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Autor Thema: NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010  (Gelesen 5124 mal)

MistTB

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NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010
« am: 15. August 2010, 12:08:20 »

Hallo!  Im Januar hatte ich das 1.Mal hier im Forum geschrieben!  
Am 28.6. hatte ich den 1.Termin in Berlin-Buch (telefonisch im März erhalten), Prof. Dr. Schaarschmidt hat eine TB mit 8cm Einsenkung u. 40% diagn. (siehe auch mein Foto vom Januar) u. hat mich zur OP ermuntert u. gemeint, es würde sich lohnen u. irgendwann müsste ich es doch machen lassen.  Dieser Termin verlief sehr schnell u. als ich 10min später wieder im Bus saß war es mir wie ein Traum, aber für den Prof. war es sicher die normale Arbeit u. ein Termin wie jeder andere.  Ich hatte ja Bedenken, da ich schon 38 Jahre alt bin.

Schon am 14.7. wurde ich operiert!   Den folgenden Eintrag hab ich ähnlich auch gerade bei trichterbrust.blog.de gemacht

Ein kleiner Bericht zu meiner OP am 14.7. in Berlin-Buch:

Es waren am 14.7.2010 noch 2 weitere OPs vor mir (1x TB und 1x Kielbrust, haben beide die OP auch gut überstanden!)
Bei mir wurden 2 Bügel eingesetzt (Chrom-Nickel,  der andere TB'ler vor mir hat Titan bekommen, da er zwar keine diagn. Allergie hat - aber beim Tragen von Schmuck, Uhren usw. Rötungen)  

Sofort nach der OP bemerkte ich, dass ich viel besser Luft duch die Nase bekomme ?!   Öfters hab ich aber so ein plötzlich auftretendes kurzes tiefes Luftholen durch die Nase? Woher kommt das?   Auch heute 1 Monat nach OP tritt das auf, plötzlich hol ich tief durch die Nase Luft - ohne dass ich es selbst will.   Ich hab sonst immer viel durch den Mund geatmet.
 
Ich lag fast 5 Tage auf der Wachstation (IMC). Dort ging es mir meinem eigenen Empfinden nach ganz ok. Die Zeit hat dort hat mir (auch was das Pflegepersonal betrifft, viele Grüsse! ) sehr gut gefallen,
Schmerzen gab es wg. dem PCA-Katheder nur wenige, aber durch die Medikamente müde - am meisten Lust zum TV-Gucken hatte ich am 1.Abend, ansonsten Radio übers Handy gehört, besonders nachts - wenn mal kein Schlaf möglich war.
Am Abend nach der OP im TV war es sehr lustig - die US-Ärzteserien auf Pro7/Vox, dort ging es passenderweise um gebrochene Rippen - die wir ja dank der NUSS-OP-Methode nicht haben.

Nach dieser ersten Nacht allein im Zimmer, hatte ich anschliessend 4 OP-Patienten neben mir (1x Trichterbrust, sowie andere OP's, Blinddarm usw..)

Am 2.Tag nach OP wurde ich geröntgt u. links ein "Pneumothorax"? festgestellt, so dass Prof. Schaarschmidt u. ein weiterer Arzt auf der linken Seite die Thorax-Drainage nochmal neu gesetzt haben.

Auf der rechten Seite hat die Thorax-Drainage seit dem Abend nach der OP "gefistelt", d.h. es waren immer wieder Luftblasen zu beobachten.
Dies hat sich erst nach 3 Tagen gebessert, nach einem längeren Gang zum Röntgen ins Erdgeschoß - d.h. viel Laufen ist auf jeden Fall gut - so haben es mir auch die Pfleger empfohlen.

Am 5.Tag nach OP war lt. 3.Röntgen alles ok u. die Thorax-Drainagen wurden gezogen. Ich konnte die IMC verlassen - d.h. wurde im Bett auf die Kinderstation geschoben ;-)
Ultraschall zeigte rechts 150ml / links 200ml Wasser an, diese Werte konnte ich aber durch die Atmenübungen u. Laufen bis zum Tag der Entlassung auf 0 verbessern.

