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Autor Thema: Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB  (Gelesen 526 mal)

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Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB
« am: 19. Juli 2018, 13:00:25 »

Hallo Zusammen,
Ich schreibe hier als Mama von Drei Mädles, alle mit TB.
Ich selbst habe ein normales Brustbein, und kann mich daher nur von „außen“ einfühlen.
Meine Große ist jetzt 14 Jahre, hat eine leichte TB (wir haben nie messen lassen, körperliche Einschränkungen hat sie keine). Sie sagt immer es stört sie nicht, aber als Mama mache ich mir schon Gedanken ob es ihr mit dem Trichter gut geht. Sie hat gerade einen knappen Bikini gekauft, da sie man die TB deutlich, sie meinte aber „so bin ich halt“, und trägt ihn nun :)
Meine beiden kleinen (3 und 1) haben auch tB, die mittlere nur leicht, die Kleine schon deutlich tiefer mit Veränderungen der Rippenbögen nach außen.
Daher meine Frage an die, die selbst eine TB haben: Was hat/hilft euch im Umgang damit? Beeinträchtigt euch die TB stark was Selbstbewusst, etc angeht?

Ich möchte meine Mädchen gerne unterstützen und freue mich über Rückmeldung!
Liebe Gtüsse
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Tejot

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Re: Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB
« Antwort #1 am: 19. Juli 2018, 14:19:07 »

Liebe Mutter von drei Kindern..

ich bin zwar männlich, aber erlaube mir dennoch meine Erfahrung zu teilen :)
Auch in meiner Familie ist die Trichterbrust bei einem kleinen Mädchen vorhanden. Du fragst eher nach der psychischen Komponente, weniger nach der körperlich gesundheitlichen - daher beziehe ich mich in meinen Ausführungen mal genau da drauf.
Ob Mann oder Frau, JA die Trichterbrust kann das Selbstbewusstsein beeinträchtigen. Einige hier im Forum, auch wieder Männlein und Weiblein, sehen die Trichterbrust sogar als Grund für psychische Belastung und würden, allein aus gerechtfertigter Selbstüberzeugung, meiner Meinung zwar widersprechen aber ich habe hierzu eine sehr gefestigte Meinung:

Eine Trichterbrust (oder anderweitige Abweichungen der Norm) ist maximal ein (gerechtfertigter) Grund für Probleme mit dem Selbstbewusstsein, jedoch niemals die Quelle! Beispiel:

"Ich habe eine Trichterbrust, deshalb ist mein Selbstbewusstsein gestört"

"Falsch! Wenn eine Trichterbrust dazu führt, dann hattest du schon vorher ein geschwächtes Selbstbewusstsein und dies zeigt sich nur eben jetzt dadurch, dass du dich nicht so akzeptieren kannst, wie du bist."

Warum sage ich das: Die beste Lösung für deine Mädels ist und bleibt ein gesundes Selbstbewusstsein - unabhängig der Trichterbrust! Du schilderst selbst, dass deine älteste Tochter scheinbar ein tolles Selbstbewusstsein hat und sich so akzeptiert wie sie ist. Am Rande erwähnt.. das ist wertzuschätzen und ich möchte meine Bewunderung dafür aussprechen. Auch dir gegenüber, denn der Apfell fällt bekanntlich nicht weit vom Stamm :)

Du fragst speziell, was anderen im Umgang damit hilft. Ich weiß nicht inwieweit meine Antwort erwartungsgemäß ist aber ich kann nur sagen: Akzeptanz! Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Kaschieren, verstecken, überdecken, etc. sind alles Notlösungen eines geschwächten Selbstbewusstseins. Der Rat von Eltern an Kinder "zieh doch ein T Shirt drüber, dann sieht es doch keiner" ist deutlich gefährlicher als dem Kind als gutes Vorbild weiterhin Unterstützung zu bieten, in dem man sagt "So bist du eben und das ist gut so. Mach dir keine Gedanken." Das scheint bei dir bisher super zu funktionieren und ich empfehle, diesen Weg beizubehalten. Wohlbemerkt, dass auch die kleinsten Kinder merken, wenn Mutter sich sorgt und unsicher ist... das wiederum würde ich vermeiden. Habe du als Mutter keine Angst um das Selbstbewusstsein deiner Kinder bezüglich der Trichterbrust, sondern bestärke sie weiterhin. Habe einen verantwortungsvollen Blick darauf im Rahmen der gesundheitlichen Aspekte.

