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Autor Thema: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012  (Gelesen 35145 mal)

mike120379

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Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« am: 18. November 2012, 02:40:56 »

Über mich:

Alter:   33 Jahre
Gewicht:   ca. 80 kg
Größe:   1,84m
Klinik:   Charité (Campus Benjamin Franklin), Berlin
Arzt:   Dr. Lützenberg
Methode:   Nuss
Krankenkasse:   AOK plus (Sachsen)


Vorgeschichte:

Im Alter von ca. 15 Jahren wurde bei mir zum ersten Mal die Diagnose Trichterbrust gestellt. Auf die Frage nach Möglichkeiten zur Korrektur meinte der damalige behandelnde Arzt nur lapidar, dass man da nichts dran machen müsse und später schließlich Haare drüber wachsen würden...

Nun mit den Haaren sollte er recht behalten, allerdings verstärkten sich in den letzten Jahren die Probleme mit Lunge und Herz signifikant. Aufgrund nächtlicher Atemprobleme wurde ich von meinem Hausarzt zur einer Pullmologin geschickt, welche meinte, dass die Trichterbrust doch sehr ausgeprägt sei und eine Korrektur ratsam sei. Also besuchte ich mit der Überweisung, welche mir die Pullmologin ausstellte, eine örtliche Chirurgin, welche "so etwas noch nie gesehen hatte, sich aber gerne um die Nachbehandlung kümmern würde".

Aus privaten Gründen konnte ich die Überweisung aber im Ausstellungsquartal 02/2011 nicht mehr wahrnehmen und das Problem Trichterbrust geriet wieder ins hintertreffen.

Mit der Gesundheit ging es weiter bergab... da ich ein Seitenschläfer bin, kam es beim liegen auf der Seite des tieferen Trichters zu Herzrhythmusstörungen, beim laufen längerer Strecken machte sich starkes Klopfen im Brustkorb, Kurzatmigkeit und Schwindel bemerkbar. Kurz gesagt es stimmte etwas nicht und dies wurde auch nicht besser -> Es musste endlich was passieren.


Ärztewahl:

Seit Jahren verfolgte ich die Entwicklung der Operationsmethoden. War bei der ersten Diagnose im Jahr 1995 noch die Ravich-Methode die gängige (und doch für mich etwas abschreckende) Operationsmethode, geriet mit der Zeit auch die minimalinvasive Nuss-Variante in mein Blickfeld. Auch die Berichte auf http://www.trichterbrustinfo.de/ halfen mir doch sehr bei der Auswahl, was auch ein Grund ist, weshalb ich jetzt diesen Erfahrungsbericht schreiben.

Für lange Zeit stand nur eine OP bei  Prof. Dr. Schaarschmidt in der Helios-Klinik in Berlin-Buch zur Debatte. In letzter Zeit häuften sich jedoch die Berichte über unzufriedene Patienten, welche z.Bsp. mit dem Ablauf bei der Nachbehandlung sehr unzufrieden waren. Auch der Chefarztzuschlag, welcher auf manchen veröffentlichen OP-Rechnungen den Preis in die Höhe schiessen liessen, haben mich dabei an einer Kostenzusage einer gesetzlichen Krankenkasse zweifeln lassen.

Ich suchte also nach einer Alternative:
An verschiedenen Stellen tauchte der Name Dr. Lützenberg von der Charité (CBF) in Berlin auf. Da ich Anfang Oktober nach einem Dänemarkurlaub noch 1 1/2 Wochen frei hatte, fragte ich am 03.10.2012 per E-Mail an, ob ein kurzfristiger Termin in der Trichterbrustsprechstunde am 09.10.2012 frei wäre. Am 08.10.2012 kurz vor 18.00 Uhr erhielt ich dann direkt von Dr. Lützenberg eine Einladung zur Sprechstunde am 09.10.2012... etwas kurzfristig zwar, aber ich war doch froh, dass der Stein ins Rollen kommt.

Am 09.10.2012 um 8.00 Uhr also zum Hausarzt und die Überweisung der Chirurgin aus 2011 erneuern lassen, um dann 45 Minuten später im Zug nach Berlin sitzen zu können. War knapp, aber funktionierte alles einwandfrei.

Die erste Stunde dann erst einmal wie doof im Zug geheult. Keine Ahnung warum genau. Ich denke mal es war der Gedanke, dass es nach 18 Jahre als "Trichterbrustgeschädigter" endlich ein Licht am Ende des Tunnels mit der Aussicht auf ein "normales" Leben mit Schwimmbad und nicht mehr verstecken gewesen war.

Hier fällt mir ein Absatz aus einem Artikel im Tagesspiegel ein, der es passender nicht ausdrücken kann:
„Trichterbrust ist ein Dieb“, schreibt er. „Sie raubt Freude, Selbstvertrauen und Spontanität. Sie saugt den Spaß aus vielen Erlebnissen, die eigentlich schön sein sollten: Schwimmen gehen, Strandurlaub, Liebe machen.“ (Quelle: http://www.tagesspiegel.de/weltspiegel/gesundheit/krater-im-koerper/6125428.html)


Eine Stunde vor meinem eigentlichen Termin kam ich in der Charité (CBF) an. Das Haus ist riesig, nehmt euch etwas vorlaufzeit, denn es dauert bis man die entsprechende Abteilung gefunden hat... je nachdem, welchen Eingang man nimmt.

Dr. Lützenberg nimmt sich für diese Gespräche Zeit. Das merkte man auch daran, dass ich statt 13.30 Uhr erst um 15.30 Uhr aufgerufen wurde. Mir machte dies nicht wirklich etwas aus, zeigt es doch, dass hier nicht unter Zeitdruck gearbeitet wird, sondern sich Zeit für den Patienten genommen wird.

Im ca. 30 minütigen Gespräch klärte mich Dr. Lützenberg über die Riskien und Erfolgschanchen einer OP auf. Es wurden Fotos zur Dokumentation angefertigt. Als Ziel wurde eine 85 % Korrektur angestrebt.

Schon während des Gesprächs war mir klar, dass Dr. Lützenberg die OP durchführen wird. Weshalb ich sofort Nägel mir Köpfen machte und feste Termine reservierte.


Kostenübernahme der Krankenkasse:

Kommen wir zu dem Thema, was vielen Kopfzerbrechen bereitet und auch bei mir nicht ganz reibungslos ablief.

Nach meinem Termin bei Dr. Lützenberg am 09.10.2012 besuchte ich am darauf folgenden Tag die (wirklich) nette Sachbearbeiterin in der örtlichen AOK-Niederlassung. Ich klärte sie über mein "Problem" auf und übergab ihr das Formular zur stationären Einweisung mit Termin für den 06.11.2012. Da ich keine weiteren Unterlagen hatte, kopierte sie sich das Formular und nach einem kurzen Gespräch meinte sie, dass die Kostenübernahme aus ihren Erfahrungen wohl kein Problem sei.

