Trichterbrust-OP - Dr. Lützenberg, St. Raphael Ostercappeln - Februar 2024

Begonnen von Lore Ley, 08. Juni 2025, 17:41:17

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Lore Ley

Mögliche Rolle von Vagusnerv und Nervus Phrenicus bei Trichterbrust/Kielbrust

In den Jahren vor der Trichterbrust-OP litt ich an schweren Depressionen mit deutlichen Auswirkungen auf meine mentale Leistungsfähigkeit. Diese Depressionen könnten, wie am Anfang meines Erfahrungsberichts angedeutet, im Zusammenhang mit Herzkompression und Lungenproblemen durch die Trichterbrust stehen, auch wenn grundsätzlich viele andere Faktoren die Psyche beeinflussen können. Die medikamentöse Behandlung durch Psychopharmaka war für mich vollkommen sinnlos und kann rückblickend als Fehlbehandlung betrachtet werden. Vielmehr habe ich über einen langen Zeitraum an einer Optimierung meiner Lebensumstände und allgemeinen Gesundheit über Ernährung, Sport, Schlaf, Hormone, Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen, Einsatz von alternativen Medikamenten, etc. gearbeitet und so eine Verbesserung erzielt. Die Trichterbrust-OP war ein wichtiger Bestandteil dieser ganzen Maßnahmen. Nun, da die Trichterbrust korrigiert ist und der Brustkorb durch zwei Stahlbügel aufgespannt wird, sollte diese Problematik kein großer Faktor mehr für mein Wohlbefinden sein, abgesehen von einem Starrheitsgefühl im Oberkörper und einer leichten Einschränkung der Lungenleistung.

Ich erlebe jedoch neben dem starken Engegefühl durch die Implantate während dieser Phase auch weiterhin Müdigkeit bzw. Erschöpfungszustände, Schlafstörungen und seit dem Frühjahr 2025 deutlich ausgeprägte Atemprobleme, die ich nun durch meine weiter oben beschriebene sportliche Veränderung und das Lungentraining in den Griff bekommen möchte (bisher auch mit ersten Erfolgen). Da ich die anderen möglichen Ursachen dieser Symptome eigentlich recht gut im Griff habe, vermute ich, dass das Tragen der Bügel eben doch noch einen massiven Einfluss haben könnte, zumindest theoretisch.

Im Bereich Depressionen und Kritik an Psychopharmaka ist der Vagusnerv online momentan ein großes Thema. So scheint es viele Patienten zu geben, die Druck im Bauchraum verspüren oder unter unerklärlichen Verdauungsstörungen leiden, nie konsequent behandelt werden und am Ende einer daraus resultierenden psychischen Leidensgeschichte beim Psychiater landen. Da Psychiater die Ursache von diesen psychischen Problemen sehr oft in Störungen der Neurotransmitter oder familiärer Veranlagung sehen, wird eine medikamentöse Symptombehandlung gestartet und das ursprüngliche Problem bleibt unerkannt und unbehandelt. Gerade durch Probleme im Bauchraum wie SIBO, eine Hiatus-Hernie oder eben einen tiefen und abgesackten Trichter der Rippenbögen wird der Vagusnerv unter Druck gesetzt. Das ist eine größere Nervenleitung mit vielen Verzweigungen, die verschiedene Organe wie Darm, Magen, Herz und Lunge mit dem Gehirn verbindet. Durch diesen Hirnnerv werden Herzrhythmus, Teile der Atmungsfunktion und Verdauung nicht nur autonom oder motorisch gesteuert, sondern sind auch über sensible Nervenfasern an das Gehirn angeschlossen und können bei irgendeiner Fehlfunktion dort bewusst wahrgenommen werden, was für Stress, psychische Probleme, etc. sorgen kann.