Was im Übrigen nicht nur körperlich hilft, sondern tatsächlich auch psychisch, ist eine korrekte Haltung! Rückenschule, Schwimmen, aufrecht stehen.
Das typische Krankheitsbild der vorstehenden Schultern, sowie Rundrücken ist (auch) Ergebnis des schlechten Selbstbewusstseins.

Grüße

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Trichter8

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« Letzte Änderung: 19. Juli 2018, 20:56:52 von Trichter8 »
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Re: Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB
« Antwort #3 am: 19. Juli 2018, 21:57:03 »

Noch habe ich das mit dem gezielten Antworten noch nicht raus: Danke für eure Beiträge!

Zu lesen, das ein Kind (und deren Familie) in so jungen Jahren einen so großen Leidensweg durchmacht, muss ich erstmal verdauen.
Trotz der leichten TB meiner Großen hat mir gegenüber der Kinderarzt nie  angedeutet das ich diese vom Spezialisten abklären lassen soll, da meine Tochter sonst auch echt keine physischen Probleme (außer Körperhaltung) hat, habe ich sie nur zu Ärzten geschleift, wollte kein „Problem“ für sie entstehen lsssen wo sie keins „hatte“.
Die beiden anderen sind noch klein, mal abwarten.

Aber Gedanken mache ich mir, Vorallem wenn ich lese TB bis Wirbelsäule und so.

@Trejot : Danke für deine Rückmeldung. Das Selbstbewusstsein ist sicher ein Schlüssel zum Glück, für jeden! Ich würde meine Kinder gerne vor schlechten Erfahrungen schützen, aber du hast recht wenn du sagt das „T-Shirt drüber ziehen damit es keiner sieht“ eigentlich ja auch eine Verletzung ist.
Ich liebe meine Kinder, für mich sind sie perfekt, und so sollen sie sich selbst sehen.
Was für mich halt unbeeinflussbar ist, sind die Reaktionen von anderen. Es gibt doch nicht nur blöde Menschen die starren oder sich beim ersten intimen Kontakt abwenden?!?
Naja, der Hinweis mit der Haltung ist gut. Meine Tochter war einmal 6Einheitrn beim KG, der meinte ist alles super und seitdem hat Fräulein keine Lust was zu machen, gerade sitzen inclusive.
Wie war das mit dem Glück und dem Schmied?

Liebe Grüße, Elly




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Trichter8

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Re: Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB
« Antwort #4 am: 19. Juli 2018, 22:07:02 »

Sehe das positiv!   Wir haben hier in Deutschland einige Ärzte, die richtig richtig gut sind auf dem Gebiet. Es muss bei deinen Kindern nicht so kommen! Aus eigener Erfahrung (Meine TB 2-3 cm) kann ich aber auch bestätigen, dass gewisse Spätfolgen(Rücken) auftreten können.
Behalte die TB deiner Kids im Auge und wenn du unsicher bist, gehe gleich zu einem Profi!!!  Die meisten Ärzte haben überhaupt keine Ahnung!Es bringt dann einfach nichts! Paula ist mit Ihrer TB super umgegangen , immer selbstbewusst oben ohne...(-;, ... aber in der Pubertät kann es sich dann bei einen ausgeprägten Befund ändern.
Solange keine akute medizinische Notwendigkeit besteht, würde ich auch niemals zu einer OP raten!
Das Thema Krankengymnastik sehe ich mittlerweile kritisch..die Kinder haben meistens keine Motivation..verständlich...se hen nicht das Ziel und das "Warum".. der Hinweis "gerade sitzen" ist für uns  zur (Beruhigung), da bei einer TB der "normale" Mechanismus des Brustbeins zur geraden Haltung gestört ist. Viel Bewegung, schwimmen oder reiten  bringen schon mehr für den gesamten Körper. Natürlich muss Kraft aus dem Rücken kommen! Das sind leider die Begleiterscheinungen einer TB.

Allein das Du hier Forum bist, wird Dir bei Deinen Entscheidungen und Vorgehensweise schon helfen.

Alles Gute weiterhin
Holger

« Letzte Änderung: 19. Juli 2018, 22:28:37 von Trichter8 »
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Re: Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB
« Antwort #5 am: 20. Juli 2018, 18:46:34 »

Ist wohl bei jedem unterschiedlich ob dich eine Trichterbrust dann einschränkt, aber das mit der Haltung und so, so einen Unsinn hab ich noch nie gehört, trainiere schon lange meinen Rücken und meine Wirbelsäule ist trotzdem oben verformt, so wie das Brustbein ist ist auch deine Wirbelsäule wie soll man das beheben können, gleiche ist mit den Schultern das geht nie weg, vlt. Kann man es mit training besser machen. Wenig Selbstbewusstsein und was weiß ich, Trichterbrust ist Trichterbrust und die sollte weg wenns einen stört, und das soll jeder selber entscheiden.
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Trichter8

