Autor Thema: OP nach Nuss in Linz  (Gelesen 3023 mal)

iKahn

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OP nach Nuss in Linz
« am: 19. Juli 2008, 10:44:15 »
So, letzten Dienstag, der 8. Juli 2008 wurde ich in Linz operiert und ich hier etwas über die Erfahrung schreiben, die ich in den 12 Tagen im Krankenhaus gemacht habe. Es gehört vielleicht noch angemerkt, dass das mein erster stationärer Aufenthalt in einem Krankenhaus war und ich mir das ganze Herumliegen bei weitem nicht so schlimm vorgestellt habe und ich vermutlich wegen Arztserien usw viel mehr Professionalität erwartet hatte.
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Also, zum Verlauf: am 7. Juli (Montag) ging der Spaß los und ich wurde in der Kinderchirurgie B einquartiert. Ich bekam allerhand zu Unterschreiben (Narkose usw) und wurde auch nochmal über mögliche Risiken usw aufgeklärt. Erste Nacht im Krankenhaus war ganz in Ordnung, nur merkte ich schon, dass das Bett mit 194cm eindeutig überfordert ist.

Am Dienstag war dann nichtmal Zeit zum nervös werden, da die OP für 10 oder 11 Uhr geplant war und ich so nach dem Aufstehen, Duschen usw. gleich mal die Beruhigungstablette bekam (die keine spürbare Wirkung hatte) und dann den Katheter ins Rückenmark bekam.
Dann bin ich auch schon auf der Intensiv aufgewacht, mir wurde gesagt, dass alles gut verlaufen ist und 1 Stunde später konnte ich die Schwester dazu überreden mir was zu essen zu bringen. Also mir gings recht gut, denn die Spaghetti blieben drin. Mir wurde noch gesagt, dass ich solange auf der Intensivstation bleiben würde, wie ich die Schmerzmittel ins Rückenmark brauchen würde und dank dem Zeugs waren die ersten 2 Tage auch recht angenehm. Die Wirkung ist wirklich beeindruckend, da von den Brustwarzen bis zum Bauchnarbel alles taub war und es auch innerhalb von 10min wirkt. Lässtig war nur, dass man wirklich bewusst tief atmen musste, um die Sauerstoffsättigung hoch genug zu halten; beim Schlafen brauchte ich daher extra Sauerstoff um nicht dauernd von lästigem Piepsen geweckt zu werden.

Es blieb leider nur bei 2 Tagen auf der Intensivstation, da Platz benötigt wurde. Ich wurde wieder auf die Chirurgie B verlegt und merkte halt sofort, dass die Leute dort ein wenig überfordert waren. Es ist halt nicht üblich, dass sie dort Patienten in meinem Zustand bekommen und das ganze ist dort auch so aufgezogen, dass bei den Kindern die Eltern dabei sind. Das erste Schlammassel war, dass die Schmerzpumpe in der Nacht von Freitag auf Samstag "nicht mehr funktionierte" und zur Reperatur gegeben werden musste. Die hat wirklich nicht richtig funktioniert, aber das von Anfang an und der Narkosearzt auf der INtensivstation wusste auch damit umzugehen - bei der Chirurgie B halt nicht, weil die dort keine Patienten haben, die sowas brauchen. Besonders ärgerlich war dieser Ausfall, weil ich am Freitag das erste mal aufgestanden bin um aufs Klo zu kommen - mir wurde davon abgeraten, aber ich wollte nicht im Bett in eine Schüssel kacken.

