Trichterbrust-OP - Dr. Lützenberg, St. Raphael Ostercappeln - Februar 2024

Begonnen von Lore Ley, 08. Juni 2025, 17:41:17

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Lore Ley

Mögliche Rolle von Vagusnerv und Nervus Phrenicus bei Trichterbrust/Kielbrust

In den Jahren vor der Trichterbrust-OP litt ich an schweren Depressionen mit deutlichen Auswirkungen auf meine mentale Leistungsfähigkeit. Diese Depressionen könnten, wie am Anfang meines Erfahrungsberichts angedeutet, im Zusammenhang mit Herzkompression und Lungenproblemen durch die Trichterbrust stehen, auch wenn grundsätzlich viele andere Faktoren die Psyche beeinflussen können. Die medikamentöse Behandlung durch Psychopharmaka war für mich vollkommen sinnlos und kann rückblickend als Fehlbehandlung betrachtet werden. Vielmehr habe ich über einen langen Zeitraum an einer Optimierung meiner Lebensumstände und allgemeinen Gesundheit über Ernährung, Sport, Schlaf, Hormone, Zufuhr von Mineralstoffen und Vitaminen, Einsatz von alternativen Medikamenten, etc. gearbeitet und so eine Verbesserung erzielt. Die Trichterbrust-OP war ein wichtiger Bestandteil dieser ganzen Maßnahmen. Nun, da die Trichterbrust korrigiert ist und der Brustkorb durch zwei Stahlbügel aufgespannt wird, sollte diese Problematik kein großer Faktor mehr für mein Wohlbefinden sein, abgesehen von einem Starrheitsgefühl im Oberkörper und einer leichten Einschränkung der Lungenleistung.

Ich erlebe jedoch neben dem starken Engegefühl durch die Implantate während dieser Phase auch weiterhin Müdigkeit bzw. Erschöpfungszustände, Schlafstörungen und seit dem Frühjahr 2025 deutlich ausgeprägte Atemprobleme, die ich nun durch meine weiter oben beschriebene sportliche Veränderung und das Lungentraining in den Griff bekommen möchte (bisher auch mit ersten Erfolgen). Da ich die anderen möglichen Ursachen dieser Symptome eigentlich recht gut im Griff habe, vermute ich, dass das Tragen der Bügel eben doch noch einen massiven Einfluss haben könnte, zumindest theoretisch.

Im Bereich Depressionen und Kritik an Psychopharmaka ist der Vagusnerv online momentan ein großes Thema. So scheint es viele Patienten zu geben, die Druck im Bauchraum verspüren oder unter unerklärlichen Verdauungsstörungen leiden, nie konsequent behandelt werden und am Ende einer daraus resultierenden psychischen Leidensgeschichte beim Psychiater landen. Da Psychiater die Ursache von diesen psychischen Problemen sehr oft in Störungen der Neurotransmitter oder familiärer Veranlagung sehen, wird eine medikamentöse Symptombehandlung gestartet und das ursprüngliche Problem bleibt unerkannt und unbehandelt. Gerade durch Probleme im Bauchraum wie SIBO, eine Hiatus-Hernie oder eben einen tiefen und abgesackten Trichter der Rippenbögen wird der Vagusnerv unter Druck gesetzt. Das ist eine größere Nervenleitung mit vielen Verzweigungen, die verschiedene Organe wie Darm, Magen, Herz und Lunge mit dem Gehirn verbindet. Durch diesen Hirnnerv werden Herzrhythmus, Teile der Atmungsfunktion und Verdauung nicht nur autonom oder motorisch gesteuert, sondern sind auch über sensible Nervenfasern an das Gehirn angeschlossen und können bei irgendeiner Fehlfunktion dort bewusst wahrgenommen werden, was für Stress, psychische Probleme, etc. sorgen kann.

Der Vagusnerv verläuft auch in der Brustmitte um das Herz herum und läuft durch das Zwerchfell. Die Kontraktion und Entspannung des Zwerchfells selbst wird durch den Nervus Phrenicus (Zwerchfellnerv) motorisch gesteuert, wobei der Vagusnerv ebenfalls an der Koordination des Atemapparates beteiligt ist. Der Nervus Phrenicus enthält außerdem sensible Nervenfasern. Die Funktion beider Nerven ist durch Wechselwirkungen miteinander verknüpft und bei einer Störung im Brustraum können beide Nervenstränge betroffen sein. Man sollte annehmen, dass eine ausreichend schwere Trichterbrust bzw. Brustwanddeformität neben dem Druck auf das Herz ebenfalls Druck auf das Zwerchfell ausüben kann und somit abgesehen von der mechanischen Limitierung der Lunge auch den Nervus Vagus oder Nervus Phrenicus negativ beeinflusst. Überhaupt kann sich die Trichterbrust sehr komplex auf alle möglichen Nerven im Brustkorb auswirken, diese beiden erscheinen aber erst einmal als Hauptverdächtige.
 