Erfreut darüber, dass alles so glatt lief, überliess ich den Dingen ihren lauf.

Am 23.10.2012 erhielt ich von Dr. Lützenberg eine E-Mail, dass die Terminkette 06./07.11.2012 (MRT/OP) nicht realisiert werden kann, da u.a. die Kostenübernahme der Krankenkasse noch nicht vorliegt. Mir war etwas übel, da ich meine ganze Terminplanung zusammenbrechen sah (Vertretungen auf Arbeit organisieren und einarbeiten etc.). In der Mittagspause bin ich sofort zur AOK-Niederlassung gegangen und traf auf die Sachbearbeiterin, welche meine Unterlagen bei meinem ersten Besuch engegengenommen hatte. Sie sah etwas verdutzt aus, als ich sie auf das Schreiben zur Kostenübernahme ansprach. Da sie diese Entscheidung nicht trifft, fragte sie beim zuständigen Sachbearbeiter nach... der ganze Vorgang war ihr sichtlich peinlich. Wie sich in dem Telefongespräch herausstellte, hatte der zuständige Sachbearbeiter meinen Antrag "vergessen". Ich gab der mir gegenübersitzenden Dame zu verstehen, dass ich die Unterlagen dringenst bräuchte, was sie dann auch dem Herren am anderen Ende der Leitung mitteilte. Netterweise gab sie mir dann auch die Durchwahl des Sachbearbeiters, damit ich nochmal nachfragen konnte, wenn es doch nicht so schnell gehen sollte.

Wie auf Kohlen sitzend verlief dann der Nachmittag in meinem Büro. Ich konnte die E-Mail-Adresse des Sachbearbeiters herausbekommen und machte ihn noch einmal schriftlich auf die Dringlichkeit der benötigten Zusage aufmerksam. Außerdem bat ich um eine Vorabzusendung per Mail oder Fax, damit ich Dr. Lützenberg informieren konnte. Als ich gegen 17.30 Uhr noch keine Antwort vorliegen hatte, rief ich die Telefonnummer an, welche mir die Dame aus der hiesigen Filiale gegeben hatte. Der Sachbearbeiter war natürlich schon in den Feierabend gegangen und ich konnte deshalb nur mit einer anderen Sachbearbeiterin aus dem Team sprechen.

Sie meinte, dass wohl einige Unterlagen fehlten, die die medizinische Notwendigkeit untermauerten. Ich klärte sie kurz über die Untersuchungsergebnisse der Pullmologin aus 2011 auf und machte noch die Bemerkung, dass ich bei einer kosmetischen Korrektur wohl keine 18 Jahre gewartet hätte.

Sie wollte kurz mit ihrem Teamleiter sprechen und versprach mich in einigen Minuten zurückzurufen... mittlerweile war es 17.50 Uhr. Kurz vor 18.00 Uhr kam der Rückruf und die Dame meinte, dass zwar Unterlagen fehlen, dadurch, dass die Einweisung aber von der / in die Charité sei, man Aufgrund des guten Rufes doch von einer Notwendigkeit ausgehen kann. Die Zusage zur Kostenübernahme wurde dann am nächsten morgen per Fax in mein Büro geschickt, worauf ich es danach sofort per E-Mail an Dr. Lützenberg weiterleitete. Das Original hatte ich ein paar Tage später im Briefkasten.


Vorbereitung auf das Krankenhaus:

Nachdem der Termin für die Voruntersuchungen am Aufnahmetag mit anschließender OP am Folgetag feststand, kamen natürlich viele Fragen auf.

Was nehme ich mit???

Ich hatte mich dafür entschieden 2 Taschen zu packen. Da mich am Wochenende meine Schwester samt Mutter besuchen wollten, könnten die beiden bei Bedarf die 2 Tasche in meiner Wohnung abholen und mitbringen.

Ein genialer Plan, welcher völlig unnütz war. Das solltet ihr mitnehmen... ein Aufenthalt von 7 Tagen vorausgesetzt.

- 1 Paar Hausschuhe
- 1 Paar leicht anziehbare Schuhe für draußen (am besten gleich bei der Anreise anhaben)
- ausreichend Socken und Unterwäsche
- 3 - 4 T-Shirts
- 1 - 2 Jogginghosen
- evtl. einen Bade- bzw. Morgenmantel ... ich brauchte keinen, man will seinen neuen Oberkörper ja auch gleich präsentieren ;-)
- ggf. 1 Strickjacke ... wenn man sich etwas bewegen will, oder frische Luft auf dem Balkon schnappen will
- Smartphone / MP3-Player mit Ladekabel ... irgendwas zur Unterhalung halt, was klein und handlich ist. Ich hatte noch ein 7" Tablet mit, fand die Bedienung nach der OP aber schon etwas schwierig.

Zweitschlüssel bei jemandem deponieren?!

Als Single würde ich das auf jeden Fall in Betracht ziehen. Falls ihr später etwas im Krankenhaus braucht, könnt ihr eurer Schlüsselvertrauensperson bescheid sagen und er/sie bringt es euch vorbei. Ebenfalls kann derjenige dann gleich mal den Briefkasten leeren ;-)

Anreisetag (05.11.2012) / Aufnahmetag (06.11.2012)

Da ich mich am 06.11.2012 um 9.30 Uhr auf der Station 48 melden sollte, entschied ich mich, einen Tag vorher anzureisen und damit ich nicht völlig durchgeschwitzt von 3 Stunden Zugfahrt in der Charité ankomme, eine Nacht im Hostel zu übernachten. Falls jemand die gleiche Idee hat, kann ich das "HappyBed Hostel" in Berlin Steglitz ausdrücklich nicht empfehlen.

Gegen 9.30 Uhr traf ich auf Station 48 in der Charité ein. Trotz telefonischer Rückfrage am Vortag war ich dort allerdings falsch, da ich erstmal im Erdgeschoss zur Anmeldung musste. Glücklicherweise konnte ich aber mein Gepäck gleich da lassen.

Nach ca. 30 Minuten warten, wurde ich dann aufgerufen und es wurden einige Formulare wie z.Bsp. der Behandlungsvertrag und das Formular zur Krankenhauszuzahlung angefertigt.

Nachdem dies alles erledigt war, ging es wieder in die 7. Etage zur Station 48. Station 48 besteht aus 2 Gängen, wobei der linke Gang Station 48b und der rechte Gang Station 48a ist.

Ich wurde vom Pfleger empfangen und in den Gang der Station 48b begleitet. Leider waren noch alle Betten belegt, weshalb ich ca. 1/2 Stunde auf dem Gang warten musste. Irgendwann wurde mir dann mein Zimmer gezeigt... ein Drei-Bett-Zimmer, welches bereits mit 2 älteren Herren belegt war. Beide waren sehr nett und waren wegen anderen Problemen hier.