Naja, am Sonntag bat ich darum, die anderen Schmerzmittel nur noch auf Wunsch zu bekommen und die nächste Woche genehmigte ich mir auch nur einmal eine Dosis und einmal 2 Tabletten. Es war aber nicht so, dass ich keine Schmerzen mehr hatte. Die Wirkung der Schmerzmittel war einfach lachhaft und mir wurde durch die 2 Mittel die ich bekam auch immer wieder recht unangenehm heißt. Die Woche ist dann ohne weiteres Verlaufen und am Ende war ich in Ruhe auch schmerfrei. Am Freitag, also gestern, gings dann endlich nach Hause.
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Fazit des Ganzen: Ich hätte die OP nicht machen lassen, wenn ich gewusst hätte was auf mich zukommt. Es ist einfach nur schrecklich, eine ganze Woche im eigenen Schweiß zu liegen und kaum Schlaf zu bekommen. Ich kann einfach nicht am Rücken schlafen. Punkt. In den 2 Wochen bekam ich pro Nacht durchschnittlich 2,5(!) Stunden Schlaf. Durch das Herumliegen in einem zu kleinem Bett tun mir die Knie weh und ich habe auch 5 Kilo abgenommen. Das ganze wäre vielleicht nicht ganz so hart, wenn ich in der Woche vor der OP nicht auf Maturareise gewesen wäre, denn dort hatte ich aufgrund von Schlafmangels, wenig Essen und viel zu viel Schnaps auch schon 5 Kilo verloren. Aber ich bin trotzdem froh, dass das ganze ohne Komplikationen verlaufen ist und ich - verglichen mit der ersten Woche - schon wieder so fit bin.

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Ich bin auch vom Ergebnis der OP enttäuscht, aber das fällt für mich zur Zeit noch nicht wirklich ins Gewicht. Ich habe in den letzten 3 Wochen 10 Kilo verloren und habe noch eine leichte Fehlhaltung wegen des Bügels - ich seh also eindeutig beschissener aus, wie vor der OP  ;D

Die TB wurde nur zu einer leichten TB reduziert und das ist echt nicht das, was ich mir erwartet hatte. Mir wurde zwar gesagt, dass die Assymetrie nicht behoben werden kann, aber mit dem Ergebnis wäre vermutlich keiner wirklich zufrieden. Mich wundert es irgendwie selbst, dass mich das so kalt lässt, aber wegen dieser Verbesserung hätte ich mich sicher nicht operieren lassen - unabhängig vom Krankenhausaufenthalt.
Aber so kurz nach der OP kann ich nicht wirklich sagen ob es sich gelohnt hat. Ursprünglich war zwar die Optik der Hauptgrund, aber im letzten Jahr ist mir das immer weniger wichtig geworden und wenn ich sportlich nur so weitermachen kann, wie bisher oder vielleicht sogar besser, dann ists mir auch egal. Mich hat halt nur überrascht, wie hart die Zeit nach der OP ist. Das würde ich nur nochmal auf mich nehmen, wenn ich mir eines perfekten Ergebnisses sicher sein kann, aber das stand nie zur Debatte.

« Letzte Änderung: 19. Juli 2008, 10:52:56 von iKahn »

gernot

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Re: OP nach Nuss in Linz
« Antwort #1 am: 26. August 2008, 23:17:18 »
wieso lässt dich in österreich operieren? In Deutschland gibt es weitaus erfahrenere Kliniken.

Ich bin auch Ösi und die geizige Krankenkasse weigerte sich eine Auslands-OP zu zahlen, nur in Österreich.
Trotzdem kam eine OP hierzulande nie in Frage. Nicht nur weil die OP ein Risiko ist, sondern auch wegen dem zu erwartenden enttäuschenden Ergebnis.


iKahn

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Re: OP nach Nuss in Linz
« Antwort #2 am: 27. August 2008, 15:55:43 »
Das hat sich während der Voruntersuchung so ergeben. Ich war zwar damals auch der Meinung, dass in Deutschland die qualifizierteren Chirurgen sind, aber eine OP in D war für mich nie ein Thema.
Ich wollte die TB nach der Schule weg haben, studieren, Bügel entfernen lassen, dann noch Wehrdienst und fertig. Thema erledigt. Das es nicht so kommen wird(darf im Januar ein wenig Soldat spielen), ist zwar bitter, aber mit Enttäuschungen muss man leben können.
 
Und der OA hat einen recht überzeugenden Eindruck gemacht - man hat echt gemerkt, dass er öfters mit Jugendlichen mit TB zu tun hat. Wenn das alles, so wie es ist, ohne Komplikationen verläuft, hat sich das Thema TB für mich erledigt. Gibt bedeutend schlimmeres als ne leichte TB und die Assymetrie ist auch um einiges besser geworden.