Weiß nicht weiter, wer kann helfen?

Begonnen von Hugo1993, 29. April 2026, 10:59:48

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Hugo1993

Kurz zu mir: M33 Jahre alt und wurde vor einem Jahr zum ersten mal wegen der TB untersucht (Ich weiß aber schon lange das ich eine TB habe).

Ich war zuerst beim Orthopäden und hab mir eine Überweisung für die Thoraxchirurgie und für ein CT des Brustkorbs geholt.
Dann war ich nach etwa 3 Monaten bei Dr. Lützenberg in Harderberg. Er hat sich meine TB angeschaut und meinte das meine TB nicht ganz so tief wie bei anderen ist, aber sehr großflächig.
Bei einer OP würde er 2, eventuell auch 3 Bügel einsetzen. Dies entscheidet er aber während der OP. Und er hat mir gesagt, dass das Ergebnis danach sehr gut aussehen würde. Hallerindex bin ich mir nicht mehr ganz sicher, war glaube ich um die 5.

Ich sollte dann noch zum Lungenfacharzt für eine Spiroergometrie und zum Kardiologen für eine Stressechokardiografie.

Beim Lungenfacharzt bekam ich nach etwas herum telefonieren einen Termin in 3 Monaten.
Es wurde nur eine leichte einschränkung der Lunge festgestellt. Der Arzt war aber der Meinung, das es an mangeldem Training liegen würde.

Ich hab tagelang verschiedene Kardiologen angerufen und keiner wollte mir einen Termin fürs Stressecho geben. Dann hab ich doch eine Praxis gefunden und war beim Kardiologen, es wurde vorab ein EKG und Herzultraschall gemacht. Ich bekam dann einen neuen Termin für die Stressechokardiografie in 2 Monaten. Dieser wurde dann abgesagt, da die Praxis kurz vorher umgezogen ist und die Untersuchung derzeit nicht mehr ausführen kann. Na toll,danke für nichts... Unterlagen vom EKG und Ultraschall wurden aber zu Dr. Lützenberg geschickt.

Dann hab ich mehrere Wochen herumtelefoniert um einen Kardiologen zu finden, bei dem ich ein Stressecho machen kann. (Keine Ahnung warum die mir keinen Termin geben wollten).

Hab dann endlich eine Klinik gefunden, ca.50km entfernt. Wieder 4 Monate auf Termin gewartet. Überweisung war längst abgelaufen, musste mir eine neue vom Hausarzt besorgen.

In der Praxis wird wieder EKG und Herzultraschall gemacht und dann hab ich ein Gespräch mit dem Arzt. Ich erklär ihm alles, warum ich die Stressechokardiografie benötige und er hält das nicht für nötig, will aber nochmal Rücksprache mit einem anderen Kollegen halten. Der Arzt ruft mich also am nächsten Tag an und meint der andere Kardiologe hält das auch nicht für nötig und sie geben mir keinen neuen Termin.

Also wieder 4 Monate Zeit verschwendet für nichts. Laut EKG und Ultraschall ist mit dem Herzen alles ok.

Paar Tage später bekomm ich dann Unterlagen von Dr. Lützenberg wo drinsteht, das ich am besten noch die Stressechokardiografie durchführen lassen soll, weil ich so sehr wahrscheinlich keine Kostenübernahme der KK bekomme.

Jetzt weiß ich nicht was ich machen soll. Kein Kardiologe im Umkreis wollte die Untersuchung durchführen, die halten das alle nicht für nötig. Ich versteh nicht warum. Ich hab ja ne Überweisung, egal ob die das für nötig halten oder nicht...

Jemand eine Idee wie ich weitermachen soll?

Nicoletta

Hallo Hugo,
damit es keine Missverständnisse gibt: Stress Echo bedeutet Belastungs-EKG, richtig?

Habe folgende Ideen:

1. Lass den Termin von der Sprechstundenhilfe Deines Hausarztes machen. Da geht meist mehr. Freundlich beim Hausarzt persönlich um diesen Gefallen bitten.

2. Belastungs EKGs werden auch von Sportärzten gemacht, die tauchsportaerztliche Untersuchungen durchführen. Explizit BelastungsEKG mit buchen. Ist in der Regel eine Privatleistung.

3. Auch Hausärzte bieten Belastungs-EKGs an. Ob diese in der Beurteilung gleichwertig wie bei einem Kardiologen sind, kann ich nicht einschätzen.

4. Krankenkasse um Unterstützung bitten. Sie. Haben in der Regel Beratungsstellen.

Ich hoffe da ist was dabei. Ich drücke Dir die Daumen. Ein BelastungsEKG ist eigentlich eine einfache und günstige Untersuchung...


Lore Ley

Hallo,

mit Stressechokardiografie ist sicher ein Ultraschall-Scan unter Belastung gemeint. Das wird im Liegen gemacht und es gibt dafür spezielle angewinkelte Ergometer oder sogar Ergometer, die in die Liege integriert sind. Die neuesten Geräte arbeiten mittels 3D-Ultraschall mit Bewegtbild (4D), was bei einem Stress-Echo besonders viel Sinn macht.