In der Theorie wäre ein solcher Zusammenhang nach einer Trichterbrust-/Kielbrust-OP immer noch möglich, denn die Bügel, Stabilisatoren, Platten oder Drähte verursachen ja ihrerseits einen ständigen Druck auf die Rippen und das Brustbein, welcher vielleicht zum Teil über das Weichgewebe absorbiert wird, also zum Beispiel über das Zwerchfell und dort für Verspannungen sorgt. Wenn das für einige Patienten zutrifft, ist es natürlich unvermeidbar, erklärt jedoch für mich die Probleme, die immer noch in der Tragephase der Bügel auftreten können und typisch sind für Vagusnerv und Nervus Phrenicus, wie Erschöpfung, innerer Stress, spontane Atemnot. Noch einmal möchte ich hervorheben, dass das nur eine Vermutung ist. Abgesehen davon können manche Patienten auch einfach nicht besonders gut einatmen durch den Widerstand der Implantate, mich eingeschlossen. Allein dadurch ist die Funktion des Zwerchfells möglicherweise leicht eingeschränkt, das Lungenvolumen sowieso. Beim nächsten Besuch werde ich Dr. Lützenberg darauf ansprechen und nachfragen, was er davon hält und ob es dafür im Fachbereich evtl. weitere Erkenntnisse gibt. Ganzheitlich denkende Osteopathen und Physiotherapeuten könnte man auch zu diesem Thema befragen.

Eine Fehlstellung der Halswirbelsäule kann sich ebenfalls auf Vagusnerv und Nervus Phrenicus auswirken; der Nervus Phrenicus setzt dort an, während der Vagusnerv an den Halswirbeln vorbeiläuft, insbesondere am Atlaswirbel, wo er leicht eingeklemmt werden kann. Abgesehen von psychischen Problemen und Unwohlsein kann eine verschobene Halswirbelsäule so auch für Schlafprobleme sorgen, die fälschlicherweise als Schlafapnoe identifiziert werden können mit Störung des Zungennervs oder einfach Übergewicht als Ursache. Viele Trichterbrust- oder Kielbrustpatienten haben zusätzlich noch Skoliose und eine ausgeprägte Fehlhaltung, da dürften Probleme mit der Halswirbelsäule keine Seltenheit sein. Die Auswirkungen der Trichterbrust auf das gesamte Nervensystem sind scheinbar noch nicht allzu weit erforscht und es wird interessant sein zu sehen, was in den nächsten Jahren noch alles dabei herauskommt.

Zum Themenblock Halswirbelsäule findet man einiges online bei ortomedico.
Die LungenClinic Grosshansdorf bei Hamburg hat ein gutes Erklärvideo über das Zwerchfell auf Youtube veröffentlicht:

https://www.youtube.com/watch?v=j01UfKPB70g&t=391s
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Mudo

Hi,

ich finde deine Gedanken sehr interessant. Auch ich habe im Oktober 2024 meine Trichterbrust bei Dr. Lützenberg korrigieren lassen. Jetzt plagen mich zur Zeit jedoch starke Schlafstörungen die sich mit Verspannungen in Schultern und Kribbeln in dem Armen äußern und mich nicht schlafen lassen. Durch diese Nächte werde ich immer depressiver und ängstlicher. Ein Teufelskreis. Leider weiß ich immer noch nicht was die wirkliche Ursache ist. Ist es meine Psyche, die die körperlichen Symptome hervorruft oder doch meine gesamte Haltung und diese verursacht dann meine Ängste.

Vielleicht können wir uns ja mal persönlich austauschen.
LG

Lore Ley

Winter 2026

In der kalten Jahreszeit trainierte ich fast gar nicht mehr im Fitnessstudio. Stattdessen war ich oft beim Schwimmen im Hallenbad, um so Entlastung vom fortwährenden Druck der Stäbe zu schaffen, welcher sonst eher zunehmen würde. Das hat auch sehr gut funktioniert und hat mit der Beweglichkeit des Brustkorbs geholfen. Jedoch konnte ich in der zweiten Hälfte von 2025 kein strukturiertes Ausdauertraining mit Messung der Lungenleistung mehr durchführen, wie ursprünglich angedacht. Durch Operationen an den Füßen war ich beschränkt auf einen kleinen Bewegungsradius für einige Monate und Belastung war erst einmal nicht möglich. Dementsprechend habe ich im Schwimmbad eher ein Reha-Schwimmen mit Aquagymnastik gemacht. Für schnelles Schwimmen mit Leuten aus dem Sportverein fehlte sehr schnell die Luft und das konnte ich auch nicht weiter verbessern. Durch die Metallbügel kann ich nicht schnell genug und tief genug einatmen. Der Puls war dadurch viel zu hoch. Nach dieser Erfahrung habe ich mich im Winter nicht an Eisbaden im See herangetraut. Für so etwas ist mein Herz-Kreislauf-System noch nicht robust genug.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Kontrolltermin Dr. Lützenberg nach zwei Jahren

Mitte Februar 2026 besuchte ich zum ersten Mal das Franziskus-Hospital Harderberg für meine nächste Kontrolle bei Dr. Lützenberg. Auf den ersten Blick machte die Klinik einen sehr ordentlichen Eindruck, aber im Vergleich zu Ostercappeln ist es dort durch die Größe etwas unruhiger an den Anmeldungen und im Wartebereich. Zuerst wurden für die Dokumentation wieder Fotos von allen Seiten gemacht. Die Überkorrektur des Trichters kurz nach der Nuss-OP ist mittlerweile etwas abgeflacht und das Brustbein erscheint eher natürlich wie bei den meisten anderen Menschen mit einem ungestörten Wachstum des Brustkorbs. Eine Vollkorrektur ist immer noch gegeben und die Rippen stehen in Domstellung zueinander. Ich erzählte von meinem aktuellen Druckgefühl im Brustkorb durch die Implantate. Links am Stabilisator fühlt sich der Druck minimal höher an als auf der rechten Seite.

