In München nach Nuss operiert worden

Begonnen von Richard S., 02. August 2008, 18:57:20

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Richard S.

Hallo liebe Forummitglieder

kurz zu mir, ich bin männlich, 17 Jahre alt, 1,80 groß, 75 kg schwer und komme aus Bayern.

Am 23.07.08 bin ich im haunerschen kinderspital der LMU München, erfolgreich an meiner 3-4 cm tiefen Trichterbrust nach nuss operiert worden. Ich bin froh das es dieses Forum gibt, den ich glaube ich hätte mich nie operiern lassen, weil ich gar nicht gewusst hätte, das man die TB auch nach nuss operieren kann und durch die Erfahrungsberichte konnte ich mir ein sehr klares Bild machen, auf was ich mich da einlassen muss und was mich alles erwarten würde. deswegen möchte ich auch meine erfahrung mit der op hier schildern, damit sich auch andere ein Bild machen können.

ca. 6 monate vor der OP/Erstvorstllung  14.01.08)
am 14.01.08 bin ich mit dem zug und mit meinem großvater nach münchen gefahren. Der Arzt und die Physiotherapeutin haben mich empfangen. Ich wurde untersucht und es wurden ein paar Bilder, mit einer speziellen polatreut-camera (mit laser-licht) von meiner Trichterbrust gemacht. Der arzt hat mir dann die verschieden op-methoden und die risiken und vorteile erklärt (ravitsch, nuss, implantat, erlanger)(ich wollte aber die nuss-methode) am ende kam heraus, das ich erst ein mal in die physiotherapie muss, um meinen Brustkorb zu mobilisieren und meine haltung zu schulen und ich sollte dann in 6 monaten wieder erscheinen. nach 6 wochen kam auch schon ein brief, das ich die nodwendigen tests (lungenfunktionstest, ultraschall vom herzen, ekg, thorax-röntgenaufnahmen) heimatnah erledigen soll/kann.

ca. mehr als 6 monate später/ aufnahme, dienstag 22.07.08)
Ich hätte auch schon früher operiert werden können, so im mai aber das ging von meiner seite aus nicht, wegen die abschlussprüfungen.
Ich wurde freundich auf der chirugie 2 (kic2) empfangen, ein wenig später hatte mich der anästhesie-arzt aufgeklärt über risiken und wie das mit dem pdk (schmerzkatheter) funktioniert , anschließend musste ich auch gleich ins CT (lange warte zeit, denn da ging die post ab!!). danach bin ich wieder zurück auf station und ich glaub eine stunde später kam der dok   (dr. Bergmann) um mich nochmals aufzuklären über die risiken und was alles schief gehen kann (herzrhythmusstörungen, starke innerliche blutungen, das verutschen des bügels und das auch nach der op der trichter wieder einsinken kann......)
weil ich noch nicht 18 war musste auch mein großvater, bei der zustimmung unterschreiben. danach wurde ich bemalt^^und mit hilfe einer sehr biegbaren schablone, die den echten titan-bügel sehr ähnlich sieht, wurde der richtige bügel herausgesucht. Danach wurde der echte titan-bügel so zurecht gebogen, wie das Vorbild (schablone) und der wurde immer wieder an mir angelegt, ob er auch passt. gleich darauf wurder der bügel in den steri gebracht zum desinfizieren und mir wurde schon ein venöserzugang gelegt.