Anschließend wurde erstmal Blut abgenommen. Interessanterweise war ich ziemlich gelassen und bevor es richtig losging, war es auch schon wieder vorbei. Als nächstes durfte ich die Charité zu Fuß erkunden... die Voruntersuchungen standen an: Röntgen, EKG und Zentrale Fotoabteilung. Der Pfleger reicht dazu mehrere Papiere mit denen man zur jeweiligen Untersuchung muss.

Gegen Nachmittag kam eine Stationsärztin und klärte mich über die Operationsrisiken auf. Dann musste ich die Patienteneinwilligung unterschreiben.

Anschließend musste ich noch zu einer Untersuchung, deren Name mir aber gerade nicht einfallen will ... es ging bei dieser Untersuchung darum, die Elastizität der Gefäße mittels Impulsen zu testen. Dies war eigentlich auch die längste Untersuchung, welche ich an diesem Tag durchmachte, da sie bei mir keine eindeutigen Ergebnisse lieferte. Allerdings wurde festgestellt, dass ich an einer Herzrhythmusstörung leide und aufgrund des unregelmäßigen Herzschlages der Test nicht durchgeführt werden konnte.

Als ich wieder auf der Station eintraf, war Dr. Lützenberg bereit da und nahm mich auch sofort in ein Behandlungszimmer mit. Er zeigte mir wo er die Schnitte ansetzen würde und meinte das bei mir 2 Bügel verwendet werden. Meine Fragen wurde anschließend beatwortet und richteten sich hauptsächlich um die Zeit nach der OP.

Später kam dann der Anästhesist und es wurden einige Fragen bezüglich Krankheiten und Unverträglichkeiten gestellt, welche mit der Anästhesie während der OP zu tun hatten. Außerdem wurde ich von der Physiotherapeutin besucht. Sie zeigte mir, wie ich mich richtig aufsetze. Diese Technik sollte ich üben, ebenso das Atmen.

Kurz vor dem "Schlafen gehen" wurde mir dann noch mitgeteilt, dass mein OP-Termin von Nachmittag auf 7.30 Uhr morgen vorgezogen wurde... Gute Nacht


OP-Tag (07.11.2012)

Von einer guten Nacht konnte keine Rede sein, da meine beiden Zimmernachbarn "sehr laute Schläfer" waren. Den größten Teil der Nacht verbrachte ich deshalb auf dem Gang oder mit Kopfhörern im Bett liegend. An schlafen war nicht zu denken.

Bis 5.00 Uhr durfte ich noch Wasser und Tee zu mir nehmen, alles andere an Getränken war bereits ab Mitternacht tabu. Essen war nur bis 20.00 Uhr des vorabends erlaubt.

Gegen 6.00 Uhr ging ich nochmal unter die Dusche... das letzte mal für die nächsten Tage und das letzte mal mit voller Bewegungskapazität. Ca.  7.00 Uhr musste ich den OP-Kittel und Haube anziehen. Ich bekam eine Tablette und einen Schluck Wasser zum runterspülen und wurde anschließend vom Pfleger in den OP-Vorraum geschoben.

Im Vorraum wurde ich dann von 2 netten Herren begrüßt und für die OP vorbereitet. Wir unterhielten uns kurz über meinen Job und an dieser Stelle möchte ich anmerken... ich weiß immernoch, wie ihr beiden ausseht! ... Falls die beiden das lesen, werden sie wissen was gemeint ist ;-)

Mir wurde dann etwas in die Vene geschoben und kurz darauf war ich weggenickt.

Als nächstes wachte ich auf der Intensivstation auf.

In beiden Händen waren Kanülen(Infusion und Schmerzpumpe) und 3 Schläuche schauten aus meinen Seiten heraus (rechte Seite 2 Schläuche, linke Seite 1 Schlauch).

Ich hatte Probleme beim Schlucken und meinte fast zu ersticken. Ich weiss, dass ich nach etwas zu trinken (ich glaube Cola) gefragt hatte, um das unangenehme Gefühl im Rachen runterspülen zu können.

Ich muss wohl sehr ungehalten geworden sein, denn anschließend war ich nicht mehr lange wach ;-)


1. Tag nach OP (08.11.2012)

Kurz vor Mittag bin ich auf der Intensivstation aufgewacht und wurde von der Schwester gefragt, ob sie micht nochmal waschen soll. Irgendjemand musste es ja machen, also sagte ich noch halb benebelt ja.

Kaum waren wir fertig, stand auch schon der Pfleger da, um mich wieder zurück auf die Station zu schieben. Da ich vor der OP ein bischen wegen den Sägewerken im alten Zimmer gemeckert hatte, bekam ich ein neues Zimmer ... ein Dreibettzimmer ohne Mitbewohner.

Anschließend wurde mir kurz die Schmerzpumpe erklärt und Herr Dr. Lützenberg kam vorbei um mich über das OP-Ergebnis zu informieren. Als erstes kam natürlich eine schlechte Nachricht. Beim drehen des ersten Bügels wurde die Arterie mammaria verletzt und es kam zu einem geringen Blutverlust. Die Arterie wurde daraufhin stillgelegt. Ansonsten sei alles zu seiner Zufriedenheit abgelaufen und das Ergebnis sei wie vorher besprochen.

Gegen 15.15 Uhr schickte ich noch meinen Bekannte die frohe Nachricht per FB, WhatsApp und SMS, bevor ich wieder ins Land der Träume entschlief.

Mit der Physiotherapeutin versuchten wir das erstmalige Aufsetzen nach der OP. Die Schmerzpumpe schien zu wirken, denn zu diesem Zeitpunkt hatte ich keinerlei Schmerzen bemerkt.


2. Tag nach der OP (09.11.2012)

Auch an diesem Tag hatte ich keinerlei Schmerzen.

Mit Hilfe der Physiotherapeutin sollte heute das erste Mal richtig aufgestanden werden und eine kleine Runde gedreht werden. Die sehr nette Dame war doch überrascht, wie gut ich dies alleine hinbekam. Nach Abschluß der Runde gab es deshalb einen "Fistbump" als Belohnung ;-)

Gegen Mittag kam Dr. Lützenberg zur täglichen Visite vorbei. Es war Zeit einen Blick auf meine neue Brust zu werfen. Er entfernte den Verband und zeigte mir die Brust in einem Handspiegel.

Gegen Nachmittag war die Ruhe in meinem "Einzelzimmer" dann wieder vorbei. Ein weiterer Trichterbrustpatient, welcher einen Tag später operiert worden war, wurde mit auf mein Zimmer gelegt.


3. Tag nach der OP (10.11.2012)

An diesem Tag wurden Drainageschläuche wurden gezogen und ich konnte zum ersten mal "längere" Strecken auf dem Gang laufen... bis mir dann schwindlig wurde... also wieder hinlegen und ausruhen.

Gegen Nachmittag wurde mir dann die Schmerzmittelpumpe genommen und es wurde auf Tabletten umgestellt.