Da nun die Mindestdauer von zwei Jahren für das Tragen der Bügel erreicht war, sprachen wir über einen Termin für die Entnahme. Ich hatte mir bereits einige mögliche Wochen in meinem Kalender zurechtgelegt, die ich nun durchgehen wollte. Zu meiner Überraschung schlug Dr. Lützenberg ohne mein Zutun einen Termin im Mai vor, was die Tragedauer auf zwei Jahre und drei Monate begrenzen würde. Aufgrund des Druckgefühls und des guten Fortschritts der Therapie wäre das der frühestmögliche Termin. Ich nannte dann noch September als Alternative. Dr. Lützenberg stufte zwei Jahre und sechs Monate für mich als Optimum ein und meinte, drei Monate weniger wären in meinem Fall aber vertretbar und ein guter Kompromiss, sofern ich dadurch mehr Motivation für Bewegung und aufbauendes Training im Sommer hätte. Die vollen drei Jahre bis 2027 standen für meinen Fall gar nicht mehr zur Diskussion, was mich sehr freute. Ich fragte daraufhin, ob er bei seinen eigenen Erstpatienten mit Trichterbrust jemals ein Rezidiv nach zwei Jahren Tragedauer der Metallbügel gesehen hätte, einen guten planmäßigen Therapieverlauf vorausgesetzt. Dr. Lützenberg meinte, das habe er bis jetzt noch nie erlebt. Das gab mir schon einmal ein gewisses Vertrauen. Wir reservierten einen OP-Termin für Mai mit der Option, diesen auf August/September zu verschieben und ich sollte es mir für meine Planung noch einmal überlegen. Besser hätte die Kontrolle wirklich nicht laufen können.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Frühjahr 2026

Trotz Einnahme von Medikamenten war der Heuschnupfen im März/April 2026 wieder eine Belastungsprobe. Die Metallstäbe drückten nun definitiv mehr als noch im Vorjahr um diese Zeit. Nach genauerer Festlegung meines Jahresplans war ich nicht mehr bereit, den Sommer für die Fortführung der Therapie um drei bis vier Monate zu opfern, zumal der erhöhte Atemwiderstand nun wirklich langsam eine Entfernung der Implantate rechtfertigen würde. Das Risiko eines Rezidivs hielt ich nach erneuter Betrachtung für so gering, dass ich bereits im März in Harderberg anrief und den reservierten OP-Termin fix machte. Damit ist die Explantation der Metallbügel nun auf den 12. Mai 2026 festgelegt. Falls andere Forumsmitglieder in dieser Woche ebenfalls in Harderberg behandelt werden, gebt gerne Bescheid.

Die verfügbare Zeit bis zur OP werde ich nun hauptsächlich für Schwimmbad und Fitnessstudio nutzen, damit es diesmal zu keinen Rückenschmerzen kommt. Auch den Ablauf der Reha muss ich mir überlegen, denn laut Berichten im Forum soll die Lunge möglichst gut ausgedehnt werden, während der Brustkorb ausheilt. Informationen dazu gibt es wahrscheinlich im Krankenhaus. Ich kenne mittlerweile einen guten Physiotherapeuten, der den Prozess gleich nach der Entlassung unterstützen kann. Ich werde mir schnellstmöglich ein Rezept dafür ausstellen lassen, nach der ersten OP vor zwei Jahren hatte ich viel zu lange auf die Physiotherapie gewartet.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Ü50

Hallo Lore Ley,

wie geht es dir mittlerweile? Haben sich nach der Bügelentfernung die Probleme mit dem Atemwiderstand sofort in Luft aufgelöst?

Ich kämpfe mit einer ähnlichen Problematik. Nicht direkt beim Atmen (ausser bei sehr tiefen Atemzügen), aber das permanente Druckgefühl in der Brust ist manchmal schwer auszuhalten. Nach 13 Monaten hat sich das auch nicht signifikant verbessert.

Ich denke daher auch über eine leichte Verkürzung der Tragedauer nach - natürlich in Absprache mit Dr. Lützenberg. Die vollen 3 Jahre gegen dieses Druckgefühl anzukämpfen bzw.
 regelmässig Schmerzmittel zu nehmen ist ziemlich anstrengend.
Eine angebotene Zwischen-OP (Stabientfernung und leicht Biegung der Bügelenden um Spannung rauszunehmen) möchte ich erstmal nicht in Anspruch nehmen; es sei denn es verschlimmert sich, wovon ich erst mal nicht ausgehe.

LG,Ü50


Lore Ley

Hallo Ü50,

mir geht es mittlerweile wieder sehr gut, eigentlich schon seit dem letzten Krankenhausaufenthalt im Mai. Schmerzen hatte ich überhaupt nicht. Ich werde meinen Bericht hierzu demnächst ergänzen, das muss ich endlich mal machen.

