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Autor Thema: OP-Bericht MHH/ Kinderchirurgie nach Nuss März 2007  (Gelesen 4455 mal)

sunlollys

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OP-Bericht MHH/ Kinderchirurgie nach Nuss März 2007
« am: 24. Mai 2007, 15:14:01 »

Trichterbrust-OP nach Nuss in der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)/ Kinderchirurgie bei Herrn Doktor Petersen im April 2007.

Geschlecht: weiblich
Alter:20
Trichterbrust bekommen im Alter von: ~12 Jahren

Meine OP war um 9 Uhr morgens. Eine halbe Stunde vor der OP habe ich  nüchtern „Scheißegaltropfen“ bekommen. Unten im OP-Saal wurde mir dann  unter freundlicher Erklärung ein Katheter gelegt, daraufhin bin ich eingeschlafen. Nach 3 Stunden wachte ich  langsam auf der Intensivstation wieder  auf. Dort lag ich  bis ca.18.oo Uhr.

Mit einigen elektrischen Überwachern (Puls/Herzschlag/Flüssigkeitszufuhr/Schmerzmittel) kam ich in mein Zimmer. Ich hätte zu diesem Zeitpunkt schon etwas Essen dürfen (füttern lassen), aber nach Essen war mir überhaupt nicht. Von meinem Oberkörper konnte ich anfangs nur meinen Kopf und meine Unterarme bewegen, aber das wurde mit der Zeit immer besser. Meinen rechten Arm (auf der Seite wurde die Kamera eingeführt) zu bewegen war fast nicht möglich. Außerdem hatte ich anfangs ein komisches Gefühl im rechten Arm, so als ob er einschlafen würde. Das kam aber nur davon, dass der Arm bei der OP unnatürlich nach oben  und zur Seite gebunden wurde, um bei der OP genug Platz zu haben.

Ungewöhnlich war für mich das Schlafen auf dem Rücken. Aber daran kann man sich mit der Zeit gewöhnen. Nach der ersten Nacht, die durch auswechseln der Tropf-Flaschen geprägt war; wurde der Verband abgemacht und ich habe es mit Hilfe einer Schwester geschafft zur Toilette zu gehen. Gut das es dort dieses super Luxusbett gab, bei dem man das Kopfteil / Fußteil per Knopfdruck hoch und runter fahren lassen konnte.

Am besten Luft konnte ich bekommen, wenn ich fast aufrecht schlief und das Bett so einstellte, das die Knie’e hoch lagen. So rutschte ich nicht herunter und lag dann nicht im Hohlkreuz. Direkt nach der OP mochte ich aber lieber Horizontal schlafen und wenn ich aufstehen wollte, musste ich das Kopfteil aufrecht fahren um überhaupt aus dem Bett zu kommen. Ich weiß nicht mehr genau wann, aber irgendwann wurden die beiden Tropfe entfernt (ca. nach 2 Tagen), dass hieß wieder selber Trinken und die Schmerzmittel endlich selber einnehmen. Nach drei Tagen lief ich zum 1x auf dem Flur rum, mein Rücken tat vom langen liegen so weh, dass ich sitzen, stehen und gehen wollte, aber nur nicht mehr liegen und den Rücken belasten. Von der OP hatte ich auf der rechten Seite meines Rückens einen dicken angeschwollenen blauen Fleck (Hämatom), der auch wehtat.
 
Ich sollte mich melden, wenn ich eher als vorhergesehen, meine Schmerzmittel brauchen würde. Wenn ich flach atmete habe hatte ich keine Schmerzen, deshalb nahm ich keine zusätzlichen Tabletten. Mir wurde dann aber erklärt, dass das aber nicht gut ist. Es besteht das Risiko einer Lungenentzündung, wenn man nicht tief genug in die Lunge nach unten einatmet. Daher habe ich dann Schmerzmittel genommen, wenn ich das Gefühl hatte das ich wieder zu flach atme. Man sollte aber auch nicht übertreiben, da einem sonst davon schlecht werden kann! Einmal musste ich fast niesen, aber ich konnte es verhindern, indem ich schnell Luft eingeatmet habe, sonst wäre es wohl recht schmerzhaft geworden.