Der Vagusnerv verläuft auch in der Brustmitte um das Herz herum und läuft durch das Zwerchfell. Die Kontraktion und Entspannung des Zwerchfells selbst wird durch den Nervus Phrenicus (Zwerchfellnerv) motorisch gesteuert, wobei der Vagusnerv ebenfalls an der Koordination des Atemapparates beteiligt ist. Der Nervus Phrenicus enthält außerdem sensible Nervenfasern. Die Funktion beider Nerven ist durch Wechselwirkungen miteinander verknüpft und bei einer Störung im Brustraum können beide Nervenstränge betroffen sein. Man sollte annehmen, dass eine ausreichend schwere Trichterbrust bzw. Brustwanddeformität neben dem Druck auf das Herz ebenfalls Druck auf das Zwerchfell ausüben kann und somit abgesehen von der mechanischen Limitierung der Lunge auch den Nervus Vagus oder Nervus Phrenicus negativ beeinflusst. Überhaupt kann sich die Trichterbrust sehr komplex auf alle möglichen Nerven im Brustkorb auswirken, diese beiden erscheinen aber erst einmal als Hauptverdächtige.
 
In der Theorie wäre ein solcher Zusammenhang nach einer Trichterbrust-/Kielbrust-OP immer noch möglich, denn die Bügel, Stabilisatoren, Platten oder Drähte verursachen ja ihrerseits einen ständigen Druck auf die Rippen und das Brustbein, welcher vielleicht zum Teil über das Weichgewebe absorbiert wird, also zum Beispiel über das Zwerchfell und dort für Verspannungen sorgt. Wenn das für einige Patienten zutrifft, ist es natürlich unvermeidbar, erklärt jedoch für mich die Probleme, die immer noch in der Tragephase der Bügel auftreten können und typisch sind für Vagusnerv und Nervus Phrenicus, wie Erschöpfung, innerer Stress, spontane Atemnot. Noch einmal möchte ich hervorheben, dass das nur eine Vermutung ist. Abgesehen davon können manche Patienten auch einfach nicht besonders gut einatmen durch den Widerstand der Implantate, mich eingeschlossen. Allein dadurch ist die Funktion des Zwerchfells möglicherweise leicht eingeschränkt, das Lungenvolumen sowieso. Beim nächsten Besuch werde ich Dr. Lützenberg darauf ansprechen und nachfragen, was er davon hält und ob es dafür im Fachbereich evtl. weitere Erkenntnisse gibt. Ganzheitlich denkende Osteopathen und Physiotherapeuten könnte man auch zu diesem Thema befragen.

Eine Fehlstellung der Halswirbelsäule kann sich ebenfalls auf Vagusnerv und Nervus Phrenicus auswirken; der Nervus Phrenicus setzt dort an, während der Vagusnerv an den Halswirbeln vorbeiläuft, insbesondere am Atlaswirbel, wo er leicht eingeklemmt werden kann. Abgesehen von psychischen Problemen und Unwohlsein kann eine verschobene Halswirbelsäule so auch für Schlafprobleme sorgen, die fälschlicherweise als Schlafapnoe identifiziert werden können mit Störung des Zungennervs oder einfach Übergewicht als Ursache. Viele Trichterbrust- oder Kielbrustpatienten haben zusätzlich noch Skoliose und eine ausgeprägte Fehlhaltung, da dürften Probleme mit der Halswirbelsäule keine Seltenheit sein. Die Auswirkungen der Trichterbrust auf das gesamte Nervensystem sind scheinbar noch nicht allzu weit erforscht und es wird interessant sein zu sehen, was in den nächsten Jahren noch alles dabei herauskommt.

Zum Themenblock Halswirbelsäule findet man einiges online bei ortomedico.
Die LungenClinic Grosshansdorf bei Hamburg hat ein gutes Erklärvideo über das Zwerchfell auf Youtube veröffentlicht:

https://www.youtube.com/watch?v=j01UfKPB70g&t=391s
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Mudo

Hi,

ich finde deine Gedanken sehr interessant. Auch ich habe im Oktober 2024 meine Trichterbrust bei Dr. Lützenberg korrigieren lassen. Jetzt plagen mich zur Zeit jedoch starke Schlafstörungen die sich mit Verspannungen in Schultern und Kribbeln in dem Armen äußern und mich nicht schlafen lassen. Durch diese Nächte werde ich immer depressiver und ängstlicher. Ein Teufelskreis. Leider weiß ich immer noch nicht was die wirkliche Ursache ist. Ist es meine Psyche, die die körperlichen Symptome hervorruft oder doch meine gesamte Haltung und diese verursacht dann meine Ängste.