Der mechanische Atemwiderstand war sofort nach der Entnahme der Bügel deutlich besser, verschwunden war er erst nach etwa zwei bis drei Wochen als ich wieder mit Sport angefangen hatte und der Brustkorb durchgedehnt wurde beim Physiotherapeuten und im Fitnessstudio.

Nun muss ich aber ganz deutlich sagen, ein Druckgefühl ist bei mir immer noch vorhanden. Es fühlte sich kurz nach der letzten OP so an, als wären die Metallbügel immer noch im Brustkorb implantiert. Dieses Gefühl lässt immer weiter nach und ich bin momentan bei etwa 10-15% des Druckgefühls, welches ich mit den Bügeln hatte. Es handelt sich um eine Art von "Phantomschmerz" oder "Phantomempfindung", mit Sicherheit verursacht durch die Schädigung von Nerven im Brustkorb. Ich gehe davon aus, dass diese Empfindung über die nächsten Jahre von selbst verschwinden wird und theoretisch gibt es dafür auch Behandlungsmöglichkeiten. Sollte es jedoch so bleiben, wie es jetzt ist, hätte ich damit auch kein Problem.

Der Brustkorb ist nicht ganz so flexibel, wie ich es gerne hätte und teilweise noch etwas starr. Langfristig lässt sich das sicher durch fleißiges Dehnen und Sport verbessern.

Die Gedanken zu deinem eigenen Druckgefühl kann ich nachvollziehen. Eine Teil-OP wollte ich ebenfalls nach Möglichkeit vermeiden. Leider muss ich sagen, die Spannung im Brustkorb wird tendenziell nicht besser werden, sondern eher etwas schlimmer. Allerdings musste ich keine Schmerzmittel nehmen. In den letzten Wochen vor der Entnahme der Bügel hatte ich das Gefühl, ein mittelalterlicher Brustpanzer befindet sich in meinem Körper. Ich war sozusagen reif für die Entnahme. Ich schätze, Dr. Lützenberg möchte deine Tragedauer unbedingt auf 24 Monate hieven, danach wird er ganz anders mit sich reden lassen und evtl. eine Verkürzung der vollen Tragedauer in Aussicht stellen.

Alles Gute dir und viel Erfolg weiterhin
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Nachtrag zum Thema Vagusnerv

In einem meiner letzten Beiträge hatte ich über einige Symptome berichtet, die nach meiner ersten OP immer noch auftraten, das waren Müdigkeit, Erschöpfung, Schlafstörungen und Atemprobleme. Ich nahm an, dass der Vagusnerv oder der Zwerchfellnerv vielleicht etwas damit zu tun haben könnten und diese irgendwie von den Metallbügeln beeinflusst werden.

Mittlerweile habe ich Dr. Lützenberg zu diesem Thema befragt und der meinte, dass der Vagusnerv hier keine Rolle spielen dürfte. Während seiner Zeit in Berlin oder Magdeburg wurde das anscheinend für Studien untersucht und es konnten keine mechanischen Auswirkungen der Implantate auf den Vagusnerv festgestellt werden. Ebenfalls wurde die Sicherheit der Metallbügel untersucht und es gab keinen Abrieb von Metallpartikeln, welche sich auf die umliegenden Nerven auswirken könnten.

Damit kann meine Theorie nicht stimmen und meine Symptome während der Tragephase der Bügel müssen irgendeine andere Ursache haben als die großen Nervenstränge im Brustkorb. Ich gehe zwar schon davon aus, dass die eingeschränkte Atmung hier auf irgendeine Art und Weise beteiligt ist, aber den genauen systemischen Zusammenhang kann ich nicht erklären. Seht meinen Beitrag von weiter oben also eher als lautes Nachdenken an, da habe ich sehr stark theoretisiert.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Ü50

Hallo Lore Ley,

vielen Dank für deinen feedback!

Fühlt sich sicherlich toll an, wenn der Druck nach der Entnahme der Bügel ein ordentliches Stück nachlässt. Wahrscheinlich spielt auch das Narbengewebe, welches sich um die Bügel herum gebildet hat eine Rolle. Somit sollte es nach der Entnahme weiter aufwärts gehen, je weiter dies sich zurückbildet (zumindest meine Vermutung).

Das das Druckgefühl bis zur Entnahme zunehmen kann, hat mir Dr. Lützenberg schon prophezeit. Der Brustkorb will sich mit der Zeit ja weiter dehnen, wird aber durch die Bügel/Stabilisatoren daran gehindert. Das verursacht bei manchen TB Patienten ein unangenehmes Druckgefühl oder Schmerzen an den Stabis. Solange ich das einigermaßen aushalten kann, werde ich nichts unternehmen und genauso wie du handhaben, dh. nach 2.Jahren nochmal einen Kontrolltermin vereinbaren und mit Dr. Lützenberg über eine vorzeitige Entnahme sprechen.

Ich bin zwar keine Experte aber die hier im Forum geposteten Statistiken zeigen, dass das Rezidiv-Problem nach 2-3 Jahren ziemlich gering ist. Deshalb denke ich auch, dass es nach ca. 2.5 Jahren gut sein dürfte, und der weitere Muskel/Brustkorbaufbau im Vordergrund stehen sollte, als sich noch länger mit dem Druckgefühl etc. rumzuschlagen. Man fährt ja damit immer ein wenig im Schongang, um die Nerven nicht noch weiter zu reizen.