Weil ich schon allein aufstehen konnte und relativ Fit war, konnte ich nach 4 Tagen  das Krankenhaus mit meinem Pass verlassen, auf dem draufsteht das ich trotz des Metalldetektorpiepens in ein Flugzeug darf.

Zuhause musste ich dann weiter Schmerzmittel nehmen, die ich dann langsam abgesetzt habe. Außerdem habe ich eine Creme verschrieben bekommen, damit das Hämatom abschwillt. Mein Bett mussten wir zuhause so präparieren, dass ich fast aufrecht schlafen konnte. Wenn das nicht möglich ist, sollte man lieber noch im Krankenhaus bleiben. Ich brauchte auch immer Hilfe beim Hinlegen bzw. Aufstehen aus dem Bett.

Die Narben verlaufen rechts und links unterhalb des Busens. Die Fäden sollten sich eigentlich von selbst auflösen. Auf der rechten Seite hat sich ein Teil, das sich noch nicht aufgelöst hatte nach einer Woche entzündet. Meine Hausärztin hat die Reste dann gezogen und mit einer entzündungshemmenden Creme war das auch schnell wieder weg. Das Ergebnis: der Trichter ist so gut wie weg, mein gesamter Brustkorb ist nach vorne gehoben, meine Körperhaltung ist jetzt eine andere, ich habe auch ein anderes besseres Gefühl. Dadurch hatte ich aber auch das Gefühl, das meine Haut zwischen meinen Brüsten spannt und juckt. Das einzige was Schade ist, ist das ich jetzt nicht mehr so ein schönes Dekoltee wie vorher habe, dass die Brüste jetzt eher nach Außen fallen als nach Innen. 
Nun sind 3 ½ Wochen rum und ich kann mich inzwischen auf die linke Seite legen (mit Hilfe eines kleinen Kissens mache ich es so, das ich nicht auf  der Narbe liege  sondern mein Gewicht eher auf das Kissen verlagere).  Ich bin vorgestern das erste Mal wieder weggegangen und habe getanzt. Außer, dass ich natürlich noch nicht wieder ganz so leistungsfähig bin, aber das kommt dann ja wieder,  wenn ich uneingeschränkt Sport machen darf (nach 3 Monaten) und etwas vorsichtiger sein muss, kann ich doch wieder rundum ein normales Leben führen. Da meine Schultern nach der OP sehr verkrampft waren, gehe ich 2x in der Woche zur Krankengymnastik. Dort bekomme ich Atemübungen erklärt, Massagen und Tipps, wie ich selber die Verspannungen lösen kann.

liebe grüße
sunlolly
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scut

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Re: OP-Bericht MHH/ Kinderchirurgie nach Nuss März 2007
« Antwort #1 am: 24. Mai 2007, 16:24:37 »

hi
netter beitrag, schön dass du zufrieden bist :)

bilder wären noch nett, falls du die nicht schon wo anders gepostet haben solltest.

ansonsten gute besserung noch :)

gruß
scut
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Behandlung: per Saugglocke seit April'2007
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Kosmo

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Re: OP-Bericht MHH/ Kinderchirurgie nach Nuss März 2007
« Antwort #2 am: 24. Mai 2007, 18:18:53 »