Die anschliessenden Tage von Mo-So waren dann eher Erholung, es verlief alles gut, lernte neue Zimmernachbarn kennen, ein neuer TB-OP-Patient u. ein weiterer musste zur Nachbeobachtung nochmal ins Krankenhaus, er konnte es nach 3 Tagen wieder verlassen.  Natürlich sind alle anderen jünger, darüber kann man sich als fast 40jähriger ärgern - aber früher gab es die Möglichkeiten noch nicht.

Sehr interessant war für uns, dass alle TB-Betroffenen einen ähnlichen Körperbau haben, also schlank/dünnn, groß, dünne Arme...

2 Leute kamen zur Bügelentnahme neu auf die Station u. waren am nächsten Tag nach der OP schon wieder da.
Und wir haben noch Call of Duty im WLAN auf unseren Laptops gespielt, auch mit den den anderen gab es lustige Unterhaltungen, TV besonders Pro7 mit Scrubs u. Malcom beim Warten auf die Visite.

Die angebotene Physiotherapie war ebenfalls sehr gut, aber etwas kurz. Einige Male habe ich das Radfahren auf dem Ergometer genutzt. Die vielen Tabletten haben leider oft eine eigenartige Wirkung, so dass man sich wohl teilweise etwas komisch benimmt - ich hoffe dass ich die anderen nicht zu sehr genervt hab..

Samstagfrüh nach dem Duschen hat die Schwester gleich die Fäden gezogen u.am Sonntagabend hab ich dann das KH verlassen, die beiden mit mir zusammen eingetroffenen TB-Patienten - wie ich am 14.7. operiert - haben das KH bereits am Vormittag verlassen.

Ich hab es aber nun auch nicht mehr ausgehalten, zunächst wollte ich besser Montag fahren, bin nun aber doch noch zum Abend los - hab ja nur eine "kurze" Fahrt mit dem Zug, mein Bruder hat die Tasche getragen u. mich zum Hauptbahnhof begleitet, dann war es nur 50 min Zugfahrt u. ein Kumpel hat mich gg. 22 Uhr mit dem Auto abgeholt..

Bis heute (1 Monat nach OP) geht es mir sehr gut, ich war einige Male Schwimmen u. Radfahren - aber ansonsten muss ich etwas mehr Sport machen!  Bei Ausdauer bin ich viel weniger aus der Puste als vor der OP !!!

Ich danke dem Helios Klinikum Berlin, Prof.Dr.Schaarschmidt u. den anderen Ärzten, Schwestern u. Pflegern auf der IMC u. Kinderchirurgie, Physiotherapie, Essenausgabe usw..:)

Seit dem ersten Blick auf die "neue" Brust hat man wirklich das Gefühl neu geboren zu sein - so wie es auch T-T-T/ Michael gesagt hat. Er hat mich auch einige Tage vor der OP ermuntert u. kurz nach der OP haben wir uns telefon. unterhalten- besten Dank!
Natürlich kommt auch noch die 2.OP/Bügelentnahme.

Dazu passt auch ein aktueller Sommerhit: Jaffaking ft. Masta "This is Your Life" - und endlich kann man im Sommer wieder Baden u. an den Strand - so wie in diesem Musikvideo! Nur leider, leider bin ich schon 39 Jahre u. hab ca. 20 Sommer "verpasst"...;-((

Ich wünsche den kennengelernten Mit-Patienten gute Erholung u. vllt. sieht man sich mal wieder!!!  
« Letzte Änderung: 15. August 2010, 21:21:41 von MistTB »
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amigo

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Re:NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010
« Antwort #1 am: 16. August 2010, 11:10:34 »

Hallo MistTb , Hallo alle,
erstmal Glückwunsch , du hast es geschafft  ;) das ist schön .Kannst du bitte uns auch paar Nach-Op-Bilder zeigen .
Bald habe ich auch meine OP aber habe noch Angst oder  genauer gesagt , ich kann mir nicht vorstellen , dass ich so ein Metalbügel in meiner Brust habe .
Wie ist eigentlich bei dir jetzt kurz nach der OP , spürst du was , kannst du dich gut bewegen . Wie gehts mit Rucksack tragen ? Kannst die OP empfehlen ?


