Autor Thema: Fragen zur OP  (Gelesen 2629 mal)

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Fragen zur OP
« am: 01. April 2014, 19:48:11 »
Hi!

Nach langen überlegen habe ich mich nun dazu entschlossen eine Trichterbrust Operation in Erwägung zu ziehen.
Ich bin weiblich und 21 Jahre alt.
Gerade als Teenager litt ich sehr unter der Trichterbrust, habe jedoch nie wirklich über eine Operation nachgedacht,
weil meine Eltern sehr dagegen waren (und es immer noch sind).
In den letzten Jahren hatte ich mich soweit eigentlich damit abgefunden, jedoch merke ich nun seit längerer Zeit,
dass meine Atmung eingeschränkt ist und mich die Brust zunehmend körperlich einschränkt.
Hinzu kommt natürlich nach wie vor der ästhetische Faktor, der mich je nach Tagesform mal mehr mal wenig stört,
jedoch immer präsent ist.
Ich habe mich bereits im Internet umgeschaut und Informationen gesammelt.
In meinen Recherchen habe ich einen positiven Eindruck von Dr. Lützenberg bekommen,
der nun anscheinend nicht mehr an der Charité, sondern in Magdeburg praktiziert.

Nun meine Fragen:

Wie gehe ich am besten vor? Kann ich direkt einen Beratungstermin bei der Klinik vereinbaren?

Wie beantragt man eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse? Kann der operierende Chirurg einen Arztbrief für die Krankenkasse verfassen, oder an wen muss ich mich da wenden?

Wie lange ist man körperlich sehr eingeschränkt? Ich habe bereits gelesen, dass sich der Krankenhausaufenthalt auf ca. 6-10 Tage beläuft. Kann man danach jedoch gleich wieder seinem normalen Alltag nachgehen oder muss man sich noch lange schonen? (natürlich ist mir bewusst, dass es da bestimmt von Patient zu Patient große Unterschiede geben kann)

Wie lange sind die Wartezeiten für eine solche OP ungefähr? Da ich Studentin bin, müsste ich die Operation in den Semesterferien im Sommer durchführen lassen. Denkt ihr das ist realistisch?

Und zuletzt: Wie war es bei euch mit der Narbenbildung? Sind die Narben auffällig?

Danke schonmal im voraus, falls sich jemand die Zeit nimmt meine Fragen zu beantworten!

annaj

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Re: Fragen zur OP
« Antwort #1 am: 01. April 2014, 23:03:54 »

Wie gehe ich am besten vor? Kann ich direkt einen Beratungstermin bei der Klinik vereinbaren?

ja, in Magdeburg sind die sprechstunden immer montags. Mail am besten direkt <ronald.luetzenberg@med.ovgu.de>. Du brauchst eine Überweisung von deine Hausarzt/ärztin mit, "zur trichterbrustsprechstunde" oder so was soll draufstehen.

Wie beantragt man eine Kostenübernahme bei der Krankenkasse? Kann der operierende Chirurg einen Arztbrief für die Krankenkasse verfassen, oder an wen muss ich mich da wenden?
Bei mir war es nie problematisch, ich bin nur zu meine hausärztin gegangen, hat der rosa krankenhaussschein geholt "Verordnung von krankenhausbehandlung", das ich bei meiner kk abstempeln lasse. Und der stempel ist keine Prüfung gewesen ob ich den op "berechtigt" bin, sondern nur eine nachweis das ich regelmässig mein Beitrag bezahle. Meine hausärztin ist durch arztbriefe von dr. Lützenberg gut informiert.
Andere können viele Probleme mit ihre kk haben, und abgelehnt werden. Ich verstehe nicht wieso es so unterschiedlich sein kann, aber die richtige Kasse ist schon mal nicht schlecht. Mach dich im voraus keine gedanken ob das klappt oder nicht, da kannst du dein Energie für was besseres einsetzen. Denk positiv.

Wie lange ist man körperlich sehr eingeschränkt? Ich habe bereits gelesen, dass sich der Krankenhausaufenthalt auf ca. 6-10 Tage beläuft. Kann man danach jedoch gleich wieder seinem normalen Alltag nachgehen oder muss man sich noch lange schonen? (natürlich ist mir bewusst, dass es da bestimmt von Patient zu Patient große Unterschiede geben kann)
Ist sehr unterschiedlich, aber rechne eher mit 6-10 Wochen einschränkung... und ich meine jetzt nicht das man die ganze zeit ganz ausser fecht ist, aber bis man sich einigermassen normal fühlt dauert halt länger als der kh-aufenthalt. Du bist noch jung und bei dir sollte es einigermassen schnell gehen. Es ist ein schwerer op, es verlangt gedult und kraft, aber das schlimme geht irgendwann weg und du hast es geschafft... Du solltest wissen wieso du es machst, und wenn's mal schwer ist dich daran erinnern.

Wie lange sind die Wartezeiten für eine solche OP ungefähr? Da ich Studentin bin, müsste ich die Operation in den Semesterferien im Sommer durchführen lassen. Denkt ihr das ist realistisch?
Ist wahrscheinlich realistisch, kann aber dr. Lützenberg besser beantworten. Je früher du ihm schreibst, desto besser naturlich...

Und zuletzt: Wie war es bei euch mit der Narbenbildung? Sind die Narben auffällig?
Die narben werden so gelegt das es nicht so auffällig ist. Entweder in der brustfalte bei Frauen, und bei wenig brustgewebe eher an die Seiten.. Sie sind ca 3-4 cm lang, bei zwei stäbe kann es zwei mal seitlich werden. Aber das kann der arzt besser beantworten. Wenn die narben beim ersten mal nicht ganz schön dünn werden, keine sorge, die werden ja noch mal aufgeschnitten wenn die bügeln raus kommen.... und können dann nachkorrigiert werden.
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

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Re: Fragen zur OP
« Antwort #2 am: 02. April 2014, 19:41:53 »
Vielen lieben Dank für die Antworten! Hat mir sehr geholfen!

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Re: Fragen zur OP
« Antwort #3 am: 02. April 2014, 20:00:37 »
Darf ich noch fragen bei welcher Krankenkasse du bist?

annaj

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Re: Fragen zur OP
« Antwort #4 am: 02. April 2014, 22:44:22 »
TK (Berlin, ob das eine rolle spielt, keine ahnung..). Versuch es erst mit deine eigene, die meisten kassen sind ok.
Weiblich.
1989-2011/01 Silikonimplantat. (16 J)
2011/03 Nuss-OP (modifiziert), dr. Lützenberg, Berlin Charité. (fast 39 J)
2013/08 Stabentfernung, dr. Lützenberg, Uniklinik Magdeburg. Zusätzlich würde grossflächig Muskeln versetzt (versuch Brustrekonstruktion, Knorpel wurde abgeschliffen usw)
2014/04 Brustrekonstruktion, Silikon in beide Brüste. Kleine Korrektur 2014/09 bei dr. Lützenberg.

Trichterbrust-KCH

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Re: Fragen zur OP
« Antwort #5 am: 10. April 2014, 17:46:47 »
Eine gute Alternative zur OP ist der Behandlungsversuch mit der Saugglocke. Nach aktueller Studienlage reichen oft schon 1-3 Std. tgl. um den Trichter deutlich anzuheben. Da hierbei die Architektur des Brustkorbs entsprechend geändert wird, ist dies eine gute Behandlungsoption, v.a. ohne Narben.
Eine individuelle Anpassung (Grösse der Saugglocke) wäre möglich. Einfach mal ausprobieren.