Vielleicht können wir uns ja mal persönlich austauschen.
LG

Lore Ley

Winter 2026

In der kalten Jahreszeit trainierte ich fast gar nicht mehr im Fitnessstudio. Stattdessen war ich oft beim Schwimmen im Hallenbad, um so Entlastung vom fortwährenden Druck der Stäbe zu schaffen, welcher sonst eher zunehmen würde. Das hat auch sehr gut funktioniert und hat mit der Beweglichkeit des Brustkorbs geholfen. Jedoch konnte ich in der zweiten Hälfte von 2025 kein strukturiertes Ausdauertraining mit Messung der Lungenleistung mehr durchführen, wie ursprünglich angedacht. Durch Operationen an den Füßen war ich beschränkt auf einen kleinen Bewegungsradius für einige Monate und Belastung war erst einmal nicht möglich. Dementsprechend habe ich im Schwimmbad eher ein Reha-Schwimmen mit Aquagymnastik gemacht. Für schnelles Schwimmen mit Leuten aus dem Sportverein fehlte sehr schnell die Luft und das konnte ich auch nicht weiter verbessern. Durch die Metallbügel kann ich nicht schnell genug und tief genug einatmen. Der Puls war dadurch viel zu hoch. Nach dieser Erfahrung habe ich mich im Winter nicht an Eisbaden im See herangetraut. Für so etwas ist mein Herz-Kreislauf-System noch nicht robust genug.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Kontrolltermin Dr. Lützenberg nach zwei Jahren

Mitte Februar 2026 besuchte ich zum ersten Mal das Franziskus-Hospital Harderberg für meine nächste Kontrolle bei Dr. Lützenberg. Auf den ersten Blick machte die Klinik einen sehr ordentlichen Eindruck, aber im Vergleich zu Ostercappeln ist es dort durch die Größe etwas unruhiger an den Anmeldungen und im Wartebereich. Zuerst wurden für die Dokumentation wieder Fotos von allen Seiten gemacht. Die Überkorrektur des Trichters kurz nach der Nuss-OP ist mittlerweile etwas abgeflacht und das Brustbein erscheint eher natürlich wie bei den meisten anderen Menschen mit einem ungestörten Wachstum des Brustkorbs. Eine Vollkorrektur ist immer noch gegeben und die Rippen stehen in Domstellung zueinander. Ich erzählte von meinem aktuellen Druckgefühl im Brustkorb durch die Implantate. Links am Stabilisator fühlt sich der Druck minimal höher an als auf der rechten Seite.

Da nun die Mindestdauer von zwei Jahren für das Tragen der Bügel erreicht war, sprachen wir über einen Termin für die Entnahme. Ich hatte mir bereits einige mögliche Wochen in meinem Kalender zurechtgelegt, die ich nun durchgehen wollte. Zu meiner Überraschung schlug Dr. Lützenberg ohne mein Zutun einen Termin im Mai vor, was die Tragedauer auf zwei Jahre und drei Monate begrenzen würde. Aufgrund des Druckgefühls und des guten Fortschritts der Therapie wäre das der frühestmögliche Termin. Ich nannte dann noch September als Alternative. Dr. Lützenberg stufte zwei Jahre und sechs Monate für mich als Optimum ein und meinte, drei Monate weniger wären in meinem Fall aber vertretbar und ein guter Kompromiss, sofern ich dadurch mehr Motivation für Bewegung und aufbauendes Training im Sommer hätte. Die vollen drei Jahre bis 2027 standen für meinen Fall gar nicht mehr zur Diskussion, was mich sehr freute. Ich fragte daraufhin, ob er bei seinen eigenen Erstpatienten mit Trichterbrust jemals ein Rezidiv nach zwei Jahren Tragedauer der Metallbügel gesehen hätte, einen guten planmäßigen Therapieverlauf vorausgesetzt. Dr. Lützenberg meinte, das habe er bis jetzt noch nie erlebt. Das gab mir schon einmal ein gewisses Vertrauen. Wir reservierten einen OP-Termin für Mai mit der Option, diesen auf August/September zu verschieben und ich sollte es mir für meine Planung noch einmal überlegen. Besser hätte die Kontrolle wirklich nicht laufen können.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Frühjahr 2026