4. Tag nach der OP (11.11.2012)

Endlich wieder Duschen. Danach die Wunden vom Pfleger abkleben lassen und erstmal ausruhen.

Gegen Mittag musste ich mich dann zum Röntgen begeben. Ich war richtig verwundert, wie gut alles doch nach so kurzer Zeit wieder allein funktionierte.

   

Nachmittag kündigte sich dann mein erster und einziger Besuch an ... Schwester und Mutter.

Gegen Abend kam Dr. Lützenberg und meinte, dass ich am Dienstag (6. Tag nach OP / 13.11.2012) entlassen werden soll.


5. Tag nach der OP (12.11.2012)

Nicht spektakuläres passiert. 1x Blut abgenommen um zu schauen ob die Werte stimmen. Außerdem mußte ich noch einmal in die Zentrale Fotoabteilung, um das Ergebnis der OP fotografisch festhalten zu lassen.


6. Tag nach der OP (13.11.2012)

Der Tag der Abreise. Am frühen morgen kam die Stationsärztin mit den Ergebnissen der Blutuntersuchung vom Vortag. Alles i.O. ... zumindest bei mir. Mein Zimmernachbar hat schlechte Werte und muss noch dableiben.

Da ich erst gegen 15.00 Uhr abgeholt werden sollte, erst einmal ein paar Tafeln Merci für das nette Pflegepersonal besorgen ;-)

Zu diesem Zeitpunkt werden die folgenden Medikamente eingenommen:

Morphin (je 2x 10mg)   1 - 1 - 1
Voltaren disp. 50mg   1 - 1 - 1
Novalgin 1g      1 - 1 - 1 - 1
Pantozol 40mg      1 - 0 - 1
Movicol 1 Btl.      1 - 0 - 1

Nach 3 Stunden Autofahrt werde ich erstmal zu Hause abgeladen. Singlehaushalt :-/
Mit Schwester wird anschließend nochmal einkaufen gefahren um den Kühlschrank wieder voll zu bekommen. Danach bin ich erstmal fertig. Das erste mal nach der OP bemerke ich leichte Schmerzen. Der Nachmittag war wohl doch zu viel.


7. Tag nach der OP (14.11.2012)

Da ich eine Krankschreibung für meinen Arbeitgeber benötige, mache ich mich auf den Weg zu meinem Hausarzt.
Nach einem kurzen Gespräch meint dieser, dass er zwar schon einmal einen Trichterbrustpatienten postoperativ betreut hat, dies aber bei mir nicht tun möchte und mich an einen Chirurgen überweisen werde.

Morphin und Novaminsulfon verschreibt er aber erstmal... wenn auch falsch. Da ich Laktoseintolerant bin, wurde mir von der Charité Novaminsuflon-ratiopharm verschrieben, der Hausarzt entscheidet sich aber für Novaminsuflon-Lichtenstein von Winthrop, welches das einzige Präparat ist, was Laktose enthält.



PS: Weiter unten geht es mit der Tageschronik weiter...

Chester

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #1 am: 18. November 2012, 14:14:06 »

Ein schöner, kurzer und knackiger Bericht.

Ich habe schon mehrfach von der Schmerzpumpe gehört. Wie muss man sich das vorstellen? Ich hatte einen PDK und dachte das wäre üblich. Jedenfalls war der die ersten Tage nach der OP mein bester Freund. ;)

Bei Deinem Bericht habe ich nichts von Ultraschall zur Kontrolle auf Pleuraerguss nach der OP gelesen. Wird das in der Charite nicht gemacht?

Zu Deiner Frage wegen Taubheit. Nach meiner Erfahrung hat das nichts mit der Bandage zu tun. Es braucht einfach seine Zeit, bis speziell die Haut nicht mehr reizlos ist. Zumindest war das bei mir der Fall.

Ich wünsche Dir eine gute Erholung und schnelle Rehabilitation.
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ex.pectus

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #2 am: 18. November 2012, 15:12:15 »

Vielen Dank für den Bericht. Und bitte weiter berichten, vielleicht auch mit Fotos ...

Aus privaten Gründen konnte ich die Überweisung aber im Ausstellungsquartal 02/2011 nicht mehr wahrnehmen und das Problem Trichterbrust geriet wieder ins hintertreffen.

Bei der Hochschulambulanz der Charité gibt es die Sonderregelung, dass sie auch ohne Überweisungsschein aufgesucht werden kann. Man muss dann eben nur die 10 EUR bezahlen (allerdings kann die Hochschulambulanz keine Weiter- oder Rücküberweisung ausstellen). Wer also nicht sowieso schon sonst im Quartal zum Arzt war bzw. noch will, kann sich die Überweisung ohne Nachteil sparen, sonst 10 EUR Mehrkosten (ggf. bei Terminvereinbarung nachfragen, ob das noch aktuell ist).

Auch der Chefarztzuschlag, welcher auf manchen veröffentlichen OP-Rechnungen den Preis in die Höhe schiessen liessen, haben mich dabei an einer Kostenzusage einer gesetzlichen Krankenkasse zweifeln lassen.

Dieser Chefarztzuschlag ist für gesetzlich Versicherte komplett irrelevant. Da ist die GKV komplett außen vor, egal ob die OP durch einen Chefarzt gemacht wird oder nicht. Der Chefarztzuschlag fällt nur an, wenn er vorher wirksam zwischen Patient und Chefarzt vereinbart wurde (bspw. indem man bei der KH-Anmeldung ein entsprechendes Formular unterschreibt). Und der Chefarztzuschlag wird auch nur dem Patienten in Rechnung gestellt, der ihn ggf. bei einer (privaten) (Zusatz-)Versicherung zur Erstattung einreichen kann.

Als nächstes durfte ich die Charité zu Fuß erkunden... die Voruntersuchungen standen an: Röntgen, EKG und Zentrale Fotoabteilung.

Fotoabteilung? - Zur Fotodokumentation der TB, so wie das Dr. Lützenberg auch schon gemacht hat, oder irgend etwas anderes?

Aktuell nehme ich folgende Medikamente:

Morphin (je 2x 10mg)         1 - 1 - 1
Diclofenac-ratiopharm 50mg      1 - 1 - 1
omeprazol-biomo         0 - 0 - 1
Novaminsuflon-Lichtenstein 1g      1 - 1 - 1

"Morphin" welches Medikament verbirgt sich dahinter? Gibt es das auch "normal" vom ambulanten Arzt (auf normalem Rezept oder fällt das unter Betäubungsmittel).

