensteigen geht ab dem 3. Stock auch nur noch mit arger Anstrengung, wandern mit viel HM ebenso.

Es kann einen Zusammenhang mit der Trichterbrust geben, muss es aber nicht. Es kann auch mangelndem bzw. falschem Training liegen.

Von deiner Symptom-Beschreibung sollte man die Frage einer TB-OP nicht abhängig machen.
Du schreibst nicht, ob du mal längere Zeit nach einem vernünftigen Plan trainiert hast und sich trotzdem kein Fortschritt in der Leistungsfähigkeit eingestellt hat, ob du die Leistungsfähigkeit einigermaßen objektiv bestimmt hast (oder subjektiv mit anderen "Sportskanonen" verglichen hast), ob du jeden Tag / regelmäßig 5 Treppen steigst und trotzdem immer noch bei der 3. außer Puste kommst ...

Am einfachsten ist es, wenn man sich sowieso operieren lassen will. Dann hofft man natürlich, dass sich das auch positiv auf die Leistungsfähigkeit bzw. das Herz auswirken wird. Andernfalls sollte man sich lieber nicht zuviel erwarten ...
Trichter-/Kielbrust Nuss-OP 22.10.2010 (43 J, m, 185 cm, 71,5 kg, Berlin-Buch Prof. Schaarschmidt)
2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
meine Trichterbrust-OP-Seite