Trichterbrustforum.de

Bitte loggen sie sich ein oder registrieren sie sich.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Erweiterte Suche  

Neuigkeiten:

Autor Thema: OP - welcher Arzt ist empfehlenswert?  (Gelesen 137 mal)

Kessy

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 1
OP - welcher Arzt ist empfehlenswert?
« am: 15. Juli 2019, 12:24:40 »

Hallo, unser Sohn wird im August 15 und wir wussten, dass er eine leichte TB hat und laut Kinderärztin würde das mit "etwas Sport" weggehen. Nun ist er in einem Alter, wo er sich nicht mehr so wirklich nackig vor uns zeigt. Nicht mal oben ohne und macht immer Terz, wenn die Schule z.B. ins Schwimmbad geht, etc. Nun wissen wir auch warum. Seine TB hat sich im letzten Jahr so schlimm entwickelt, dass man eine komplette Faust in seinen Brustkorb stecken könnte. Wir sind sofort zum Orthopäden, aber der hat auch nur sprachlos mit dem Kopf geschüttelt und uns an die Klinik in Rummelsberg überwiesen (da gibt es mehr schlechte als gute Geschichten). Für mich wäre Erlangen von der Nähe zum Wohnort super, aber was ich bisher hier gelesen habe (auch über Regensburg), würde ich vermutlich von beiden Kliniken eher Abstand nehmen wollen. Ich muss gestehen, dass ich noch total aufgelöst bin und überhaupt nicht weiß wie und was der nächste Schritt ist. Ich würde mit meinem Kind auch die 400 km bis Magdeburg oder 450 km bis Berlin fahren. Ist mir völlig egal. Ich möchte nur, dass mein Kind in den besten Händen ist und wir mit ruhigem Gewissen in eine evtl. OP gehen können. Nach den Erfahrungsberichten hier bin ich nämlich weder von Erlangen, noch von Regensburg sehr erbaut. Könnt ihr mir bitte irgendwie helfen und uns die Angst und Unsicherheit nehmen?
Zur Info: Wir hätten jetzt am 11.9. einen Termin zur Voruntersuchung in Erlangen, da wir außer einem Röntgenbild noch gar nichts haben. Gut, bei so einer Voruntersuchung passiert ja noch nichts und die Bilder kann man ja auch an Magdeburg oder Berlin oder sonstwo hin auch schicken zur Begutachtung.
Und eine Frage noch zum Zeitablauf. Er wird im August wie gesagt 15. Sind wir vom Alter her noch gut dabei/zu früh/zu spät? Wenn ich mir den Heilungsverlauf so ansehe, sind da ja aus schulischer Sicht eher die Sommerferien prädestiniert. Dann wäre er praktisch schon 16. Wie sind da eure Erfahrungen?
Vielen Dank schon mal an alle, die sich die Zeit nehmen meinen langen Text zu lesen und mir/uns bei der Entscheidungsfindung irgendwie helfen können.
Gespeichert

XMan

  • Gast
Re: OP - welcher Arzt ist empfehlenswert?
« Antwort #1 am: 15. Juli 2019, 13:46:50 »

Hallo,

mit dem Alter kann ich dich definitiv beruhigen, Prof. Dr. Schaarschmidt meinte zu mir, dass der beste Zeitraum von der Pubertät bis zum 21. Lebensjahr sei.

Ich kann leider nicht sagen, wie gut oder schlecht Erlangen ist, aber wenn man sowieso kein gutes Gefühl und etwas Zeit hat, würde ich an eurer Stelle lieber direkt zu den Spezialisten nach Magdeburg oder Berlin Buch gehen.

-Max

Gespeichert

starfox

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 5
Re: OP - welcher Arzt ist empfehlenswert?
« Antwort #2 am: 15. Juli 2019, 14:57:36 »

Hey Kessy,

also zu alt ist dein Sohn definitiv nicht. Ich hatte vor wenigen Wochen meine OP, ich bin 31. Vielleicht ist sogar eher das Gegenteil der Fall. Ich habe von einigen Fällen gehört, die noch in der Wachstumsphase operiert wurden und dann nach der Bügelentnahme im Laufe der Zeit quasi einen Rückfall hatten, also die Brust wieder eingesunken ist. Möglicherweise wäre es, langfristig gesehen, besser, erst am Ende der Wachstumsphase zu operieren.
Aber ich habe natürlich auch keine genaue Statistik hierzu, vielleicht sind die Rückfälle auch nur unglückliche Einzelfälle. Dazu wissen aber die Ärzte (also welche mit TB Erfahrung) sicher mehr.