Tag der op, mittwoch 23.07.08)
habe gut geschlafen um 9 kam dann die physio zu mir und sie hatte mit mir besprochen, auf was ich nach der op zu beachten habe (gerade haltung, kein rundrücken, die arme erstmals nicht über 90° anheben, nichts schweres heben, sie hat mir die atemübngen gezeigt und wie ich aus dem bett komme, also kurz auf die seite drehen und dann aufrichten (wenn man noch nicht den bügel drin hat ist das sehr einfach!!)   und so um 10:45 kam auch schon die schwester, die mir ein mittel zur beruhigung gegeben hat. ab diesen zeitpunkt durfte ich nicht mehr das bett verlassen. paar minuten später wurder ich auch schon von zwei netten schwestern in den op bereich gefahren. dort unten musste ich mich unter einer decke ausziehen und gleich danach wurde mir der pdk gelegt, dabei musste ich einen sehr krummen rücken machen und dann war er schon gelegt. hat gar nicht weh getan. einen moment drauf habe ich mich auf den rücken gelegt und dann wurde mir auch schon die maske aufgesetzt..............ich hät gedacht das wäre sauerstoff, den die ärztin hat gar nix gesagt, ja konnte gar nicht viel überlegen und dann war ich schon weg!-------------------------------------------------------
und auf der intensivstation aufgewacht. ich war noch sehr müde, nach einer zeit habe ich meinen oberkörper untersucht und der trichter war weg! nur eine mini delle is noch da, aber die sieht mann nicht, die kann man wirklich nur erfühlen. da ich auf den leuchtfenster mein thoraxröntgenbild gesehen habe, wollte ich das auch gleich sehen. hin und wieder (kennt jeder) bekam ich so ein ekligen geschmack in den mund, wenn man nämlich kurz vorm kotzen is. da wurde mir sauerstoff und eine nierenschale hin gehalten und dann gings wieder. die schmerzen waren durch den pdk relativ zum auszuhalten aber manchmal werden die so stark das ich eine verstärkung der dosis beötigt habe (2 mal). das gefühl war am anfang sehr unangenehm den du hast den bügel bei jedem atemzug gespürt und tief einatmen tat sehr weh und da rieb der bügel auch mal an den rippen. dadurch konnte ich auch nur sehr langsam reden und das mit vielen pausen. was schön war, das ich gleich einen fernseher bekommen habe, konnte aber nicht lange schauen, den ich bin nach einer zeit wieder eingeschlafen^^ und um 3 aufgewacht, da habe ich gleich gedacht es wäre in der früh und deswegen sagte ich auch zu einer schwester guten morgen^^. und bin gleich wieder eingepännt.

1.Tag nach op, donnerstag)
auf der ITS war ich eine nacht und dann konnte ich heute, wieder auf die normalstation chirugie 2. die haben mich sehr net empfangen und ich hab ein bisschen geschlafen, gegessen, lag eigendlich nur im bett und ich habe einen geilen flachbildschirm im zimmer gehabt.....aber manchmal wirds ganz schön langweilig, weil nur scheiße kommt. es tat noch sehr weh wenn man die arme anhebt oder wenn man sich mit dem oberkörper bewegt. die schmerzen waren im großteil sehr gut auszuhalten, aber manchmal bekam ich noch eine versterkung "naropin" wegen den starken schmerzen.........dann gings wieder. ich habe auch noch einen 8jährigen bettnachbar bekommen, der sich den oberarm gebrochen ausgerenkt und verschoben hat. der hat viel geschlafen und ich konnte mich gut mit seiner mutter unterhalten , später dann auch mit ihm.

2. Tag nach op, freitag)
ich habe sehr gut geschlafen und heute war der tag an dem die physio und ein krankenpflegeschüler zu mir kam, um mich zu mobilisieren, sprich ich musste versuchen aufzustehen   :-\ . dabei musste ich mein Kopfteil ganz hochfaren und mich mit dem oberkörper aufrichten, sodass ich frei und gerade da sitze. :P nach einer kurzem verschnaufpause musste ich mich auf die seite drehen, damit ich frei da sitze....... ich sag euch das war ganz schön anstrengend und schmerzhaft, nach einer kurzen warte zeit hatte mich die physio gefragt ob ich mir zutrauen würde, aufzustehen bzw. auch zu gehen. da mir nicht schwindelig war habe ich mir das zugetraut und ich bin aufgestanden was auch sehr schmerzhaft war!!! dann bin ich kurz da gestanden und ich bin aus mein zimmmer gegangen........................so 15-20 meter gegangen und wieder zurück. dann musste ich lange pennen wegen den anstrengungen. aufnacht konnte ich mich schon unter schmerzen zum größten teil selber waschen, außer rücken und unterschenkel.