Trotz Einnahme von Medikamenten war der Heuschnupfen im März/April 2026 wieder eine Belastungsprobe. Die Metallstäbe drückten nun definitiv mehr als noch im Vorjahr um diese Zeit. Nach genauerer Festlegung meines Jahresplans war ich nicht mehr bereit, den Sommer für die Fortführung der Therapie um drei bis vier Monate zu opfern, zumal der erhöhte Atemwiderstand nun wirklich langsam eine Entfernung der Implantate rechtfertigen würde. Das Risiko eines Rezidivs hielt ich nach erneuter Betrachtung für so gering, dass ich bereits im März in Harderberg anrief und den reservierten OP-Termin fix machte. Damit ist die Explantation der Metallbügel nun auf den 12. Mai 2026 festgelegt. Falls andere Forumsmitglieder in dieser Woche ebenfalls in Harderberg behandelt werden, gebt gerne Bescheid.

Die verfügbare Zeit bis zur OP werde ich nun hauptsächlich für Schwimmbad und Fitnessstudio nutzen, damit es diesmal zu keinen Rückenschmerzen kommt. Auch den Ablauf der Reha muss ich mir überlegen, denn laut Berichten im Forum soll die Lunge möglichst gut ausgedehnt werden, während der Brustkorb ausheilt. Informationen dazu gibt es wahrscheinlich im Krankenhaus. Ich kenne mittlerweile einen guten Physiotherapeuten, der den Prozess gleich nach der Entlassung unterstützen kann. Ich werde mir schnellstmöglich ein Rezept dafür ausstellen lassen, nach der ersten OP vor zwei Jahren hatte ich viel zu lange auf die Physiotherapie gewartet.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Ü50

Hallo Lore Ley,

wie geht es dir mittlerweile? Haben sich nach der Bügelentfernung die Probleme mit dem Atemwiderstand sofort in Luft aufgelöst?

Ich kämpfe mit einer ähnlichen Problematik. Nicht direkt beim Atmen (ausser bei sehr tiefen Atemzügen), aber das permanente Druckgefühl in der Brust ist manchmal schwer auszuhalten. Nach 13 Monaten hat sich das auch nicht signifikant verbessert.

Ich denke daher auch über eine leichte Verkürzung der Tragedauer nach - natürlich in Absprache mit Dr. Lützenberg. Die vollen 3 Jahre gegen dieses Druckgefühl anzukämpfen bzw.
 regelmässig Schmerzmittel zu nehmen ist ziemlich anstrengend.
Eine angebotene Zwischen-OP (Stabientfernung und leicht Biegung der Bügelenden um Spannung rauszunehmen) möchte ich erstmal nicht in Anspruch nehmen; es sei denn es verschlimmert sich, wovon ich erst mal nicht ausgehe.

LG,Ü50


Lore Ley

Hallo Ü50,

mir geht es mittlerweile wieder sehr gut, eigentlich schon seit dem letzten Krankenhausaufenthalt im Mai. Schmerzen hatte ich überhaupt nicht. Ich werde meinen Bericht hierzu demnächst ergänzen, das muss ich endlich mal machen.

Der mechanische Atemwiderstand war sofort nach der Entnahme der Bügel deutlich besser, verschwunden war er erst nach etwa zwei bis drei Wochen als ich wieder mit Sport angefangen hatte und der Brustkorb durchgedehnt wurde beim Physiotherapeuten und im Fitnessstudio.

Nun muss ich aber ganz deutlich sagen, ein Druckgefühl ist bei mir immer noch vorhanden. Es fühlte sich kurz nach der letzten OP so an, als wären die Metallbügel immer noch im Brustkorb implantiert. Dieses Gefühl lässt immer weiter nach und ich bin momentan bei etwa 10-15% des Druckgefühls, welches ich mit den Bügeln hatte. Es handelt sich um eine Art von "Phantomschmerz" oder "Phantomempfindung", mit Sicherheit verursacht durch die Schädigung von Nerven im Brustkorb. Ich gehe davon aus, dass diese Empfindung über die nächsten Jahre von selbst verschwinden wird und theoretisch gibt es dafür auch Behandlungsmöglichkeiten. Sollte es jedoch so bleiben, wie es jetzt ist, hätte ich damit auch kein Problem.