Ich (m ,24) hatte am einen Vorstellungstermin beim Prof. Schaarschmidt in Berlin , ja und weill die Zeit knapp war und noch viele leute draussen gewartet haben , konnte ich mit dem Prof. nicht alles diskutieren . Auf jeden fall hat er bei mir sowohl Trichterbrust als auch Kielbrust diagnostiziert . Die Tiefe der Trichterbrust bei der tiefsten Insperation war 7 cm bzw. 33% (findet ihr das tief oder nicht?) , und ich habe auch ausgeprägte Belastungddyspnoe , heftige Thoraxschmerzen und hochgradige Belastungsbrachykardie mit massiven Herzklopfen gegen die Brust und er sah eine Notwendigkeit für eine OP. Er hat einen Brief meinem Hausartzt geschickt (für die stationäre Einweisung). Ich weiss aber nicht was ich jetzt machen soll . Soll ich jetzt mit der KK alles alleine regeln ? Wenn ja welches Schreiben brauche ich vom Prof. ?oderreicht der Brief , den der Prof. meinem Hausartzt geschickt hat? Es wäre echt Klasse wenn ihr mir sagen konntet , wie alles jetzt bezüglich KK funktioniert. Von euren Erfahrungen , glaubt ihr , dass die KK mir Probleme macht und die Kosten übernimmt?
Lg amigo
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MistTB

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Re:NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010
« Antwort #2 am: 16. August 2010, 11:43:45 »

Hallo amigo,

ja danke ;) also OP-Schmerzen hab ich nicht mehr groß.  Man merkt die Bügel so leicht (habe 2), also eher durch die Bandage.  Meist auch nachts, da werde ich doch öfters mal öfters wach. Das nimmt aber auch ab.. Die Beweglichkeit wurde auch immer besser, also leicht beschwerlich ist noch das Aufstehen, wenn man gelegen hat und Schulterblick im Auto, beim Ein/Aus-Parken usw. is auch nicht so leicht..

Auf der linken Seite unter dem Arm hab ich noch so ein Ziehen wenn ich den Arm mal stark bewege.

Bin ja zu Hause u. Rucksack-Tragen hab ich jetzt noch nicht so getestet, bin meist mal mit dem Auto unterwegs - das geht auch gut, Sitzposition irgendwie anders, mehr gerade, so Gefühl als wenn man im Go-Kart fährt - da man auch Strassendellen usw. mehr merkt.. allerdings muss man doch aufpassen, also wenn man mal ne Einkaufskiste oder Flaschen trägt, im Garten was macht usw..

Also ich würd die OP jederzeit wieder machen, lässt sich natürlich hinterher leicht sagen.  Neben dem optischen u. der psych. Belastung geht es mir auch gesundheitlich viel besser, Prof. Schaarschmidt hatte in dem Hausarzt-Brief bei mir auch deutlich geschrieben, dass es med. notwendig ist.

Bei mir hat er 8cm u. 40% diagn. - also etwa auch gleich wie bei Dir.

Und auch Ausdauerbelastbarkeit, zunehmendes Herzklopfen bei Belastung, Thoraxschmrzen, Rückenschmerzen bei Belastung.

Ich hab früher meist nur den Mund geatmet, gleich nach der OP hab ich viel besser Luft durch die Nase bekommen u. jetzt bei Ausdauer Radfahren usw. viel weniger Probleme als vorher !!