3. Tag nach op, sammstag)
hab wieder gut geschlafen. habe mich wieder zum größten teil selber gewaschen. heute habe ich es sogar geschaft 2 mal auf zu stehen so am morgen und noch einmal am abend, ist echt ein großer fortschritt wenn man bedenkt, dass das Ziel war, das ich erst am sonntag mich aufrichten müsste/sollte. was schade war, das mein kleiner zimmernachbar entlassen wurde, so wurde es sehr langweilig! mir dem schmerzen gab es heute schon so einen zeitpunkt an dem die schmerzen sehr groß waren. so auf ner skala von  0-10   war es so 6-7 aber die haben mir gleich was gegeben.

4. Tag nach op, sonntag)
habe heute wieder schön durchgeschalfen und ich bekam besuch von meiner familie. das war was sehr schönes denn sie können nicht immer kommen weil wir ca. 200 kilometer von münchen weg wohnen und da ist das keine selbstverständlichkeit. damit ihr mal eine vorstellung habt, sie haben 3 stunden hin und 3 stunden zurück einplanen müssen und das geht halt nicht jeden tag, wenn man unter der woche arbeiten muss! von den schmerzen gings eigendlich gut.

5. Tag nach op, mondtag)
heute war der tag an dem die dosis von 10 ml/h auf 8 ml/h heruntergesetzt worden war. das habe ich eigendlich gut vertragen und deswegen wurde die dosis am abend von 8 auf 6 heruntergestuft, trozdem konnte ich gut schlafen.
bin heute wieder 2 mal aufgestanden und lange herumgegangen also so 2 mal den ganzen gang entlang. ich habe mich auch schon heute mit hilfe von einer schwester selber im stehen gewaschen. aufstehen kann ich eigendlich schon alleine, was wiederrum ein sehr großer fortschrit für meine selbständigkeit war.

6. Tag nach op, dienstag)
heute wurde der peridualkatheter abgestellt, was ich sehr gut vertragen habe, ich bekam dann immer diclofenac was auch sehr gut angesetzt hat. doch der tag war von meinen befinden am behinderts´ten!! ich hab mein ganzes "naropin" das über den pdk lief ausgeschwitzt deswegen wurde mir es zu heiß und dann zog immer so ein kalter wind durch die klinik weils so heiß draußen war und dann wurde mir zu kalt! macht das mal wenns windig draußen is und ihr seit voll nass! und so ging es da hin, mir wars immer zu heiß und zu kalt war voll scheiße und die schmerzen wurden auch immer stärker und ich habe nach eine tablette gefragt und dann gings von den schmerzen , aber mir wars immer noch zu kalt und zu heiß. schlafen konnte ich darauf hin auch schlechter bin erst um 3 eingeschlafen und um 4 wieder aufgewacht und so lief es immer wieder eingeschlafen für eine stunde und aufgewacht. war froh wie der tag /die nacht vorbei war.

7. Tag nach op, mittwoch)
nach der behinderten nacht, gings mir voll gut auch von den schmerzen her, bekomme halt immer regelmäßig was gegen die schmerzen oder bei bedarf etwas mehr. habe heute einen neuen zimmernachbar bekommen der auch vor 3 jahren an seiner trichterbrust nach nuss in münchen operiert worden war. mit dem konnte ich mich gut unterhalten, ich habe gefragt wie es war mit dem bügel (ich konnte mir halt nie vorstellen das man danach wieder alles machen kann) aber er hatte sich  problemlos bücken können, im bücken seine tasche ausräumen und sie herum tragen, ich habe ja nur sabbern können (ich hab mir halt  gedacht: ich will das auch könen!!!) wie er im bett lag, total asymetrisch nicht so gerade wie ich, er konnte sich auf die seite legen, problemlos lachen, husten niesen einfach alles schmerzfrei !! da wurde ich schon so ein bisschen neidisch das ich das noch nicht kann bzw. darf! aber es gab mir auch hoffnung, es bald auch zu können! und ich muss echt sagen bei mir wirds  von tag zu tag besser! heut wurde mir der pdk und kurz darauf der blasenkatheter gezogen, das ziehen des blasenk. hat mehr weh getan als das ziehens des pdk´s, das hat echt nicht weh getan! was gut war, das ich jetzt auch selbstständig auf die toilette gehen kann, was wiederum ein großer fortschritt für die selbstständigkeit war! nun kann ich eigendlich alles alleine machen ich bin sehr selbstständig!