Der Brustkorb ist nicht ganz so flexibel, wie ich es gerne hätte und teilweise noch etwas starr. Langfristig lässt sich das sicher durch fleißiges Dehnen und Sport verbessern.

Die Gedanken zu deinem eigenen Druckgefühl kann ich nachvollziehen. Eine Teil-OP wollte ich ebenfalls nach Möglichkeit vermeiden. Leider muss ich sagen, die Spannung im Brustkorb wird tendenziell nicht besser werden, sondern eher etwas schlimmer. Allerdings musste ich keine Schmerzmittel nehmen. In den letzten Wochen vor der Entnahme der Bügel hatte ich das Gefühl, ein mittelalterlicher Brustpanzer befindet sich in meinem Körper. Ich war sozusagen reif für die Entnahme. Ich schätze, Dr. Lützenberg möchte deine Tragedauer unbedingt auf 24 Monate hieven, danach wird er ganz anders mit sich reden lassen und evtl. eine Verkürzung der vollen Tragedauer in Aussicht stellen.

Alles Gute dir und viel Erfolg weiterhin
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Nachtrag zum Thema Vagusnerv

In einem meiner letzten Beiträge hatte ich über einige Symptome berichtet, die nach meiner ersten OP immer noch auftraten, das waren Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und Atemprobleme. Ich nahm an, dass der Vagusnerv oder der Zwerchfellnerv vielleicht etwas damit zu tun haben könnten und diese irgendwie von den Metallbügeln beeinflusst werden.

Mittlerweile habe ich Dr. Lützenberg zu diesem Thema befragt und der meinte, dass der Vagusnerv hier keine Rolle spielen dürfte. Während seiner Zeit in Berlin oder Magdeburg wurde das anscheinend für Studien untersucht und es konnten keine mechanischen Auswirkungen der Implantate auf den Vagusnerv festgestellt werden. Ebenfalls wurde die Sicherheit der Metallbügel untersucht und es gab keinen Abrieb von Metallpartikeln, welche sich auf die umliegenden Nerven auswirken könnten.

Damit kann meine Theorie nicht stimmen und meine Symptome während der Tragephase der Bügel müssen irgendeine andere Ursache haben als die großen Nervenstränge im Brustkorb. Ich gehe zwar schon davon aus, dass die eingeschränkte Atmung hier auf irgendeine Art und Weise beteiligt ist, aber den genauen systemischen Zusammenhang kann ich nicht erklären. Seht meinen Beitrag von weiter oben also eher als lautes Nachdenken an, da habe ich sehr stark theoretisiert.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Ü50

Hallo Lore Ley,

vielen Dank für deinen feedback!

Fühlt sich sicherlich toll an, wenn der Druck nach der Entnahme der Bügel ein ordentliches Stück nachlässt. Wahrscheinlich spielt auch das Narbengewebe, welches sich um die Bügel herum gebildet hat eine Rolle. Somit sollte es nach der Entnahme weiter aufwärts gehen, je weiter dies sich zurückbildet (zumindest meine Vermutung).

Das das Druckgefühl bis zur Entnahme zunehmen kann, hat mir Dr. Lützenberg schon prophezeit. Der Brustkorb will sich mit der Zeit ja weiter dehnen, wird aber durch die Bügel/Stabilisatoren daran gehindert. Das verursacht bei manchen TB Patienten ein unangenehmes Druckgefühl oder Schmerzen an den Stabis. Solange ich das einigermaßen aushalten kann, werde ich nichts unternehmen und genauso wie du handhaben, dh. nach 2.Jahren nochmal einen Kontrolltermin vereinbaren und mit Dr. Lützenberg über eine vorzeitige Entnahme sprechen.

Ich bin zwar keine Experte aber die hier im Forum geposteten Statistiken zeigen, dass das Rezidiv-Problem nach 2-3 Jahren ziemlich gering ist. Deshalb denke ich auch, dass es nach ca. 2.5 Jahren gut sein dürfte, und der weitere Muskel/Brustkorbaufbau im Vordergrund stehen sollte, als sich noch länger mit dem Druckgefühl etc. rumzuschlagen. Man fährt ja damit immer ein wenig im Schongang, um die Nerven nicht noch weiter zu reizen.

Wünsche dir weiterhin alles Gute!