Ich habe schon mehrfach von der Schmerzpumpe gehört. Wie muss man sich das vorstellen? Ich hatte einen PDK und dachte das wäre üblich. Jedenfalls war der die ersten Tage nach der OP mein bester Freund. ;)

Hatte ich in Berlin-Buch auch, PDK mit Schmerzpumpe. An der Schmerzpumpe wird eine regelmäßige Schmerzmittelgabe eingestellt. Zusätzlich kann man bei Bedarf manuell eine Zugabe veranlassen. "Schmerzpumpe" gibt es sowohl zusammen mit einem PDK als auch mit einem Zugang über eine (Hand-)Vene.

s.a. Flyer von Berlin-Buch, PDF

Bei Deinem Bericht habe ich nichts von Ultraschall zur Kontrolle auf Pleuraerguss nach der OP gelesen. Wird das in der Charite nicht gemacht?

Interessiert mich auch.

Ich wünsche Dir eine gute Erholung und schnelle Rehabilitation.

wünsche ich auch
« Letzte Änderung: 18. November 2012, 22:58:31 von ex.pectus »
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2. OP=Bügelentfernung 20.11.2013 (Magdeburg, Dr. Lützenberg)
meine Trichterbrust-OP-Seite

mike120379

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #3 am: 18. November 2012, 17:43:56 »

Vielen Dank für den Bericht. Und bitte weiter berichten, vielleicht auch mit Fotos ...

Die Fotos kommen noch, sobald ich sie habe ;-)

Bei der Hochschulambulanz der Charité gibt es die Sonderregelung, dass sie auch ohne Überweisungsschein aufgesucht werden kann. Man muss dann eben nur die 10 EUR bezahlen (allerdings kann die Hochschulambulanz keine Weiter- oder Rücküberweisung ausstellen). Wer also nicht sowieso schon sonst im Quartal zum Arzt war bzw. noch will, kann sich die Überweisung ohne Nachteil sparen, sonst 10 EUR Mehrkosten (ggf. bei Terminvereinbarung nachfragen, ob das noch aktuell ist).

Das wusste ich nicht. Vllt. aber hilfreich für den nächsten.

Dieser Chefarztzuschlag ist für gesetzlich Versicherte komplett irrelevant. Da ist die GKV komplett außen vor, egal ob die OP durch einen Chefarzt gemacht wird oder nicht. Der Chefarztzuschlag fällt nur an, wenn er vorher wirksam zwischen Patient und Chefarzt vereinbart wurde. Und er wird auch nur dem Patienten in Rechnung gestellt, der ihn ggf. bei einer (privaten) Versicherung zur Erstattung einreichen kann.

Das interessante ist, dass ich mich jahrelang zu dem Thema belesen habe, mir solche Details aber nicht aufgefallen sind  ;-/

Fotoabteilung? - Zur Fotodokumentation der TB, so wie das Dr. Lützenberg auch schon gemacht hat, oder irgend etwas anderes?

Die ersten Fotos wurden durch Dr. Lützenberg am 09.10.2012 gemacht. Am 06.11.2012 und am 12.11.2012 (hatte ich vergessen und wurde im Originalpost ergänzt) wurden Fotos aus allen Blickwinkeln von der Trichterbrust gemacht. Richtiges Fotostudio, mit 3 Blitzschirmen etc.

"Morphin" welches Medikament verbirgt sich dahinter? Gibt es das auch "normal" vom ambulanten Arzt (auf normalem Rezept oder fällt das unter Betäubungsmittel).

Das Medikament nennt sich "Morphin Hexal 10mg Retardtabletten". Der Hausarzt musste es mit einem speziellen Rezept ausstellen, da es unter das Betäubungsmittelgesetz fällt.

Bei Deinem Bericht habe ich nichts von Ultraschall zur Kontrolle auf Pleuraerguss nach der OP gelesen. Wird das in der Charite nicht gemacht?
Interessiert mich auch.

Ich habe keine Ahnung, was ihr meint. An Ultraschall nach der OP kann ich mich nicht erinnern.

Ich wünsche Dir eine gute Erholung und schnelle Rehabilitation.
wünsche ich auch

Danke ;-)

annaj

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #4 am: 18. November 2012, 18:03:24 »

Charité hat tatsächlich eine fotoabteilung wo eine professionelle fotografin arbeitet. Es wird vorher- und nachherbilder gemacht, dann knipst dr. Lützenberg weiter bei die anderen kontrolluntersuchungen. Es ist eine universitätskrankenhaus.

Ultraschall werden gemacht. Ich kann keine vergleich machen, aber weiss das dr. Lützeberg eher restrektiv ist mit dem punktieren der lunge, wie die anderen arbeiten weiss ich nicht. Die flüssigkeit baut sich mit der zeit von selbst ab. Wie oft es zu tatsächliche fast "ertrinken"-zustände kommen kann, ist die frage, ich glaube fast nie. (?) Das bei Mike keine gemacht worden ist erklärt sich wahrscheinlich das er keine zeichen hatte, es wäre nötig. Wenn du zum arzt gehst, Mike, und sie finden ein bisschen flüssigkeit bei ultraschall und möchten punktieren, nur im absprache mit dr. Lützenberg!

PDK ist doch das was im rücken angelegt wird? Im charité wird oft eine schmerzpumpe bei tb-op's der über die vene läuft (hand/arm) benutzt, schmerzmittel ist morfium. Ein wenig läuft kontinuerlich, wenn man mehr braucht, drückt man der knopf. Eine überdosierung kann nicht stattfinden da nur ein druck/ein dosis jede fünfzehnte minute registriert wird, egal wie oft man drückt.
Gute genesung, Mike.
« Letzte Änderung: 18. November 2012, 18:08:19 von annaj »
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1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

ex.pectus

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #5 am: 18. November 2012, 19:03:48 »

Charité hat tatsächlich eine fotoabteilung wo eine professionelle fotografin arbeitet. Es wird vorher- und nachherbilder gemacht, dann knipst dr. Lützenberg weiter bei die anderen kontrolluntersuchungen. Es ist eine universitätskrankenhaus.

Find ich gut.
Und ich frage mich, wieso es in Berlin-Buch keine Fotodokumentation (mehr (?)) gibt.

Ultraschall werden gemacht. Ich kann keine vergleich machen, aber weiss das dr. Lützeberg eher restrektiv ist mit dem punktieren der lunge, wie die anderen arbeiten weiss ich nicht. Die flüssigkeit baut sich mit der zeit von selbst ab. Wie oft es zu tatsächliche fast "ertrinken"-zustände kommen kann, ist die frage, ich glaube fast nie. (?)

Ich denke auch, dass Dr. Lützenberg bzgl. Diagnostik im Zweifel eher auf Nummer sicher geht und nur bei der Punktion restriktiv ist. Bleibt die Frage, ob (kontrollbedürftige/punktionswürdige) Pleuraergüsse bei ihm vielleicht wirklich seltener sind.

PDK ist doch das was im rücken angelegt wird? Im charité wird oft eine schmerzpumpe bei tb-op's der über die vene läuft (hand/arm) benutzt, schmerzmittel ist morfium. Ein wenig läuft kontinuerlich, wenn man mehr braucht, drückt man der knopf. Eine überdosierung kann nicht stattfinden da nur ein druck/ein dosis jede fünfzehnte minute registriert wird, egal wie oft man drückt.