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Re: Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB
« Antwort #6 am: 20. Juli 2018, 19:00:10 »

UPS..da muss ich Dir leider recht geben... man kann maximal optimieren... beheben meiner Meinung kann man gar nichts.. Unsere Tochter haben wir wirklich mit KG überschüttet ..das war ein Riesenfehler..Sie haben dann  keinen Bock mehr.. Was angeschlagen hat war und ist das Atemtraining ..weg vom Bauch hin zur Lunge..der TB Bauch hat sich schon optimiert. Auch sehe ich die Saugglocke besonders für ein Kind als richtiges Übel.. 1 Std am Tag tragen..und es ist bis heute kein nachhaltiger positiver Erfolg bekannt. Am Ende des Tages kann das Selbstbewustsein noch so stark sein. Extreme Befunde , die Physisch und psychisch sehr belastend sind bekommt man nur mit einer OP in den Griff. Ich selber habe 1 Jahr wirklich extrem meinen Rücken trainiert und konnte lindern..nicht mehr. Wäre ich 20 Jahre jünger, wäre ich bei Lützenberg zum richten..das stände fest. Und meine TB ist  mit Haller Index von 270 nichts Sensationelles.
Ich will hier keine Panik oder Angst verbreiten..das Akzeptieren von Fakten hat uns vor 2 Jahren bei der  Entscheidung zur Op unserer Tochter mit Lützenberg zusammen sehr geholfen. Und der Arzt ist wirklich ein Realist und spiegelt Realitäten wieder.
Wie schon einmal beschrieben soll man den evtl Spätfolgen schon seine Aufmerksamkeit schenken, ohne aber wirklich in Panik zu geraten.
« Letzte Änderung: 21. Juli 2018, 08:57:25 von Trichter8 »
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Schilf

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Re: Erfahrungen von Frauen mit ihrer TB
« Antwort #7 am: 17. September 2018, 14:05:19 »

Hallo 3x,

ich bin 26 und habe meine Trichterbrust mit 24 Jahren operieren lassen.
Hier ist mein Erfahrungsbericht, in dem ich auch auf die psychische Belastung als Jugendliche eingehe: https://www.trichterbrustforum.de/index.php/topic,2113.0.html

Ich finde es toll, dass deine 14-jährige Tochter so selbstbewusst mit ihrer TB umgeht! Ich habe Schwimmbäder gemieden, manchmal sogar behauptet, ich habe eine Chlorallergie.
Bei mir hieß es seitens Ärzten, die keine Spezialisten auf dem Gebiet sind, auch, es sei keine schwere Ausprägung. Viele Ärzte haben sogar gar nichts dazu gesagt. Letztendlich war mein Herz gequetscht wie eine Flunder. Gerade bei Frauen, die nunmal Brüste haben (...deine 14-Jährige vermutlich auch schon), wird die Tiefe des Trichters gerne unterschätzt. Da du sogar 3 Betroffene Mädels hast und das 1-Jährige sogar schon Veränderungen an den Rippen zeigt, würde ich dir ans Herz legen, mit den 3 einen Spezialisten aufzusuchen. Empfehlen kann ich dir definitiv Dr. Lützenberg, auch wenn die Anfahrt vielleicht weit ist.

Mein Sohn ist fast 20 Monate alt und hat bisher zum Glück keine für mich sichtbaren Anzeichen einer TB. Da ich aber nächsten Monat sowieso zur Bügelentnahme bei Dr. Lützenberg bin, werde ich ihn definitiv trotzdem mal einen Blick auf den Brustkorb meines Sohnes werfen lassen.

Bitte nimm die TBs nicht zu sehr auf die leichte Schulter. Lieber einmal zu viel draufschauen lassen als einmal zu wenig. Den Fehler haben meine Eltern gemacht.
Wie schon erwähnt, sollen z. B. Schwimmen und Reiten sich positiv auswirken. Unterstütze und motiviere deine Töchter (ab entsprechendem Alter, Schwimmen z. B. ab 4 Jahren) ein solches Hobby zu pflegen.

Ich wünsche deinen Töchtern und dir alles Gute!
LG Schilf
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Weiblich, 26 Jahre
Haller-Index in Inspiration 6,49
Haller-Index in Exspiration 6,76
Nuss-OP am 9. Februar 2016 bei Dr. Lützenberg, Magdeburg
Bügelentnahme und Korrektur der Rippenbögen am 30. Oktober 2018 bei Dr. Lützenberg, Magdeburg