8. Tag nach op/ Entlassund am donnerstag 31.07.08)
mir gehts wirklich gut habe nur selten schmerzen, ich kann das alltägliche leben wieder zum größten teil selbstständig meistern, so habe ich meine tasche ein bischen mit beiden händen und geraden rücken herumgetragen und sie selbstständig gepackt. jetzt musste ich nur noch auf mein großvater warten, der um 9.20 losgefahren is und um 12.30 in münchen angekommen ist. ich habe meine telefonkarte ausgelöst und ich bekam noch 7 euro!^^ gleich danach traf ich meinen opa, was sehr schön war! wir haben unser zeug genommen und uns bei den netten schwestern und bei den netten krankenpflegeschüler verabschiedet und noch eine kleinigkeit da gelassen. dann sind wir mit dem taxi zum bahnhof gefahren und haben noch was gegessen. und dann gings heim.

FAZIT: Ich muss echt sagen, das es schade ist das so wenig in diesen forum über münchen drinen steht, wer aber genau schaut sieht, das münchen schon früh dabei war z.b. bei den "Ã,,rztemeinungen" (hier im forum als erste klinik). im internet auch..unter "Trichterbrustkorektur nach nuss" an dritter stelle is gleich noch ein bericht wenn ihr das eingibt und es gibt noch 2 aber sucht selber und auf der eigenen home page. die haben das super gemacht, der tichter ist weg, die op war komplikationslos (hab nur 100 ml blut verloren,in einem glas ist oftmals mehr drin! ich hatte keine entzündungen und die machen das schon echt lange (kam so rüber, als wäre die op täglich, also routine! die haben so  20 bis 30 tb-op´s pro jahr (kann natürlich nicht mit berlin mithalten, aber kann sich sehen lassen) was ich vergessen hab mann kann dort auch die Kielbrust operieren lassen (da is auch einer am mittwoch gekommen!)

ich bin rund um zufriden und kann münchen nur weiter empfehlen! ich hatte schon angst das münchen die 2.klasse ist, weil ja hier berlin buch so glänzt, aber gut das ich es gewagt hab!

Vielen vielen dank an die netten schwestern und dem netten Krankenpflegeschüler (fange ab 1.10.08 auch an!), an die physio und an die ärzte vor allem dem dr. bergmann und dem prof. schweinitz! es war ein schöner aufenthalt!


wer fragen hat kann sich melden!                           gruß richard
OP nach Nuss in München 2008, Tb-tiefe 3cm /nach op 0 cm, Alter bei op: 17 Jahre

Dominik92

top  bericht - fotoos bitte wenns geht lg :D

Richard S.

Hi, dominik!
danke! ja ich würd ja gern noch welche rein tun, wenn icht wüsste wie das geht!!

bist du eigendlich schon operiert worden, wenn ja wo??


gruß             richard
OP nach Nuss in München 2008, Tb-tiefe 3cm /nach op 0 cm, Alter bei op: 17 Jahre

Pexc

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Richard S.

Hallo Zusammen!
fahr am montag wieder ins klinikum, wegen dem nächsten Kontrolltermin.

die op ist jetzt fast 7 monate her und bis jetzt hält alles, habe auch keine einschrenkungen beim arbeiten (echt keine) heben, schieben, rennen, geht alles

bin gespannt ob das kontrollröntgen gut ausfällt (hoffentlich keine dyslokation)

gruß richard
OP nach Nuss in München 2008, Tb-tiefe 3cm /nach op 0 cm, Alter bei op: 17 Jahre