Autor Thema: Brustschmerzen/Symptome bei Trichterbrust?  (Gelesen 261 mal)

TRichterbrust2020

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Brustschmerzen/Symptome bei Trichterbrust?
« am: 07. Juli 2020, 14:08:08 »
Hallo Leute,

die Kurzform meines Textes ist: Können meine Brustschmerzen und Antriebslosigkeit von der Trichterbrust kommen?

ich bin neu in diesem Forum und m/19. Zu meiner Symptomatik:

-Trichterbrust vorhanden (Tiefe nie gemessen, 1-2 Hausärzte+1 Kardiologe meinten vom Anschauen, dass meine Trichterbrust nicht so ausgeprägt wäre, dass sie Beschwerden hervorrufen würde). Man sieht sie aber schon sehr, sehr deutlich.
-Hohlrücken und einen aufgeblähten Bauch durch meine s-förmige (von der Seite) Wirbelsäule und Trichterbrust
-Außerdem bin ich recht hypochondrisch unterwegs und war schon sehr oft bei Ärzten wegen diversen Symptomen und das mit 19, bald 20.
-(Allergisches) leichtes Asthma

Ich hatte die letzten Monate ab und zu Brustschmerzen/-stechen, das ging immer mal wieder weg. Aber nun merke ich es stärker (aber aushaltbar), bei starkem Lachen tut meine Brust weh, beim Gehen manchmal auch, selbst beim Schreiben dieses Textes. Wenn ich mich strecke oder manchmal komisch liege merke ich, so glaube ich, wie mein Herz gegen meine Trichterbrust gegenkommt.
Das ist auch alles aushaltbar, aber seit so 7 Monaten habe ich jeden Tag irgendwelche körperlichen Probleme, vor allem Kopfdruck und Antriebslosigkeit. Darunter leidet mein Studium massiv!

Also:
1. Bilde ich mir das nur ein oder kommt das von der Trichterbrust?
2. Können Ärzte ohne wirkliche Trichterbrusterfahrung überhaupt ohne Röntgen/CT erkennen, ob meine Trichterbrust harmlos ist?
3. Ist diese massive Antriebslosigkeit/Schmerzen/Kopfdruck normal bei Trichterbrustbefund?
4. Kann ich was gegen die Trichterbrust bei mir zuhause unternehmen an Übungen? Liegestütze habe ich gelesen?
5. Aus euren Erfahrungen, wie schätzt ihr das ein, kann ich mit bald 20 da mit Übungen noch meine Lage verbessern oder ist es schon "zu spät"? Ich will eine OP eigentlich umgehen.

Anbei noch 2 Bilder. Von der Seite sieht man die Trichterbrust noch stärker als auf den Bildern.

P.S.: Ich weiß, dass mir Ärzte helfen sollten, aber eigentlich sehe ich nur den Sinn in einem MRT-Brust-Termin, aber sowas überweist kein Arzt, weil die das nicht ernst nehmen. Röntgen und CT will ich auf jeden Fall umgehen...Hab schon genug davon hinter mir und will mein Krebsrisiko nicht erhöhen, da es ja kein Notfall ist.

Danke für eure Erfahrungen und Antworten!

TRichterbrust2020

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Re: Brustschmerzen/Symptome bei Trichterbrust?
« Antwort #1 am: 07. Juli 2020, 14:16:58 »
Vielleicht noch als Nachtrag, was schon gemacht worden ist:
Lungen-Röntgen, Belastungs-EKG, normales Herz-Echo, normales EKG und halt Atemtest/Lungenfunktionstest wegen Asthma.
Aber nichts davon sagt mir ja aus, ob meine Trichterbrust nun einen organischen/körperlichen Einfluss auf meine Organe, v.a. Herz, hat.
Will einfach ein (Belastungs-)MRT für Klarheit, sowas gibt aber keiner einem sonst gesunden 19-jährigem Mann.
Vielen Dank im Voraus.