Genau: PDK bzw. PDA = Rücken, aber nur rückenmarksnah (Periduralanästhesie), nicht im Rückenmark (Spinalanästhesie). PDK/PDA wird seit langem bei der Geburtshilfe für eine schmerzarme Geburt und dementsprechend häufig eingesetzt.
Ob man sich nun für Rücken oder Hand/Vene entscheidet, bleibt meines Wissens jedem selbst überlassen: Das bespricht und entscheidet man beim Aufklärungsgespräch mit dem Narkose-Arzt (Anästhesie), sowohl in Buch als auch in der Charité.

Irgendwo habe ich gelesen, dass Dr. Lützenberg jemanden Schmerzmittel über die Hand empfohlen hat (statt PDA). Ich weiß aber nicht, ob er das generell so empfiehlt.
Edit: habs inzwischen gefunden: scheint eine generell Empfehlung von Dr. Lützenberg zu sein, siehe hier

Ich war mit meinem PDK eigentlich auch sehr zufrieden und würde mich wieder dafür entscheiden. Allerdings gab es bei mir irgendwelche Probleme mit der Medikamentenabgabe über den PDK. Deshalb musste die Anästhesistin auch ein paar mal das Schmerzmittel manuell über eine aufgezogene Spritze über den PDK einbringen, weil die Pumpe das nicht geschafft hat, siehe auch meinem Blogbeitrag.
« Letzte Änderung: 18. November 2012, 22:32:52 von ex.pectus »
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Chester

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #6 am: 20. November 2012, 18:11:46 »


Ich habe schon mehrfach von der Schmerzpumpe gehört. Wie muss man sich das vorstellen? Ich hatte einen PDK und dachte das wäre üblich. Jedenfalls war der die ersten Tage nach der OP mein bester Freund. ;)

Hatte ich in Berlin-Buch auch, PDK mit Schmerzpumpe. An der Schmerzpumpe wird eine regelmäßige Schmerzmittelgabe eingestellt. Zusätzlich kann man bei Bedarf manuell eine Zugabe veranlassen. "Schmerzpumpe" gibt es sowohl zusammen mit einem PDK als auch mit einem Zugang über eine (Hand-)Vene.

s.a. Flyer von Berlin-Buch, PDF


Alles klar, dann ist nur der Zugang ein anderer. An meinem PDK hatte ich auch eine Pumpe zur kontinuierlichen Abgabe und einen "Drücker", mit dem ich mir 1 x die Stunde einen "Schuss setzen" konnte. Der hat dann meistens sehr schnell gewirkt. Leider hatte selbst das alles manchmal nicht ausgereicht. Dann wurde mir von den Schwestern "etwas" in den Handzugang verabreicht. Einmal, an meinem letzten Morgen auf der ITS, hatte selbst das nicht gereicht und mir wurde direkt über den "PDK-Zugang" eine zusätzliche Dosis gegeben. Dazu wurde aber extra eine Ärztin gerufen. Ich nehme an die Schwestern dürfen das nicht.

Der PDK wurde mir so erklärt, dass man damit die jeweilige Körperregion "ausschalten" kann. Bei der TB-OP wird der PDK im Thorax-Bereich angelegt, bei Frauen bei der Geburt im Becken-Bereich.

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #7 am: 20. November 2012, 22:24:10 »

es kann leider zu unregelmässigkeiten bei der PDK-schmerzmitteltherapie kommen, es wird manchmal nicht richtig gesetzt und erfüllt dabei nicht sein funktion ganz, wenn überhaupt. Der übergang zu orale medikamente ab ca dritten tag wird oft einfacher, wenn schon im voraus morfium eingenommen würde (über die vene).
Nachteile mit morfium über die vene sind müdigkeit und darmträgheit, was viele dann auch später erleben wenn sie oral morfium nehmen. Ein tb-"kollege" hatte halluzinationen, er dachte im ernst das die luftblasen in der flasche (an der die dränagen hängen) mit ihm geredet hatten, böses zeug... er war richtig paranoid davon die ersten par tage. Bei ihm wäre wahrscheinlich der PDK besser gewesen. 

Beide metoden haben vor- und nachteile, persönlich hat der angst vor das stechen im rücken mich von PDK abgehalten. Es ist gut zu wissen das beide da sind, in Schweden z.b wird nur PDK angeboten, aus welchem grund auch immer...
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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #8 am: 21. November 2012, 01:00:39 »

es kann leider zu unregelmässigkeiten bei der PDK-schmerzmitteltherapie kommen, es wird manchmal nicht richtig gesetzt und erfüllt dabei nicht sein funktion ganz, wenn überhaupt.

habe dazu ein neues Thema aufgemacht: Periduralkatheter (PDK) bzw. Periduralanästhesie (PDA)
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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #9 am: 22. November 2012, 00:07:07 »

noch ein Frage:
Auf deinem Benutzerbild kann man einen einzelnen Stabilisator erkennen. Wie macht der sich so im Vergleich zu den 3 anderen Stellen ohne Stabilisator?
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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #10 am: 22. November 2012, 22:42:54 »

noch ein Frage:
Auf deinem Benutzerbild kann man einen einzelnen Stabilisator erkennen. Wie macht der sich so im Vergleich zu den 3 anderen Stellen ohne Stabilisator?

Ehrlich gesagt bemerke ich den Stabilisator überhaupt nicht. Mir fällt nur auf, dass ich an den 3 anderen Bügelenden öfters herumfummel... ist halt ein komisches Gefühl, dass man etwas fremdes im Körper ertasten kann  ;)

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #11 am: 01. Dezember 2012, 20:56:37 »

In einem anderen Beitrag hat anna etwas zur normalen Lage des Herzens geschrieben, s. hier.

Wenn man sich dein Benutzerbild anschaut, dann sieht die Verschiebung auf dem Bild schon ziemlich extrem aus, insbesondere im direkten Vergleich mit meinem Benutzerbild.

Du schreibst, dass mit 15 Jahren der behandelnde Arzt meinte, dass man nichts machen müsse. Hat sich die Trichterbrust denn erst später noch extrem verschlimmert oder hatte der offensichtlich keine Ahnung?

Wenn es dir nichts ausmacht, könntest du ja auch noch Röntgenbilder oder MRT/CT hochladen (manchmal kann man in der Anzeigesoftware die Anzeige der Patientendaten komplett abschalten).
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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #12 am: 01. Dezember 2012, 22:46:59 »

Aufgrund nächtlicher Atemprobleme wurde ich von meinem Hausarzt zur einer Pullmologin geschickt, welche meinte, dass die Trichterbrust doch sehr ausgeprägt sei und eine Korrektur ratsam sei.

