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Autor Thema: Trichterbrust-OP am 09.02.10 (Mannheim)  (Gelesen 4252 mal)

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Trichterbrust-OP am 09.02.10 (Mannheim)
« am: 21. Februar 2010, 14:28:26 »

Seit gestern (20.02.) bin ich nun wieder zu Hause, nachdem ich am 09.02.10 in der Uniklinik Mannheim nach Nuss operiert wurde.
Kurz zu meiner Person:
21 Jahre, männlich, guter physischer Zustand (Fitness Studio), mitteltiefe, leicht asymmetrische, weit ausgedehnte Trichterbrust.

Mit diesem Bericht wollte ich zukünftigen Patienten zeigen wie es auch laufen kann, denn bei mir sind einige Komplikationen aufgetreten, dazu aber später mehr.
 

Am 08.02. war also mein Aufnahmetag. An dem Tag ist nichts Wildes passiert, da ich alle nötigen Vorbereitungen (LuFu, Belastungs-EKG, 24h-EKG, CT-Scans, Echokardiographie sowie Coronarangiographie) schon vorab absolviert hatte. Allerdings fing schon an diesem Tag meine "Glückssträhne" an. Es hat ganze 3 Versuche gebraucht mir einen Venenzugang zu legen.

Der nächste Tag (09.02.) sollte also der große Tag sein. Mir wurde gesagt, dass ich um 12 Uhr operiert werden sollte. Passend gekleidet wurde ich mit meinem Bett zur Vorbereitung für die OP in einen  Saal geschoben, wo mir der PDK gelegt werden sollte.
Dies erwies sich aber als gar nicht so leicht wie anfangs abgenommen. Genauer gesagt: Es war unmöglich. Nachdem die Ärzte versucht hatten meine Wirbelsäule mittels Ultraschall abzutasten, um eine geeignete Stelle zu finden, was Ihnen wohl aufgrund meiner Rückenmuskulatur nicht gelang, verbrachten Sie 2 Stunden damit meinen Rücken zu „löchern“. Jedoch brachten die rund 15 Versuche nichts und ich sollte um 14 Uhr ohne PDK operiert werden, was mir die Stimmung nicht wirklich hob.
So wurde ich in den OP-Saal gebracht und rund weitere 2 Stunden operiert. Laut den Aussagen meines Vaters hatte ich beim Aufwachen immense Schmerzen. Selber erinnere ich mich an die ganze Zeit nach der OP nur sehr vage, allerdings waren im Aufwachraum schnell Ärzte da und injizierten mir mit einer Schmerzpumpe starke Opiate, um die Schmerzen zu lindern.
Den ganzen weiteren Abend musste ich jedoch auf der Intensivstation verbringen, da wohl mein Blutdruck nicht so recht mitspielen wollte.

Am Morgen des 10.02. war ich schon wieder in meinem Einzelzimmer auf der Station der kinderchirurgischen Klinik. Überraschenderweise war ich ziemlich fit für den ersten Tag und verspürte keine großen Schmerzen, da ich mir selbst bei Bedarf mittels der Schmerzpumpe starke Schmerzmittel verabreichen konnte (15 Minuten Sperre). Leider klebte auch an diesem Tag das Pech an mir. Eifrig wie ich war wollte ich am Morgen schon selbstständig auf die Toilette, um Wasser zu lassen. Womöglich im Nachhinein eine schlechte Idee. Mit dem Wasser lassen hatte ich Probleme. Die ganzen Schmerzmittel hatten ihre Nebenwirkungen, weswegen mir später ein Blasenkatheter gelegt werden musste und zudem nach einigen Tagen ein Einlauf erforderlich war. Aber als ich so auf der Toilette saß ist mir was Anderes aufgefallen. Nämlich eine männerhandgroße, dicke Schwellung auf der rechten Seite in Bauchhöhe. Unwissend und quasi im Schock rief ich nach einem Arzt. Dieser stellte ein teilorganisiertes Hämatom fest, was vorerst mit einem elastischen Verband behandelt werden sollte.
Die nächsten paar Wochen werde ich wohl diesen riesen „blauen Fleck“ mit mir rumtragen dürfen. Dieser geht nun vom Schnitt für den Bügel bis runter zur Hüfte und erstreckt sich vom Bauch bis zum Rücken in einer wunderschönen tiefblauen Farbe.

Bis zum 12.02. bildeten sich zudem noch ein Zwerchfellhochstand sowie ein Hämatothorax (Blutansammlung im Thorax) auf der rechten Seite, was mir meine Atmung erschwerte und weswegen mir zusätzlicher Sauerstoff über eine Sauerstoffbrille verabreicht werden musste. Zudem war eine Thorax Drainage erforderlich. Nach dem zweiten Eingriff unter Vollnarkose wurde ich ebenfalls wieder auf die Intensivstation verlegt und mein Hb-Wert im Blut sank auf 5 herab (normal: 12-16), was 2 Bluttransfusionen am 12. und in den folgenden Tagen erforderte.

Am 13.02. wurde ich dann im Laufe des Tages wieder auf die Normalstation verlegt. Außerdem wurde mit einer parallelen antibiotischen Therapie begonnen.

In den nächsten Tagen bis zum 18.02. passierte nichts Aufregendes. Mein Zustand besserte sich mit jedem Tag und am 18.02. wurde die Drainage gezogen. Die Schmerzpumpe wurde schon einen Tag zuvor entfernt.

Zwei Tage später am 20.02. konnte ich dann endlich entlassen werden.