Wünsche dir weiterhin alles Gute!

Lore Ley

Metallentfernung und Aufenthalt Franziskus-Hospital Harderberg

Montag, 11. Mai 26
Einen Tag vor der OP erfolgte die prästationäre Aufnahme mit allen Voruntersuchungen, die stationäre Übernachtung im Krankenhaus war für diese OP nicht möglich. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fuhr ich zum Franziskus-Hospital Harderberg im Ortsteil Georgsmarienhütte unterhalb von Osnabrück, die Anreise dauerte etwa zwei Stunden. Um 08:15 Uhr war ich an der Anmeldung im Erdgeschoss gegenüber vom Haupteingang, dort gab ich die Einweisung meines Orthopäden ab und alle Formulare für den bevorstehenden Aufenthalt mussten digital unterschrieben werden. Danach wurden die notwendigen Voruntersuchungen durchgeführt, ebenfalls im Erdgeschoss, Ebene 1, im Gang neben Radiologie und zentraler Notaufnahme. Zuerst wurden mir von einer Dame aus der Pflegeabteilung Temperatur gemessen und Blut entnommen. Mein Gewicht betrug 80kg, so wie schon vor der ersten OP. Es folgte ein Ruhe-EKG. Sie erzählte mir, dass Sie bereits in Ostercappeln gearbeitet hatte und sich am neuen Standort gut eingelebt hätte. Trotzdem würde ein Teil des Personals dem Krankenhaus Ostercappeln immer noch etwas hinterhertrauern. Danach wurde eine Lungenuntersuchung mit Blutabnahme über das Ohrläppchen durchgeführt. Zum Schluss wurden in der Radiologie Röntgen-Bilder in zwei Ebenen erstellt.

Auf Ebene 4 fand noch das OP-Vorgespräch mit Dr. Lützenberg statt. Da das Ganze mit ordentlich Wartezeit verbunden war, kam ich erst kurz vor Mittag ins Büro der Rekonstruktiven Chirurgie/Pectus Klinik. Die chirurgische Assistentin, welche ich in Ostercappeln kennengelernt hatte, war gerade abwesend, da beurlaubt. Dr. Lützenberg sah sich noch einmal den aktuellen Zustand des Brustkorbs an, der unverändert gut war und motivierte mich für die OP am nächsten Tag. Dann zeichnete er die Entnahmestellen für die Metallbügel an und seine Sekretärin machte Fotos aus allen Positionen. Er erläuterte den Ablauf für den nächsten Tag; meine OP war für den nächsten Vormittag geplant, ich war als Zweiter an der Reihe. Als Entlassungstag war bereits Freitag vorgesehen, falls ich nicht noch mehr Zeit bräuchte. Ich wusste bereits im Voraus, dass Dr. Lützenberg ab Donnerstag in dieser Woche im Urlaub sein würde und so besprachen wir auch schon den nächsten Kontrolltermin im Jahr darauf. Zu dem Zeitpunkt werden wir noch einmal über die kosmetische Verbesserung der Haut am Brustkorb sprechen, das macht Dr. Lützenberg bei Bedarf selbst im Krankenhaus. Nach der Verabschiedung brachte ich meine Patientenmappe zur Station A4, wo ich noch einmal daran erinnert wurde, dass man am Vortag der OP bis um Mitternacht essen darf und am darauffolgenden Tag bis um 06:00 Uhr ausschließlich Wasser trinken soll. Am Nachmittag fuhr ich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln wieder nach Hause, da ein Hotel in meinem Fall nicht notwendig war.

Dienstag, 12. Mai 26
Am Tag der OP fand ich mich nach einer erneuten Zugfahrt gegen 07:00 Uhr auf Ebene 4, Station A4 ein. Ich bezog das Zimmer 414 und durfte schon einmal mein Gepäck im Patientenschrank verstauen. Im Gegensatz zu manchen anderen Stationen im Krankenhaus sind die Zimmer der Station A4 sehr neu, dementsprechend sah alles noch frisch aus. Das Armband für den Aufenthalt wurde mir angebracht und ich wartete eine Weile auf meinem Bett. Mein Zimmernachbar wurde im Beisein seiner Mutter auch schon hereingeschoben, es handelte sich um einen 24-jährigen Patienten aus den Niederlanden mit einer komplizierten Kielbrust, welcher nach mir operiert werden sollte. Um 09:00 Uhr ging ich zum letzten Mal zur Toilette und zog mein OP-Gewand an. Um ungefähr 09:30 Uhr wurde ich dann abgeholt und auf dem Bett zum OP-Bereich auf Ebene 1 gefahren. Mir wurden vorgewärmte Decken aufgelegt und ein Venenkatheter am linken Arm gesetzt. Die Anästhesisten unterhielten sich eine Weile freundlich mit mir und erklärten noch einmal die Narkose, dadurch war ich wie bereits vor der ersten OP komplett entspannt und wäre fast schon von alleine eingeschlafen. Schließlich wurde die Narkose um kurz vor 10:00 Uhr eingeleitet und ich war sofort weg. Die OP dauerte 40 Minuten und lief laut Dr. Lützenberg komplett ohne Ruckler ab. Die beiden Metallbügel und der Stabilisator wurden über die alten Öffnungen entnommen, danach erfolgte eine Narbenkorrektur. Die Wunden wurden innerlich vernäht mit resorbierbaren Fäden, von außen wurden nur Pflaster auf die Öffnungen geklebt. Dadurch kann alles ohne Spannung abheilen. Ich weiß nicht, wer an diesem Tag die Assistenz für Dr. Lützenberg gemacht hat.