Hast Du meine Nachricht gelesen, wg. KK-Kostenübernahme?
Wünsche Dir alles Gute für die OP !!  :)

Hier Fotos!

vom Tag vor der OP:


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und hier einige Tage nach der OP: (im Bereich der TB hab ich so eine Rötung, die immer irgendwie im Sommer stärker war)


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« Letzte Änderung: 16. August 2010, 12:00:07 von MistTB »
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Re:NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010
« Antwort #3 am: 16. August 2010, 14:15:12 »

Hallo MistTb,
vielen Dank für deine schnelle Antwort .Zu deiner OP kann ich nur sagen , das ist sehr gut :) .Deine Brust sieht ganz normal aus . Prof. Schaarschmidt macht seine Arbeit echt sehr gut.
Übrigens meine TB hat Ähnlichkeit mit deiner EX-TB.
Lg amigo
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dragon19p

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Re:NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010
« Antwort #4 am: 04. April 2011, 14:32:53 »

Hallo,
danke das du deine Erfahrung hier mitgeteilt hast.
Da ich eine Trichterbrust mit ca 8cm Tiefe habe , überlege ich mir mich eine OP zu unterziehen.
Nur habe ich gehört , dass die NUSS OP für solch Tiefe Einsenkung nicht so geeignet. Oder täusch ich mich da?
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ex.pectus

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Re:NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010
« Antwort #5 am: 04. April 2011, 15:30:47 »

Da ich eine Trichterbrust mit ca 8cm Tiefe habe , überlege ich mir mich eine OP zu unterziehen.
Nur habe ich gehört , dass die NUSS OP für solch Tiefe Einsenkung nicht so geeignet. Oder täusch ich mich da?

Hallo, wie sind denn bei Dir die 8 cm Tiefe gemessen worden? Selbstmessung oder Arzt, Linealmethode oder wie?

Die 8cm Einsenkung von MistTB bzw. 7 cm Einsenkung bei amigo sind Messwerte von Prof. Schaarschmidt, die er bei tiefster Einatmung ermittelt. Die genaue Methode weiß ich nicht. Schau Dir mal die zugehörigen Bilder an, um einen Eindruck der Trichtertiefe zu bekommen.

Bei mir waren es 9,5 cm Einsenkung bei tiefster Einatmung, siehe Bild.

Die Werte mit der Linealmethode sind vermutlich immer deutlich niedriger als die Messwerte der Einsenkung bei tiefster Einatmung.

Wenn Du 8 cm mit der Linealmethode hast, ist dein Fall meiner Meinung nach nicht mit den 3 Fällen hier vergleichbar, und spielt in einer ganz anderen Liga.

Ob für Dich die Nuss-Methode in Betracht kommt, kannst Du vorab bestimmt ganz gut per Email-Anfragen herausfinden. Ich würde mich an Deiner Stelle auf jeden Fall bei mehreren Kliniken persönlich vorstellen und mir Zweit- und Drittmeinungen einholen (und dazu auch das mitteilen, was zuvor empfohlen wurde, um dies kritisch bewerten zu lassen).

« Letzte Änderung: 04. April 2011, 15:33:07 von ex.pectus »
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Trichter-/Kielbrust Nuss-OP 22.10.2010 (43 J, m, 185 cm, 71,5 kg, Berlin-Buch Prof. Schaarschmidt)
2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
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T-T-T

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Re:NUSS-OP in Berlin-Buch am 14.07.2010
« Antwort #6 am: 08. April 2011, 17:26:25 »

Auch bei mir waren es 7-8 cm, die Prof. Schaarschmidt gemessen hatte, womit ich nie gerechnet hätte, da ich auch auf viel weniger kam. Insofern sind die meisten "Selbstmessungen" tatsächlich für die spätere Diagnose unerheblich.

Ex.Pectus hat aus meiner Sicht völlig recht mit seiner Empfehlung, wenn du so vorgeht's machst du definitiv nichts verkehrt. Ich würde auch mir auch gar nicht mehr so viele Gedanken machen, ob eine Methode geht oder nicht. Lass Dich untersuchen und schau, was die Ärzte sagen. Rein nach Nuss operiert übrigens ohnehin kaum jemand mehr und die modifizierten Nuss-Verfahren sind deutlich vielfältiger anwendbar. Also vieles, wo Nuss draufsteht, ist das gar nicht mehr. Wäre dem nicht so, hätte ich gar nicht operiert werden können.
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Operiert am 8.2.2010 in Berlin Buch nach Nuss

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