Zum Thema Arztwahl:
Ich kenne nur Dr. Lützenberg in Magdeburg, der hat mich erst vor 3 Wochen operiert und ich bin schon jetzt hochzufrieden mit dem Verlauf der OP an sich und der weiteren Behandlung im KH, hätte nicht besser laufen können. Der Arzt ist sehr kompetent und sympathisch, ist schon seit vielen Jahren im TB Gebiet aktiv und bietet auch dementsprechend viel Erfahrung. Des Weiteren ist auch das Stationsteam super, also Schwestern, Pfleger etc, also meiner  Meinung nach passt da einfach das „Komplettpaket“.

Dr. Scharschmidt aus Berlin ist wohl auch sehr erfahren auf seinem Gebiet, zu ihm kann ich aber nicht wirklich was sagen. Du findest hier im Forum aber jede Menge Themen zu Scharschmidt und Lützenberg, einfach mal die Suchfunktion benutzen

Zum Thema Distanz: Ich wohne auch nicht gerade in der Nähe von Magdeburg, trotzdem hat die Distanz zu keinem Zeitpunkt eine Rolle gespielt. Ich wollte einfach den, meiner Meinung nach, besten Arzt.

Die Sommerferien sind grundsätzlich ein guter Zeitraum, denn die Zeit im KH und vor allem die anschließende Zeit zuhause sollte man nicht unterschätzen, da darf man durchaus mit einigen Wochen rechnen, bis man überhaupt wieder fähig ist einigermaßen seinem Alltag gerecht zu werden. Manche brauchen weniger, manche natürlich mehr Zeit, pauschal sagen lässt sich das schlecht.

« Letzte Änderung: 15. Juli 2019, 15:00:01 von starfox »
Gespeichert

Lalille

  • Newbie
  • *
  • Beiträge: 1
Re: OP - welcher Arzt ist empfehlenswert?
« Antwort #3 am: 22. Juli 2019, 15:03:27 »

Hallo Kessy

Ich kann die Kinderchirurgie der Uniklinik Bonn sehr empfehlen.
Meine Tochter hatte von Babyalter an schon eine auageprägte Trichterbrust, die sich im Lauf der Jahre und vor allem mit fortlaufen der Pubertät noch mehr ausprägte.
Im Kindesalter hat sie das nicht so gestört, aber mit einsetzender Pubertät und Brustwachstum (die vor OP in den Trichter fielen) störte es sie zunehmend. Letztes Jahr im März war es soweit, dass sie weinend auf der Couch saß,  weil es sie massiv störte.
Im Mai hatten wir unseren ersten Termin nur für Informationen dort und zur ersten Begutachtung.
Festgestellt wurde ein enorm tiefer Trichter, mit leichter asymmetrie. Wir wurden aufgeklärt, dass falls sie sich zur OP entscheiden würde, mindestens zwei Bügel nötig wären und auch über Risiken und das die OP kein Spaziergang ist. Nach dem Termin stand für meine Tochter fest, dass sie es definitiv lassen machen möchte. Die Voruntersuchungen fanden im Juli statt, ein aktuelles MRT konnten wir in der Heimatstadt machen und die Ergebnisse dann mitbringen.
Die OP war eine Woche vor dem Herbstferien und es wurden drei Bügel und zwei Stabilisatoren. Bei zwei Bügeln war alles zu instabil. Die Ärzte und Pflegerinnen waren sehr nett und haben meine Tochter immer gut mit eingebunden.( sie hat Autismusspektrumsstörung)
Montags war die OP und Samstags wurde sie entlassen.
Das Ergebnis sieht super aus.

Edit. Meine Tochter war bei der OP 15.
Alles liebe
Lalille
Gespeichert