Gegen Mittag wachte ich in einem Aufwachraum mit einigen anderen Patienten auf, Intensivstation war gar nicht nötig. Das Aufwachen fiel mir aus irgendeinem Grund deutlich schwerer als nach der Nuss-OP zwei Jahre zuvor. Mir war übel und bevor ich richtig wach war, erbrach ich schon reine Magensäure auf meine Bettdecke. Der Zustand hielt nicht lange an und kurz darauf konnte ich auch schon in mein Zimmer geschoben werden. Schmerzen spürte ich überhaupt nicht. Ich hatte eine Drainageflasche auf jeder Seite und mir wurden am frühen Nachmittag ein Antibiotikum und wahrscheinlich ein Schmerzmittel über meinen Venenkatheter eingeleitet. Dieser wurde daraufhin einmal kurz durchgespült und musste nicht mehr benutzt werden. Der Brustkorb fühlte sich schon etwas flexibler an, aber noch leicht taub und ich spürte die Drainagen. Es fühlte sich sogar fast so an, als wären die Metallbügel immer noch im Brustkorb vorhanden. Ich konnte aber schon deutlich besser einatmen, über den Widerstand hinaus, welchen ich vor der Bügelentfernung spürte. Aufstehen und Herumlaufen war problemlos möglich. Den Dienstag verbrachte ich allein, da mein Zimmernachbar noch auf der Intensivstation war. Aufgrund der Übelkeit beim Aufwachen bekam ich erst einmal nichts zu essen und wollte auch nichts. Mir wurden 2x Paracetamol 500mg und Novalgin-Tropfen (Metamizol 500mg, 40 Tropfen) gebracht, die ich eigentlich gar nicht brauchte. Ich nahm sie trotzdem und durch das Metamizol wurde mir leicht übel, war aber auszuhalten. Nun konnte ich schon meine Lunge mit zwei Atemtrainern trainieren, welche ich von zu Hause mitgebracht hatte. Das machte ich nun jeden Tag. Ich döste tagsüber und zog mir am späten Nachmittag meine normale Kleidung an. Dr. Lützenberg kam kurz auf Visite und berichtete mir, dass die OP perfekt verlaufen sei. Er erzählte mir auch von der deutlich komplizierteren OP meines Zimmernachbarn, für die er rund vier Stunden (!) gebraucht hatte. Ungefähr zur gleichen Zeit kamen zwei Pflegekräfte, prüften meine Körpertemperatur, Blutdruck und Sauerstoffsättigung und fragten mein Schmerzempfinden ab. Ich hatte immer noch null Schmerzen und das änderte sich auch nicht mehr. Ich verzichtete auf ein Abendessen und aß stattdessen einen der Proteinriegel, welche ich als Proviant mitgebracht hatte. Das Metamizol ließ ich bereits am Abend weg und nahm nur Paracetamol 500mg. Die ganze Nacht über schlief ich sehr unruhig, ich stand permanent auf und legte mich wieder hin.