Das Problem kenne ich, je nach Standort kann es extrem kompliziert sein, eine Stressechokardiografie zu bekommen. Es tut mir leid, dass du bisher so viel Zeit damit verschwenden musstest. Ich habe meine Voruntersuchungen vor drei Jahren gemacht in Vorbereitung auf Ostercappeln, auf dem Überweisungsschein von Dr. Lützenberg wurde ebenfalls ein Stress-Echo verlangt. Es konnte am Ende nicht durchgeführt werden und der Kardiologie-Bericht war dann auch nicht ausschlaggebend. Viel aussagekräftiger waren für den Nachbericht und den Antrag die CT-Bilder mit Bericht und die Lungenuntersuchungen. Wahrscheinlich möchte Dr. Lützenberg in deinem Fall noch das Stress-Echo, weil der Bericht des Lungenfacharztes eine schwache Argumentation für den Antrag bei der KK bietet.

Ursprünglich hatte mir Dr. Lützenberg für die Herzuntersuchungen das Krankenhaus Magdeburg empfohlen. Dort wollte man mir nach langem Hin und Her aber keinen Termin geben, weil ich von außerhalb komme und sie das nur für Patienten der Klinik dort machen. Für die Voruntersuchungen hatte ich mir daraufhin extra eine niedergelassene Kardiologie-Praxis mit Anbindung an ein Krankenhaus (Klinikum LdW Bremen) ausgesucht und gab gleich an, dass eine Trichterbrust-OP geplant sei und ich bereits Radiologie und Pneumologie gemacht hatte. Für das Stress-Echo war leider gar nicht die nötige Ausrüstung in der Praxis vorhanden und das Herz wäre laut Arzt in meinem Fall durch die Trichterbrust (Haller-Index 3,33) nicht im 2-Kammer-Blick darstellbar gewesen. Stattdessen hat er mir eine Myokardszintigrafie oder ein Herz-MRT als Alternative genannt. Daher wurden nur Ruhe-EKG, Belastungs-EKG und ein normales Echokardiogramm mit Farbdoppler durchgeführt. Im Bericht stand dann, dass keine Herzerkrankung nachgewiesen werden konnte und ich daher die Freigabe für die OP erhalten würde. Auch das Problem der Darstellung im 2-Kammer-Blick während Ultraschall-Scans durch den Trichter allgemein wurde im Bericht erwähnt, "eingeschränkte Sicht durch den deformierten Brustkorb".

Für die Lungenuntersuchungen bin ich zuerst in eine niedergelassene Praxis gegangen, wo trotz vorheriger Nachfrage am Telefon kein Equipment für eine ausführliche Spiroergometrie bereitstand und nur eine Standard-Spirometrie durchgeführt werden konnte. Vor dem Termin hatte ich mir bereits die Lungenabteilung einer Klinik ausgesucht mit einem anständigen Online-Auftritt (Klinikum Bremen-Ost, aktuelles Team und Chefarzt sind spitze). Beim Arztgespräch in der Praxis gab ich also an, dass ich für die anstehende Trichterbrust-OP schon noch eine ausführlichere Spiroergometrie bräuchte und bat dann um eine Überweisung für diese Klinikabteilung. Die hat er mir dann auch ohne große Diskussion ausgestellt. In der Klinik wurden folgende Untersuchungen durchgeführt: Spirometrie/Ganzkörperplethysmographie, Blutgasanalyse unter Raumluft, Diffusionskapazität, Spiroergometrie mit EKG und Blutgasanalyse. Im Bericht stand, dass das Atemminutenvolumen unter maximaler Belastung limitiert ist, DD als Folge der Trichterbrust. Dafür war aber wirklich diese sehr ausführliche Spiroergometrie notwendig, gefolgt von einem längeren Gespräch mit dem Chefarzt der Lungenfachabteilung. Ich muss zugeben, auf dem Ergometer bin ich nicht ganz All-Out gegangen, war aber schon nahe dran.

Ich würde dir jetzt Folgendes empfehlen:
Die niedergelassenen Praxen können oder wollen die ausführlicheren Voruntersuchungen oftmals nicht durchführen. Es wäre also besser, mit dem Ambulanzbrief von Dr. Lützenberg in solche Praxen zu gehen (in denen man vorher noch nie war) und gleich Bescheid zu geben, dass eine OP bereits geplant sei und die Trichterbrust Probleme mache. Dein Haller-Index ist ja auch schon ziemlich ordentlich. Die genauen Untersuchungen, die gefordert sind, müssen dann gleich zur Sprache kommen und die Überweisung an die Fachabteilung einer Klinik für die bessere Ausrüstung. Am besten wäre es, schonmal die Adressen von Wunschkliniken mit adäquater Ausstattung dafür bereit zu halten. Mit diesem Vorgehen lässt sich eine Stressechokardiografie wahrscheinlich leichter erreichen. Evtl. muss man dafür aber wirklich in eine größere Stadt wie Berlin, München, etc. fahren. Für die Lungenuntersuchungen würde ich das auf jeden Fall so machen, weil Dr. Lützenberg den Bericht vom Lungenfacharzt anscheinend momentan nicht für stichhaltig hält. Möglicherweise kann das aber sogar in der Pneumologie in Harderberg erfolgen, da würde ich nochmal im Sekretariat der Rekonstruktiven Chirurgie nachfragen.

Viel Erfolg bei den ganzen Voruntersuchungen und der Antragstellung, leider zieht sich das bei vielen Patienten in die Länge. Bei mir hat es vier Monate insgesamt gedauert, war wohl ein glücklicher Zufall. Wenn gute Voruntersuchungen mit anständiger Beurteilung vorliegen, dann kommt von Dr. Lützenberg normalerweise ein geschliffener Nachbericht. Beim eigenen Antrag würde ich lieber zu viel Text als zu wenig schreiben und auf jeden Fall CT-Fotos und die drei Berichte der Fachärzte anfügen.

03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP in Ostercappeln (2 Stäbe, 1 Stabilisator), Alter 27