Mit der Gesundheit ging es weiter bergab... da ich ein Seitenschläfer bin, kam es beim liegen auf der Seite des tieferen Trichters zu Herzrhythmusstörungen, beim laufen längerer Strecken machte sich starkes Klopfen im Brustkorb, Kurzatmigkeit und Schwindel bemerkbar. Kurz gesagt es stimmte etwas nicht und dies wurde auch nicht besser -> Es musste endlich was passieren.

Im ca. 30 minütigen Gespräch klärte mich Dr. Lützenberg über die Riskien und Erfolgschanchen einer OP auf. Es wurden Fotos zur Dokumentation angefertigt. Als Ziel wurde eine 85 % Korrektur angestrebt.

Wenn ich mich im Spiegel betrachte und genau hinschaue, sieht man noch eine leichte asynchronität... aber da wachsen ja wieder Haare drüber ;-)


Wie tief war eigentlich dein tb, Mike? Fotos sind immer schwer zu beurteilen, aber das ergebnis sieht ja so aus, als wäre 100% erreicht (minus leichte asynchronität, was ich normal finde)?! Hast du ein vorher foto oder CT/MRT? Das herz ist nicht nur total verschoben sondern sieht auch sehr gross aus, hat dr. L darüber was gesagt?
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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #13 am: 02. Dezember 2012, 01:43:53 »

Wegen der Zeichenbegrenzung habe ich den Eingangstopic mal das Thema Kostenzusage der Krankenkasse und ein paar Tagesberichte hier runter geholt...


8. Tag nach der OP (15.11.2012)

Langsam gehen die Schwellungen zurück. Rechts und links ist der obere Bügel ertastbar. Die Wunden verheilen ganz gut.

Heute darf ich mich auf die Suche nach einem passenden Chirurgen machen. Da der Hausarzt ja die Hälfte der Medikamente vergessen hatte, drängt die Zeit, da sich meine Vorräte dem Ende neigen.


Der erste Chirurg bzw. seine Vorzimmerdame will mir einen Termin am 19.11.2012 geben. Außerdem weist die darauf hin, dass der Herr Dr. noch nie eine Trichterbrust behandelt hat und sich auch ersteinmal informieren muss. Ich lehne dankend ab und gehe wieder.

Bleibt eigentlich nur noch die Chirurgin, welche die ursprüngliche Überweisung in 2011 ausgestellt hat... die sowas noch nie gesehen hatte. Da es mittlerweile 16.00 Uhr ist, muss ich mich beeilien. Sie hat nur bis 18.00 Uhr auf.

Knapp 3 km laufen und ich bin am Ziel angekommen. Als erstes werde ich vom Vorzimmerdrachen angefahren, ob ich denn nicht einen Termin ausmachen kann. Ich erkläre der Dame, dass ich vor 48 Stunden aus der Charité entlassen wurde, 24 Stunden vorher die Überweisung vom Hausarzt erhalten habe und außerdem Morphin zu mir nehme und doch etwas erschöpft bin um noch großartig Termin zu vereinbaren. Ich solle warten meint diese daraufhin.

Mir werden weitere Medikamente verschrieben und für dem 22.11.2012 der nächste Termin vereinbart.

   


9. - 11. Tag nach der OP (16. - 18.11.2012)

Aktuell nehme ich folgende Medikamente:

Morphin (je 2x 10mg)         1 - 1 - 1
Diclofenac-ratiopharm 50mg      1 - 1 - 1
omeprazol-biomo            0 - 0 - 1
Novaminsuflon-Lichtenstein 1g      1 - 1 - 1

Die Schwellungen lassen weiter nach und ich spiele derzeit damit die Einnahme des Morphins herauszuzögern bzw. zu verringern.. allerdings komme ich am Ende des Tages noch auf die gleiche Dosis wie zu Beginn.

Von den Schmerzen her muss ich sagen, dass ich mit schlimmerem gerechnet habe.

Der Brustkorb ist derzeit noch fast komplett taub. Ob das auch am Korsett liegt, welches sehr eng anliegt, kann ich noch nicht sage.

Wenn ich mich im Spiegel betrachte und genau hinschaue, sieht man noch eine leichte asynchronität... aber da wachsen ja wieder Haare drüber ;-)


14. Tag nach der OP (21.11.2012)

Aktuell nehme ich folgende Medikamente:

Morphin-hexal 10mg         1 - 0 - 1
Diclofenac-ratiopharm 50mg      1 - 1 - 1
omeprazol-biomo            0 - 0 - 1
Novaminsuflon-Lichtenstein 1g      1 - 1 - 1

Alles soweit i.O. und keine großartigen Beschwerden.

   


19. Tag nach der OP (26.11.2012)

Aktuell nehme ich folgende Medikamente:

Morphin-hexal 10mg         1 - 0 - 0
Diclofenac-ratiopharm 50mg      1 - 1 - 1
omeprazol-biomo         0 - 0 - 1
Novaminsuflon-ratiopharm 1g      1 - 1 - 1

Da meine Chirurgin vor Ort meinte, dass ich mich langsam vom Morphin entfernen solle, habe ich die Dosis schrittweise von 6 Tabletten á 10mg pro Tag bei Entlassung auf mittlerweile 1 Tablette á 10mg pro Tag (seit dem 15. Tag nach OP) zurückgefahren. Während der erste Teil des Tages doch recht unbeschwert zu geniessen ist, bemerke ich nun Abends und vor allem Nachts die Schmerzen von den Veränderungen im Brustbereich. Ebenso ist ein durchgängiges Schlafen kaum möglich.

Da man versucht, durch das Verändern der Schlafposition die Schmerzen zu lindern, dies aber das genaue Gegenteil verursacht (es geht nun mal nur auf dem Rücken schlafen) graut es mir vor den Tagen ohne Morphin, weil die Chirurgin keins mehr verschreiben will... naja, 10 Pillen hab ich noch. Vielleicht sollte ich nochmal vor dem Schlafen gehen eine halbe oder viertel nehmen  :-X


3 Wochen nach der OP (48. Kalenderwoche)

Aktuell nehme ich folgende Medikamente:

Morphin-hexal 10mg         0 - 0 - 1/2
Diclofenac-ratiopharm 50mg      1 - 1 - 1
omeprazol-biomo         0 - 0 - 1
Novaminsuflon-ratiopharm 1g      1 - 1 - 1

Diese Woche hatte ihre hochs und tiefs. Seit Dienstag hatte ich Probleme beim Schlucken (Halsschmerzen), Schüttelfrostphasen (meist Nachts), sowie leichtes Fieber und daraus wurde gegen Ende der Woche eine kleine Erkältung. Und das husten, niesen und lachen anschließend immer mit einem AUA abgeschlossen werden, kann sich jeder bestimmt denken. Angekippte Fenster mit einem Handgriff zu schließen, ist ebenfalls eine blöde Idee. Diese 180°-Bewegung beim drehen des Griffs tut definitiv nicht gut.