Mittwoch, 13. Mai 26
Das Frühstück kam um 07:30 Uhr. Als Medikation bekam ich nun jeden Tag Pantoprazol 20mg, Paracetamol 500mg (2-2-2), Metamizol (1-1-1) und einen Beutel Macrogol Abführmittel. Davon nahm ich nur eine Paracetamol 500mg pro Mahlzeit und ließ alles andere weg. Ich gab den Pflegekräften deswegen auch Bescheid, diese meinten aber, ich solle die übrigen Medikamente einfach stehen lassen und einnehmen, falls ich doch noch Schmerzen bekommen sollte. Kurz nach dem Frühstück stattete mir Dr. Lützenberg eine Visite ab, erkundigte sich nach meinem Zustand und sah sich den Brustkorb an. Er kündigte an, dass er noch einmal später am Tag kommen werde. Am Vormittag wurde mein Zimmernachbar von der Intensivstation gebracht, in einem sehr kläglichen Zustand. Seine Mutter war tagsüber von nun an mehrmals da. Wieder kamen die Pflegekräfte und prüften unsere Körperfunktion. Im Gegensatz zu mir litt mein Zimmernachbar unter starken Schmerzen, er benötigte eine Extraportion Hydromorphon. Mir wurde bereits der Venenkatheter gezogen. Außerdem bekam ich eine Thrombosespritze. Zum Mittagessen wurde uns automatisch ein Menü gebracht, das wir nicht ausgesucht hatten und welches ich im Ganzen zurückgehen ließ. Ich war diesmal viel wählerischer mit dem Essen als in Ostercappeln (wenig Ballaststoffe nach der OP) und hielt mich hauptsächlich an den Proviant, welchen ich von zu Hause mitgebracht hatte. Am Nachmittag suchten wir unsere Mahlzeiten für den Abend und den nächsten Tag aus. Ein sehr motivierter Physiotherapeut (Herr Führing) kam in unser Zimmer, der mit meinem Bettnachbarn unter großen Schmerzen Aufstehen übte. Für mich war Physiotherapie nicht notwendig, da ich nach der Bügelentnahme keine Einschränkungen mehr hatte. Am späten Nachmittag kam Dr. Lützenberg auf Visite und sah sich noch einmal alles an. Es gab für mich keine Neuigkeiten mehr und er verabschiedete sich in den Urlaub. Danach wurde die Körperfunktion von zwei Pflegekräften überprüft und zum Abendessen gab es für mich nur einen Tee. Ich beendete den Tag mit einer längeren Erkundung des ganzen Krankenhauses, welches sich zum aktuellen Zeitpunkt noch teilweise im Umbau befindet. Ich besuchte u.a. die Aussichtsterrasse am Panoramasaal, was bei schönem Wetter eine gute Abwechslung ist, solange man das Krankenhausgebäude noch nicht verlassen kann. Auch den Snack-Automaten im Untergeschoss stattete ich einen Besuch ab. Insgesamt traf ich an diesem Tag eine Krankenschwester und einen Nachtpfleger, welche ich bereits aus Ostercappeln kannte. Beide erkannten mich bzw. wussten, dass ich schon in Ostercappeln war und das freute mich doch sehr. Der Schlaf in der Nacht war schon wesentlich besser als am Vortag, trotzdem irgendwie unruhig.
 
Donnerstag, 14. Mai 26
Der Tag begann mit dem Hereinrollen des Frühstücks und gleichzeitig nahmen zwei Pflegekräfte die üblichen Messwerte. Am Vormittag wurden mir bei der Arztvisite die Drainagen entfernt von Dr. Madeira de Miranda, diese enthielten zusammen 150ml Flüssigkeit. Ich begab mich ins Erdgeschoss, dort wurden noch einmal Röntgenbilder in zwei Ebenen gemacht. Da es sich um einen Feiertag handelte, war es im Wartebereich schön ruhig und die stationären Patienten waren unter sich. In meinem Zimmer wurde mir dann noch Blut entnommen. Für meinen Bettnachbarn kam wieder ein Physiotherapeut (Herr Zastrow) und sie arbeiteten bis die Tränen liefen. Ich war nun so mobil, dass ich im Freien laufen konnte. Nach dem Mittagessen machte ich daher einen längeren Spaziergang zum nahegelegenen Naturkundemuseum am Osnabrücker Zoo und zurück. Die kühle Luft war perfekt, um meinen Brustkorb einmal richtig auszudehnen und solche Spaziergänge beschleunigen nach meiner Erfahrung die Genesung. Kurz nach meinem Ausflug wurden Temperatur und Sauerstoffsättigung gemessen. Ich lief etwas im Krankenhaus umher und sah mir zum Abschluss noch einmal alle Ebenen des Gebäudes an. Am Abend bekam ich die letzte Thrombosespritze. In der Nacht schlief ich wieder schlecht, diesmal aufgrund von Rückenschmerzen. Ich bekomme nach einigen Tagen in Krankenhausbetten wohl einfach Rückenschmerzen, Vorbereitung hin oder her.

Freitag, 15. Mai 26
Am Morgen der Entlassung nahm ich meine letzte Tablette Paracetamol, in der Folge war ich komplett frei von Medikamenten. Nach dem Frühstück wurde wieder meine Körperfunktion überprüft. Ich duschte zum ersten Mal nach der OP, allerdings mit gewöhnlichen Pflastern auf den Wunden und wartete danach auf den Pflasterwechsel. Dr. Madeira de Miranda händigte mir schon einmal meine Entlassungsunterlagen aus und ich packte meine Sachen für die Abfahrt. Dr. Lyapin kam zur letzten Visite und wir besprachen die Entlassung. Meine Pflaster wurden von einer Krankenschwester gewechselt, weitere Pflaster für zuhause gaben sie mir gleich mit. Zum Schluss kam noch der Physiotherapeut Herr Führing ins Zimmer, der sich kurz mit mir unterhielt und erwähnte, dass er bereits mit Dr. Lützenberg zusammen arbeitete, seitdem dieser in Ostercappeln praktizierte. Er lobte Dr. Lützenberg in höchsten Tönen und meinte, seiner Einschätzung nach wäre er wahrscheinlich der beste Trichterbrust-Spezialist in Europa. Die Physiotherapie müsse noch besser auf die speziellen Anforderungen der Patienten mit Brustwanddeformität eingehen und er selbst entwickle die Therapie auch immer weiter. So werden seit einigen Monaten schon am Tag vor einer Trichterbrust-OP alle Bewegungsabläufe einmal mit den Patienten durchgegangen, nach der OP wird noch größeres Augenmerk auf schnelle Mobilität und Atmung gelegt. Er selbst möchte sich in seiner Tätigkeit nun hauptsächlich auf die Patienten der Rekonstruktiven Chirurgie/Thoraxchirurgie spezialisieren. Ich verabschiedete mich von meinem Zimmernachbarn und begab mich zum Sekretariat von Dr. Lützenberg. Dort wurden noch einmal Fotos gemacht und mein Patientenarmband wurde entfernt. Ich wollte eigentlich meine Implantate mitnehmen und Frau Rempel hielt Rücksprache mit dem OP deswegen, die Bügel waren aber noch nicht gesäubert und wurden auf die Schnelle nicht mehr fertig, daher wurden sie mir einige Tage später per Paket zugeschickt. Auf dem Gang traf ich Dr. Lyapin, der mir vom Tragen meines Gepäcks auf dem Rücken abriet, da sich die inneren Fäden bei seitlichen Bewegungen unter Last noch lösen könnten. Mit der Tasche in der Hand also verließ ich das Krankenhaus um ca. 11:00 Uhr und fuhr zurück nach Hause.