Schöner Bericht! Wenn du ihn noch nicht auf der Berichtseite hast, stell ihn dort doch bitte auch ein. Immer schön zu lesen von Leuten ohne Komplikationen. ;)
Aber eine Entlassung nach vier Tagen find ich ja noch immer wahnsinnig. Ich war sechs Tage auf der ITS und dann noch eine Woche auf der normalen Station und war froh, dass mir das meiste abgenommen wurde. Schon allein auch wegen der Flüssigkeitsbildung finde ich längere Krankenhausaufenthalte besser. Du darfst auch keinesfalls nur flach atmen. Das Atemtraining im Krankenhaus fand ich da auch sehr hilfreich. Die Lunge muss schließlich dazu gebracht werden, den neu gewonnenen Platz auszunutzen, ansonsten kann der Hohlraum durch Flüssigkeit gefüllt werden, die sediert werden muss. Aber das kostet Training, ist anfangs sehr unbequem, aber letztlich sehr hilfreich. Du solltest dich nicht zu sehr schonen. Immer schön Treppe statt Fahrstuhl benutzen usw. Natürlich darfst du es aber auch nicht übertreiben, das Sportverbot hat seinen Sinn.

Alles Gute!
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Alter OP (in Berlin-Buch nach Nuss): 25
Bügelentnahme: Mai 2007
TB-Tiefe vor OP: 8,5 cm
TB-Tiefe heute: 0 cm

mones-zottelfell

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Re: OP-Bericht MHH/ Kinderchirurgie nach Nuss März 2007
« Antwort #3 am: 09. Juli 2007, 14:53:31 »

Hallo Sunlolly,
hast du vielleicht vorher nacher Fotos? Bin zwar doppelt so alt möchte mich aber nun nachdem ich einen guten Arzt gefunden habe auch operieren lassen!! Außerdem hat mein Sohn auch eine Trichterbrust und wenn alles klappt wird er dann auch unters Messer kommen. Vielleicht geht es ja zusammen.
Find, das es sehr wenige Frauen gibt, die TB haben, oder sie trauen sich nicht zu schreiben geschweige denn mal Fotos rein zu setzen.
Kannst mir die Bilder ja per Mail senden wenn sie kein anderer sehen soll!! gebe dir dann die E-Mail : mones-zottelfell@web.de
Binn aber ab dem 13. 06.07- 3 Wochen im Urlaub.

Liebe Grüße zottelfell
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Cathy

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Re: OP-Bericht MHH/ Kinderchirurgie nach Nuss März 2007
« Antwort #4 am: 11. Juli 2007, 16:54:59 »

Hallo sunlolly,

freut mich, dass Du so zufrieden bist.  :)

Würde mich auch sehr für Vorher Nachher Fotos interessieren. Bin zwar schon 24,
aber trotzdem am überlegen, ob ich die Operation nicht doch noch machen lassen
soll. Obwohl ich echt Angst vor dieser OP habe.

Liebe Grüße

Cathy
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Alter: 27
Alter OP (in Uni-Klinik Mainz nach Nuss): 24
TB-Tiefe vor OP: ca. 9 cm

Heiko

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Re: OP-Bericht MHH/ Kinderchirurgie nach Nuss März 2007
« Antwort #5 am: 15. Juli 2007, 01:08:57 »

Hallo sunlolly,

freut mich, dass Du so zufrieden bist.  :)

Würde mich auch sehr für Vorher Nachher Fotos interessieren. Bin zwar schon 24,
aber trotzdem am überlegen, ob ich die Operation nicht doch noch machen lassen
soll. Obwohl ich echt Angst vor dieser OP habe.

Liebe Grüße

Wenn Dich die TB so sehr stört, ist eine Op ein kleines Übel. Bin inzwischen sieben mal (mit Bügelentnahme etc) am Brustbein operiert worden. Leider war ein akzeptables Ergebniis immer nur von kurzer Dauer. Trotz alle dem lasse ich mich mit meinen inzwischen 27 Jahren erneut operieren. Dieses mal aber nach NUSS. Das hätte ich direkt machen sollen.
Und noch ein Tipp: Vergiss Erlangen. Zum einen treten dort übermäßig oft Wundheilungsstörungen auf und zum anderen wird der Trichter dort maximal verkleinert, aber nichzt behoben. Und das will man oder Frau (-; ja nicht, wenn man sich aus diesem Grund unter das Messer legt...

Cathy
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