Etwas erschrocken war ich doch, als ich mir die Nebenwirkungen meiner Medikamente angeschaut habe. Gerade durch die Erkältung, war ich vom Novaminsuflon doch etwas abgeneigt, da laut Wikipedia folgende Nebenwirkungen gelistet werden:

"Bei einer akuten Agranulozytose handelt es sich um eine Störung der Bildung von Granulozyten im Knochenmark, einer Unterart von weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die vermutlich immunologisch bedingt ist. Als Symptome können zuerst lokale Infekte mit Halsschmerzen, Schleimhautschäden (Ulzera), Fieber und Schüttelfrost und später eine Generalisierung der Infektion (Sepsis) auftreten."... Das das Medikament in vielen Ländern nicht mehr zugelassen ist, ist ebenfalls beunruhigend.

Im Allgemeinen sind die Schmerzen allerdings ertragbar geworden.

Am schlimmsten fand ich diese Woche allerdings die Langeweile. Mit dem einsetzenden Schneefall gegen Ende der Woche, bin ich doch etwas vorsichtig mit meinen täglichen 5-10km Spaziergängen geworden, da ich keine Lust habe, mir wegen einem Ausrutscher im Schnee das ganze OP-Ergebnis zu vermasseln.

Du schreibst, dass mit 15 Jahren der behandelnde Arzt meinte, dass man nichts machen müsse. Hat sich die Trichterbrust denn erst später noch extrem verschlimmert oder hatte der offensichtlich keine Ahnung?

Wenn es dir nichts ausmacht, könntest du ja auch noch Röntgenbilder oder MRT/CT hochladen (manchmal kann man in der Anzeigesoftware die Anzeige der Patientendaten komplett abschalten).

Wie tief war eigentlich dein tb, Mike? Fotos sind immer schwer zu beurteilen, aber das ergebnis sieht ja so aus, als wäre 100% erreicht (minus leichte asynchronität, was ich normal finde)?! Hast du ein vorher foto oder CT/MRT? Das herz ist nicht nur total verschoben sondern sieht auch sehr gross aus, hat dr. L darüber was gesagt?



Das erste Foto ist selbst vor der OP geschossen worden. Das zweite zeigt das aktuelle Aussehen. Die Falten unter den Achsel sind noch von den oberen Schnitten.


Interessanterweise wurde vor der OP kein MRT/CT gemacht.. hat mich selbst gewundert und auf Nachfrage am Tag vor der OP, konnten mir die Pfleger auch nicht sagen warum. Die Frage habe ich mir aber schon für die Nachuntersuchung vorgemerkt.

Hat sich die Trichterbrust seit dem 15. Lebensjahr verschlimmert? ... Ich würd sagen auf jeden Fall. Dr. Lützenberg meinte, dass es eine großflächige TB ist. In den letzten Jahren hob sich der untere Teil vom Brustbein sichtbar und ich konnte meinem Herzen beim Schlagen zuschauen. Ebenso gab der untere Teil des Brustbeins nach, wenn man darauf drückte... ein komisches und unangenehmes Gefühl.

Zu dem Arzt, welcher mich damals behandelt hat würde ich mal sagen er hatte keine Ahnung... aber das scheint meine aktuelle Chirurgin auch nicht zu haben (siehe erster Post "so etwas noch nie gesehen hatte, sich aber gerne um die Nachbehandlung kümmern würde"). Der einzige, der wirklich "Ahnung" .. ne, das ist das falsche Wort ... der mit dem Thema Trichterbrust schonmal zu tun hatte, war mein Hausarzt, welche eine postoperative Behandlung einer Trichterbrust schon einmal mitgemacht hatte (deswegen war ich ja auch beim ihm). Leider wollte er meine Nachbehandlung nicht begleiten, sondern das ganze lieber bei einer Chirurgin sehen.


PS: Weiter geht es mit der Tageschronik auf Seite 2...

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Re: Trichterbrust-OP Charité (CBF) in Berlin am 07.11.2012
« Antwort #14 am: 03. Dezember 2012, 15:16:41 »

Etwas erschrocken war ich doch, als ich mir die Nebenwirkungen meiner Medikamente angeschaut habe. Gerade durch die Erkältung, war ich vom Novaminsuflon doch etwas abgeneigt, da laut Wikipedia folgende Nebenwirkungen gelistet werden:

"Bei einer akuten Agranulozytose handelt es sich um eine Störung der Bildung von Granulozyten im Knochenmark, einer Unterart von weißen Blutkörperchen (Leukozyten), die vermutlich immunologisch bedingt ist. Als Symptome können zuerst lokale Infekte mit Halsschmerzen, Schleimhautschäden (Ulzera), Fieber und Schüttelfrost und später eine Generalisierung der Infektion (Sepsis) auftreten."... Das das Medikament in vielen Ländern nicht mehr zugelassen ist, ist ebenfalls beunruhigend.

Mit den Nebenwirkungen der Medikamente habe ich mich damals nach meiner OP auch relativ intensiv beschäftigt. Im Krankenhaus hatte ich einige Tage Migräne, die von den Opioiden gekommen sein könnte oder auch davon, dass ich keinen Kaffee mehr getrunken hatte (Koffein-Entzug). Und nach dem Krankenhaus hatte sich mein Blutdruck erhöht, nicht dramatisch, aber immerhin. Das könnte die Nebenwirkung der anderen Schmerzmittel gewesen sein (NSAR wie bspw. Ibuprofen). Naja, letztlich brauchte ich spätestens nach 50 Tagen keine Schmerzmittel mehr.

Soweit ich mich damit beschäftigt habe, ist mein Fazit als Patient (also medizinischer Laie), dass Novaminsulfon bei der Nutzen/Risiko-Abwägung gar nicht so schlecht abschneidet. Die sehr ernst, aber auch sehr, sehr seltene Nebenwirkung Agranulozytose erkennt man an Blutbildveränderungen. Meine Hausärztin (bzw. deren Vertretung) hat einmal am 18. Tag nach der OP und dann nochmal am 35. Tag die Blutwerte (Blutbild, Leukozyten) kontrolliert. Geht schnell (mit Cito-Labor eine Sache von Minuten), kostet fast nichts (relativ gesehen) und man hat Gewissheit.

Edit: für GKV: im Internet gefunden: kleines Blutbild BMÄ 32120 0,50 EUR (inkl. Leukozyten, reine Laborkosten). Die 50 Cent scheinen zu stimmen, s. hier und hier. Bei Privatabrechnung GOÄ 3550 (auch Igel) kostet es 3,50 EUR Grundgebühr und meist Faktor 1,15 also 4,02 EUR.

Interessanterweise wurde vor der OP kein MRT/CT gemacht.. hat mich selbst gewundert und auf Nachfrage am Tag vor der OP, konnten mir die Pfleger auch nicht sagen warum. Die Frage habe ich mir aber schon für die Nachuntersuchung vorgemerkt.

Das wundert mich auch ...
« Letzte Änderung: 04. Dezember 2012, 00:41:46 von ex.pectus »
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