Im Entlassungsbrief steht, dass ich unmittelbar nach Abschluss der Wundheilung eine intensive körperliche Belastung aufnehmen soll, weil hierdurch ein Leistungsplus von etwa 20% zu realisieren sei, auch Physiotherapie kann sofort umgesetzt werden. Per Empfehlung soll die Arbeitsunfähigkeit vier bis fünf Wochen betragen, eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung über eine Woche und die Dokumente zum Klinikaufenthalt bekam ich automatisch. Als Entlassmedikation sind Hydromorphon 1,3mg bei Bedarf, Macrogol (1-0-0), Pantoprazol 20mg (1-0-0), Metamizol 500mg (40-40-40-40) und Paracetamol 500mg (2-2-2) aufgeführt. Die Rezepte habe ich alle nicht eingelöst, da ich sie überhaupt nicht benötigte.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Fazit zum Krankenhaus

Insgesamt haben alle Ärzte und Pflegekräfte in Ostercappeln und im Franziskus-Hospital Harderberg eine Top Arbeit gemacht, immer waren sie freundlich und zuvorkommend. Viele Pflegekräfte und praktisch alle Ärzte der jeweiligen Fachbereiche sind ja auch nach Harderberg umgezogen. Die medizinische Ausstattung im Franziskus-Hospital lässt nichts zu wünschen übrig und wenn alle Baumaßnahmen und die Modernisierung irgendwann abgeschlossen sind, wird das ein sehr schönes Krankenhaus sein. Die Klientel der Patienten ist durch die zahlreichen Abteilungen und die Nähe zur Osnabrücker Innenstadt eine andere. Ich persönlich empfand Ostercappeln als noch komfortabler, das war für mich eine Art Kuraufenthalt. Das Krankenhaus war einfach kleiner, die Wege dadurch etwas kürzer. Kleine Details wie Handtuchtrockner im Bad waren praktisch und der Supermarkt direkt neben dem Krankenhaus war unschlagbar. Auch die Bushaltestelle und die Parkplatzsituation waren besser als in Harderberg. Das Dorf Ostercappeln lud zum Spazierengehen ein, in Harderberg muss man sich dafür schon etwas weiter vom Klinikgelände entfernen. Wenn man jedoch die Möglichkeit hat, kann man direkt im Zoo Osnabrück bzw. im anschließenden Park einen Erholungsspaziergang machen (auf eigenes Risiko), was die Umgebung für mobile Patienten und Angehörige schon stark aufwertet. Dort gibt es ebenfalls genug Möglichkeiten zum Einkaufen. Ich bin sehr froh, meine OPs bei Dr. Lützenberg gemacht zu haben in diesen beiden hervorragenden Krankenhäusern.
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Hier sind einige Bilder vom Tag der OP, kurz nach dem Aufwachen, als ich wieder auf meinem Zimmer war.

Bilder

03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Etwa zwei Wochen nach dem Aufenthalt im Krankenhaus wurden meine Implantate per Post geliefert.
Die Metallbügel befanden sich in einem versiegelten Beutel für desinfizierte Medizinprodukte.
Das Gewicht der beiden Bügel mit Stabilisator beträgt 217,5g.

Bilder

03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29

Lore Ley

Gesamtkosten der Trichterbrust-Behandlung

Auf meine Nachfrage hin hat mir die Krankenkasse nun die Kostenaufstellung für meine zweite OP geschickt. Damit kann ich die Gesamtkosten für das Einsetzen und die Entnahme der Metallbügel angeben. Diese setzen sich wie folgt zusammen:

2024
Nuss-OP + 10-tägiger Krankenhausaufenthalt
10.185,00€ + 2.412,68€ = 12.597,68€
(Zuzahlung 100€)

2026
Entfernung Bügel + 4-tägiger Krankenhausaufenthalt + Vorstationäre Untersuchungen
4.467,30€ + 1.396,35€ + 121,18€ = 5.984,83€
(Zuzahlung 40€)

Gesamtkosten der Trichterbrust-Behandlung
18.582,51€
03/2014 Diagnose Trichterbrust, Anwendung Saugglocke, Alter 17
02/2024 Nuss-OP Dr. Lützenberg (2 Bügel, 1 Stabilisator), Ostercappeln, Alter 27
05/2026 Metallentfernung Dr. Lützenberg (Narbenkorrektur), Harderberg, Alter 29