Die Uniklinik in Mannheim hat eigentlich einen guten Weg der Schmerztherapie entwickelt. So kamen 2 Mal am Tag eigens für die Schmerztherapie ausgebildete Ärzte vorbei und schauten nach dem Rechten (Schmerzpumpe). Allerdings konnte niemand irgendwas gegen meine schon fast größten Schmerzen tun, und zwar die Rückenschmerzen, welche mir die Nächte zur Hölle machten. Auch jetzt noch habe ich starke Rückenschmerzen, die mir ein liegen in einer Position über längere Zeit (Nacht) nicht möglich machen.
Die Physiotherapeuten waren auch mehr oder weniger regelmäßig bei mir und zeigten mir Übungen und erkundigten sich nach meinem Zustand.
Über die Schwestern der kinderchirurgischen Klinik kann man überwiegend nur Gutes sagen.

Für das Wochenende habe ich Schmerzmittel, Antibiotika, Magenschutztabletten sowie Eisenkapseln mitbekommen und werde am Montag meinen Hausarzt aufsuchen.

Zu meinem Fazit:
Das Ergebnis der OP ist…ich weiß nicht ob ich ernüchternd schreiben soll. Der Trichter ist zwar ausgebeult, allerdings waren die Rippen großflächig abgeflacht, was nicht behoben werden konnte. Die Narben scheinen super zu verheilen (auf der linken Seite – auf der rechten Seite weiß ich es nicht, da sie aufgrund der ehemaligen Drainage abgeklebt ist).
Allerdings würde ich es wieder machen lassen, auch wenn ich die gleichen Komplikationen nochmals zu befürchten hätte, aber das Gefühl wieder „normal“ nur mit einem T-Shirt bekleidet sein zu können ohne das der Trichter auffällt ist super.
Ob ich diese OP nochmals in Mannheim machen lassen würde, weiß ich nicht so recht. Einerseits sind die Ärzte schon sehr kompetent, aber ich weiß nicht, ob beispielsweise Dr. Schaarschmidt ein besseres Ergebnis erzielen könnte.
Somit bin ich hin und hergerissen. Jedoch muss ich so oder so erst Mal abwarten bis die Narben weiter verheilt und die Schwellungen zurückgegangen sind, um besser beurteilen zu können.

Ich hoffe ich konnte zukünftigen Patienten mit meinem Bericht etwas mehr Wissen übermitteln und freue mich über jegliche Kommentare.

« Letzte Änderung: 14. März 2010, 21:46:57 von about:blank »
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MistTB

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Re:Trichterbrust-OP am 09.02.10 (Mannheim)
« Antwort #1 am: 21. Februar 2010, 18:54:20 »

Hallo,

schön wieder von Dir zu hören u. vielen Dank für den Bericht!
Ja einige Komplikationen, ich war zwar mit 7 Jahren mit einer Mandel-OP im Krankenhaus - aber damit natürlich nicht zu vergleichen.

Ich dachte jetzt schon dass die Krankenhäuser auf jeden Fall OPs machen wollen um Geld zu verdienen u. vorher nicht alles 100% abklären - aber Du hast ja wie geschrieben auch einige Untersuchungen gehabt vor der OP.


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Klausch

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Re:Trichterbrust-OP am 09.02.10 (Mannheim)
« Antwort #2 am: 26. Februar 2010, 13:47:06 »

Hallo about:blank
ich wurde auch in der uniklinik in mannheim operiert und bei mir war es fast genauso wie bei dir!
hatte auch einen blauen fleck (war zwar nicht so schlimm wie bei dir) und unterhalb des herzens war ein roter fleck der aber jetzt erst, nach einen halbem jahr endlich weg ist.

könnetst du vllt. bilder vor- und nach der op hier hochladen?

Gruß
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TB vor OP ca. 3,5 - 4 cm.
TB nach OP ca. 0,3 - 0,5 cm.
Alter OP: 22 Jahre

T-T-T

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Re:Trichterbrust-OP am 09.02.10 (Mannheim)
« Antwort #3 am: 01. März 2010, 09:52:41 »

Ich finde es ziemlich heftig, wie entscheidend das Ergebnis einer Trichterbrust-OP doch von der jeweiligen Klinik abhängt. Das zeigt jedenfalls ganz deutlich, dass wir es hier keinesfalls mit irgend einem Routine-Eingriff zu tun haben, sondern uns immer noch im Status vom Austesten und Erproben von Techniken befinden.

Meinen Trichterbrust Mitpatienten, die zur gleichen Zeit wie ich in Berlin waren, geht es soweit allen recht gut. Wenn es zu Komplikationen kam, dann war es immer nur so, dass sich nochmals Lungensekret angesammelt hatte und nachpunktiert werden musste. J., der mit mir auf einem Zimmer lag und ebenfalls punktiert werden musste, ist inzwischen auch schon eine Woche aus dem Krankenhaus. Seine Genesung sieht richtig gut aus, im Gegensatz zu mir kommt er sogar bereits ohne Schmerzmittel aus und die Strecken, die er schwimmt, da komme ich definitiv (noch) nicht ran.

Das heißt nicht, dass es in Berlin nicht auch zu Komplikationen kommt und schon gar nicht, dass in Berlin alles toll ist, schon gar nicht was den Service und die Koordination angeht. Betrachtet man die OP jedoch isoliert, dann scheint der Standort objektiv eine gute Wahl gewesen zu sein.
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Operiert am 8.2.2010 in Berlin Buch nach Nuss

Mein persönlicher, subjektiver Blog, nicht nur über
meinen eigenen Fall:
http://trichterbrust.blog.de