Schmidt

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Re: Brustschmerzen/Symptome bei Trichterbrust?
« Antwort #2 am: 07. Juli 2020, 19:32:02 »
Meine persönliche, nicht-Mediziner, Meinung:

Im Prinzip kann das aber von allem kommen ... niedriger Blutzuckerspiegel, Bewegungsmangel, Dehydration, Hormonstörungen, Probleme mit den Nieren oder der Leber, Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen, Erzündungen oder Veränderungen des Bindegewebes, Probleme mit dem Zwerchfell, Stress bis hin zu rein psychischen Problemen ... ich vermute deine Ärzte werden da auch die Liste von häufig bis selten vorgehen und versuchen so viel wie möglich auszuschließen. In jedem Fall mit deinem Hausarzt drüber sprechen. Erzähle ausfühlich, was mit dir los ist und diskutiere Optionen. Der wird auch über passende Diagnosemethoden entscheiden. Ein MRT sagt nicht unbedingt mehr aus als die bei dir schon durchgeführten Untersuchungen. Du kannst deinem Hausarzt auch deine vorherigen Untersuchungsergebnisse zukommen lassen.
Ganz aus meiner Erfahrung: die Symptome, die du beschreibst klingen sehr stark nach Bewegungsmangel, Stress und zu viel Koffein. Evtl. auch zu wenig getrunken (oder schwache Laktoseintoleranz oder so). An und für sich ist deine Trichterbrust deutlich zu flach um körperliche Symptome zu haben. Sollte aber ein Arzt beurteilen.

Im Prinzip kann jeder Arzt sich mit deiner Trichterbrust beschäftigen. Ist nämlich überraschend verbreitet und Thema im Medizinstudium. Spezialisten bringen da allerdings nochmal zusätzliche Erfahrung an den Tisch und sind evtl. sensibilisiert auf Symptome, die mit der Trichterbrust zusammenhängen. Es könnte sich also durchaus lohnen zu einem Spezialisten zu gehen, wenn dein Hausarzt überfordert ist.

Sport hilft auf jeden Fall! Nicht nur gegen Trichterbrust. Pass' aber auf, dass du keinen Schaden anrichtest (dich nicht überlasten).
Neben der OP und Sport gibt es noch die Möglichkeit einer Saugglocke. Wobei keine Methode (auch nicht die OP) Erfolg garantiert. Aber mit deinen Symptomen wird auch niemand eine nicht lebensnotwendige Operation verschreiben wollen. So wie ich das verstehe, kann man auch noch in deutlich höherem Alter als deinem Erfolge erzielen.

Zum Röntgen: deine Chancen überhaupt Krebs zu bekommen bei normalem Leben liegen bei ca. einem viertel ... also 25%. Durch einmal Lunge röntgen erhöhst du dein Krebsrisiko um 0,001% Punkte. Also (auch wenn man das nicht so rechnen sollte) auf 25,001% mit einmal Röntgen. Wenn du einen guten Lebensstil hast, kannst du dein Krebsrisiko allerdings um gute 5% Punkte drücken. Du hast natürlich Recht, dass das zusätzliches Risiko ist, allerdings bekommst du keine Röntgenuntersuchung, wenn der Erkenntnisgewinn durch die Untersuchung nicht bei weitem die Risiken aufwiegt.
Man sollte auch beachten, dass MRT Konstrastmittel auch nicht unbedenklich sind.

Das sind aber nur meine 2 Cent zu dem Thema.

TRichterbrust2020

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Re: Brustschmerzen/Symptome bei Trichterbrust?
« Antwort #3 am: 08. Juli 2020, 18:57:26 »
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast.
Zur Saugglocke: Habe gelesen, dass es kurzfristig was bringt, die Trichterbrust aber nach paar Monaten/Jahren eh wieder da ist. Stimmt das?

Meine persönliche, nicht-Mediziner, Meinung:

Im Prinzip kann das aber von allem kommen ... niedriger Blutzuckerspiegel, Bewegungsmangel, Dehydration, Hormonstörungen, Probleme mit den Nieren oder der Leber, Herzerkrankungen, Lungenerkrankungen, Erzündungen oder Veränderungen des Bindegewebes, Probleme mit dem Zwerchfell, Stress bis hin zu rein psychischen Problemen ... ich vermute deine Ärzte werden da auch die Liste von häufig bis selten vorgehen und versuchen so viel wie möglich auszuschließen. In jedem Fall mit deinem Hausarzt drüber sprechen. Erzähle ausfühlich, was mit dir los ist und diskutiere Optionen. Der wird auch über passende Diagnosemethoden entscheiden. Ein MRT sagt nicht unbedingt mehr aus als die bei dir schon durchgeführten Untersuchungen. Du kannst deinem Hausarzt auch deine vorherigen Untersuchungsergebnisse zukommen lassen.
Ganz aus meiner Erfahrung: die Symptome, die du beschreibst klingen sehr stark nach Bewegungsmangel, Stress und zu viel Koffein. Evtl. auch zu wenig getrunken (oder schwache Laktoseintoleranz oder so). An und für sich ist deine Trichterbrust deutlich zu flach um körperliche Symptome zu haben. Sollte aber ein Arzt beurteilen.

Im Prinzip kann jeder Arzt sich mit deiner Trichterbrust beschäftigen. Ist nämlich überraschend verbreitet und Thema im Medizinstudium. Spezialisten bringen da allerdings nochmal zusätzliche Erfahrung an den Tisch und sind evtl. sensibilisiert auf Symptome, die mit der Trichterbrust zusammenhängen. Es könnte sich also durchaus lohnen zu einem Spezialisten zu gehen, wenn dein Hausarzt überfordert ist.

Sport hilft auf jeden Fall! Nicht nur gegen Trichterbrust. Pass' aber auf, dass du keinen Schaden anrichtest (dich nicht überlasten).
Neben der OP und Sport gibt es noch die Möglichkeit einer Saugglocke. Wobei keine Methode (auch nicht die OP) Erfolg garantiert. Aber mit deinen Symptomen wird auch niemand eine nicht lebensnotwendige Operation verschreiben wollen. So wie ich das verstehe, kann man auch noch in deutlich höherem Alter als deinem Erfolge erzielen.

Zum Röntgen: deine Chancen überhaupt Krebs zu bekommen bei normalem Leben liegen bei ca. einem viertel ... also 25%. Durch einmal Lunge röntgen erhöhst du dein Krebsrisiko um 0,001% Punkte. Also (auch wenn man das nicht so rechnen sollte) auf 25,001% mit einmal Röntgen. Wenn du einen guten Lebensstil hast, kannst du dein Krebsrisiko allerdings um gute 5% Punkte drücken. Du hast natürlich Recht, dass das zusätzliches Risiko ist, allerdings bekommst du keine Röntgenuntersuchung, wenn der Erkenntnisgewinn durch die Untersuchung nicht bei weitem die Risiken aufwiegt.
Man sollte auch beachten, dass MRT Konstrastmittel auch nicht unbedenklich sind.

Das sind aber nur meine 2 Cent zu dem Thema.

Schmidt

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Re: Brustschmerzen/Symptome bei Trichterbrust?
« Antwort #4 am: 09. Juli 2020, 00:23:28 »
Gerne doch.

Also ich habe erst kürzlich eine Saugglocke selbst hergestellt. Nach der Studienlage ist es aber in etwa so:
- Du musst die Glocke viele Jahre, möglichst mehrere Stunden täglich tragen (wobei einige damit schlafen können, ohne, dass sie abfällt).
- Es stellt sich bei den meisten schnell eine Besserung ein.
- Wenn die Glocke nicht mehr getragen wird, geht die Wirkung allmählich wieder zurück. Dabei ist bei einigen die verbleibende Trichterbrust merklich besser als vorher und bei anderen kaum.
- Ob eine permante Besserung erhalten bleibt ist eher unklar. Es gibt wohl Fälle, wo das nach vielen Jahren bisher so ist und andere, wo es nicht so ist.
- Haut-Irritationen und Rötungen um den Glockenrand und unter der Glocke sind nicht selten. Teilweise beklagen die Träger leichte Schmerzen (z.B. Rückenschmerzen), die aber mit der Länge der Behandlung zurückgehen.

Der Vorteil ist, dass du um die Schmerzen und Risiken einer OP weitestgehend herumkommst. Der Nachteil ist, dass es Disziplin erfordert die Glocke so oft, lange und durchgängig zu tragen.
Es ist möglich, dass die Kombination aus Sport, Krankengymnastik und Glocke langfristig besser hilft, aber ohne klare Studien ist das schwer zu sagen. In jedem Fall bedeutet das noch mehr Disziplin.